Squeaker.net hat beratungsaffine Studierende, Absolventen und (Young) Professionals in der „Consulting-Excellence-Studie“zur Arbeitgerberwahl im Consulting befragt. An unserer Online-Umfrage beteiligten sich über 1.000 Teilnehmer, die sich für Karrieremöglichkeiten bei Consultingunternehmen interessieren. 60 Prozent von ihnen verfügen schon über praktische Erfahrungen aus der Branche. Das Ergebnis: Die Beratung ist weiterhin die herausfordernde und abwechslungsreiche Karrieremöglichkeit für Top-Absolventen. Aber was sind die wichtigsten Kriterien zur Arbeitgeberwahl für diejenigen, die sich für eine Tätigkeit bei einem Beratungsunternehmen interessieren? Bei der Frage „Wie wichtig sind dir die folgenden Kriterien bei der Arbeitgeberwahl?“ konnten die Teilnehmer insgesamt 20 Kriterien auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig) bewerten.
| Rang | Kriterium | Punktzahl |
| 1 | Kollegen | 8,28 |
| 2 | Unternehmenskultur | 8,10 |
| 3 | Intellektuell stimulierendes Arbeiten | 7,92 |
| 4 | Gehaltsentwicklung | 7,78 |
| 5 | Karrierechancen nach Ausscheiden aus Unternehmen | 7,68 |
| 6 | Karriereprogression im Unternehmen | 7,41 |
| 7 | Work-Life-Balance | 7,16 |
| 8 | Reputation | 7,10 |
| 9 | Leistungsorientierung in der Karriereentwicklung | 7,00 |
| 10 | Internationalität | 6,92 |
Berater sein bedeutet Arbeiten im Team: Kollegen sind das klare Kriterium Nr. 1 bei der Arbeitgeberwahl im Consulting. Da überrascht es nicht, dass die Unternehmenskultur direkt auf Rang 2 folgt. High Potentials wollen in einem angenehmen Umfeld von Kollegen und Vorgesetzten gefördert werden. Dabei auch gefordert zu werden und anspruchsvolle Aufgaben zu erfüllen, ist ebenso wichtig (Rang 3). Bei den folgenden Rängen zeigt sich, dass auch die zukünftigen Karriereperspektiven ausschlaggebend sind: vor allem hinsichtlich des Gehalts (Rang 4) und der Aussicht auf Beförderung (Rang 5 und 6). Angehende Berater setzen sich schon zu Beginn ihrer Karriere mit einem möglichen Umsatteln auf eine andere Branche auseinander (Rang 5). Trotz intensiver Diskussion spielt „Work-Life-Balance“ nach wie vor für die Arbeitgeberwahl keine große Rolle (Rang 7) Bei der konkreten Wahl des Arbeitgebers liegen dann Beratungen vorn, die hinsichtlich Ihrer Work-Life-Balance sehr schlecht bewertet werden. Bei der Einzelabfrage der Kriterien ist Work-Life-Balance aber stärker vertreten als Reputation (Rang 8 ) und Internationalität (Rang 10).
Was ist bei der Arbeitgeberwahl besonders wichtig? 10 Antworten von Studienteilnehmern
- “Das Gefühl, vom Arbeitgeber hoch geschätzt und gefördert zu werden”
- “Herausfordernde Aufgaben, an denen ich wachsen kann, in einem motivierenden und unterstützenden Team”
- “Eine Unternehmenskultur, in der es Spaß macht, zu arbeiten”
- “Anspruchsvolle Aufgaben, Internationalität, interessantes Einstiegsangebot”
- “Die Möglichkeit, nach 2 Jahren in die Industrie zu wechseln und einen sehr guten Job zu übernehmen”
- “Das Zusammenspiel aus Gehalt, Karrierechancen, Studienförderung, Internationalität und Standort, Work-Life-Balance und Unternehmenskultur”
- “Aufstiegschancen, Fördermöglichkeiten, Unternehmenskultur, spannende und fordernde Aufgaben”
- “Die Unternehmenskultur, meine Perspektive, eine angemessene Vergütung und die Attraktivität (bezüglich der Systemrelevanz) des Arbeitgebers”
- “Die richtige Mischung der mir wichtigsten Kriterien”
- “Das tun zu können, was mich interessiert und ich am besten kann”
Ein weiteres Ergebnis stellt die klare Präferenzordnung innerhalb der verschiedenen Typen von Arbeitgebern dar: Unternehmen aus der klassischen Strategieberatung bleiben die Nr. 1 für die meisten, die sich für eine Tätigkeit im Consulting interessieren. Mit deutlichem Abstand folgen Corporate Finance Beratung, Inhouse Beratung und IT-Beratung.
Im Hinblick auf die absolute Bekanntheit liegen die großen Strategieberatungen vorn: Rang 1 belegt McKinsey, Rang 2 The Boston Consulting Group und Rang 3 Roland Berger Strategy Consultants. Gut bekannt als Arbeitgeber für Consultants sind ebenfalls die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften: KPMG (Rang 4), Pricewaterhouse Coopers (Rang 5) und Deloitte (Rang 6). Unternehmen aus dem Inhouse-Consulting sind dagegen eher unbekannt. Hier schafft es allerdings Siemens Management Consulting (Rang 10) unter die ersten zehn Plätze. Die Inhouse-Beratungen müssen also noch deutlich in Ihre Bekanntheit investieren.
Bekanntheit und Attraktivität stimmen jedoch nicht immer überein, hier gab es einige Überraschungen: Wir fragten die Teilnehmer auch danach, bei welchen Arbeitgebern sie planen, sich definitiv zu bewerben. In dem sich daraus ergebenden Ranking liegt BCG knapp vor McKinsey. Obwohl „Booz & Company“ bei der reinen Bekanntheit nicht zu den Top 10 gehört, belegt die Beratung hier den dritten Rang. Gleiches gilt für Oliver Wyman. Die Strategieberatung liegt bei der Bekanntheit auf Platz 13, bei der Bewerbungsabsicht jedoch auf Rang 5. KPMG und PwC fallen dagegen aus den Top 10. Auch Deloitte fällt von Rang 6 auf 10.
| Rang | Unternehmen | Prozentzahl* |
| 1 | The Boston Consulting Group | 37.2% |
| 2 | McKinsey & Company | 33.4% |
| 3 | Booz & Company | 27.0% |
| 4 | Bain & Company | 26.2% |
| 5 | Oliver Wyman Consulting | 25.8% |
| 6 | Roland Berger Strategy Consultants | 25.2% |
| 7 | A.T. Kearney | 15.1% |
| 8 | Siemens Management Consulting | 14.8% |
| 9 | PricewaterhouseCoopers | 14.7% |
| 10 | Deloitte | 13.7% |
Im Zweifelsfall schlägt die unbekanntere Strategieberatung in der Bewerbergunst also die bekanntere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Daraus kann man schließen, dass Beratungen wie Booz, Oliver Wyman und Bain es schaffen müssen, in der Zielgruppe Bekanntheit zu erlangen. Denn wenn Sie bekannt sind, sind sie als Arbeitgeber sehr attraktiv. Die Beratungssparten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind zwar bekannt, müssen aber an Ihrem Image arbeiten, um auch als Alternative zu den reinen Strategieberatungen wahrgenommen zu werden. Positiv fällt in diesem Ranking Siemens Management Consulting auf. Als Inhouse Beratung hat man sich offensichtlich bereits einen guten Namen gemacht und kann im Kreis der Top-Beratungen gut mithalten.
Consulting-affine Bewerber sind als Zielgruppe für das Employer Branding auch durchaus für andere Branchen interessant. Zum einen sind sie besonders gut ausgebildet und motiviert. Zum anderen zeigen die Ergebnisse unserer Studie, dass sie bewusst oder unbewusst ihre Tätigkeit bei einem Consulting-Unternehmen als langfristig wirkende Investition in den branchenübergreifenden eigenen Marktwert betrachten.
Bei Interesse an weiteren Studienergebnissen können Sie sich gerne an Daniel Krewet (daniel.krewet@squeaker.net) wenden.
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