Start-ups sind für ambitionierte Nachwuchsakademiker eine echte Karriere-Alternative – das belegt unsere aktuelle Online-Umfrage. 260 Studierende, Absolventen und Professionals verrieten uns, wie sie Start-up-Unternehmen als Arbeitgeber wahrnehmen. Das Ergebnis: Über drei Viertel der Teilnehmer finden Start-ups ebenso attraktiv oder sogar attraktiver als andere Top-Arbeitgeber. Vor allem mit ihrer Unternehmenskultur und steilen Lernkurven können Start-ups bei Bewerbern punkten.
Der Einstieg und Aufstieg im Start-up
Fast die Hälfte aller befragten squeaker.net-Mitglieder hat bereits für ein Start-up gearbeitet oder ein Praktikum absolviert, 36 Prozent haben sich bei einem Start-up-Unternehmen beworben oder zumindest schon über eine Bewerbung nachgedacht. „Start-ups können in Zukunft immer mehr High Potentials von anderen Top-Unternehmen wie Beratungen oder der Industrie gewinnen, weil ähnlich anspruchsvolle Aufgaben und ähnliches Gehalt mit einer cooleren Kultur gepaart werden“, glaubt einer der Befragten. Ein anderer Squeaker meint: „Eine der wenigen ‘Branchen’ (sofern man Start-ups als solche bezeichnen mag), in der man in jungen Jahren enormen Impact haben kann.“ Start-ups sind also eine sehr spannende Option für Bewerber. Aber der Start-up-Bonus ist bei der Arbeitgeberwahl sehr schnell aufgebraucht. Bewerber schauen sehr genau auf die Vor- und Nachteile und wägen den Eintritt in ein Start-up nach ihren persönlichen Prioritäten sorgfältig ab.
Die Vorteile der Start-ups als Arbeitgeber
Vor allem die Arbeitsinhalte von Start-ups – attraktive Branchen und innovative Geschäftsmodelle – wirken anziehend (81 Prozent der Nennungen). Beliebt sind bei Berufseinsteigern auch die flachen Hierarchien und jungen Teams, welche die Unternehmenskultur der Start-ups bestimmen (77 Prozent). Als weitere Pluspunkte nennen die Squeaker eine „steile Lernkurve“ und die Sichtbarkeit der eigenen Arbeitsergebnisse (jeweils 65 Prozent). „Man ist nicht nur ein Zahnrad von vielen, sondern hat die Möglichkeit, seine Arbeitserfolge direkt zu erkennen“, erklärt einer der Teilnehmer die Attraktivität von Start-ups. Ein anderer findet: „Die Chance, sich einbringen und mitgestalten zu können, ist gerade für Berufseinsteiger sehr attraktiv!“ Einsatz scheint im Start-up besonders belohnt zu werden: „Das eigene Engagement bestimmt, vielleicht noch mehr als bei größeren Unternehmen, die Lernkurve und den Erfolg im Start-up-Job.“ Ein anderes squeaker.net-Mitglied glaubt an „viel größere und schnellere Aufstiegschancen als im Konzern“. Besonders gut sind diese Karrierechancen natürlich für alle, die “mit den anfänglichen Strukturen verwachsen und mitwachsen”, ein Squeaker empfiehlt deshalb, es gleich selbst auszuprobieren: “Am besten selbst ein Start-up gründen!”
Die Nachteile der Start-ups als Arbeitgeber
Vor allem das vergleichsweise geringe Gehalt (59 Prozent) empfindet der ambitionierte Nachwuchs wenig überraschend als Nachteil neu gegründeter Unternehmen. Ein Umfrage-Teilnehmer macht einen Vorschlag, wie sich Absolventen dennoch vom Start-up als Arbeitgeber überzeugen lassen: “Durch ein anspruchsvolles Einstiegsprogramm mit Training und Entwicklungsplan lässt sich auch ein geringeres Gehalt kompensieren. Dadurch werden High Potentials angezogen.” Auch die fehlende Sicherheit des Arbeitsplatzes (53 Prozent) und das noch fehlende Image (33 Prozent) sprechen nicht zwingend gegen den Berufseinstieg bei einem Start-up-Unternehmen. Ein Squeaker ist überzeugt: „Selbst wenn man sich nach ein paar Jahren einen anderen Arbeitgeber suchen muss, profitiert man von den Erfahrungen und der Verantwortung, die man schon früh tragen konnte.“ Als problematisch empfinden manche Teilnehmer die mangelnde Führungskompetenz einiger Unternehmensgründer, ihren „Mangel an Fokus“ oder „Unorganisiertheit und Chaos“ im Arbeitsalltag. Auch unter den Squeakern gibt es gebrannte Kinder: “Man sollte nicht unterschätzen, was es bedeuten kann, einen Chef ohne Führungserfahrung zu haben, nämlich unklare Vorgaben, Sprunghaftigkeit, kein klares Feedback.”
Die Sichtbarkeit von Start-ups als Arbeitgeber
Die Umfrage von squeaker.net belegt: Absolventen interessieren sich durchaus für Start-ups als Arbeitgeber, attestieren ihnen aber „schlechte Sichtbarkeit im Netz“. Bewerber wünschen sich mehr Möglichkeiten, Start-ups auf Karriere-Veranstaltungen kennenzulernen und von Jobs zu erfahren. “Start-ups sollten attraktive Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen anbieten und diese auch entsprechend öffentlich machen”, fordert ein Squeaker. Unternehmensgründer müssen also auf dem Arbeitsmarkt noch offensiver auftreten. Ein Teilnehmer schlägt vor: „Karriereplattformen müssen stärker mit der Szene zusammenarbeiten, um die aktuellsten Jobs in ganz jungen Start-ups anbieten zu können.“



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