Erfahrungsbericht

Hong Kong (2000)

(4/5)   3 Votes

Wann?

2000

Stadtbericht

Da es ziemlich schwierig ist hier in Deutschland eine "preiswerte" Unterkunft für Hong Kong zu finden, reiste ich eine Woche vor Praktikumsbeginn an. Nach einer etwas chaotischen Anreise (überbuchter Flug, Gepäck verloren) kam ich im Juli bei 32 Grad Celsius und Regen in Hong Kong an. Mein erstes Ziel war die kleine Insel Lamma die ca. 30 Bootsminuten südlich von Hong Kong liegt, da ich von verschiedenen Seiten gehört hatte das es dort noch am einfachsten ist, für Hong Kong Verhältnisse, günstig, sicher und sauber unterzukommen. Nach 2 Nächten im Hotel fand ich dann auch eine passable Wohnung. Für deutsche Verhältnisse war die Wohnung zwar für 4000 HK$/Monat (ca. 1200 DM) eine Frechheit (10m² inkl. Dusche/WC, kein Kleiderschrank, kein Ofen nur eine Mikrowelle), für Hong Kong allerdings in Ordnung. Alle Wohnungen in Hong Kong wären deutlich teurer und größtenteils auch noch schlechter gewesen. So musste ich also jeden Tag mit dem Schiff nach Hong Kong fahren was zur Taifun-Zeit (Juli/August) manchmal ganz schön Spannend sein kann.
Anfangs war ich von den Chinesen etwas enttäuscht. Ich kann mich noch gut an mein Jahr als Austausschüler in den USA erinnern. Dort stand ich damals im Mittelpunkt des Interesse und jeder wollte etwas von dem "Neuen" wissen. In Hong Kong war das anders. Die Chinesen sind zwar immer höflich aber auch sehr zurückhaltend Fremden gegenüber, da sie niemanden verletzten möchten. Dies kann auch mit ihrem, aus meinen Augen, schlechten Englisch zusammenhängen. Von einer ehemaligen Englischen Kronkolonie hatte ich mir mehr erwartet (es kam vor das ich z.B. aus einem Taxi wieder aussteigen musste, weil ich dem Fahrer nicht verständlich machen konnte wohin ich wollte) Deshalb war es für mich auch sehr schwer ausserhalb meiner Arbeit einen engen Kontakt zu Chinesen zu knüpfen. Gott sei Dank gab es aber noch den Deutschen mit dem ich mir das Büro teilte. Er hatte zwar auch relativ wenig Kontakt zu Chinesen (ausser zu seiner Freundin) aber er konnte mich anderen deutschen Praktikanten in Hong Kong vorstellen. Hierzu möchte ich folgendes sagen: Es ist zwar wiedersprüchlich wenn man ins Ausland geht um unter anderem anderen Kulturen kennen zu lernen und sich dann mit Deutschen trifft. Die Umstellung fällt aber viel einfacher wenn man Leute trifft die einem in ihrer Art irgendwie vertraut erscheinen. So kam es auch das ich mich mit mehreren deutschen Praktikanten anfreundetet und wir oft die Wochenenden gemeinsam verbrachten. Die Praktikanten haben sich eigentlich perfekt organisiert. Es gibt ein Liste mit ca. 50 Namen, Adressen, emails, Telefon, usw. von deutschen Praktikanten in Hong Kong und sogar eine Art Stammtisch. Wenn man es also erstmal geschafft hat jemanden aus dem Kreis der deutschen Praktikanten zu kennen, lernt man eigentlich immer wieder neue kennen. Hier muss man sich natürlich im klaren sein, dass dies in der Regel keine Freundschaften fürs Leben sind, da durch die zeitlich limitierten Praktikas ständig jemand Abreist aber auch wieder neue Praktikanten hinzu kommen.

Abschliessend kann ich nur sagen das ich es nur empfehlen kann ein Praktikum in Hong Kong zu machen. Nicht unbedingt aus finanzieller Sicht, da Hong Kong in fast allen Belangen sehr teuer ist aber es ist einfach ein tolles Erlebniss. Hong Kong hat ein unbeschreibliches Flair. Fast jeder der dort hinkommt hat nur ein Ziel: Viel Geld zu verdienen. Wenn man sich die Skyline oder die Büros (auch von deutschen Firmen in Hong Kong) ansieht ist es manchmal unglaublich wieviel Luxus es gibt. Auf der anderen Seite ist aber auch unmittelbar hinter der Fassade die Armut der Meisten erkennbar die es nicht geschafft haben und jetzt für einen Hungerlohn dazu beitragen das immer neue superlativen von Reichtum und Luxus in Hong Kong entstehen. Soziale Netze gibt es dort nicht! Ein Beispiel möchte ich hierfür noch nennen: Auf Hong Kongs Strassen gibt es nur 3 Arten von Autos: Lieferwägen, Taxen und Luxuskarossen en masse. Normalverdiener können sich in Hong Kong kein Auto leisten.



Bewertung Stadt
 

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