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Bildungsmißstand
Nicht erst seit der Pisastudie wird der Bildungsstand der deutschen Schüler aber auch Studenten angekreidet. Man hat auch gleich die Erklärung parat: Natürlich sind die geringen Etats für Bildung in Deutschland der Grund für diese Mißstände. Schlecht ausgebildete, unmotivierte oder zu wenig Lehrpersonen, mangelhaftes Lernmaterial, etc...
Alles richtig und hier muß etwas getan werden.
Über was jedoch niemand spricht sind jedoch die Eltern. Gerade in der heutigen Zeit werden doch Kinder und Jugendliche immer mehr stärker allein gelassen. Wieviel Eltern haben den noch Zeit und Interesse mit ihren Kindern gemeinsam zu üben oder sie zu motivieren mal etwas anderes zu tun als fernseh zu schauen...
O.k. dieses ist sicherlich auch ein wenig polemisch. Es gibt mit Sicherheit noch genügend Ausnahmen. Aber vielfach ist die Tendenz sehr erschreckend. Doch ich finde, daß im eigenen Elternhaus vielfach die Basis gelegt werden muß.
O.k., jetzt kommt der Einwand mit der ungleichen Chancenverteilung. Aber für mich geht dieser Aspekt in der heutigen Diskussion einfach komplett unter.
Es ist ja auch viel einfach den Staat für alles verantwortlich zu machen.
41 Kommentare zu »Bildungsmißstand«:
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Deinen Hinweis auf mangelnde Beschäftigung mit dem Thema kann ich nicht teilen. Die "großen" Magazine und Zeitungen (Spiegel, Focus, FAZ, Süddeutsche) haben sich mit dem Thema sehr wohl auseinandergesetzt.
Deine Sicht allerdings kann ich nur Bestätigen. Die Lust am Lesen zum Beispiel muß sehr früh geweckt werden. Bei mir war es zunächst das abendliche "Vorlesen" und später eine sehr engagierte Lehrerin in der Grundschule. Wir hatten eine eigene "Klassenbibliothek", die sie aus eigenen Mitteln finanziert hat. Nach der vierten Klasse sind die Bücher dann noch unter uns aufgeteilt worden.
Als Antwort auf die PISA Studie wird die Rückkehr zu der "alten" Tradition aus verschiedenen Gründen allerdings nicht ausreichen. Zum einen sind heute viele Frauen berufstätig, die Kinder sind (zumindest während des schulpflichtigen Alters) alleine zuhause. Die 100% Mammi, wie ich sie noch erleben durfte, ist selten geworden. Zum anderen hat sich insbesondere in den sozial benachteiligten Familien eine Art "Vererbung" des Desinteresses breit gemacht. Auch darüber gibt PISA Auskunft. Um die Kinder hier herauszuholen Bedarf es eben engagierter Lehrer. Um ersteres Problem zu lösen, sehe ich keine Alternative zur Ganztagsschule mehr. Auch wenn ich diese Schulform bis vor wenigen Wochen noch abgelehnt habe. Auch das finische Konzept der Gesamtschulen und insbesondere der absoluten Finanzautonomie halte ich für notwendig, um in Zukunft zu besseren Ergebnissen zu kommen. -
Anonym 09.01.02 22:00
Vererbung des Desinteresses bei sozial schwachen Familien finde ich ein bißchen hart, Markus! Die Pisa-Studie belegt ebenso wie der 1. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung und auch die neueste Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, dass es hier nicht unbedingt um Desinteresse geht, sondern dass die soziale Situation bereits bei SchülerInnen massive Auswirkungen auf deren Bildungschancen hat. Dass es sich Familien nicht leisten können, ihre Kinder Abi machen zu lassen, ist in diesem unseren Lande leider keine Seltenheit! Aber dagegen tut niemand was... (BaföG gibt es dafür übrigens nicht, nur um dem Einwand vorzubeugen).
Die "100% Mami" halte ich übrigens für ziemlich kontraproduktiv - wie soll sie ihre Kinder zu einem wachen Geist erziehen, wenn sie selbst kaum Input kriegt und ihr geistiges Potential nicht wirklich einsetzen kann?
Davon abgesehen finde ich es ganz schön krass, mit welcher Selbstverständlichkeit du hier auch in dieser Zeit noch Kindererziehung als reiner Frauenjob darstellst!!! -
Anonym 10.01.02 11:30
ad 1 - Ich denke schon, dass wir mittlerweile in einem Zeitalter angekommen sind, wo es den meisten Menchen ermöglicht wird, Ihr Abitur zu realisieren - schau doch mal Jahrzehnte zurück, da sah es noch ganz anders aus
ad 2- Ich find die 100% Mami alles andere als kontraproduktiv, da ich selber so ein Kind bin und meine Mami mich schon dahin gebracht hat, wo ich heute stehe (knappe 26, Consulting!). Sicherlich gibt es nicht nur positive Elemente einer 100% Mami - Stichwort Selbstständigkeit! Dennoch würd ich meine Erzeihung um keinen Preis eintauschen wollen!
ad 3 - Ich denke die Darstellung der Kindererziehung als reine Frauenaufgabe ist sicherlich nicht mehr zeitgemäß, doch wollen ziehen sich auch heutzutage noch sehr viele Frauen diesen Schuh an.
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