Bewerbung in Law-Firms

Motivation & Schluss

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Deine Person und Motivation

Das Anschreiben soll die Kanzlei, bei der du dich bewirbst, in einem kurzen Fließtext über deine Person und die Motivation deiner Bewerbung informieren. Hinsichtlich deiner Person kannst du dabei verschiedene Aspekte in den Vordergrund stellen: deinen derzeitigen Ausbildungsstand, juristischen Schwerpunkt, fachlichen Vorkenntnisse, Praktika/Stationen in anderen Kanzleien, Tätigkeiten an Lehrstühlen oder außeruniversitäre Aktivitäten wie soziales Engagement oder womöglich außergewöhnliche sportliche Leistungen. Es bleibt dir überlassen, welchen Ausschnitt deiner Vita du bereits in dem Anschreiben hervorheben möchten. Bedenke jedenfalls, dass die Kanzleien deinen Examensergebnissen und anderen fachlichen Qualifikationen zwar eine hohe Bedeutung beimessen werden, diese allerdings noch nichts über deine Persönlichkeit aussagen. Eine starke Persönlichkeit ist aber Voraussetzung dafür, dass du Mandanten an deine Kanzlei binden kannst und damit zum langfristigen Erfolg der Kanzlei beiträgst. Du solltest das Anschreiben daher dazu nutzen, dich von anderen Bewerbern abzuheben und das Interesse der Kanzlei an deiner Person zu we­cken. Nichtssagende Standardfloskeln sind daher ein Tabu.

Ideal ist es zudem, wenn du aus deinen bislang erbrachten Leistungen und deinen gesammelten Erfahrungen direkt die deiner Bewerbung zugrunde liegende Motivation herleiten kannst. Wenn du dich beispielsweise für die Anwaltsstation im Bereich Corporate/M&A bei einer führenden Großkanzlei bewirbst und du während des Studiums an einem gesellschaftsrechtlich ausgerichteten Lehrstuhl als studentische Hilfskraft gearbeitet habst, mehrere Praktika in diesem Bereich vorweisen kannst oder eine Dissertation über ein Thema aus dem Gesellschaftsrecht verfasst hast, wird es dir keine Probleme bereiten, die Gründe Ihrer Bewerbung darzulegen. Solltest du keinerlei Vorkenntnisse mitbringen, macht dich dies allerdings aus Sicht der Kanzleien nicht zu einem uninteressanten Bewerber. Du solltest in diesem Falle aber offensiv mit der Situation umgehen und auf deine fehlenden Kenntnisse in dem Fachbereich, für den du dich bewirbst, hinweisen. Denn es ist für die Kollegen, mit denen du zusammenarbeitest, sehr hilfreich, im Vorfeld zu wissen, in welchem Maße du auf »Training on the job« angewiesen bist. So vermeidest du, dass unrealistische Erwartungen an dich gestellt werden. Gerade in den rechtlichen Gebieten, die nicht Gegenstand der universitären Ausbildung sind, verlangen die Kanzleien ohnehin keine Vorkenntnisse.

Auch wenn du aufgrund deines universitären Schwerpunktbereichs oder einschlägiger Praktika keinen besonderen Bezug zu einem Fachbereich im Besonderen oder zur Arbeit eines Wirtschaftsanwalts im Allgemeinen hast, solltest du in dem Anschreiben doch einen Grund nennen, weswegen du dich nun gerade für diese konkrete Tätigkeit bewirbst. Denn damit zeigst du der Kanzlei, dass du mit deiner Bewerbung nicht beliebig und planlos vorgehst, sondern dass du bestimmte Interessen hast und dich im Vorfeld der Bewerbung über die Fachbereiche informiert hast. Freilich kommt es sehr oft vor, dass sich gerade Referendare und Praktikanten ohne fachliche Präferenz bei einer Kanzlei bewerben. Daran wird die Bewerbung in der Regel auch nicht scheitern. Es kann aber dann passieren, dass du einem Fachbereich zugeordnet wirst, der dich überhaupt nicht interessiert.

Vielfach wird in allgemeinen Bewerbungsratgebern empfohlen zu begründen, weshalb du dich bei einem bestimmten Arbeitgeber bewirbst. Natürlich musst du dein Anschreiben für jede Bewerbung einzeln anpassen. Gerade wenn du also bereits einen wie auch immer gearteten Bezug zu einer Großkanzlei hast, etwa durch frühere Workshops, Praktika oder Gespräche mit Mitarbeitern bei Recruiting-Veranstaltungen, solltest du hierauf in dem Anschreiben unbedingt hinweisen. Der Bezug kann dabei auch noch so mittelbar sein, etwa dass dich eine bestimmte Anwaltspersönlichkeit im Rahmen eines Vortrags besonders beeindruckt hat, dass du von einem besonders spannenden Mandat der Kanzlei in den Medien gehört hast oder dass du von Fachpublikationen eines Anwalts der Kanzlei angetan warst. Durch derartige Angaben in deinem Anschreiben zeigst du der Kanzlei, dass du dich informiert hast und deine Bewerbung nicht willkürlich ist. Wichtig ist allerdings, dass dein geschilderter Bezug zu der jeweiligen Kanzlei authentisch und nicht konstruiert wirkt. Besser ist es dann, auf eine Begründung für die Wahl gerade dieser Kanzlei gänzlich zu verzichten. Auch pauschale Loblieder à la »da Sie im Bereich Corporate/M&A führend sind« wirken wenig glaubwürdig. Wenn du nicht eindeutige und nachvollziehbare Gründe für eine bestimmte Kanzlei hast, solltest du es bei der Aussage belassen, dass du dich für die Tätigkeit eines Wirtschaftsanwalts in dem gewünschten Fachbereich interessierst. Dies kannst du dann wiederum unabhängig von der jeweiligen Kanzlei begründen.

Schluss

Das Anschreiben sollte schließen mit einem Hinweis auf die Anlagen und dem Angebot, bei Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Es endet mit der Grußformel »Mit freundlichen Grüßen« (wonach kein Komma steht!) und deiner Unterschrift.

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Inhalt

  1. Einleitung: Das Anschreiben
  2. Motivation & Schluss

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

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