Jura

Was Juristen im Beruf erwarten

(4.4/5)   4 Votes

Freizeit ist wichtiger als ein üppiges Gehalt, eine gute Arbeitsatmosphäre bedeutet mehr als eine steile Karriere. Eine neue Umfrage zeichnet ein sehr bodenständiges Bild vom deutschen Jura-Nachwuchs und zeigt, was sie vom Berufseinstieg erwarten.

Perspektiven für Juristen 2016

Junge Juristen sind harmoniebedürftig, bleiben lieber in der Heimat und wollen die große Karriere nicht um jeden Preis. Das zeigen Ergebnisse einer neuen Umfrage des Rechtsmagazins Legal Tribune Online (LTO). Knapp 5.500 angehende und gestandene Juristen befragte LTO für die diesjährige Erhebung. Knapp 60 Prozent davon befinden sich noch im Studium, 25 Prozent sind Referendare, der Rest Volljuristen und Doktoranden. Mehr als die Hälfte der Befragten ist über 25 Jahre alt.

Freizeit und Wertschätzung sind wichtiger als Geld und Karriere

Die Ergebnisse zeigen: Die Juristen von morgen wollen von ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt werden und einen guten Führungsstil genießen. Auf einer Skala von eins (sehr unwichtig) bis fünf (sehr wichtig) vergaben die Befragten für diesen Aspekt im Schnitt 4,22 Punkte. Ein hohes Gehalt ist den Rechtswissenschaftlern hingegen nicht so wichtig, frei nach dem Motto: Was nützt mir das Geld auf dem Konto, wenn mich der Chef ständig anschreit?

Auch die Aussichten auf eine steile Karriere steht bei Deutschlands Jura-Nachwuchs nicht im Vordergrund, nur 3,76 Punkte vergaben die Befragten an dieses Thema. Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist den Befragten mit 4,2 Punkten umso wichtiger. Die Freizeit bleibt auch dann wichtiger als das Gehalt, wenn die Befragten sich ausdrücklich zwischen den beiden Komponenten entscheiden müssen. Nur gut ein Viertel legte sich auf ein höheres Gehalt fest, 45 Prozent entschieden sich für mehr Freizeit, mit knapp 31 Prozent wählten die meisten die goldene Mitte.

Was erwarten Juristen im Beruf

Bodenständige Juristen?

Freizeit statt Geld, gutes Betriebsklima statt steile Karriere – die Umfrageergebnisse zeichnen ein eher bodenständiges und harmoniebedürftiges Bild von den deutschen Juristen der Generation Y.  

Dazu passt auch die Erkenntnis, dass die meisten Befragten niemals die Ellenbogen ausfahren und sich bei Kollegen unbeliebt machen würden, nur um sich dadurch einen Vorteil für die Karriere zu verschaffen. 60 Prozent entschieden sich hier eher für die Kollegialität, nur 13 Prozent gaben an, dass sie für einen Karriereschub auch den Bruch mit Kollegen riskieren würden. 

Ebenso will im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich größerer Anteil der Befragten lieber in der Heimatregion als im Ausland arbeiten. Mehr als 38 Prozent würden lieber zu Hause bleiben als international zu arbeiten – im Vorjahr lag diese Zahl bei nur 26 Prozent.

Juristen suchen sich Arbeitgeber gezielt aus

Die Berufswünsche der Befragten fallen entsprechend bodenständig aus: Der Staat ist mit Abstand beliebtester Arbeitgeber, zwei Drittel der Befragten würden hier gerne tätig sein. Deutlich attraktiver geworden sind im Vergleich zum Vorjahr mittelständische oder kleine Kanzleien sowie mittelständische Unternehmen. Bei einem großen Konzern oder einer Großkanzlei können sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen immer weniger Juristen vorstellen, zu arbeiten. 

Darüber, welches Unternehmen es konkret später einmal sein soll, haben sich die Juristen offenbar schon gezielt Gedanken gemacht. Auf die Frage nach dem Wunscharbeitgeber nennen die Befragten neben deutschlandweit bekannten Kanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer oder Baker & McKenzie auch die Namen von dutzenden kleineren Kanzleien. 

Um mit den Arbeitgebern in Kontakt zu kommen, eignet sich am besten ein Praktikum, finden viele Jura-Studenten. 70 Prozent der Befragten nutzen Praktika, um so ihren künftigen Arbeitgeber gezielt auszuwählen. Hier wittern sie offenbar auch die Chance, für den weiteren beruflichen Weg auf sich aufmerksam zu machen: Ein Großteil der Befragten ist bereit, sich während eines Praktikums ordentlich ins Zeug zu legen. Zwei Drittel finden, dass ein Praktikum zeitlich und inhaltlich über die Anforderungen eines Pflichtpraktikums hinausgehen darf.

Gute Noten sind in Jura besonders selten

Der Berufseinstieg ist für junge Juristen so oder so nicht leicht. Für die Anstellung in einer Top-Kanzlei oder für eine Karriere als Richter oder Staatsanwalt ist ein Prädikatsexamen, also ein Abschluss mit mindestens der Note „vollbefriedigend“, ein Muss. Doch gute Noten werden in den Rechtswissenschaften, anders als an anderen Fakultäten, traditionell besonders selten vergeben. 

Von den rund 8.100 Studenten, die im Jahr 2013 laut Bundesamt für Justiz, die erste juristische Prüfung abschlossen, hatte sich nur knapp ein Drittel das Prädikat verdient. Einen guten oder sehr guten Abschluss erzielten sogar nur knapp sechs Prozent der Studenten. 

Wer nicht zum oberen Drittel gehört, kann sich mittels Aufbaustudiengängen wie einem Master of Laws oder einem Master of Comparative Jurisprudence weiterbilden, raten Experten. Auch die Ausbildung zum Fachanwalt hilft, sich von der breiten Masse abzusetzen, und sich für potentielle Arbeitgeber interessant zu machen.

Viele junge Juristen entscheiden sich auch dafür, eine eigene Kanzlei zu gründen. Doch auch hier ist die Konkurrenz groß. Denn in Deutschland tummeln sich die Juristen: Über 163.000 Rechtsanwälte waren laut der Bundesrechtsanwaltskammer im Jahr 2016 zugelassen – die Zahl steigt seit Jahren. 

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
10 jahre Insider-Wissen

Jetzt vom Insider-Wissen profitieren!

Komm ins Karrierenetzwerk mit Insider-Wissen von erfolgreichen Bewerbern

Anmeldung per E-Mail
Oder wähle zwischen Facebook, Xing und LinkedIn
Bereits Squeaker? Hier anmelden
Hast du einen Einladungscode?
Bitte eingeben OK
Einladungscode ist ungültig Einladungscode erneut eingeben
Akzeptiert - Bitte jetzt anmelden
×

Bitte wähle ein Passwort

×

Bitte bestätige deine E-Mail-Adresse

Bestätigungslink befindet sich in der soeben versandten E-Mail an:

Bitte bestätige deine E-Mail-Adresse

Falsche E-Mail-Adresse? Vertippt? Anmeldung neu starten

Keine E-Mail bekommen? Bestätigungsmail erneut senden