Bewerbungsgespräch

Stressfragen im Vorstellungsgespräch

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Um die Belastbarkeit von Bewerbern zu testen, greifen Personaler im Vorstellungsgespräch mitunter zu ungewöhnlichen Methoden. Wir zeigen dir, wie du häufig gestellte Stressfragen selbstbewusst löst.

Einbahnstraße
© madochab

via Photocase

Du hast dich bei einem attraktiven Arbeitgeber beworben und die erste Hürde genommen: Du wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Doch nun sitzt du dem Personaler im Interview gegenüber und dieser sagt...nichts!

Belastungstest: Schweigen im Walde

Was hat das Schweigen zu bedeuten? Desinteresse? Hast du vielleicht etwas Falsches gesagt und bist längst aus dem Rennen? Was wie das Ende deiner Karriere in diesem Unternehmen erscheinen mag, noch bevor sie überhaupt begonnen hat, kann aber auch andere Gründe haben: Dein Gesprächspartner versucht, dich zu stressen.

Unter Stress oder nach Provokation und Stressfragen einen kühlen Kopf zu bewahren und fundierte Entscheidungen zu treffen, ist eine zentrale Kompetenz in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Auftraggebern – dasselbe gilt für das Arbeiten unter hohem Zeit- und Leistungsdruck. Und genau diese Fähigkeit sollst du als Bewerber nun unter Beweis stellen.

Provokationen als Stressfragen

Zu den sogenannten Stressfragen gehören auch Aussagen, die gar nicht als Fragen formuliert sind. Mitunter greifen Personaler zu Provokationen, um Bewerber aus der Reserve zu locken. Auch auf diesem Weg wird geprüft, wie du unter Druck reagierst. Wenn du mit Aussagen wie "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie gut in unser Unternehmen passen" oder "Sie haben ja ziemlich lange studiert" konfrontiert wirst, solltest du auf keinen Fall hilflos reagieren oder gar dem Interviewer ins Wort fallen. Bleib nach Stressfragen ruhig und überlege deine Antwort gut.

Stressfragen für dein Gehirn: Brainteaser

Eine weitere Methode, Bewerber an ihre Grenzen zu bringen, sind scheinbar unlösbare Knobeleien, auch "Brainteaser" genannt. Neben der Belastbarkeit sollen mit dieser Art von Stressfragen dabei v. a. logisches Denkvermögen, Kreativität und mathematisches Verständnis geprüft werden. Denn wer bei den führenden Industrieunternehmen, Unternehmensberatungen oder begehrten Bankhäusern eine Chance haben möchte, muss mit hervorragenden analytischen Fähigkeiten und auch mit Antworten auf komplexe Stressfragen aufwarten können.

Beispiel für einen Brainteaser

Der Goldschmied Gustav hat zehn Angestellte. Er hat insgesamt ein Kilogramm Gold und gibt jedem Angestellten 100 Gramm. Jeder Angestellte soll hieraus je zehn Ringe fertigen. Einer der Angestellten betrügt, indem er pro Ring genau ein Gramm Gold unterschlägt. Wie kann Gustav mit einer digitalen Präzisionswaage und nur einmaligem Wiegen herausfinden, wer ihn betrügt?

Zehn Angestellte fertigen zehn Ringe, insgesamt sind es 100 Ringe. Davon sind zehn Ringe um ein Gramm leichter als die restlichen 90 Ringe. Du stehst vor zwei Problemen: Wie kann man unter der Vielzahl der Ringe mit nur einmaligem Wiegen die Betrüger-Ringe erkennen? Und: Wie kann von den Ringen auf den betrügerischen Angestellten geschlossen werden?

Ein einmaliges Wiegen schließt nicht aus, dass du mehr als einen Ring wiegst. Und genau hier liegt der Schlüssel zur Lösung: Wiege die Ringe von allen Angestellten auf einmal. Man kann ein Schema entwickeln, wodurch man mit einem Wiegevorgang genau den betrügerischen Angestellten enttarnen kann. Beachten dabei: Das Schema funktioniert nur, weil vorgegeben ist, dass der Betrüger bei jedem Ring genau 1 Gramm Gold unterschlägt.

Gib den Angestellten Nummern von eins bis zehn. Lass dir von den Angestellten jeweils die Anzahl an Ringen geben, die seiner Nummer entspricht. Vom Angestellten Nr. 1 verlangst Du einen Ring, vom Angestellten Nr. 2 zwei Ringe usw. bis du bei dem Angestellten Nr. 10 angekommen bist, der dir zehn Ringe übergibt. Diese Anzahl an Ringen (es handelt sich um 1+2+3+4+5+6+7+8+9+10 = 55 Ringe) legst du auf die Waage. Würde keiner der Angestellten betrügen, würden die 55 Ringe genau 550 Gramm wiegen. Bei einem Betrug wird das Gewicht kleiner sein als 550 Gramm. Die bis zu 550 fehlende Grammzahl entspricht genau der Nummer des Angestellten, der dich betrogen hat. Deutlich wird die Lösung, wenn Du eine Möglichkeit durchspielst: Du wiegst die 55 Ringe und erhälst das Gewicht von 546 Gramm. Rechne weiter: 550 g – 546 g = 4 g. 

Der Angestellte Nr. 4 hat bei der Herstellung der Ringe das Gold unterschlagen.

Brainteaser: Trainieren hilft

Das im Studium angeeignete Wissen hilft einem bei der Lösung solcher Aufgaben typischerweise nicht weiter. Deshalb können diese Aufgaben bzw. Stressfragen selbst für hochqualifizierte Bewerber zum Problem werden. Der Umgang mit Brainteasern lässt sich jedoch trainieren.

Seit Jahren sammelt squeaker.net die häufigsten Brainteaser-Aufgaben aus Bewerbungsgesprächen und veröffentlicht diese mit ausführlichen Lösungsskizzen im Insider-Dossier "Brainteaser im Bewerbungsgespräch". Für Knobelfreunde ist dieses Buch eine spannende Herausforderung, für Bewerber eine Möglichkeit, später Personaler mit zügigen Antworten auf tückische Stressfragen überraschen zu können. So vorbereitet kannst du auch in schwierigen Vorstellungsgesprächen Ruhe bewahren und dein volles Potenzial ausschöpfen.

Das Insider-Dossier: Brainteaser im Bewerbungsgespräch“ kann im Buchhandel oder direkt bei squeaker.net bestellt werden.

Beliebte Stressfragen im Vorstellungsgespräch

  1. Wozu ist der Filz auf einem Tennisball gut?
  2. Wie oft am Tag überlappen sich die Zeiger einer Uhr?
  3. Wie würden Sie ein Flugzeug vermessen – ohne Maßstab?
  4. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welche Superkraft würden Sie wählen?
  5. Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?
  6. Wenn Sie wählen können, jetzt an irgendeinem Ort dieser Erde zu sein, wo wären Sie? 
  7. Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
  8. Was würden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen?
  9. Verkaufen Sie mir diesen Bleistift!
  10. Nennen Sie mir 10 Dinge, wozu man einen Stift noch benutzen kann!
  11. Was machen Sie, wenn Sie Spass haben wollen?
  12. Wie mache ich mich in Ihren Augen als Interviewer?

Insbesondere die letzte Frage ist gemein, denn hier geht es nur vordergründig um Feedback für das  Vorstellungsgespräch. Die Frage zieht vielmehr auf dein Rückgrat und dein Selbstbewusstsein ab. Wenn du jetzt sofort loslobst, outest du dich als potenzieller Schleimer, der womöglich alles für diesen Job tun würde. Fällt dir ein Ausweg aus so einer Fangfrage ein? Der beste Ausweg ist, sie einfach gar nicht zu beantworten, sondern auf die Metaebene zu wechseln. Zum Beispiel so: "Das klingt für mich wie eine Fangfrage. Ich würde mich mit Ihnen lieber noch über den Job unterhalten..."

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