Praktikum
Das Praktikum
Praktika gehören heute für jeden Studenten in den Lebenslauf, die "Generation Praktikum" ist zum Schlagwort geworden. Welche Vorteile dir ein Praktikum bringt und was du bei Bewerbung, Vergütung und Dauer beherzigen solltest, erfährst du hier.
Die meisten Studenten sammeln durch ein Praktikum Berufserfahrung und lernen verschiedene Branchen, Unternehmen und vor allem eigene Interessen und Fähigkeiten kennen. Ein Praktikum schlägt eine Brücke zwischen dem theorielastigen Studium und der noch fernen Berufswelt. Daher stehen Praktika mittlerweile im Lebenslauf fast jedes Absolventen. Im Folgenden erfährst du, inwiefern Praktika deine Karriere fördern und was du als Praktikant beherzigen solltest.
Nutzen von Praktika für Studenten und Berufseinsteiger
- Einblick in die Berufswelt: Du hast die Chance, relativ unverbindlich unterschiedliche Branchen, Unternehmen, Abteilungen, Aufgaben und Berufsbilder kennenzulernen.
- Belege für Praxiserfahrung: Berufserfahrung ist für viele Jobs und Traineestellen sowie für manche Studiengänge, z. B. für einen MBA, eine Bewerbungsvoraussetzung.
- Aufbau eines Netzwerks: Noch während deines Studiums sammelst du wichtige Kontakte für deinen Berufseinstieg, weitere Praktika oder Förderangebote. Zudem hast du einen "Fuß in der Tür" des betreffenden Unternehmens, wenn du als Praktikant durch dein Engagement überzeugst, deine Kontakte pflegst und dich ab und zu geschickt in Erinnerung rufst.
- Persönliche Entwicklung und Horizonterweiterung: Du sammelst wertvolle Erfahrungen außerhalb der Universität und entwickelst neue Hard und Soft Skills. Außerdem bringt dir ein Praktikum Erkenntnisse über deine Talente und Fähigkeiten und räumt ggf. mit unrealistischen Vorstellungen von einem Berufsbild auf.
Empfohlene Dauer, Anzahl und Art der Praktika
Sinnvoll ist eine Praktikumsdauer zwischen 8 Wochen und 4 Monaten. Kürzere Praktika können zum Reinschnuppern in eine Branche oder ein Berufsbild dienen, geben dir aber keinen realistischen Einblick in den beruflichen Alltag und deine Eignung für den Job. Ab einer Dauer von 3 Monaten kannst du selbständig arbeiten und Verantwortung für Projekte übernehmen – grundlegende Voraussetzungen für ein erfolgreiches Praktikum. Achte auf einen roten Faden in der Themenmischung und absolviere mehrere Praktika in dem Bereich, der dich interessiert. Beachte dabei auch mögliche Einschränkungen durch Regelungen von Steuer und Versicherung.
Du
brauchst dich nicht ausnutzen zu lassen. Einjährige unbezahlte Praktika
mit dem Köder einer späteren Festanstellung sind unmoralisch. Auch
Pseudo-Praktika beim Steuerberaterunternehmen nebenan oder der Firma
deines Vaters bringen dich nicht weiter – such lieber echte
Herausforderungen. Es geht auch nicht darum, zwanghaft deinen Lebenslauf mit Praktika zu füllen – ein sehr gutes Praktikum kann dir
weit mehr bringen als viele schlechte. Beachte daher auch unsere Hinweise zum Praktikumszeugnis. Welches Praktikum für dich Sinn
macht, ist natürlich auch von der jeweiligen Branche und deinen
Karrierezielen abhängig. Unternehmensberatungen achten im Recruiting beispielsweise auf Praktika bei namhaften
Unternehmen aus der Industrie, sogenannten Global Players.
Eine erfolglose Jobsuche solltest du als Absolvent nicht durch Praktika überbrücken, in der Hoffnung, dass du auf diesem Weg eine Festanstellung erhältst. Nach einem abgeschlossenen Studium solltest du wirklich nicht mehr als ein Praktikum absolvieren und rechtzeitig klären, ob du übernommen wirst. Lass dich nicht vertrösten oder ausbeuten. Statt eines weiteren Praktikums kannst du als Berufseinsteiger je nach Fachgebiet nach einer Stelle als Hospitant, Trainee oder Volontär suchen. In der Regel sind diese Ausbildungsprogramme auf ein konkretes Berufsziel hin angelegt, sodass deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen.
Vereinbarkeit des Praktikums mit dem Studium
Jedes Studium sollte durch praktische Erfahrungen ergänzt werden. Besonders Bachelor-Studenten mit straffem Stundenplan müssen daher rechtzeitig planen und sich früh bewerben. Für ein lohnendes Praktikum kannst du zur Not ein Urlaubssemester einlegen bzw. die Lücke zum Master geschickt füllen. Beim Berufseinstieg fallen hochwertige Praktika mehr ins Gewicht als die Kürze des Studiums.
Bei den meisten Unternehmen reicht es aus, sich 2-4 Monate vor dem gewünschten Praktikumsbeginn zu bewerben, lediglich bei Großkonzernen wie Allianz, Continental oder DPWN empfiehlt sich ein Vorlauf von bis zu 6 Monaten. Kurzfristige Angebote findest du auf den Karriereseiten des Unternehmens oder bei squeaker.net. Es gibt viele Wege zu deinem Wunsch-Praktikum. Zum Praktikum passende Studienschwerpunkte gehören übrigens zu den wichtigsten Einstellungskriterien - wie auch der Personal Fit des Bewerbers.
