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Im Rahmen der Vorberichterstattung des Grüderkongresses IdeaLab!2009 spricht Stephan Schubert, Gründer von OnVista und freshnails über seine Anfänge als Gründer, über Motivation, Schwierigkeiten und zukünftige Pläne.
Oktober 2009
Wie kam es, dass Sie sich nach Ihrer Zeit bei einer der renommiertesten Unternehmensberatungen doch für das "Gründen" entschieden haben?
Es war immer schon mein Wunsch, Unternehmer zu werden und die Beratung hat mitgeholfen, das nötige Rüstzeug zu erlernen.
Glauben Sie, dass es Ihnen einen Vorteil verschafft hat im Vorfeld Berufserfahrung in einer großen Beratung gesammelt zu haben? Was raten Sie diesbezüglich jungen Menschen?
Mir hat es sehr geholfen. Einen pauschalen Rat würde ich deshalb nicht aussprechen wollen. Für wichtiger als Berufserfahrung halte ich den Wunsch, wirklich Unternehmer werden zu wollen. Das bringt die Passion und das Durchhaltevermögen, um langfristig erfolgreich zu sein. Außerdem glaube ich, dass es ein relativ kleines Zeitfenster zwischen beendeter Ausbildung und dem Aufbau finanzieller Verpflichtungen gibt - etwa durch Familiengründung oder Hausbau - in der eine Gründung finanziell verkraftbar ist.
Was hat Sie dazu bewegt OnVista ins Leben zu rufen?
Der Wunsch mich selbständig zu machen, die Erkenntnis, dass mit dem Internet 1998 eine ganz neue Industrie entstand und der Wunsch, für mich selber endlich mal brauchbare und aktuelle Finanzinformationen zu bekommen.
Warum haben Sie schließlich OnVista aufgegeben und was haben Sie unmittelbar danach gemacht? Wir haben die IS.Teledata (IT-Tochter von OnVista) verkauft, weil es für ein Unternehmen mit sehr hohen Marktanteilen in Deutschland und teilweise auch Europa strategisch am sinnvollsten war, eine starke Mutter auf dem amerikanischen Markt zu haben. Bei OnVista hatte die Entwicklung im Gesellschafterkreis und ein gutes Angebot einen Verkauf nahe gelegt.Nach OnVista habe ich erst einmal eine Pause eingelegt und mir überlegt, wie es weitergeht. In dieser Zeit entstand ein Plan für eine neue Finanzwebseite, die wir unter www.finanzen100.de vor ein paar Tagen gelauncht haben, sowie der Entschluss, operativ in den Wellness-Markt einzusteigen.
Gab es die Idee von freshnails schon während Sie noch für OnVista gearbeitet haben?
Nein, die Idee entstand erst sehr viel später. Zusammen mit meinem Partner haben wir verschiedene Unternehmen gekauft, die Frauen-, Wellness- und Beauty-Dienstleistungen anbieten, da wir diesen Bereich für zukunftsträchtig halten. freshnails schien uns ein guter Einstieg in diese Märkte zu sein. Mit MAHA und CaloryCoach haben wir dies konsequent fortgesetzt.
Warum Fingernägel? Steckt Ihrer Meinung nach noch viel Potential in der Verbesserung von bereits existierenden Geschäftsideen wie zum Beispiel dem 'Nagelstudio von Nebenan'?
Es gibt 14.000 Nagelstudios in Deutschland. Keine zwei davon gehören zusammen und kaum eines wird unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt. Wie Herr Fielmann bei Brillen oder Herr Kamps bei den Bäckereien glauben wir, auch hier mit Intelligenz, System und Konzept, einen kleinen aber attraktiven Marktanteil gewinnen zu können.
Noch interessanter scheint mit CaloryCoach zu sein. 60% der weiblichen Bevölkerung im größten Land der EU sind übergewichtig oder sogar fettleibig, Tendenz steigend. Hier bieten wir mit einer Kombination aus Ernährungscoaching und gezieltem Fitness-Zirkeltraining ein extrem erfolgreiches Programm für Frauen an, um dauerhaft abzunehmen. Inzwischen gibt es über 130 CaloryCoach Institute, die mit großem Erfolg dieses Konzept umsetzen. Dabei erwarten wir auch Synergien mit freshnails auf Sicht der
nächsten Jahre.
In beiden Konzepten profitieren wir von seit Jahren anhaltenden Trends zu Wellness und Beauty sowie der starken Fragmentierung der bisherigen Anbieter. Die Kombination aus Wachstumsmarkt und stark fragmentiertem Wettbewerb erscheint uns sehr attraktiv.
Wo sehen Sie freshnails und CaloryCoach in 10 Jahren?
Beide Konzepte, freshnails und CaloryCoach, werden die unangefochtenen Marktführer in Ihren Bereichen sein und werden die Spielregeln in diesen Märkten deutlich verändert haben.
Das Interview wurde geführt von Philip Werner
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