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Übernahme von Xing durch LinkedIn?

Wie wird LinkedIn Xing angreifen können?
Es gibt reichlich Beispiele von amerikanischen Marktführern, die gesättigte, stabile Märkte wie Japan oder Deutschland mit starken nationalen Marktführern angreifen wollten und dabei scheiterten oder den Aufwand unterschätzten. Man denke nur an das Fiasko, das Wal-Mart hinnehmen musste, oder die anfänglichen Schwierigkeiten von Facebook, sich gegen StudiVZ durchzusetzen. In Deutschland gibt es mit XING einen etablierten Marktführer. Die Vorteile von LinkedIn gegenüber Xing sieht Eyres erstens in dem stärker international geprägtem Netzwerk seines Unternehmens, zweitens in der stärkeren Verfügbarkeit von kostenlosen Diensten und drittens in der Innovationskraft von LinkedIn. Applikationen von Drittanbietern über opensocial gibt es bei LinkedIn immerhin schon seit etwa einem Jahr – während sie bei Xing eine relative Neuheit sind. Er kündigt außerdem weitere lokale Partnerschaften über die LinkedIn APIs der Art an, wie sie bereits mit Anbietern wie der New York Times oder Business Week in den USA existieren. Ich bin gespannt, welche Partnerschaften dies in Deutschland sein könnten.

Eine Übernahme von XING durch LinkedIn?
Auf die Frage, ob LinkedIn seinen Konkurrenten Xing in Deutschland übernehmen wolle, weicht Eyres verständlicherweise mit einem „wir können solche Spekulationen nicht kommentieren“ aus. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass er in einem Interview mit dem Focus noch im Februar 2009 einen Kauf von XING ganz klar mit den Worten „Wir würden XING nicht kaufen“ verneint hatte. Im Markt kursieren entsprechende Gerüchte zu einer bevorstehenden Übernahme von Xing auf jeden Fall schon länger – und werden von einem stark steigenden Xing-Aktienkurs weiter befeuert. Der eine glaubt, Xing-Gründer Lars Hinrichs verkaufe seit einiger Zeit Aktienpakete, andere sehen gezielte Kaufaktionen von Aktien zur Steigerung des Firmenwertes im Hinblick auf einen unmittelbar bevorstehenden Kauf von Xing durch Konkurrenten LinkedIn.

LinkedIn Büros und Mitarbeiter in Deutschland?
Trotz des Zieles, in Deutschland stark organisch zu wachsen, gibt es laut Eyres zurzeit keine Bestrebungen, deutschsprachige Mitarbeiter gezielt einzustellen oder ein Büro in Deutschland zu eröffnen. Die Aktivitäten werden von London aus koordiniert. Da LinkedIn Mitgründer Konstantin Guericke selber Deutscher ist und dieser sich die letzten sechs Monate aktiv um LinkedIn in Deutschland kümmert, scheint genügend Marktnähe vorhanden zu sein.

Integration von Applikationen in LinkedIn für Start-Ups
Damit Start-Ups und andere Medienunternehmen aus Deutschland ihre Applikationen mit LinkedIn integrieren können, solle man sich auf http://www.linkedin.com/developers informieren. Eine weitestgehend offene Plattform, wie bei Facebook stellt LinkedIn nicht zur Verfügung. Interessenten sollen ihre Ideen zur Integration vorstellen und über diesen Weg Kontakt aufnehmen. Eine Integration ist nicht unbedingt kostenpflichtig – die Abwicklung hängt im Wesentlichen von der Art der Applikation ab.

Das Interview führte Stefan Menden vom Karriere-Netzwerk www.squeaker.net auf der WHU IdeaLab! 2009

 

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