Amerika bald wie die DDR?

dos... 01.08.02 07:27

Nahezu ein Jahr nach den Anschlägen vom 11. September versucht US-Präsident George W. Bush das Land in eine Gesellschaft voller Spione zu verwandeln. Im August startet die Operation "TIPS", seine neueste Waffe im Kampf gegen den Terrorismus. Sollte sich das Pilotprojekt bewähren, wird die Spitzel-Quote in den Staaten bald
höher sein, als sie in der DDR je war.
Gesamter Artikel: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,206079,00.html
Meiner Meinung nach besteht hier für Europa eine Chance einen Gegenkurs zusteuern. Der nicht blind den Machenschaften der US-Regierung folgt, sondern weiterhin Freiheit, diverse Menschenrechte und Wohlstand, sowie Freizügigkeit in Eurpoa zusichern.
Wie seht ihr die US-Regierung (USA) und Eurpoa nach dem 11.Sept.01 ?

  1. Che... 01.08.02 08:58

    Natuerlich besteht die Chance fuer Europa, die Frage ist, ob Europa das auch will. Nach dem 11.9. sind doch erstmal alle blind den USA gefolgt, ich erinner da zb an Schilys 'otto-katalog'

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  2. runaway 01.08.02 15:32

    naja, die Geheimdienste der USA arbeiten bestimmt auch mit unorthodoxen Mitteln, aber das Land sollte man deswegen nicht so weit dämonisieren, daß man einen Vergleich mit der DDR aufstellt. Die DDR war eine wissentliche Schikane an ihrer Bevölkerung. Im Vordergrund stand der Entzug elementarer Freiheiten, so Eigentum, Reise, Auswanderung etc. Die USA hingegen handelt, um ihrem Volk jene Freiheiten zu sichern. Das sind zwei sehr wesentliche Unterschiede.

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  3. dos... 01.08.02 16:56

    Das Amerika ein demokrticher Rechtstaat ist sehe ich in diesem Artikel auch nciht in Frage gestellt. Jedoch die Bespitzelungen erinner doch schon sehr an die Stasi. Ich bin zwar Wessi, habe aber Freunde in Sachsen, was die mir so alles berichtet haben da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

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  4. runaway 01.08.02 18:11

    Das erstere hat ja keiner gesagt! Aber ich wiederhole meinen Beitrag für dich auch in konkreten Worten: der Stasi und der CIA liegen andere Motivations- und Ermächtigungsgrundlagen zugrunde. Die CIA hetzt nicht Familienmitglieder und Bekannte gegeneinander auf. Sie lauschen mit technischen, wenn man so will mit professionellen Mitteln; übrigens tut dies jedes europäische Land ebenfalls, hängen es nur nicht an die große Glocke.
    Amerika und die DDR kann man daher in Sachen Bespitzelung nicht in einen Topf werfen. Bespitzelung, um die Freiheit zu schützen und Bespitzelung, um die Diktatur zu schützen, mögen einander ihrem Wesen nach ähneln, sind aber nicht gleich verwerflich. Zudem darf man nicht vergessen, welche Zielgruppe in den USA bespitzelt wird und welche Zielgruppe in der DDR bespitzelt wurde. Kurz: es erinnert in den USA nichts, aber auch garnichts an die DDR!; zum Glück.

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  5. Pin... 02.08.02 02:55

    Die Spinnen, die Amis;)
    Sie ernten was sie säen, ernten weiter, und werden wieder säen.

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  6. Suesse 02.08.02 15:52

    Die CIA arbeitet sogar mit ziemlich unorthodoxen Mitteln, aber das ist nicht der Punkt. Du (run) argumentierst auf einer ziemlich ideologischen Ebene: Im DDR-System sollten Stasi u.ä. zur Systemerhaltung dienen; genau das gleiche versuchen die USA und alle anderen Staaten auch. Und über das TIPS-Projekt kann man genauso sagen, dass BürgerInnen damit elementare Freiheiten beschnitten oder entzogen werden. Natürlich wird in allen Fällen nach außen damit argumentiert, dass Freiheiten mittels Eingriffen in Bürgerrechte gesichert werden sollen - aber dieses Argument ist an sich schon sehr fragwürdig.

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  7. runaway 02.08.02 18:24

    Grundsätzlich bin ich von dieser Fragwürdigkeit überzeugt. Ich sehe nur keine Alternativen zu einer effektiven Systemerhaltung. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
    Stimme dir daher zu, mit Ausnahme der Bemerkung, daß ich auf einer zu idelogischen Ebene argumentiere. Wenn du denkst, ich nehme das Geleiere über die Freiheitserhaltung unkritisch hin, dann irrst du. Ich halte es aber auch nicht für irgendwo hergeholt.

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  8. runaway 02.08.02 18:43

    ...und außerdem will ich hier nicht in die Rolle eines Amerika-Verteidigers gedrängt werden. Ich bin weder Amerikaner, noch lebe ich dort. Ich halte amerikanische Politik in Bezug auf viele Punkte für überzogen, übermotiviert und einfach nur machtgeil. Andererseits gruselt es mir jedoch bei Staatsstrukturen wie die DDR eine war, der Irak oder Saudi-Arabien oder China oder aber auch Rußland etc. eine ist.

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  9. Che... 02.08.02 22:06

    Wenn wir bei der philosophischen Sicht der Freiheit bleiben, dann wirkt die Sicherung der Freiheit durch Einschraenkung dieser wirklich kontrovers.
    Aber was ist Freiheit? Freiheit hoert ja da auf, wo wir jene anderer eingrenzen. Demnach ist der Freiheit von der Sache an sich schon eine Grenze gesetzt.
    So, was tun sprach Zeus?
    Da der Mensch aber auch immer wieder dazu neigt, fuer sich selbst erstmal am meisten zu beanspruchen, musste dann der Staat her und Regeln aufstellen. Reichen diese nicht mehr aus, muessen natuerlich neue her. Daher ist die Argumentation fuer mehr Sicherheit erstmal nachvollziehbar.
    Aber dieser Prozess wuerde ja solange fortgesetzt bis es kracht, weil alle Freiheiten aufgeloest sind. Ist das die einzige Konsequenz, ich meine, muss es irgendwann krachen?

    Nachtrag: Ich bin natuerlich gegen jede Art von Ueberwachungsstaat, das war jetzt mehr ein theoretischer Gedankengang.

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