Atomschlag

Julia83 30.12.04 13:48

Hey Leute,
mich würde mal interessieren , wie wahrscheinlich ihr einen Atomschlag z.B. als terroristische Handlung haltet.
Meiner Meinung nach wäre es doch wahrscheinlich, dass es so etwas in Europa geben könnte, sobald die USA den Irak angreift.So wäre doch theoretisch Europa viel zu sehr mit sich selber beschäftigt, als dass man sich noch in den Irakkonflikt aktiv einschaltet.
Es könnten Atomanlagen angegriffen werden oder auch radioaktive Stoffe ins Grundwasser gelangen.
Ich denke es ist nicht übertrieben sich mit diesen Fragen auseinander zu stzen, denn heutzutage ist ja wohl alles möglich...
Also mich interessiert eure Meinung dazu...
Gruß Julia83

  1. Jan... 30.12.04 16:42

    DÜSTERE PROGNOSE

    Roland Berger fürchtet Dekade der Lähmung

    Der Unternehmensberater Roland Berger fürchtet, dass das nächste Jahrzehnt eine Ära der Unsicherheit und Stagnation werden könnte, so wie zuletzt die siebziger Jahre. SCHULD SEI DIE ANGST VOR DEM GLOBALEN TERRORISMUS.

    Berlin/München - Im Interview mit der "Welt" sagte Berger, das die nächsten Jahre würden durch das Phänomen des neuen globalen Terrorismus beeinflusst werden. Die Angst vor Anschlägen könne die Weltwirtschaft auf Jahre lähmen. "Das kostet uns die Friedensdividende, über die wir nach dem Fall der Mauer in den neunziger Jahren verfügen konnten", sagte der Berater.
    Die Auswirkungen des globalen Terrorismus seien mit denen der Ölkrise in den siebziger Jahren vergleichbar. Bis zum Ende des Jahrzehnts werde es weltweit daher nur gedämpftes Wachstum geben. Erst danach könne man mit einem neuen Aufschwung rechnen, weil etwa die Bio- und die Nanotechnologie ihre wirtschaftlichen Wachstumseffekte voll entfalten würden.

    .....

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,228873,00.html

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  2. TOM... 30.12.04 22:55

    Na sowas: Gleich eine Dekade der Angst wird postuliert.
    Wie war das?: Demagogen sind Menschen, die in den Wind sprechen, den sie selbst gemacht haben.
    Also Bio- und Nanotechnologie brauchen auch ohne Terror noch zehn Jahre, bis man erstzunehmende Resultate erwarten kann...

    und soo neu ist der globale Terrorismus auch nicht (also mir fällt da noch was so vor ca. 30 Jahren ein - kommt jemand weiter zurück?)
    ... aber in den Medien fein inszeniert ist er, und was wichtiger ist: Er ist derzeit politisch sehr gut ausnutzbar.

    Ob uns Terroismus lähmt, oder uns motiviert hängt v.a. auch von denen ab, die die öffentliche Meinung machen... aber da kennen wir die Deutschen ja als Grieselgram... naja.. Good old Germany eben.. ;-)

    Gruß
    TOM :)

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  3. chr... 30.12.04 22:38

    Hurra zu der Angst vom Auto überfahren zu werden, sich am chemieveredelten Wohlstandsfraß krebstot zu futtern oder sich den lieb gewordenen Krebs "anzurauchen" kommt nun auch noch die Chance mal wieder von Terroristen heimgesucht zu werden.

    Dieselben Diskussionen gab es zu RAF-Zeiten und zum Golfkrieg. ...
    Und wieder müssen wir das HB-Männchen zitieren: “Aber wer wird denn gleich in die Luft gehen?“ ...

    Ich fürchte es werden mehr Menschen an BSE-Varianten, HIV und Leberzierrose sterben, als durch terroristische Anschläge.

    However ... Bisher war Deutschland eher unattraktiv für Anschläge in großem Stil, weil die BRD aufgrund Ihrer politischen Situation recht neutral dastand. Vor allem aber besaß sie in der Welt nicht genügend Symbolkraft, um an ihr ein „Exempel“ zu statuieren, wie z.B. in NY geschehen.

    Dass kann sich in der Tat ändern, da nun auch unsere werten Volksvertreter (fühlt sich das Volk von denen vertreten?) wie Hoppehäschen dem amerikanischem „Auf-Sie-mit-Gebrüll“ folgen, um ja nicht weiter in der Missgunst der US-Amerikanischen Regierung zu stehen.
    Die Amis zeigten uns also, wie leicht sich deutsche Politiker an der Nase herumführen lassen. – Manipulieren leicht gemacht: „Wenn Du nicht machst was ich sage, mag ich Dich nicht mehr!“ Erinnert mich an meine Sandkastenzeit! ... Aber war ja auch zu leicht die Steilvorlage von Frau Süßmuth auszunutzen. Wer bei unseren Repräsentanten noch auf Rückgrat hoffte, findet nun also lediglich verkümmerte Greten vor ...

    Aber immer gleich Angst vor Atomanschlägen... das halte ich schon für ein wenig überzogen.

    Chemiewaffen - das ist leichter. So was kann jeder Chemiestudent nach dem dritten Semester herstellen. Die Rohstoffe sind auch problemlos zu beschaffen – für jedermann.

    Auch Biowaffen sind denkbar. – Zwar etwas aufwendiger aber von jedem landläufigen Biologen mit einer Grundlaborausstattung im Keller auch keine wirkliche Herausforderung.

    Atomwaffen hingegen sind teuer in der Materialbeschaffung, in der Produktion und aufwendig im Transport. Zudem haben Atomwaffen einen heftigen Nachteil: Was von Ihnen angegriffen wurde, ist selbst unter besten Bedingungen über viele Jahrzehnte unbewohnbares Land und die Schäden lassen sich territorial nicht eingrenzen, so dass nicht nur der Zielbereich, sondern auch weites Umland betroffen ist.
    Anders sähe es mit nuklear gezündeten Neutronensprengköpfen aus. Der Wirkungskreis ist weit besser (wenn auch nicht wirklich gut) einschätzbar. Neutronenstrahlung vernichtet sämtliches Leben, Straßen und Gebäude bleiben jedoch weitgehend vollständig erhalten. Die geringe Rückstandsstrahlung versiegt nach wenigen Tagen und das Land kann „eingenommen“ werden. Eine perverse Waffe, aber noch teurer und noch aufwendiger in Herstellung und Transport.

    Auch sollte man beachten: Terroristen handeln nicht aus Spaß. Sie verfolgen ein bestimmtes Ziel. Dies ist in aller Regel nicht bloße Zerstörung, sondern die Beeinflussung der Handlungen eines Staates oder Staatenbündnisses. Das Mittel der Beeinflussung ist die Angst. Die Angst wiederum wird geschürt durch ausgewählte und symbolträchtige Demonstration von Gewaltbereitschaft. Es geht also v.a. darum zu zeigen zu welchen Mitteln man auch weiterhin bereit ist, wenn Handlungen nicht verändert werden.

    Natürlich ist Deutschland mit Vorsitz im Weltsicherheitsrat ab Februar 2003 im Staatenbündnis besonders exponiert und gewinnt an Symbolkraft und damit potentiell auch an Attraktivität für Anschläge. Ob dies aber wahrscheinlich eher zu befürchten ist oder nicht, wird sich am Verhalten Deutschlands zu den entsprechenden Themen entscheiden.

    Wenn aber Anschläge zu befürchten sind, dann punktuell zu denkwürdigen und vielbeachteten Gelegenheiten, denn: Die Macht des Terrorismus liegt in der Angst – nicht in der Zerstörung!

    Immerhin: zunächst sind es die USA, die sich einer Abrüstung (v.a. auch von Nuklearwaffen) konsequent verweigern, da es das erklärte Regierungsziel ist, die alleinige Vormachtsstellung in der Welt konsequent auszubauen und dabei allein schon den Gedanken des Widerstandes gegen US-amerikanische Zielsetzungen auszulöschen (vgl. NYT vom 08.03.1992 zu „Defense Planning Guidance“ und NYT vom 20.02.2002 Threats And Responses: Security; Bush to Outline Doctrine of Striking Foes First)

    However, was die künftige politische Kommentierung und Berichterstattung zum “bevorstehenden” Irak-Krieg (und es wird ihn geben, da er für die Erreichung der strategischen Ziele der US-Regierung nötig ist – begonnen hat er insgeheim bereits) und zum Terrorismus betrifft lohnt sich stets die Frage: Welcher persönliche Gewinn, welcher Vorteil steckt hinter der Äußerung für den, der sie tut. Was immer diesbezüglich gesagt und getan wird, wird andere Ziele verfolgen, als jene, die uns vorgegaukelt werden. Aber solange die Deutschen genug zu futtern haben und genug Fernsehkanäle auf denen Sie sich Ablenken und das Denken getrost bleiben lassen können, werden Politiker machen, was sie für richtig halten. Und das ist nach amerikanischem Vorbild: Erst schießen und dann Fragen.
    Wer dies der Ursachenanalyse und Ursachebekämpfung vorzieht, wird sich halt auf etwas mehr Gewalt einstellen müssen.

    Aber ein Atomschlag
    Doch haben wir auch noch andere Dinge zu tun, als uns durch ständige Angst lähmen zu lassne. Wir sollen uns Gedanken machen,was wir aktiv tun können und sonst unseren Weg gehen.

    Gruß
    ausnahmsweise mal Inkognito

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  4. Anonym 31.12.04 17:07

    kann mich dem nur anschliessen...

    ... ein thema was manchmal ebenfalls aufkommt sind miniatombomben in u-bahnen etc. da sich sowieso keine terroristische organisation eine atombombe leisten kann...

    ... aber auch hier wieder immer wieder darauf hingewissen, dass giftgasanschlaege sehr viel effektiver sind...

    ... also um auf den ersten beitrag zu antworten. halte also eher giftgasanschlaege fuer moeglich oder aber nochmal so einen angriff wie auf WTC. vieleicht so etwas wie den eiffelturm in frankreich oder aber den big ben in London... waere bestimmt ziemlich medienwirksam... und darum geht es bei terroranschlaegen ja schliesslich (so traurig das auch ist)...

    wie auch immer... die chancen sind immer noch viel zu gering und ich denke eher an BSE sterben zu muessen... wusstet ihr dass es uebrigens in deutschland ueber 50 tote jedes jahr durch wildunfaelle gibt?

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  5. runaway 10.01.03 10:15

    So neu ist der globale Terrorismus in der Tat nicht. Da hat Tom Ullrich recht. Es geht sogar weiter zurück als nur 30 Jahre, viel weiter.
    Die Engländer (im Auftrag ihrer Majestät) ließen während der Anfänge der Kolonialzeit spanische oder französische Goldtransporte aus Südamerika von Piraten kapern. Die Besatzung wurde hingerichtet, das Schiff versenkt, das Gold nahm seinen Weg nach was-weiß-man-wohin. Damals wurden aber nur die Piraten als habgierige und blutrünstige Schreckgespenster gesehen. Wer dahinter stand, wurde nicht hinterfragt. Natürlich leben wir nicht mehr in dieser Zeit und auch ihre Majestät haben sich gewandelt.
    Was bleibt ist aber folgende Einsicht. Es gibt auf dieser Erde keine unkontrollierte (im Sinne von ferngelekt) Terrorzelle. Terror ist teuer. Das fängt bei Waffen, Logistik und Kommunikationsmitteln an, endet bei irgendwelchen Zusätzen für (konventionelle, biologische, chemische oder meinetwegen auch atomare) Bomben. Terrororganisation können daher nur durch "Subventionen" seitens wohlhabender Mächte existieren. Die zugrundeliegende Ideologie ist da nur vordergründig, denn schwachsinnige Fanatiker, die bereit sind für ihre "Sache" anderen Menschen das Leben zu nehmen, findet man überall auf der Welt.
    Ausgenutzt wurde der Terror schon immer. Mit Terror ließen sich ganze Länder in Schranken weisen, einschüchtern, zahlungswilliger machen oder umpolen (siehe Beispiel Iran). Ob und wenn ja warum diese Strategie heute nicht Anwendung findet, läßt sich angesichts des Geheimdienst-Gewimmels auf der Welt nicht eindeutig beantworten. Verstrickungen von CIA, Mossad oder ost- und westeuropäischen Geheimdiensten incl. des Vatikans mit Terrornetzen waren in der Vergangenheit weiß Gott keine Rarirät. Was wir in den Medien an Informationen aufnehmen, ist ja bereits filtriert und für den braven Bürger zubereitet. Hintergrundinformationen wird keine Medienanstalt großartig an die Trommel hängen, wenn ihr noch an ihrer weiteren Existens liegt. Daher interessiert uns letztendlich die offizielle Darstellung.
    Als Fazit bleibt: Terror wird gelenkt und besitzt keine Eigendynamik. Von wem und gegen wen? Darin liegt das Unsichtbare. Und unter diesem Aspekt halte ich jede terroristische Handlung überall für wahrscheinlich.

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