Braucht Deutschland Elite Unis

dos... 11.01.04 22:09

Hallo squeaker,
mich würde Eure Meinung zur aktuellen Diskussion 'Elite Unis in Deutschland' interessieren.

Braucht Deutschland Elite Unis wirklich oder reichen unsere Unis mit Ihrer jetzigen Struktur aus?

Gruss
Dosi

  1. Ertan_Ongun 02.02.04 19:04

    Es gibt doch Elite Unis: Uni Mannheim, Passau, freiburg, Darmstadt, RWTH Aachen,Karlsruhe, Bonn-Uni Köln:-O etc....

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  2. Suesse 04.02.04 00:24

    Na, ob die wirklich so elitär sind? Eher haben sie für einige Fächer nen guten Ruf, aber ich vermute, das war's dann auch schon.

    Diese Elite-Uni-Diskussion ist m.E. so lange Quatsch, wie sie auf Kosten der Hochschulbildung für "Normalmenschen" geht. Und genau das passiert momentan. An der jetzigen Struktur der Hochschulen gibt es - v.a. im detail - eine Menge zu kritisieren. Aber das wird durch die einseitige Förderung weniger angeblicher Spitzenunis nicht besser. Mit einer vernünftigen Mittelausstattung und Betreuungsrelation ließe sich schon eine ganze Menge verbessern...

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  3. Net... 04.02.04 14:07

    Also zunächst: Keine Frage wir brauchen Spitzenforschung, á la Harvard. Diese existiert derzeit in Deutschland nicht und man sollte an einen Aufbau denken.
    Jedoch sollten zunächst die Hochschulen reformiert werden, ZVS weg, Studiengebühren einführen, Beamtenstatus weg etc. Dann sollten sie mit vernünftigen Mitteln ausgestattet werden.
    Wenn das geschehen ist, sollte man sich dem Aufbau der Spitzeninstitute widmen. Allerdings nicht staatlich, sonden privaten (z.B. ESMT) genügend Stiftungskapital zur Verfügung stellen. Auf dem staatlichen Weg wird das Ziel nicht erreicht.
    Was zur Zeit läuft ist die Vertuschung der Kürzungen durch die Elite-Kampagne: ärgerlich.

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  4. Suesse 05.02.04 00:52

    Der Aufbau von Spitzeninstituten ließe sich sehr wohl staatlich finanzieren, wenn er denn wirklich politisch gewollt wäre. Und in staatlicher Hand sollte die sog. Spitzenforschung auch bleiben - Stichwort: Unabhängigkeit der Wissenschaft von privaten Interessen (NetWolf: Wenn von Staat privaten Forschungsinstituten Mittel gestellt werden, können die Mittel auch gleich in eigene Institute gesteckt werden.)

    Ob Auflösung der ZVS zugunsten Uni-eigener Auswahlverfahren die Lösung sind, soll hier mal dahin stehen. Studiengebühren fördern nicht Spitzenforschung, sondern soziale Auslese; und die ist kontraproduktiv, wenn das eigentliche Ziel sein soll, fitten Nachwuchs für die Wissenschaft heranzuziehen.

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  5. Net... 05.02.04 10:56

    - Finanzierung
    Staatliche Einmischung ist für Unis weitaus schlimmer, als Unternehmen. Unabhängigkeit ist auch bei privaten Unis gegeben, da braucht man sich keine Sorgen zu machen. Ich denke, wenn der Staat Stiftungskapital stellt, aus dem heraus Spitzeninstitute finanziert werden (dies geschieht ja aus den Zinsen), ist es ein gangbarer Weg. Da das Kapital selbst nicht eingesetzt wird, sondern nur der Ertrag lassen sich da auch ruhigen Gewissens die Goldreserven einsetzen.
    - Studiengebühren
    Würden aus meiner Sicht, die Qualität der Lehre steigern (Anspruchsdenken/Kunde) und sind sozial gerecht. Das steuerfinanzierte System, wo jeder die Akademikerausbildung bezahlt, die anschließend profitieren empfinde ich als ungerechter. Es gibt ja kreative Lösungen, um auch finanziell Schwache Studieren zu lassen (Australien etc.).

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  6. Ertan_Ongun 05.02.04 23:47

    Warum kostet der Kindergartenbesuch in Deutschland Geld, aber das Hochschulstudium nicht ???

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  7. Suesse 09.02.04 00:24

    ... weil das so ein enorm kinderfreundliches Land ist? ;-)

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  8. Suesse 09.02.04 00:23

    Finanzierung:
    Muss dir in Bezug auf Forschung ebenso wie auf Lehrinhalte widersprechen: Die sollen wissenschaftlich solide sein, nicht marktförmig - und das wären sie automatisch (mehr oder weniger), wenn sie privaten Geldgebern gefallen sollen.

    Studiengebühren:
    Es ist überhaupt nicht sozial gerecht, sozial Schwächere per Gebühren vom Studium auszuschließen. Der Anteil von "Arbeiterkindern" an den Unis ist in den letzten Jahren sowieso schon zurückgegangen - mit Studiengebühren wird er das noch mehr tun.
    Dass studentisches Anspruchsdenken die Lehre verbessert, halte ich für einen Mythos. Sich als "Kunde" an der Uni fühlen wird sogar genau garnichts ändern - weder die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrenden (denn die werden von deren Arbeitgeber auch nicht gefördert) noch die Lehrmittelausstattung, die Betreuungsrelation oder die Lehrinhalte.
    Das australische Modell... zum einen gibt es nicht für alle Studienplätze solche Rückzahlungs-Programme; zum anderen sind die benachteiligt, die weniger marktgängige Fächer studiert haben und deshalb weniger verdienen. Ist das dann sozial gerecht?

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  9. Labus 21.09.04 11:50

    Hallo Suesse!

    In ein paar Punkte gebe ich Dir prinzipiell recht. Eigentlich sollte Forschung unabhängig von jedem Geldgeber sich entfalten können, damit keine besonderen Interessen berücksichtigt oder eben nicht berücksichtigt werden. Leider leben wir aber in einer Realität, wo das nicht so leicht ist.

    Das die Forschung aber an privaten Instituten schlechter ist als an Uni (sprich wissenschaftlich unsolide) halte ich für nicht haltbar. Das meiste an Forschung wird in D und weltweit nicht an Unis gemacht, sondern an privaten Instituten und in der freien Wirtschaft - da meist besser ausgestattet.

    Um beim Thema Uni-Forschung zu bleiben muss man sich doch mal die amerikanische Situation angucken. Spitzenforschung und meistens an privaten Hochschulen. Warum schaffen die USA so einen Vorsprung? Aus mehreren Gründen, weniger Forschungsbeschränkungen und bessere Gehälter zum Beispiel.

    Da liegt auch der Punkt, warum in den meisten Hochschulbereichen Deutschland international kaum eine Rolle spielt - gerade bei den allseits geliebten Wirtschaftswissenschaften und in der Bio- und Atomtechnologie ist das ganz deutlich. Wirklich gute Leute zieht es in die USA aufgrund des besseren Umfelds.

    Die Lehre würde, recht hast Du, erst einmal nicht von Studiengebühren verbessert. Das bedarf etwas mehr Reformen. Bietest Du aber den entsprechenden Professoren gute Arbeitsbedingungen bleiben gute Leute hier, bzw. kommen gute Leute zu uns. (teils finanziert aus Gebühren - zur Info, trotz extremer Studiengebühren finanziert sich Harvard nur zu 1/3 daraus) Dieses würde unsere Lehre verbessern. Die Ausstattung der Hochschulen, das Stiftungskapital kann nicht alleine der Staat aufbringen - hier müssen Private ran.

    Sind wir also bei den Studiengebühren. "Es ist überhaupt nicht sozial gerecht, sozial Schwächere per Gebühren vom Studium auszuschließen." Finde ich zwar sehr polemisch, aber daran ist nichts auszusetzen und unter heutigen Bedingungen wäre die einfache Einführung von Studiengebühren genau das - sozial ungerecht.
    Nun Frage ich mich, wie kann das in Australien, USA, England usw. funktionieren, das über 60, 70% eines Jahrganges trotz dieser Gebühren studieren? Weil ein anderes System dahinter steht - hier ist die Möglichkeiten der Studiumsfinanzierung "normal" per Kredit, per Stipendium. Jeder kann, auch sozial schwächere. In D würde jede Bank die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

    Der Student soll zudem auch nicht nur Kunde sein (die Betreuung im Ausland ist meist erheblich besser als hier), sondern er soll sich mit den Gebühren auch bewußt werden, dass er das Studium möglichst schnell, möglichst gut abschließen muss - da er so schneller von seinen Schulden herunter kommt.

    Benachteiligt sind Leute, die Exoten-Fächer, oder wie Du es beschreibst - marktgängige Fächer - im Übrigen auch nicht. Der Arbeitsmarkt regelt die Nachfrage nach diesen Studiengängen.

    Was Du in Deiner Argumentation etwas außer Acht lässt ist, dass hier nicht nur einzelne Maßnahmen verändert werden müssen, sondern das ganze Hochschulssystem einmal auf den Kopf gestellt werden müsste. Du betrachtest Deine Argumentation stützende, kleine Ausschnitte einer viel größeren Diskussion. Versuch den Blick auf´s Ganze zu richten - denn in dem Punkt, das etwas geändert werden muss sind wir uns einig, oder? Klein-Klein-Reformen in Salamitradition bringen uns wirklich nicht weiter. Ein Konzept, dass allen 100% bringt wird es leider nicht geben.

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  10. Mankind 05.12.04 15:14

    Die Qualität dieser Institutionen in Ehre
    aber da glaube ich schon, dass Harvard,
    MIT etc. eine ganz andere Liga sind, gerade
    was Fördermittel seitens Staat, Industrie,
    Alumni-Netzwerke etc. angeht. Wenn sich
    die Idee der Eliteuniversitäten in
    Deutschland wirklich durchsetzt wird es
    Jahrzehnte dauern, im internationalen
    Vergleich ein deutsches Pendant
    aufzubauen.

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