Bundeswehr in Afghanistan ?

Anonym 22.01.02 22:08

Die Hauptkräfte des deutschen ISAF-Kontingentes werden nicht mehr im Januar nach Afghanistan verlegt.
Zum Einsatz der Marine im Rahmen der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom erklärte Scharping, dass der Einsatzverband zum Teil am 25.1., teilweise auch erst am 27.1. in Djibouti am Horn von Afrika einlaufen werde. Entsprechende Verträge seien mit dem afrikanischen Land in der letzten Woche vereinbart worden, ein Vorauskommando von 100 Soldaten befinde sich bereits vor Ort.

Ich bin für den Einsatz ! Was haltet ihr davon ???

  1. Jan... 22.01.02 23:34

    Also zunächst einmal ist die Kernaussage Deiner ersten 3 Sätze von solchen Worten geprägt wie:

    "werden nicht mehr im Januar"

    "zum Teil am ..., teilweise auch erst"

    "in der letzten Woche"

    Dazu weiteren Tatsachen:

    * um 292 "Spezial"-Soldaten nach Afghanistan zu schicken, braucht die Bw 2 Monate
    * zum Glück hat zum Schluß noch das Wetter mitgespielt, sonst wären unsere Männer :-) wohl erst in Sommer gelandet
    * nicht vergessen, die Probleme mit VISUM und Verträgen mit "verbündeten Ländern im Kampf gegen den Terrorismus"
    * nicht vergessen unsere Allierten, die unsere Soldaten nicht in Ihre Kasernen reinlassen
    * usw.
    * ;-)

    UND DANN DEINE AUSSAGE:

    "Ich bin für den Einsatz !"

    Soll sich Deutschland noch mehr blamieren? Reicht es nicht, dass wir Scharping als Verteidigungsminister haben? *g* Bevor der den Befehl zum irgendetwas gibt, ist sowieso alles schon vorbei.

    Grüße,

    Jan

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  2. Anonym 23.01.02 10:14

    tja so ist das halt mit unserer ach so stolzen Armee....hast du wohl recht ! Immerhin hatten wir schon einen Kriegsverletzten, den Oberst der vom Laster fiel ! Meine Aussage "Ich bin für den Einsatz !" war eigentlich nur als Diskussionspunkt gedacht ! Von dem "wie und wann" bin ich natürlich auch nicht überzeugt...

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  3. Suesse 23.01.02 14:34

    Zu dem Einsatz fällt mir spontan ein: Explodierende Rüstungsausgaben - siehe aktueller Spiegel.

    Die Beteiligung an humanitären Einsätzen im Rahmen der UNO sehe ich irgendwie noch ein - obwohl das Technische Hilfswerk sicher qualifizierter für derartige Einsätze ist. Aber dieser "Anti-Terror"-Einsatz... In Art. 87a Grundgesetz steht irgendwas von Einsätzen nur zur Landesverteidigung - ich sehe nicht so ganz, was das damit noch zu tun haben soll. Wenn du schon für den Einsatz bist, kannst du mir das ja vielleicht erklären, und bei der Gelegenheit auch gleich, was das überhaupt für einen Sinn haben soll.

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  4. Anonym 23.01.02 17:05

    Hi du,

    soweit ich weiss gibt es einen Bundestagsbeschluss fuer den Einsatz der Bundeswehr. Der Passus gehoert fuer meine Begriffe geaendert, aber das ist ein anderer Punkt. Ist ja im weiteren Sinn ja auch Verteidigung Deutschlands gegen den "Terrorismus" ;-)))))

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  5. Suesse 24.01.02 02:43

    Den Bundestagsbeschluss gibt es, weil das Bundesverfassungsgericht mal befunden hat, dass über Auslandseinsätze eben der Bundestag beschließen muss. Übrigens denke ich nicht, dass Art. 87a GG geändert werden sollte, die Regelung hat schließlich einen guten Grund!

    Verteidigung ohne vorhergehenden Angriff ist schon ein klein wenig schief... Ich behaupte einfach, du seist Terrorist und darf dir deshalb eine reinhauen, ja Björn? ;-)))

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  6. Anonym 24.01.02 11:43

    schlag doch, schlag doch....
    ;-))))))))))))))

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  7. Jan... 24.01.02 15:52

    Ist die Angriff nicht die beste Verteidigung? (Antwort s. o.)

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  8. Jan... 24.01.02 16:01

    Ist DER Angriff nicht die beste Verteidigung? (Antwort s. o.)

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  9. Jan... 24.01.02 15:59

    .. streng genommen, handelt es sich nicht um Art. 87 a GG (wie ich es noch in Erinnerung habe), sondern ganz "eindeutig"1 [*lachganzlaut*] um

    Art. 24 ABS. 2 GG [NATO?],

    nun schauen wir uns die (NATO)§§-"System gegenseitiger kollektiver Sicherheit" an, dort wird geregelt, dass im Falle eines Angriffs auf ein Mitgliedsland, die Verbündeten "verpflichtet" sind "erfoderliche Maßnahmen" zu ergreifen. Die "Terroristenangriffe" sind als "Angriff" gewertet. USA Ist "Vertragspartner". Somit: AGL ist erfüllt. ;-)

    Das ganze str., aber h.M.! ;-)

    Grüße an die Kollegin,

    Jan

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  10. Suesse 24.01.02 16:13

    Und seit wann interessiert die herrschende Meinung? Lieber erst mal selbst denken, oder!? Ob das denn wirklich ein bewaffneter Angriff eines Staates auf die USA war, würde ich mal eher bezweifeln. Und "erforderliche Maßnahmen" heißt noch lange nicht, dass man deshalb mitballern muss!

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  11. Anonym 25.01.02 14:18

    soweit ich weiss hat die Bundeswehr nicht mitgeballert. also war es kein aktiver kriegseinsatz deutscher soldaten.

    das nennt man jetzt friedensschaffende massnahmen...und wenn man dagegen ist, muss man auch gegen den einsatz auf dem balkan sein (aber das ist unser vorgarten, oder???)

    viel interessanter ist folgender Punkt: Spanien schickt als eines der wenigen Laender Soldatinen (20 Stueck) die aktiv ins Geschehen eingreifen sollen nach Afghanistan. Das Argument des spanischen Verteidigungsministers war, dass er mit dieser Massnahme den Frauen dort selbstbewusstsein und slebstachtung zurueckgeben wollen.
    Ich denke das klappt richtig gut, wenn eine Soldatin einem afghanischen Mann sagt was er zu tun hat...(im zweifelsfall hat sie ja ne Waffe!!!)

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  12. Anonym 23.01.02 17:02

    Jan, das nenne ich auch Blamage!!! Guter Punkt!

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  13. runaway 23.01.02 22:10

    ..allerdings Blamage...da haben wir ja Glück gehabt, dass nicht Lufhansa-Maschinen in Frankfurter Hochhäusern eingeschlagen sind...OBL (seinen schäußlichen Namen mag ich nicht mehr ausprechen) hätte sich danach wohl krumm gelacht und würde vor seiner Höhle Tora Bora immer noch Freudentänze tanzen...Blamage auch das Innenministerium...es brauchte erst 5000 Todesopfer in New York, damit das Innenministerium den seit 1980ern rege agierenden "eingetragenen Verein" "Kalifatsstaat" verbietet....(auch wenn die Kausalität sicherlich hinkt, aber die Gefahr hat man zuvor permanent ignoriert und sich mit der Meinungsfreiheit herausgeredet..)

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  14. Jan... 23.01.02 23:08

    es brauchte erst 5000 Todesopfer in New York, damit das Innenministerium den seit 1980ern rege agierenden "eingetragenen Verein" "Kalifatsstaat" verbietet....(auch wenn die Kausalität sicherlich hinkt, aber die Gefahr hat man zuvor permanent ignoriert und sich mit der Meinungsfreiheit herausgeredet..)

    KORREKTUR:
    Es lag daran, dass im Vereinsrecht ein § existiert hat, der die Religionsgemeinschaften unter besonderen Schutz stellte. Durch die Rolle der kath., evangel. Kirche, etc. war er nachvollziehbar. Die neueste Entwicklung führte aber zum Missbrauch, was wiederum zum Beobachten durch Verfassungsschutz etc. (was auch sinnvoll ist, denn der Statt soll nicht ohne weiteres eine Gruppe für verfassungsfeindlich oder verfassungswidrig [ist nicht das gleiche! ;-)] erklären können) geführt hat.

    Wie auch immer: die Überwachung durch den Verfassungsschutz hat ergeben, dass bestimmte "Vereine" unter Denkmantel der Religionsfreiheit [was wiederum ein hohes Verfassungsgut ist! :-)] agieren, man aber nach der damaligen Rechtslage fast keine Handhabe gegen sie hat.

    Dies wiederum führte zu einer Gesetzesvorlage i.S. der Abschaffung des Religionsprivilegs. Die Gesetzesvorlage wurde beraten, damit das Gesetz auch der Untersuchung durch das BVerfG hält. Und irgendwann kam die Weiterleitung des Gesetzes an das Parlament. :-)

    Dies alles geschah vor dem 11. September [außer der Weiterleitung]. Und somit wäre der Verein [der ausdrücklich in den Untersuchungsbericht des Verfassungschutzes erwähnt wird und auch der Auslöser für die Untersuchung war] auch so verboten worden.

    ABER DAS INNENMINISTERIUM IST SCHON .... SIEHE NPD-VERBOT!

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  15. runaway 24.01.02 08:01

    ..es gab aber auch zahlreiche Meinungen in der juristischen Literatur, die warnten, ja schon flehten, dass das Religionsprivileg nicht so ausgelegt werden kann....da man aber 2 Jahrzehnte im IM darauf nicht gehört hatte, musste nun der gesamte § daran glauben, anders hätte sich das IM nicht mehr herausreden können....
    die Gefahr ist nunmal der, dass hierdurch ein Riss durch die Bevölkerung geht...die jüdischen+christlichen Gemeinden werfen den muslimischen Missbrauch+Verschuldung vor, die wiederum (nicht alle sind ja radikal) schauen fraglos in die Gegend und verstehen - wie eigentlich immer - die Welt nicht mehr..

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  16. runaway 24.01.02 08:04

    ..und ich sagte auch bewusst Meinungfreiheit und nicht Religionsfreiheit, da die mehrmaligen Aufrufe des Kalifatsstaats-"chefs" zum heiligen Krieg stets damit schöngeredet wurden..

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  17. Anonym 24.01.02 11:46

    soweit ich weiss gibt es mehr christliche vereine als muslimische in deutschland...und was die leute dort treiben ist auch nicht alles koscher!!!

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  18. Anonym 24.01.02 11:46

    soweit ich weiss gibt es mehr christliche vereine als muslimische in deutschland...und was die leute dort treiben ist auch nicht alles koscher!!!

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  19. mav... 26.10.03 21:22

    Nun ist es also soweit. Im Januar 04 verlegt das erste Kontigent nach Kundus. Es ist problemlos durch den Bundestag gelangt, aber wieviele Soldaten werden dann im ersten Halbjahr in der waagerechten Position wieder nach Hause kommen ?
    Mit der Ausrüstung bzw. der Ausbildung wird doch nicht wirklich ein einsatzgerechtes Land durch unsere Soldaten befriedet geschweige denn beschützt.

    Was halten denn die squeaker davon?

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