Das Bild der Deutschen im Ausland

dos... 18.03.03 10:20

Hallo squeaker,
wie empfindet ihr als deutsche im Ausland das Bild von Deutschland? Oder wie war Eure Erfahrung als ihr im Ausland gewesen seid?

Mich schockiert der Bericht unter spiegel.de "Schüleraustausch - Ganz rüde Anmache. Junge Deutsche, die derzeit in den USA leben, werden vor allem in der Provinz wegen ihrer Nationalität angefeindet."
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,240473,00.html

  1. Hen... 18.03.03 16:30

    na das passt zu dem was mir amis in kalifornien damals über ihre innerländischen kollegen erzählt haben - keine ahnung von nix ... wie soll eine gesellschaft mit sowenig ahnung von (welt)politik bitte verantwortungsvoll eine führungsnation der westlichen welt einnehmen können bzw die entsprechende regierung wählen können?

    es gibt historische Beispiele 1914 und 1945 - wenn man letzteres auf die situation im irak überträgt dann haben die usa recht, wenn ersteres dann haben sie unrecht ... die wahrheit liegt wohl dazwischen ... und weltpolitisch schlecht abgeschnitten hat schon vater bush, er gute hätte damals die vglsweise gute chance nutzen sollen saddam zu stürzen ... hätte aber wohl auch einen kurdenstaat oder zumindest mehr autonomie für diese bedeutet

    wer den Teufel - damals Sowjetunion - mit dem beelzebub - Taliban - austreiben will, muss sich nicht wundern wenn er hinterher ein problem bekommt.

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  2. plesch 26.03.03 13:28

    Also, ich wollte hier mal nur Stellung beziehen und zwei Dinge sagen:

    Ich studiere in den USA und hab noch keine Anfeindungen mitbekommen. Amerikaner nehmen das anscheinend doch nicht so persönlich. Also kann ich diese Berichte nicht BESTätigen.

    Nun aber der zweite Punkt: Wir Deutsche sollten uns mal an die eigene Nase greifen. Seit Bush an der Macht ist, wird jeder arme Amerikaner, den es nach Deutschland verschlägt, dafür verantwortlich gemacht, dass sie einen Idioten als Präsident haben... so was ist mir im Ausland noch nicht wiederfahren. Amerikaner werden wg. Bush konstant dumm angemacht, so dass ich einige kenne, die sich in Europa mittlerweile als Canadier ausgeben...

    Diese Problematik liegt glaube ich in zwei Dingen begründet:
    1. Bush ist ein Idiot... muss ich zugeben
    2. In Deutschland und Europa läuft da viel über den unterschwelligen Neid, den wir doch alle in uns tragen, weil die Amis die Kulturbanausen, jetzt die Vorbilder der Welt sind und wir in Europa immer noch nicht auf gleicher Gesichtshöhe mit Ihnen angelangt sind.

    Soviel mal von mir, wollte ich in diesem Rahmen mal loslassen... wenn das blöde Spiegel-Forum funktionieren würde, hätte ich es auch da mal geschrieben.

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  3. Suesse 18.03.03 16:38

    Kann nicht behaupten, dass ich momentan in Polen (das ja auch den Kriegskurs bzw. die USA unterstuetzt) irgendwie angefeindet wuerde, weil ich Deutsche bin und zudem keinen Hehl aus meiner absoluten Ablehnung des Irak-Krieges mache.

    Ich habe eher den Eindruck, dass die wenigsten Verstaendnis fuer ein Vorgehen der USA ausserhalb der UN haben und jetzt einfach eine gewisse Nervositaet wg. des drohenden Krieges herrscht. Ich denke, die aktuellsten Entwicklungen haben den Focus auch einfach verschoben - es ist schlicht uninteressant geworden, welche Positionen Deutschland oder Frankreich etc. pp. vertreten, wenn die USA diese Woche potentiell noch losballern.

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  4. curlz 18.03.03 17:06

    Bin gerade in den USA am studieren und kann nicht sagen, dass ich in irgendeiner Weise angefeidet werde (und ich bin sogar in der Provinz würd ich sagen!). Selbst über die Deutschlandfahne am Fenster hat sich noch keiner beklagt (gut, ein Inder, aber die haben ja auch ne A-Bombe). Den meisten Hass schieben die auf Franzosen... Dazu aber lieber nicht mehr :-)

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  5. Bigjessi 19.03.03 16:48

    Wer das Thema verfolgen möchte: bei Spiegel-Online gibt es mittlerweile einen neuen Artikel. Zu finden unter http://www.spiegel.de/unispiegel/Studium/0,1518,240756,00.html

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  6. Anonym 19.03.03 19:03

    Also ich glaub ja nicht dass Piefkes besonders beliebt sind, aber das liegt wohl nicht nur an der jetzigen politiscehn Situation.

    Sondern eher am Völkermord von gar nicht so lang her.

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  7. runaway 21.03.03 10:17

    naja dosi, bei aller Liebe zu Selbstkritik: es sind derzeit bestimmt nicht die Deutschen, die sich Gedanken um ihr Image im Ausland machen müssen....c.u.

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  8. dos... 21.03.03 13:00

    Hi Run,
    mich beunruhigt nur, das teile der US-Bevölkerung scheinbar völlig verblendet durch die Berichterstattung der US-Medien meinen wir Deutschen oder Franzosen wären nicht in der Lage, oder Willens, der 'neuen' Weltordnung Rechnung zutragen.

    Sicherlich ist der Spiegelbericht reißerisch aufgemacht und differenziert in keinster Weise.
    Das es auch kritisch eingestellte US-Bürger gibt, die gegenüber der US-Administration reserviert sind.
    Hinzu kommt der Umstand, das es einige US-Bürger gibt, die gegen den Irak-Krieg sind. Beides geht aus dem Spiegelbericht nicht hervor.

    Mich interessiert in diesem Zusammenhang wie andere squeaker als deutsche behandelt wurden, bzw. werden und ob sie aufgrund der Tatsache Repressalien erdulden mußten, bzw. müßen.

    Gruss
    Dosi

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  9. Suesse 21.03.03 14:50

    ... eine voellig neue Erfahrung: Mir wurde seit Kriegsbeginn immer wieder von verschiedenen Menschen, u.a. Amerikaner, Kanadier, Polen, zu Schroeder gratuliert. Jawohl, gratuliert!

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  10. Anonym 25.03.03 17:39

    ich wuerde nicht vom einzelfall auf die allgemeinheit schliessen. ich bin in england oft mit naziparolen begruesst worden. deshalb sind die englaender nicht alle gegen die deutschen. und wenn ein paar bauern im mittlerenwesten pro bush sind und deutsche, die den krieg ablehen anpoebeln, bricht noch lange keine welt zusammen. "if you are in rom, do as the romans do" amerikaner stehen voll hinter ihren truppen, wenn sie sich im krieg befinden. wenn man in den usa lebt, dann sollte man es wissen. und solange man nicht das maul aufreist, kriegt man auch keinen aufs selbiges!

    bin gerade im sueden spaniens. hier geniessen die deutschen wegen ihrer antiamerikanischen haltung groesstes ansehen...

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  11. Anonym 02.11.03 09:58

    Ich bin momentan in Korea, und die Koreaner haben von den Deutschen eine sehr gute Meinung, kann natuerlich auch damit zusammenhaengen, dass die Meinung ueber die Amis immer schlechter wird. Besonders hier...(Hintergrund: eine junge Koreanerin ist von GIS ueberfahren worden und sie kamen nur vor ein Militaergericht, wo sie freigesprochen wurden). Ich denke, in Summe gilt immer noch: Nicht die Nationalitaet, sondern der Mensch sollte betrachtet und beachtet werden...es gibt immer solche und solche, man darf da einfach nicht ueber einen Kamm scheren, so ist mit Sicherheit auch nicht jeder Koreaner ein laechelnder Asiate, der immer hilft...es gibt immer solche und solche.

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  12. MBA_05 04.07.05 03:25

    Bin gerade in Bahrain (fuer die, die noch nie von diesem Land gehoert haben: Inselgruppe im Persischen Golf, durch 15km lange Bruecke von Saudi Arabien getrennt). Hier haben die Deutschen einen extrem guten Ruf und geniessen hohes Ansehen. Warum weiss ich nicht genau, aber ich befuerchte fast, dass die es ein wenig damit uebertreiben. Ansonsten sind Bahrainis die gastfreundlichsten Menschen (auch zu Amerikanern uebrigens, obwohl muslimisches Land), die ich je kennengelernt habe.

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