Deadlocked Repblic - was wir tun können

Hen... 14.10.02 17:11

Wenn Stefan ruft, mache ich doch gern mit: Hier sollen Lösungsvorschläge für a) eine Überwindung der Blockierung und b) eine Vision wo sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren hinentwickeln soll, diskutiert werden.

Worauf würden wir gerne verzichten? Wofür wären wir bereit mehr zu bezahlen?

  1. Anonym 14.10.02 20:26

    Henning, warum verzichten? Meines Erachtens geht es darum einige Sachen anders zu organisieren das ist alles.

    Beispiel "Studium":
    Was ist denn das Problem mit Studiumgebuehren? Warum nicht Studiengebuehren einfuehren und gleichzeitig den Bankensektor ansprechen um adequate Finanzierungen auf die Beine zu stellen?
    Ziele:
    - Verkuerzung der Studienzeiten
    - den Studenten ein Feeling fuer "Was ist guter Untericht" vermitteln
    - die jenige Gruppe fuer das Studium zahlen lassen, die die Nutzniesser sind
    - Verbesserung der Ausstattung durch mehr finanzielle Mittel
    - Konkurrenz zwischen den einzelnen Universitaeten

    Beispiel "Rentenversicherung":
    Warum muss der Staat dafuer verantwortlich sein, dass ich 60% meines letzten Nettogehalts erhalte? Absicherung der Mindestrente (angepasst an die Sozialhilfe) tut es meines erachtens auch. Fuer den Rest ist jeder Selbstverantwortlich
    Ziele:
    - Entstaatlichung der Sozialversicherung
    - Eigenverantwortung schaffen
    - Private Unternehmen sind meistens effizienter als Staatunternehmen

    die Beispiele gehen m.E. ins Unendliche: Warum muessen Oeffnungszeiten geregelt sein? Was ist dagegen zu sagen, wenn ich mit einer Probezeit von einem Jahr einverstanden bin? ...

    Fazit:

    Ich denke, es geht nicht darum zu verzichten. Sondern darum den Leuten wieder ihre Eigenverantwortung zurueck zu geben.

    Des beste Weg waere es jedes Gesetzbuch durchzublaettern und jedes Gesetz zu hinterfragen: Brauchen wir das wirklich? Wie sieht es mit dem Verhaltnis von Menschen die durch ein Gesetz benachteiligt werden zu den Menschen denen es Vorteile bringt aus? etc...

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  2. DaH... 15.10.02 13:12

    Also wenn ich mir deine Vorschläge so durchlese, dann kann ich da nur voll und ganz zustimmen.

    Ich hab mir gerade im Zug die neuste Ausgabe von "brandeins" (0802) ein wenig verinnerlicht, und im Artikel zum gescheiterten Cargolifter folgende zeilen gefunden:

    "Nicht die beste Lösung hatte sich durchgesetzt, sondern ein tauglicher Behelf, weil er leichter zu verwirklichen war.
    [...]Wir schreiben auf Tastaturen mir einer Buchstabenfolge QWERTZ, die aus der Ära der ersten Schreibmaschinen stammt und zu schnelles Tippen verhindern sollte (damit sich die Hebel nicht verhacken). Im Zeitalter der Computer hat sich dieses Problem erledigt, weil QWERTZ zu fest eingeführt war.
    Und der Transrapid - obwohl im Personenverkehr der Bahn weit überlegen - hat in Europa keine Chance, weil er sich mit dem vorhandenen Schienennetz nicht verträgt."

    Natürlich handelt es sich hier nur um Dinge, die nicht wirklich was mit Rentenversicherung oder der Studienzeit zu tun aber. Jedoch zeigen sie wie 'gemütlich' wir es uns in Deutschland gemacht haben, und wie wenig risikofreudich wir sind.
    Auf jedenfall wird es sehr schwer solche Reformen nur ansatzweise durchzusetzen!

    gruß
    alex
    http://go.to/fling

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  3. Anonym 15.10.02 15:25

    @ QWERTZ Tastatured

    ... kleine Anmerkung am Rande, die Geschichte mit der QWERTZ Tastatur ist eine Legende, die leider nicht stimmt aber immer wieder gerne zitiert wird (anscheinend auch von "brandeins" Autoren

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  4. Hen... 15.10.02 16:29

    Das stimmt so nicht - in Ökonomie und Soziologie der Technik wird bzw. wurde das heftigst diskutiert. (Sorry, i.w.S. mein Spezialgebiet).
    Eine Zahl sagt das QWERTY (US-Version) ca 5% unter Dvorak - Tastatur liegt. Wäre also parktisch nicht so wichtig. Weiss aber nicht ob das tatsächlich das Optimum ist.

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  5. Anonym 15.10.02 15:31

    Ich habe jetzt seit 3 Monaten keine deutsche Zeitung mehr gelesen, aber am Wochende mal in der Sunday Times geblaettert. Eine ganze Seite wurde der deutschen Wirtschaft gewidmet, und ich kann nur sagen wir sind nicht gerade gelobt worden fuer unsere Politik...

    ... aus Sicht des Auslands wird meines Erachtens vorallem verlangt, dass der Arbeitsmarkt gelockert wird. D.h. weg von der starren Gewerkschaft und Betriebsrat vs. Arbeitgeber hin zu mehr Hire & Fire...

    Wie man das ereichen kann? keine Ahnung

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  6. runaway 21.10.02 09:26

    Finde auch, daß unterm Strich die Arbeit in Deutschland zu teuer ist. Nur darf man nicht darüber hinwegsehen, daß auch die Lebenshaltungskosten (Miete, Gas/Strom, Lebensmittel, sonstiges) auch den Rahmen des Ertragbaren sprengen. Ein Hire&Fire-System würde daher den Sozialstaat übermäßig belasten. Darin mag der Grund liegen, warum die Gesetze (BetrVerfG, KSchG) derart ausgestaltet sind, daß es "schwerer ist, einen Arbeitnehmer loszuwerden als sich scheiden zu lassen".
    Da stellt sich natürlich die Frage mit, wieviel Sozialstaat brauchen wir eigentlich. In Deutschland ist dieser einer der extravagantesten und aufgeblähtesten der Welt. Darüber sollten wir uns durchaus gedanken machen, ohne aber einen vollständigen Verzicht in Betracht zu ziehen. Die soziale Absicherung von Menschen dient nicht zuletzt auch der inneren Sicherheit; Stichwort: Kriminalitäts-Vorbeugung. Konträre Beispiele, wie z.B. in den USA, Südafrika und zig anderen Ländern zeigen, daß Menschenleben wenige Dollar wert sein können.

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  7. Hen... 23.10.02 17:39

    Lebensahltungskosten in D sind im Vergleich zu Ch (teuer, aber auch höhere Einkommen) oder USA (1 Dm = 0.5 Euro kaufen soviel wie 1 Dollar) erträglich. Nicht erträglich sind die staatl. Ansprüche (insb die Lohnnenbenkosten), die aus einem reformunwilligen sozialen Sicherungssystem, das von Beamten/ öff. Angest. und deren Jobängsten, Politikern getragen wird.

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  8. Hen... 23.10.02 17:52

    Lebensahltungskosten in D sind im Vergleich zu Ch (teuer, aber auch höhere Einkommen) oder USA (1 Dm = 0.5 Euro kaufen soviel wie 1 Dollar) erträglich. Nicht erträglich sind die staatl. Ansprüche (insb die Lohnnenbenkosten), die aus einem reformunwilligen sozialen Sicherungssystem, das von Beamten/ öff. Angest. und deren Jobängsten, Politikern getragen wird.

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  9. Hen... 15.10.02 16:38

    Ich denke schon dass auch Verzicht nötig ist - Steuerfreibeträge, niedrigere Steuersätze für bestimmte Güter, Subventionen, vielleicht auch höhere Studiengebühren (aber dann für ein besser werdendes Studium ;-) ).
    Richtig ist das auch Reorganisation vieles bringen kann - siehe Universitäten, Arbeitsamt, Gesundheitswesen, "Parteienfilz" etc. pp.

    Apropos die Niederlände haben uns das mit ihrem Gesetzbuch vorgemacht - da können wir einiges lernen: dadurch dass sie in den letzten 20 Jahren ihre G-Bücher reformiert haben, indem sie die besten Dinge aus denen anderer Länder übernommen haben, müssen sie nur wenig Anpassungen an EU-Vorschriften vornehmen.

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