Finanzierung der Flutkatastrophe

Anonym 23.08.02 10:44

Seit ein paar Tagen ist in der internationales Presse nur noch -wenn es um Deutschland geht- von der Finanzierung der Flutkatastophe die Rede.

Die Ideen reichen von steuerfreien Ueberstunden, ueber nicht-Steuersenkungen bis hin zur Verwendung der Buba-Gewinne.

Ich muss gestehen, ich habe voellig den Ueberblick verloren, um welche Summen es hier eigentlich gut und deshalb hier meine Bitte an Euch.

Was haltet ihr davon, wenn wir in diesem Forum alle vorgeschlagenen Fiananzierungsformen mit zu erzielendem Volumen mal auf eine Seite bringen und dann am Schluss das ganze mit den Schadenssummen vergleichen?

Ich denke am Ende sind zwei Ergebnisse moeglich, erstens, die Finanzierung steht schon laengst und keiner hat es gemerkt, zweitens, wir reden ueber die Fianzierung von Peanuts im Vergleich zu den Schaeden.

Bin mal gespannt was rauskommt und hoffe auf eure Mithilfe

danke

  1. Anonym 24.08.02 15:00

    WIr haben ausgerechnet, daß die materiellen Schäden sich auf 5-6 Jahre Soli belaufen. Viel Spaß beim nachrechnen...

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  2. Anonym 24.08.02 15:04

    Ein wesentlich interessantere Frage ist meiner Meinung nach, was wieder aufgebaut werden sollte. In den Medien ist hören und zu lesen, daß man mit dem Wiederaufbau anfängt. Aber wie soll der Wiederaufbau von statten gehen. Sollen die Leute wieder ihre Häuschen an der gleichen Stelle errichten? Soll die Landwirtschaft in diesen Gegenden wieder mit Subventionen etabliert werden? Sollen die zerstörten Dörfer umgesiedelt werden?

    Wie soll und kann der Neuanfang aussehen?

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  3. Suesse 26.08.02 01:01

    ... und daran anknüpfend bzw. über die Frage des Wiederaufbaus hinaus: Werden die Entscheidungsträger in umweltpolitischer Hinsicht aus der Flutkatastrophe lernen? Mir fallen zunehmende Bodenversiegelung, Flussbegradigungen, fehlende Ausweichflächen, Bauten in Risikogebieten usw. ein...

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  4. Che... 26.08.02 22:33

    Man erinnere sich an die sogenannten Jahrhunderhochwasser des Rheins (93/95) - daraufhin wurden diverse massnahmen beschlossen, um neue auslaufgebiete und dergeleichen zu schaffen. Wie mit diesem Hochwasser nebenbei im KSta berichtet wurde, sind diese Massnahmen bzw. die vorausgehenden Planungen wirklich angegangen worden - allerdings, was deine Zweifel bestaetigt, nicht wie geplant, da sich wieder Hinz und Kunz querstellen... da die Ausmasse dieser Katastrophe die des Rheins seinerzeit bei weitem uebertreffen, kann man nur hoffen, dass man hier gewissenhafter zu Werke geht!

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  5. runaway 28.08.02 07:15

    Mancherorts halte ich eine Umsiedelung für durchaus sinnvoll. Es ist trügerisch bei dieser Art von Flut von einer "Jahrhundertflut" zu reden. Viele denken, daß so etwas bis zum nächsten Jahrhundert nicht passieren wird; dabei kann die Flut gleich nächstes Jahr wiederkommen. Es ist daher fraglich, wie sinnvoll ist, Leuten ihren Traum von "Häuschen am Flüßchen" immer von neuem zu subventionieren.
    Für sehr wichtig halte ich zudem die von Tanja eingebrachten Punkte, auch wenn sie derzeit in der öffentlichen Diskussion totgeschwiegen werden.

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  6. Che... 28.08.02 15:42

    Dem kann man nur zustimmen... in Koeln hat das Jahrhunderhochwasser (s.auch o.) auch nur zwei Jahre bis zu Teil II gebraucht. Man muss natuerlich nicht den Teufel an die Wand malen und auch an der Elbe in zwei Jahren mit dem schlimmsten rechnen, aber dass man die Problematik wie angesprochen mal etwas tatkraeftiger angehen sollte ist meiner Meinung nach zwingend angebracht.

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  7. Anonym 28.08.02 18:39

    kurze provokative Frage:

    sollen wir aus den fluss nahen bereichen wieder bluende wiesen machen?

    Frage mich gerade, wie dich denn die gegend dort so besiedelt ist. ich denke, wenn man in solchen gebieten wohnt, muss man evtl. damit rechnen, dass alle paar jahre mal das haus unter wasser steht...

    ich weiss nicht ob der vergleich etwas hinkt, aber genauso muss man eben in deutschland damit rechnen, dass auch mal die daecher von den haesern durch orkane entfernt werden und trotzdem bauen wir keine 100m hohe mauern um das landesgebiet...

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  8. runaway 28.08.02 19:58

    also gegen blühende Wiesen hätte ich nichts ;-)

    Das mit dem Orkan ist ihrem Wesen nach eine andere Art der Katastrophe. Einen Orkan kann man nicht vorherberechnen, wenn überhaupt nur sehr kurzfristig. Wenn er kommt, dann hat man Pech gehabt, leider. Im Ergebnis denke ich daher schon, daß der Vergleich hinkt. ;-)

    Realistischer ist hingegen die Maßnahme, dem Fluß ihren natürlichen Lebensraum zu lassen. Land zum besiedeln gibt es in Deutschland genug. Man darf nur nicht der Idylle verfallen, gleich in Steinwurfweite zum Fluß Siedlungen zu erstellen. Damit tut man den Menschen keinen Gefallen. Erschreckender ist der Umstand, daß sogar Chemie-Werke unmittelbar am Fluß angesiedelt sind. Das mag sich wirtschaflich rechnen, insbes. in Bezug auf die Transportkosten, aber sicher klingt das nicht. Um den Einwand zu entkräften, im Osten hätte man seinerzeit nicht daran gedacht: Nicht nur im Osten ist das bekanntlich so. Bayer liegt in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen unmittelbar am Rhein. Auch wenn der Rhein auf dieser Höhe nicht sintflutartig ansteigt, müßte mal geschaut werden, ob das in seiner Geschichte auch immer so war.

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  9. Che... 29.08.02 09:21

    dass alle paar Jahre das Haus unter Wasser steht ist, damit muss man wohl an jedem Fluss rechnen. Wer sich dazu entschliesst, nimmt dies wohl auch in Kauf, davon reden wir aber gar nicht, denn das Fluesse auchmal hoeher steigen laesst sich wohl nie verhindern. Aber dass diese Regenmassen sich in kuerzester Zeit zu reissenden Vernichtungswellen verwandeln, mag sicherlich auch daran liegen, das weniger wasser irgendwo versickern kann. Da moegen zwar die einen sagen, dass Jahrhunderthochwasser eben ganz natuerlich sind, da moechte ich aber dagegen halten, dass sie zwar natuerlich im Ursprung sind aber doch im Ausmass mit hoher Wahrscheinlichkeit hausgemacht.

    Nochwas zum Orkan: Vergleiche mal die westeuropaeische Bauweise mit der amerikanischen und schau dir die Haeufigkeit von Hurricanes in den USA an - die Leute bauen aber immer noch so wie vorher. (dies nur am rande)

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  10. cha... 27.08.02 10:07

    laut einigen politikern beläuft sich der schaden der flutwasserkatastrophe im schmimmsten fall auf ein prozent des bruttoinlandprodukts und dass sollte doch für deutschland als eines der reichsten länder der erde, zu bewältigen sein. ich glaube ebenfalls, dass es in erster linie gar nicht darum geht, wie die beseitigung der schäden bezahlt werden soll, sondern wie sie organisiert wird um aus der not eine chance zu machen, frei nach dem motto "wiederaufbau ost 2. versuch!"

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  11. Anonym 29.08.02 17:09

    Bundeskanzler Schröder verteidigte in seiner Regierungserklärung das Finanzierungskonzept. Der Aufbau Ost sei durch die Flutkatastrophe um Jahre zurückgeworfen worden, sagte Schröder. Der Wiederaufbau in den Hochwasserregionen bedürfe einer "nationalen Anstrengung". Die Verschiebung der zweiten Steuerreformstufe um ein Jahr sei fair und sozial ausgewogen.

    Frage @ Schroeder
    In welches Jahr wurde denn der Aufbau Ost zurueckgeworfen? In die siebziger? Als ich das letzte Mal im Osten war, habe ich ehrlich gesagt den Unterschied zwischen Ost und West schon nicht mehr erkannt (bis auf die Sprachweise)

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  12. runaway 29.08.02 17:45

    Mag sein, daß der Schein trügt, aber ich hatte dieselbe Empfindung. Ich hatte das Gefühl, versehentlich in der Schweiz gelandet zu sein, was die Straßen und Autos und die restaurierten Gründerhäuser betraf. Mir kam der Osten sogar moderner als der Westen vor, zum als das Rhein-Ruhr-Gebiet ;-). Doch ich will nichts gesagt haben. Die Arbeitslosigkeit dort spricht ja Bände.

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  13. Che... 29.08.02 19:48

    Aehnliches hab ich auch gedacht, als ich durch Leipzig gefahren bin, aber ich denke Leipzig ist auch ein extremes Beispiel fuer den Wiederaufbau. Die typischen Plattenbauten sieht man hingegen auch noch an jeder Ecke, die relativieren den Eindruck auch wieder sehr schnell. und ausserdem waren das auch sehr stichprobenartige Einblicke - dennoch denke ich das viel getan worden ist (obwohl man den Landesuebertritt von Hessen nach Thueringen auf der A4 noch deutlich am Laufverhalten spuert ;-)

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