Fürs Studium zahlen?!

Suesse 12.01.02 23:16

Studiengebühren sind seit Jahren der Dauerbrenner in der hochschulpolitischen Diskussion. Einige Bundesländer haben bereits Studiengebühren in der einen oder anderen Form eingeführt, sei es Berlin mit seinen (damals) 100 DM "EinschreibegebüHR", die ungebremst in der Staatskasse landeten, sei es Baden-Württemberg mit 1000 DM pro Semester für so genannte Langzeitstudenten, sei es Bayern mit 1000 DM "Zweitstudiengebühren" pro Semester für Studierende, die bereits ein abgeschlossenes Studium haben und noch ein 2. Fach danach studieren möchten. Die Statements von Seiten der Bundesregierung schwanken immer wieder mal - mal heißt es, Studiengebühren sollen per Hochschulrahmengesetz verboten werden, dann denkt man doch wieder darüber nach... Über den Sinn oder Nutzen von Studiengebühren kann man freilich geteilter Meinung sein. Wie steht ihr denn dazu? Würdet (oder könntet) ihr für euer Studium zahlen?

  1. cpo... 13.01.02 00:00

    Ein wirklich sehr heißes Thema.
    Ich bin pro Studiengebühren. Allerdings unter folgenden Voraussetzungen:

    - Möglichkeit der Kreditaufnahme mit Vorzugszinssatz (Bafög muß schließlich auch zurückgezahlt werden). Somit ist eine Chancengleichheit für alle Studenten gewahrt.
    - Einrichtung von weiteren Begabtenstipendien
    - Die Mittel werden ausschließlich in der Universität verwandt und dienen nicht zur Sanierung irgendwelcher Staatskassen.
    - Einfrieren des zur Zeit zur Verfügung stehenden Budgets seitens des Staates, d.h. das Bildungsbudget sollte nicht aufgrund der neuen Mittel aus Studiengebühren zurückgefahren werden.

    Da ich nun zahlender Kunde der Universität bin erwarte
    - ich ein stärkeres Mitspracherecht
    - Leistungsorientierte Bezahlung für Professoren bzw. Lehrstühle (inkl. Assistenten)
    - verbesserte Bereitstellung von Lehrmaterialien

    Insgesamt würde ich durch Studiengebühren folgende positive Effekte erwarten:
    - bessere Studienbedingungen, da sich bedingt durch die leistungsorientierte Bezahlung der Servicegedanke stärker an den Universitäten durchsetzen wird.
    - kürzere Studienzeiten


    Ich weiß, daß dieser Gedanke bei den Studenten nicht sehr beliebt ist, halte jedoch Reformen auch in diesen Bereichen für notwendig.

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  2. runaway 13.01.02 13:38

    ich bin gegen Studiengebühren...damit wird nur noch eine weitere Hemmschwelle aufgebaut, wodurch die Neigung zur Bildung weiter abnimmt...es ist ohnehin schwer genug, ein Studium ohne Studiengebühren zu finanzieren...ich denke da konkret an das Jura-Studium, wo die teuren Bücher(Kommentare, Gesetzestexte, Lehrbücher) fast jährlich erneuert werden (aufgrund von Reformen)...

    ich würde mich aber gegen sämtliche Vergünstigungen aussprechen, die man als Student/in so bekommt, z.B. freie Fahrt mit öffentlichen Mitteln etc. Somit würde die Klientel, die nur zweit- oder langzeit"studiert", um diese Vergünstigungen zu halten, kostenmässig entfallen...damit wäre den Unis auch geholfen, da sie ihre Personalbesetzung entsprechend reduzieren könnte..

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  3. cpo... 13.01.02 18:50

    Letzteres würde den Unihaushalt aber nicht sonderlich entlasten, auch wenn hier sicherlich größerer "Mißbrauch" betrieben wird.

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  4. Anonym 14.01.02 00:38

    Wie Christoph schon angeführt hat, ist letzteres vollkommen vernachlässigbar. Langzeitstudenten zeichnen sich ja gerade durch fehlende Anwesenheit und seltene Teilnahme an Prüfungen aus ;-)

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  5. Anonym 13.01.02 19:57

    Wenn die Bundesegierung Studiengebuehren einfuehren wuerde, muessten sie meiner Meinung nach auch Leistungen erbringen.
    Vorlesungen mit 600 Studenten sind dann nicht angebracht! (Ich war mal auf Besuch an der Uni Koeln und war ueber die Zustaende entsetzt.)

    Ich stimme in vielen Punkten mit unserem Postler ueberein. Vor allem bei seiner Forderung Professoren leistungsgerecht zu bezahlen. An der HfB haben wir z.B. ein Mitspracherecht bei der Einstellung von Professoren und koennen unfaehrige Lehrbeauftrage abschiessen. Dafuer zahlen wir aber auch...

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  6. Anonym 14.01.02 00:35

    Die Einführung von Studiengebühren wäre der Todesstoß für Chancengleichheit in der Bildung. An anderer Stelle habe ich die Situation an der HU bereits deutlich gemacht. Schon heute besteht in der BaföGängelung ein übertriebenes Instrument zur sozialen Selektion.

    Aktzeptabel und unterstützenswert ist das Modell des "Ausbildungsguthabens".
    Die Gelder werden statt direkt an die Hochschulen zunächst in einen "Bildungstopf" der Studenten gesteckt. Person X hat also Y EUR zur Verfügung, um Erstausbildung und evtl. die spätere Weiterbildung (Aufbaustudiengänge, MBA) zu finanzieren. Die Universitäten legen Ihre "Preise" fest, die natürlich vom "Zuspruch" der Studenten, d.h. der Qualität der Lehre abhängen. Je schneller der Student seine Ausbildung beendet, desto mehr Geld bleibt ihm für die spätere Weiterbildung. Ein netter, weil positiver Anreiz. Die Universitäten sind gezwungen "Dienstleistungscharakter" zu entwickeln. Im übrigen habe ich selbst in der Berufschule mehr Service erhalten, als an der HU.

    Diese Maßnahmen sind natürlich unabhängig vom BaföG einzurichten, denn die Lebenshaltungskosten lassen sich nicht aus dem Bildungsguthaben finanzieren. Für das BaföG wünschte ich mir eine Anpassung an die durchschnittliche Studiendauer. Meinetwegen auch abzüglich eines Semesters.

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  7. Suesse 14.01.02 15:01

    100 % Zustimmung zu deinem 1. Absatz, Markus!!! Allerdings bin ich gerade deshalb der Meinung, das jegliche Form von Gebühren fürs Studium völlig fehl am Platz ist, denn man sieht bereits bei der heutigen noch weitgehenden Gebührenfreiheit, dass es sich viele Menschen nur mit größter Mühe leisten können, überhaupt zu studieren.

    Ein Ansatz wie die "Langzeitstudiengebühren" in Ba-Wü (ab dem 14. Semester, so weit ich weiss) bestraft nur wieder die, die langsamer voran kommen, weil sie nebenher arbeiten müssen.

    Ich muss zwar Christoph auch ein Stück weit Recht geben, wenn er das System für grundlegend reformbedürftig hält. Die Forderungen hören sich auch weitestgehend ganz sinnvoll an, aber ich halte es für absolut unrealistisch, dass sie als Paket umgesetzt werden. Den Anfang damit machen hieße im Endeffekt nur wieder, die Situation für (potentielle) Studierende aus nicht so gut situierten Elternhäusern noch mehr verschärfen. Ein Szenario, das ich für nicht so unwahrscheinlich halte, ist etwa flächendeckende Studiengebühren und dann werden halbherzig noch 2 oder 3 kleine Stipendien eingerichtet...

    Leistungsgerechte Bezahlung für Dozenten sehe ich auch eher ambivalent - klar müssen die Herren Päpste ihre Hintern bewegen, aber damit wird es eben nicht getan sein, es mangelt auch an der grundsätzlichen Konzeption des Studiums und der Stoffvermittlung. Die Betreuungsrelation (also Profs pro Studi) ist zB auch einer der wunden Punkte, an denen dringend gearbeitet werden müsste.

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  8. chr... 05.04.05 19:07

    ö

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  9. chr... 05.04.05 19:08

    ö

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  10. chr... 05.04.05 19:08

    hioöoi

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  11. chr... 05.04.05 19:08

    hoöh

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  12. chr... 05.04.05 19:08

    ohöoö

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  13. chr... 05.04.05 19:08

    ohi

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  14. chr... 05.04.05 19:09

    hio

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  15. chr... 05.04.05 19:09

    uzio

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  16. chr... 05.04.05 19:09

    zruo

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  17. chr... 05.04.05 19:51

    vcb

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