Interessantes Buch - "Die Bluff-Gesellschaft" - wer kann mitreden ?

not... 06.07.03 19:49

Hey squeaker!

Habe soeben das Buch "Die Bluff-Gesellschaft" von der im Bildungssektor recht bekannten (und manchmal verhassten, da unbequemen) Bärbel Schwertfeger gelesen.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen!

Vor allem die Kapitel über MBA Studiengänge, Titelhandel, unseriöse bzw. zumindestens zweifelhafte Akkreditierungsinstitute wie zB. die FIBAA (derenGeschäftsführer "Detlev Krahn@ auch auf dieser HP einen Artikel verfasst hat sind doch sehr aufschlussreich...

Ausserdem moechte ich gerne mit euch, wenn ihr wollt, ueber die Rolle der Medien in der taeglichen Berichtserstattung, ueber den gezielten Missbrauchs des Internets zur Meinungsmanipulation der Massen etc.. mit euch diskutieren.

Also nicht nur nach Lektuere dieses Buches staune ich immer wieder, was man zu manchen Themen immer wieder in den Medien hoert und generell gilt der Grundsatz: umso oefter man Unwahrheiten wiederholt, selbst wenn sie laengst als falsch widerlegt sind, irgendwann werden sie von der masse doch als die Wahrheit aktzeptiert und wahrgenommen.... ich finde diesen Umstand hoechst bedenklich !

Gruss nothrust

  1. chr... 06.07.03 20:59

    Hi "Nothrust"

    Dein zitierter.. "...umso öfter man Unwahrheiten wiederholt..." trifft wohl auch auf die Autorin zu...

    Ich habe das Buch auch gelesen. Ich hatte mich damals auf Aufklärung gefreut.

    Doch als ich die "Fakten" nachverfolgte, stellten sich einige ihrer "Recherchen" als bloße Behauptung heraus, bzw. als die =Wiederholung früherer Behauptungen.

    Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass jeder der nicht der Meinung der Autorin ist als inkompetent beschimpft wird und sie für ihre Argumentation immer wieder dieselben "Experten" zitiert (nennt man das Lobby? ;-) ), wobei diese nicht weniger umstritten sind, als die Angeklagten selbst.

    Ich empfehle auch die Rezension vom Manager Magazin (01/2003).

    Immerhin, wer am lautesten anklagt, wird dafür seine Gründe (oder Geldgeber) haben... ;-)

    Ich bin jedenfalls bei Gurus und Anti-Gurus gleichermassen kritisch und schalte meinen gesunden Menschenverstand auch bei (marktschreierischen) AnklägerInnen nicht aus...

    Zu Medien und Manipulation:
    Massenmanipulation hat es immer gegeben. Wer sich aber in verscheidenen Medien umschaut und nicht blind alles glaubt, was irgendwo geschrieben steht - ganz gleich ob Artikel oder Buch - sollte schon zu einer eigenen Meinung kommen.

    Wenn Dich das Thema mehr interessiert, empfehle ich Dir LeBon: "Psychologie der Massen" - so alt das Werk ist, so aktuell ist es... und gewiss gehaltvoller als der Aufklärungsklatsch der Neuzeit
    Le Bon z.B. sucht wenigstens nach Prinzipien und Mechanismen...

    Auch Brendl: "Clever Manipulieren" ist sicher eine bessere Investition, als der Bluff von "Wahrheitsbringern".

    Ach ja, wenn Du Dich wirklich für die Funktion der Medien interessierst, lies mal: Luhmann: "Die Realität der Massenmedien".

    Dann wirst Du wahrscheinlich viel mehr staunen und auch "Aufklärer" in ganz anderem Licht sehen... ;-)

    Viele Grüße

    Chris

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  2. Hen... 07.07.03 12:20

    Das Problem, das ich bei Journailsten sehe ist, das sie eine "story" entwickeln wollen (bzw müssen) um Leser zu interessieren - und die ist dann meistens aus der sicht einer der beteiligten "parteien" oder aber ihrer eigenen Meinung geschrieben. Mit objektiver Berichterstattung hat das meistens weniger zu tun aber viel damit die eigenen Weltverbesserungsideen zu verbreiten -- vielleicht nicht zuletzt weil es sich (bei denen die ich kennenglernt habe) eher um intelligente, aber unsichere Menschen handelt, die sich und der Welt meinen etwas beweisen zu müssen. Noch Fragen? ;)

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  3. Suesse 07.07.03 22:23

    Schon ein so hübsch reißerischer Titel machte hellhörig - beim Lesen BESTätigte sich der Verdacht ziemlich schnell. Das Buch hat bei mir insgesamt den Eindruck einer recht wahllosen Diffamierungskampagne hinterlassen (auch wenn durchaus in einigen der Stories irgendein wahrer Kern stecken mag). Schon oberflächlichste Recherchen zu einzelnen Themen bei Spiegel online oder in Tageszeitungen ergaben meist ein völlig anderes Bild der geschilderten "Skandale". Bleibt die Frage, an wem sich die Autorin wofür rächen will...

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  4. joe... 07.07.03 23:43

    Die "Autorin" maßt sich quasi allumfassendes Wissen insbes. über die von Dir angesprochenen MBA-Programme an, obgleich Sie selbst nicht einmal einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss hat und verdammt konsequent alles, was nicht mind. AACSB/EQUIS&AMBA - Akkreditierung gleichzeitig hat und behauptet zudem, NUR AACSB-Titel aus den USA dürften überhaupt in Deutschland geführt werden bzw. nur diese würden nostrifiziert (in absoluter Verkennung der Tatsache, daß es sogar einige weltweit anerkannte Top Schools gibt, die auf kostpflichtige Privatakkreditierung verzichten, weil sie es einfach nicht für nötig befinden, da sie bereits überall anerkannt sind) - hinzu kommt, dass diese Aussage schlichtweg und absolut falsch ist, denn bei den deutschen Kultusministerien bekannten (US-) Hochschulen (beispielsweise State Universities), die regionally accredited sind, kann ebenfalls eine Nostrifizierung erfolgen. Die gute Dame jedoch beharrt so sehr auf ihrer Meinung, dass Sie mitunter sogar persönlich angreifend und sogar bedrohend wird und ihree journalistische Objektivität auf´s Äußerste vermissen läßt. Auf Argumente - und sogar GegenBEWEISE - hört sie schlichtweg nicht und spult stur und wieder und wieder ihr verqueres Denken ab. Mir ist absolut unverständlich, wie Zeitschriften wie JungeKarriere oder Wirtschaftswoche an einer derart verbohrten und meiner Ansicht nach nicht wirklich von Kompetenz beschlagenen Redakteurin festhalten können - recherchieren die Redaktionen denn nicht nach?
    Das hier angesprochene Buch ist Polemik pur und hat genau so viel Inhaltskraft wie ihr vorher geflopptes MBA-Buch.
    Die "im Bildungssektor recht bekannte" Bärbel Schwertfeger ist m.A. nach dort eher recht berüchtigt, und zwar auch bei Vertretern absolut ernstzunehmender Institutionen (und nicht nur der FIBAA, die bekanntermaßen nahzeu alles akkreditiert, was zahlt (hauptsächlich FH´s) - nichtsdestotrotz handelt es sich bei der FIBAA um eine Organisation, die das offizielle Siegel des Dt. Akkreditierungsrates verleihen darf und damit - zumindest so lange, bis dies widerrufen wird (wovon man nicht ausgehen kann) - eine ernstzunehmende und völlig legitime Akkreditierungsagentur ist (wenn auchmit Sicherheit keiner AACSB ebenbürtig, das gebe ich gerne zu).
    Tante Schwertfeger ist festgefahren in ihrem Denken und hat nichts, aber auch gar nichts "aufgedeckt", was nicht ohnehin schon (dem interessierten und zwischen den Zeilen lesenden) intelligenten Menschen bekannt wäre.
    Polemik i.V.m. Profitdenken lassen einen solchen Titel entstehen, nicht Aufklärungsjournalismus (den ich mir explizit wünschen würde).
    Mein Fazit: Finger weg von diesem Buch! (lest einen Artikel von ihr, dann wißt Ihr, was ich meine).
    Oder, wenn Ihr dieses Buch tatsächlich gelesen habt und für gut oder auch schlecht befunden habt - dann teilt bitte auch möglichst vielen Menschen mit, und zwar auf Amazon.de ("Leserrezensionen"):

    http://www.Amazon.de/exec/obidos/ASIN/3527500383/qid=1057614219/sr=2-1/ref=sr_aps_prod_1_1/302-9665270-5467236

    (evtl. auftretende Leerzeichen bitte nach dem Kopieren in die Browserzeile löschen! dabei handelt es sich um einen Fehler vom System)

    Grüße,
    Jörg

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  5. Mankind 03.12.04 20:57

    Das Buch ist nicht schlecht, erinnert aber
    häufig an eine "BEST-Of Compilation". Ich
    habe letztens "Der Griff nach der Psyche"
    von Bärbel Schwertfeger gelesen und fand'
    das Buch vom Aufbau her wesentlich
    konsitententer. "Die Bluff-Gesellschaft"
    erinnert mehr an eine Sammlung Ihrer
    Artikel in der Wirtschaftswoche, wo einfach
    nur noch ein Vorwort und ein
    publikumswirksamer Titel hinzugefügt
    wurden um dann es dann dem Publikum zu
    präsentieren. Schade, ich glaube, dass die
    Autorin viel mehr kann.

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