Irak-Krieg

Mona 19.03.03 21:08

Hallo squeaker!Ich denke, uns alle beschäftigt derzeit besonders das Thema "Irak" . in Anbetracht der Tatsache, dass in ein paar Stunden das Ultimatum abläuft, Frage ich mich, wie es euch geht. Welche Standpunkte habt ihr bezüglich der Haltung Bushs/USA? Viele Umfragen ergaben auch, dass die USA jegliche Sympathie verlieren...
vgl.: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,241090,00.html

Was mich aber vor allem interessiert, ist die Frage, was ihr meint, was nun alles auf uns zukommt..(Einige Stichworte seien da nur Terrorismus, Giftgas...)

  1. dos... 19.03.03 23:07

    Ich denke der US-Präsident George W.Bush gehört vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag. Leider wird dies nur ein Wunsch bleiben.

    Die vorgehensweise der US-Administration verurteile ich auf schärfste und hoffe das diese Regierung bei den nächsten Präsidenten Wahlen abgewählt wird.

    Ich werde mich jetzt nicht dazu hinreißen lassen die gesamte US-Bervölkerung zuverurteilen, denn auch in den USA gibt es Menschen die differenzieren und eine andere Meinung als die der US-Administration akzeptieren, bzw. ebenfalls gegen den Krieg sind.

    Weiterhin bin ich inzwischen der Meinung das die UN ihre legimitation nicht verloren haben.

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  2. MelesMeles 20.03.03 02:48

    Folgendes Szenario ist zwar nicht ganz ernst gemeint... aber Übertreibung macht anschaulich:
    http://www.idleworm.com/nws/2002/11/iraq2.shtml

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  3. Mona 20.03.03 10:21

    Ich denke, gerade solche "karikativen" Szenarien spiegeln unsere Befürchtungen und Ängste besonders deutlich wider.

    Man beachte, dass Leerzeichen zwischen iraq und 2 zu entfernen, dann funktioniert der Link auch einwandfrei! ;-)

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  4. curlz 20.03.03 11:45

    "A Letter from Michael Moore to George W. Bush on the Eve of War" - http://www.michaelmoore.com

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  5. Anonym 20.03.03 16:46

    real satire...hoffe nicht, dass es so kommt...;-()

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  6. Hen... 20.03.03 12:03

    tja ... eine Antwort auf mehreren Ebenen:

    0) ok Bush hat ja recht damit dass appeasement in den meisten Fällen nichts bringt oder gebracht hat, dass Aggressoren, Diktatoren etc. bekämpft und beseitigt werden müssen, dass Saddam sicherlich auch dazu zählt...

    a) pragmatisch: we can't change it anyway - so lets get over with it as soon as possible - gilt auch für Schröder - damit ist seine "Politik" wenn sie nicht abgesprochenes god cop-bad cop Spiel war - zu verurteilen.
    Jemanden der so fixiert wie Bush / Teile der US-Administration ist, kann man damit nicht beeinflussen - da sind mit den Terroristen und Bush die richtigen aufeinander getroffen, das muss knallen ...
    Schröder hätte nur ein Chance gehabt, wenn er Bush erst nach dem Mund geredet hätte und das mit einer subtilen Umlenkung der amerikanischen Wut in eine andere Politik verbunden hätte ...
    Es scheint in den USA eine Tendenz zu einfachen Lösungen zu bestehen - Dominotheorie, Clash of Civilizations, etc. pp. damit kann man sich das Leben intellektuell einfach machen - den Komplexitäten der Realität kann man damit kaum gerecht werden... Dies ist ein Weg zu schnellen Erfolgen und dazu schnell wieder obsolet zu werden. damit ist man schnell getriebener seiner vergangenen entscheidungen ... mE der Hauptnachteil des amerikanisvhen way of life... (thinking)

    b) historisch-politisch verdanken wir die jetzige verfahrene Lage und die Existenz diktatorischer Regime massgeblich auch den USA. Sie haben das durch die Stützung von dikatotorischen Regimen und idealistischen Terroristen, die sie dann wieder haben fallen lassen, verbockt, dafür also sollten sie auch den Mist alleine wieder aufräumen.

    c) Deutschland hat mit dem zweiten Weltkrieg einiges zur Entstehung der Lage beigetragen und der wiederum resultiert aus der vermurksten Politik vor und nach dem 1. Weltkrieg... Stellt sich die Freg nach dem Beitrag / Verantwortung.
    Was fehlt ist das Politiker und Völker sich in dei Lage anderer versetzen und die Interessen anderer Völker Staaten anerkennen.
    Instrument dieses Ausgleichs sollten historisch Völkerbund und UN sein ... wenn man da nicht hinter steht so wie die USA viel zu oft dann braucht man sich nicht zu wundern, dass die nicht funktionieren. Und wenn man seine Position unpädagogisch und undemokratisch durchdrücken will ann produziert man mehr Gegendruck als es eigentlich geben müsste ... das ist was an der Politik er USA in den letzten Jahrzehnten gewaltig schief gegangen ist.

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  7. MelesMeles 21.03.03 01:05

    Montag, 17. März 2003

    Lieber Gouverneur Bush,

    heute ist also der Tag, an dem, wie Sie es nennen, die "Stunde der
    Wahrheit" gekommen ist, der Tag an dem "Frankreich und der Rest der Welt

    ihre Karten auf den Tisch legen müssen".

    Ich bin froh, dass dieser Tag nun endlich da ist. Denn, das muss ich
    Ihnen sagen, nach 440 Tagen mit Ihren Lügen und Ihren Halbwahrheiten war

    ich nicht sicher, ob ich das noch länger ausgehalten hätte.

    So bin ich beruhigt zu hören, dass heute der Tag der Wahrheit gekommen
    ist, denn ich möchte Ihnen gerne ein paar Wahrheiten mitteilen:

    1. Es gibt im Grunde genommen NICHT EINEN in Amerika (ausgenommen
    Talk-Radio-Spinner und Fox News), der Gung-Ho-mäßig [Gung Ho ist ein
    Plastiksoldat, Anm. d. Red.] wild darauf ist, in den Krieg zu ziehen.
    Vertrauen Sie mir in diesem Punkt. Gehen Sie aus dem Weißen Haus heraus
    in irgendeine Straße und versuchen Sie, fünf Leute zu finden, die
    leidenschaftlich gerne Iraker umbringen möchten. SIE WERDEN SIE NICHT
    FINDEN! Warum? Weil keine Iraker jemals hierher gekommen sind und einen
    von uns getötet haben. Kein Iraker hat jemals gewagt, dies zu tun. Sie
    sehen, so denken wir Durchschnitts-Amerikaner: Wenn irgend jemand
    irgendetwas tut, was nicht als Angriff auf unser Leben wahrgenommen
    wird, dann - glauben Sie es oder nicht - wollen wir ihn nicht töten.
    Lustig, wie so was läuft.

    2. Die Mehrheit der Amerikaner - die, die Sie niemals gewählt haben -
    sind nicht auf Ihre Gehirnwäsche hereingefallen. Wir wissen, was die
    wirklichen Probleme sind, die unser tägliches Leben betreffen - und
    keiner fängt mit einem I an und hört mit einem K auf. Das hingegen macht

    uns wirklich Angst: Zweieinhalb Millionen Menschen verloren Ihre Arbeit,

    seitdem Sie im Amt sind, die Börsenkurse sind zu einem schlechten Witz
    verkommen, keiner weiß, ob die Rentenfonds in Zukunft noch existieren
    werden, Benzin kostet mittlerweile fast zwei Dollar - diese Liste könnte

    noch endlos fortgesetzt werden. Den Irak zu bombardieren, wird keine
    einzige Lösung dafür bringen. Es gibt nur eins: Sie müssen gehen, damit
    die Dinge sich verbessern können.

    3. Wie [der Talkshow-Moderator, Anm. d. Red.] Bill Maher letzte Woche
    sagte: Wie tief sind Sie gefallen, um einen Beliebtheitswettbewerb gegen

    Saddam Hussein zu verlieren? Die ganze Welt ist gegen Sie, Mr. Bush.
    Zählen Sie die Amerikaner dazu.

    4. Der Papst hat gesagt, der Krieg sei falsch, er sei eine SÜNDE. Der
    Papst! Aber es kommt sogar noch schlimmer: Die Dixie Chicks sind nun
    auch gegen Sie. Wie tief muss es noch mit Ihnen bergab gehen, bevor Sie
    merken, dass Sie Armee von nur einem Menschen in diesem Krieg sind.
    Natürlich ist das ein Krieg, in dem Sie nicht persönlich kämpfen müssen.

    Genauso als Sie sich unerlaubt von der Truppe entfernten und die anderen

    armen Kerle statt Ihrer nach Vietnam verschifft wurden.

    5. Von den 535 Mitgliedern des Kongresses hat nur EINER (Sen. Johnson
    aus South Dakota) seinen Sohn oder seine Tochter beim bewaffneten
    Militär eingetragen. Wenn Sie wirklich für Amerika einstehen wollen,
    schicken Sie bitte sofort Ihre Zwillingstöchter nach Kuwait und lassen
    Sie sie dort Ihre chemischen Armee-Sicherheitsanzüge tragen. Und lassen
    Sie uns sehen, ob alle Mitglieder des Kongresses mit Kindern im
    militärfähigem Alter ihre Kinder für diesen Kriegseinsatz opfern würden.

    Was haben Sie gesagt? Das glauben Sie nicht? Gut, okay, wissen Sie was -

    das glauben wir auch nicht!

    6. Schlussendlich: Wir lieben Frankreich. Gut, sie haben einige Dinge
    richtig verbockt. Ja, einige von ihnen können sogar verdammt nerven.
    Aber Sie haben vergessen, dass wir dieses Land [die USA] nicht mal als
    Amerika gekannt hätten, wenn es die Franzosen nicht gegeben hätte. War
    es nicht mit ihrer Hilfe während des Revolutionskrieges, mit der wir
    gewonnen haben? Und waren es nicht unsere größten Denker und
    Gründerväter - Thomas Jefferson, Ben Franklin etc. -, die viele Jahre in

    Paris verbrachten, wo sie die Konzepte überarbeiteten und verfeinerten,
    die uns zu unserer Unabhängigkeitserklärung und unserer Verfassung
    geführt haben? War es nicht Frankreich, das uns die Freiheitsstatue
    geschenkt hat? War es nicht ein Franzose, der den Chevrolet gebaut hat,
    und waren es nicht ein paar französische Brüder, die das Kino erfanden?
    Und nun tun sie das, was nur ein guter Freund tun kann - Ihnen die
    Wahrheit über Sie, Mr. Bush, sagen, geradeheraus und ohne Umschweife.
    Hören Sie auf, auf die Franzosen zu pinkeln, und danken Sie ihnen, dass
    die es endlich einmal richtig machen. Wissen Sie, Sie hätten wirklich
    mehr verreisen sollen (zum Beispiel ein Mal), bevor Sie Präsident
    geworden sind. Ihre Ignoranz gegenüber der Welt hat Sie nicht nur
    lächerlich aussehen lassen, sondern hat Sie auch in eine Ecke gedrängt,
    aus der Sie nicht wieder herauskommen.

    Hey, nehmen Sie es nicht so tragisch - jetzt kommen die guten
    Neuigkeiten: Wenn Sie diesen Krieg wirklich durchziehen, wird er mit
    ziemlicher Wahrscheinlichkeit schnell vorbei sein, denn ich schätze,
    dass es nicht viele Iraker gibt, die ihr Leben zum Schutze Saddam
    Husseins lassen wollen. Nachdem Sie den Krieg gewonnen haben, werden Sie

    einen enormen Zuspruch in der Bevölkerung erfahren, da jeder Gewinner
    liebt - und wer möchte nicht ab und zu einen ordentlichen Arschtritt
    sehen (vor allem, wenn es ein Dritte-Welt-Arsch ist). Also, versuchen
    Sie Ihr Bestes und tragen Sie diesen Sieg den ganzen Weg bis zur Wahl im

    nächsten Jahr mit sich. Natürlich ist das noch ein weiter Weg, und so
    haben wir alle noch eine lustige Zeit vor uns, während wir zugucken, wie

    die Wirtschaft immer weiter den Bach runtergeht!

    Aber, Mensch, wer weiß, vielleicht finden Sie ja Osama ein paar Tage vor

    den Wahlen! Sehen Sie, SO müssen Sie denken! Bloß nicht die Hoffnung
    aufgeben! Tötet Iraker - sie haben unser Öl!!!

    Hochachtungsvoll

    Michael Moore


    http://www.n-tv.de/3147510.html

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  8. runaway 21.03.03 10:40

    Bedingt durch die schwere und zeitintensive Abschlußphase, die jede/r Student/in mal durchmacht, habe ich bislang diesen Konflikt nur halbherzig verfolgen können.
    Der "2.Golfkrieg" bzw. der "2.G.Bush-Krieg" ist sicherlich sehr unapettitlich; denn, mir ist folgendes passiert: Ich hatte gerade mit dem Bügeln angefangen, da erschienen im Fernsehen jene schwammigen Bilder von Bomben, die auf Bagdad einschlugen. 3 Hemden später trat der 1.Experte vor die Kamera und erklärte den Zuschauern, was sie wahrscheinlich seit Monaten schon wußten. Ich denke, es ist mittlerweile kein Geheimis mehr, daß es G.W.Bush und seiner dahinterstehenden Lobby nur um Erdöl+Erdölkontrolle des gesamten Nahen Ostens einerseits und Sicherheit für Israel andererseits geht. Saddam - ein ehemaliger offizieller CIA-Agent wohlbemerkt - ist ein genauso hochdämonisierter (Alibi-)Feind wie der ehemalige Bush-Finanzor Bin Laden. Die scheinheilige Bekümmertheit um die Menschheit seitens Bush und Blair schlägt einem auf den Magen - daher ist das ganze "unapettitlich". Verstehen tue ich nur nicht, warum die Zivilbevölkerung stets das Alibi-Opfer des Krieges sein muss.
    Nach Clinton hätte ich einen Bush nicht für möglich gehalten...das beste Plakat unter den Demonstrierenden gestern lautete: "Bush, leave the world in 48 hours!"
    Gehe aber ausdrücklich mit dosi einher: die amerikanische Bevölkerung ist nicht mehrheitlich für einen Krieg gewesen...ich habe Freunde dort, die Bush und seine Politik absurd finden...einem guten Teil fehlen sogar die nötigen background-information, so daß Kritik erst garnicht entsteht..Schade, daß es mit der Pressefreiheit und dem Rechtsstaat in den USA soweit gekommen ist...das letztere äußert sich in der Entwicklung, wie mit den angeblichen Taliban auf Kuba verfahren wird...willkürlich..

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  9. Hen... 23.03.03 10:42

    nur Erdöl ist falsch: es geht um das politische Kalkül in einer Region in der Öl liegt, Ruhe + Stabilität zu haben ... das nützt auch D über niedrige(re) Ölpreise und "Sicherheit".

    D.h. deine Chancen einen Job zu haben oder zu halten und die Deiner Kinder steigen mit dem Krieg mittelfristig ...

    und Saddam ist ein Tyrann - Du erinnerst Dich an die Diskussion über Tyrannenmord?

    Vorzuwerfen ist den USA nicht, dass sie ihn (und andere) weghaben wollen, sondern wie sie das tun - insbesondere dass sie ihn mitaufgebaut haben und es nicht schon vor Jahren getan haben, als sie die Chance hatten. Rest siehe oben.

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  10. dos... 23.03.03 13:13

    Hi Henning,

    so wie die USA, bzw. deren Verbündeten vorgehen ist dies Bruch des Völkerechts, denn die UN-Resolotion 1441 reicht imho nicht aus um diese mil. Aktion zudecken.

    Gibt es stichfeste beweise das Saddam Hussein mit einem internationalen Terrornetzwerk wie alquaida in Verbindung gebracht wurde? Nein, auch nicht das was die USA bisher als Argumentation geliefert haben.

    Deiner Argumentation zufolge müsste demnach jeder Diktator, wenn er nicht von selber vom Amt zurücktritt, entmachtet werden. Zur Not auch mit militärischer Gewalt.

    Ich sehe bisher in diesem Irak-Krieg keine pol. Stabilität oder die Chance für neue Jobs kommen. Das Gegenteil wird imho der Fall sein, pol. instabilität in der ganzen Nah-Ost Region.

    Gruss
    Dosi

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  11. Hen... 23.03.03 19:52

    na ja es könnte tatsächlich sein, dass Bush vor dem gennanten Gericht landet bzw landen soll - wenn sich die von Dir genannte Rechtsauffassung durchsetzt. Und ... wenn gilt: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr soll gehen."

    Es sollte immerhin zu denken geben, dass amerikanische Juristen die Lage anders einschätzen ... zu Grunde liegt vermutlich eine andere Einschätzung der Gefährlichkeit des Irak. Das ist letzten Endes vermutlich auch von kulturellen Werten, die die Sicht auf Verhaltensweisen bedingen abhängig.

    Was Saddam angeht, ist Al Qaida gar nicht nötig um seinen Abgang zu rechtfertigen:
    http://www.nahost-politik.de/irak/osten-sacken.htm - vielleicht nicht gerade eine unvoreingenomme Quelle in diesem Fall, aber zumindest an die Bilder von den Kurdenmassakern sollten wir beide uns noch ganz gut erinnern können, oder?

    Ich hab noch mal darüber nachgedacht warum die US-Regierung so heftig reagiert - was auf Angst schliessen lässt ... sie haben die Leute die heute "ein Problem" sind aufgebaut und ausgerüstet ... von daher können sie sie persönlich oder nach Akten vielleicht ganz gut einschätzen. Sollte man mal drüber nachdenken.

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  12. Suesse 24.03.03 14:43

    Dosi/Henning: Der Grund fuer die andere Beantwortung der Frage durch US-Juristen liegt doch auf der Hand: Wie viele juristischen Fragen wird sie i.E. entsprechend der politischen Ueberzeugung beantwortet. Es ist also nicht unbedingt eine andere Einschaetzung der Gefaehrlichkeit des Irak, sondern m.E. einfach ein Argumentieren vom Ergebnis her.

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  13. sve... 31.03.04 17:30

    So Dosi,

    das mit der Instabilitaet der Region ist dann wohl nicht ganz so eingetroffen, wie es die Apokalyptiker in Deutschland es vorausgesagt hatten. Wir sehen im Gegenteil, dass der Iran ploetzlich doch Kontrollen seines Atomprogramms zulassen moechte, dass der glorreiche Revolutionsfuehrer aus Lybien ploetzlich ganz handzahm ist, und dass den Saudis langsam mulmig wird, so dass auch sie anfangen, mal ernsthaft was gegen Terrorosten zu Unternehmen. Alles in allem gar nicht so schlecht.
    Und was spraeche eigentlich dagegen, jeden verdammten Diktator auf der Welt mit Waffengewalt von seinem Thron zu kicken? Die Methode hat in Deutschland ganz gut funktioniert, ich bin jedenfalls ganz froh, heute auch noch andere Farben als braun tragen zu duerfen. Und wenn Du mir mit dem Voelkerrecht kommst, dann erklaer mir doch mal, wann das Voelkerrecht in den letzten 50 Jahren eine Demokratie geschuetzt hat, und wie haufig sich Diktatoren auf dieses "Recht" berufen haben.

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  14. origami 24.03.03 07:06

    es geht nicht nur ums öl. man nehme sich eine karte der region, dann sieht man schon, welche "zentrale" rolle der irak spielt. gut zu sehen zb. hier:
    http://www.derreisefuehrer.com/images/contmaps/mea.gif (denkanleitung: man klebe den irak mit anderen ländern zusammen, die schon "uns" gehören. so sieht man dann auch leicht, welches land als nächstes auf der liste der unter kontrolle zu brigenden länder steht.)

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  15. Hen... 24.03.03 11:14

    Syrien, Jordanien(??), Saudi-Arabien, Iran... Saudi-Arabien stelle ich mir als besonders heikel vor - zentrale politische und finanzielle Rolle, mal abgesehen vom Öl...könnte also sein dass sie über die Band spielen und hoffen dass sich da "von selbst" etwas bewegt.

    Um die ganze Sache etwas abkühlen zu lassen, könnten sie auch erstmal den Fokus auf Nordkorea legen... und in ein paar Jahren auf die arabische Welt zurückkommen.

    Ehrlich gesagt glaube ich aber nicht dass die politische Führung so denkt. Die "Verwaltung" schon eher. Politiker: Viel zu oft getrieben von der politischen Entwicklung.

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  16. Suesse 24.03.03 13:09

    Politisches Kalkuel bzgl. Oel-Region - ja, Henning. Aber ich denke, dass es D nicht unbedingt nuetzen wird. Im Gegenteil, die Kontrolle ueber dieses Gebiet laesst sich prima benutzen, um der wirtschaftlichen Konkurrenz aus Europa mittels diktierter Oelpreise Probleme zu bereiten. Angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung und der eben erst demonstrierten Staerke des UN-Sicherheitsrates ist eine Machtdemonstration der USA auf diesem Gebiet nicht so fernliegend.

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  17. Suesse 24.03.03 13:31

    Politisches Kalkuel bzgl. Oel-Region - ja, Henning. Aber ich denke, dass es D nicht unbedingt nuetzen wird. Im Gegenteil, die Kontrolle ueber dieses Gebiet laesst sich prima benutzen, um der wirtschaftlichen Konkurrenz aus Europa mittels diktierter Oelpreise Probleme zu bereiten. Angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung und der eben erst demonstrierten Staerke des UN-Sicherheitsrates ist eine Machtdemonstration der USA auf diesem Gebiet nicht so fernliegend.

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  18. Hen... 24.03.03 17:16

    @Suesse:

    Oelpreise lassen sich primadurch Steuerveringerung senken

    Beweise fuerArgumantation vom Ergebsnis her?

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  19. Hen... 30.03.03 18:43

    D ist wesentlich weniger vom Öl abhängig als USA

    ausserdem brauchen sie Europa / D für das nitty-gritty des Wiederaufbaus

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  20. Suesse 31.03.03 18:30

    das schon... aber nicht als starken wirtschaftlichen bzw. politischen Gegenpol...

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  21. runaway 25.03.03 08:01

    @Henning
    Vielleicht sollte ich es klarer herausstellen: Man kann nicht von einer Befreiung Iraks von einem Diktator sprechen und das Volk, welches ja angeblich in den Genuß dieser Befreiung kommen soll, durch Bombardements töten. Das wird man - historisch gesehen - als Deutscher eher nachvollziehen können. Es kann nicht sein, daß wir von einer entwickelten zivilisierten Welt reden und im 21. Jhrdt immer noch Bomben auf zivile Städte werfen; auch wenn man meint, es wäre die effektivste Kriegsführung. Dann müssen sich die, die das tun, auch mit dem berechtigten Vorwurf der Primitivität und des Mordens abfinden. Ich hätte mich nicht derart aufgeregt, wenn in diesem Krieg nur Soldat gegen Soldat stehen würde. Bush wird meiner Meinung nach in den Geschichtsbüchern der Zukunft als Verbrecher gelten, bestimmt nicht als Befreier irgendeines Landes.
    Außerdem wüßte ich nicht, welchen Anspruch die USA und ihre Koalition auf die Erdölreserven des Nahen Ostens hätte. Daß sie diese brauchen, kann kein Argument für sich sein. Was ist mit den "Jobs" und "Kindern" jener Länder, die nunmal diese Naturalvorkommen haben. Die machen sich auch ihre Gedanken um ihre Zukunft.
    Im übrigen ist Saddam sicherlich ein Tyrann und gehört weg von der Macht, aber bitte nicht auf diese rücksichtslose Weise...

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  22. dos... 25.03.03 09:15

    Hi Run,

    ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen.

    @Henning
    Du schreibst etwas von Öl und Jobs.
    Meinst du die Jobs der Aliierten? Was ist mit den Irakern? Die haben nach dem Kalkül der US-Administration scheinbar kein anrecht auf Jobs. Es geht meiner Meinung nach nur um Öl damit die USA ihre Resourcenverschwendung weiterführen kann.
    Die Einführung der Demokratie ist dabei nebensache. Und wenn Demokratie, dann nach dem Vorbild der USA, das dabei die kulturellen Gegebenheiten, islamischer Glauben der extremer sein dürfte als wir ihn in der westlichen Welt kennen, dürfte keine Akzeptanz finden.

    Es kann wohl kaum sein, das die USA für sich in Anspruch nehmen die Demokratie und die Freiheit erfunden zuhaben.
    Denn das versucht die US-Administration gerade der restlichen Welt klarzumachen.
    Und die Vorgehensweise einen Angriffskrieg zuführen passt imho nicht ins 21.Jahrhundert.
    Wahrscheinlich mußte jetzt der Krieg anfangen, damit die USA, bzw. GB nicht noch mehr Geld mit der Truppenstationierung am Golf versenken ohne das man das Ziel erreicht hat - die Ölquellen unter US-Kontrolle zubringen.

    Was ist deiner Meinung nach mit den Zivilisten die bereits jetzt schon getötet wurden? Haben die kein Recht auf Leben, nur weil ein Diktator herrscht und man halt bei der Beseitigung des Regimes kolateral Schäden einplanen muss.

    Den Aufstand von innen heraus haben die USA ja erfolgreich ignoriert (Kurden, bzw. Schiiten Aufstand) aber jetzt Krieg führen, damit Saddam Hussein beseitigt wird ...

    Vieleicht führt dieser Krieg den Regierungen vor Augen, das man sich mehrmals überlegen sollte an welche Länder man Waffen oder Technologie liefert die später dazu benutzt werden kann um ABC-Waffen herzustellen.

    Gruss
    Dosi

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  23. Nic... 25.03.03 19:23

    Meiner Meinung nach muss jemand die Zügel anziehen. Die EU und die UN haben es jedenfalls nicht geschafft, das Regime zu beseitigen. Also ist der Schlag mehr als gerechtfertigt, damit die Welt sieht, dass es eine Ordnungsmacht gibt. Leider verläuft der Krieg nicht so schnell, wie alle gehofft haben. Die Alliierten sollten härter eingreifen und die neue Bombe nutzen, um die Irakis endgültig auszuschalten. Dann gibts wenigstens nicht so viele zivile Opfer.

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  24. Suesse 25.03.03 19:41

    Hm... wenn alle so denken wuerden, haetten wir ziemlich schnell eine voellig plattgebombte Welt, fuerchte ich. Wer bestimmt denn dann die Kriterien dafuer, wann ein Regime beseitigt gehoert? Ausgerechnet die USA, die selbst die Todesstrafe vollstrecken, Kriegsgefangene entrechten (vgl. angebliche Taliban auf Guantanamo), etc.? Duerften deshalb irgendwelche anderen Staaten die USA bombardieren?
    - Um soetwas zu vermeiden, gibt es in der Staatenpraxis eigentlich schon sehr lange den Grundsatz, dass sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten eingemischt wird.

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  25. Hen... 25.03.03 20:08

    @suesse: ich bin mir da nicht so sicher, ob wir völlig plattgebombt wären - obwohl es sich definitv nicht ausschliessen lässt. hängt vom verhalten der akteuere, ihrer rationalität bzw wahrnehmung und verständnis für den/die anderen ab!!!!

    die mutually assured destruction hat zu einem unangenehnem aber bisher letztendlich wesentlich stabileren gleichgewicht geführt als die aufhebung des ostwest-konfliktes danach... (sicherlich sind die folgen heute auch folge der politik während des ost-west-konfliktes ... und insbesondere der verfehlten politik danach).

    an die Juristen unter euch: warum haben wir das konzept der wehrhaften demokratie, und des finalen rettungsschusses entwickelt?

    weil (potentiellen) "übeltätern" a) das handwerk auch von aussen und notfalls mit gewalt und todesfolge gelegt werden können soll und b) aufgrund der abschreckungswirkung von vorneherein (wobei darüber zugegebenermassen auch diskutiert wird).

    warum soll so etwas nicht auch auf staatsebene zu rechtfertigen sein - wenn man es auf individueller ebene akzeptiert? unschuldige können in beiden fällen zu schaden kommen! die überlegung ist zumindest tendenziell auch die zahl derjenigen die insgesamt über Die Zeit schaden nimmt zu minimieren. - na ja vielleicht auch nur politik zu machen, aber es gibt zumindet eine argumentationslinie auf der man diesen krieg unter den voraussetzungen der vergangenheit zähneknirschend akzeptieren kann: als kleineres übel unter alternativen zukünftigen szenarien.

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