Jack the Ripper als CEO

meydo 26.08.04 21:36

US-Studie: Im Management steigt der Anteil von psychopathischen Charakteren

Berlin - Hannibal Lecter als Personalchef, Jack the Ripper als Vorstandsvorsitzender. Unvorstellbar, meinen Sie? Stimmt wohl - aber leider nur zum Teil.
Der New Yorker Wirtschaftspsychologe Paul Babiak schlug jetzt auf einem Wissenschaftskongress in Stockholm Alarm: Unter Managern sei der Anteil von Personen mit "dissozialer Persönlichkeitsstörung" - die moderne Umschreibung des offiziell ausgemusterten Begriffs "Psychopathen" - ganz besonders hoch. Mit steigender Tendenz. In der Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil etwa ein Prozent. Babiak aber erklärte nun, er habe als langjähriger Berater vieler US-Firmen unter 100 Angestellten jeweils rund acht als Psychopathen erkannt - und die auch noch stets in gehobenen Positionen. Diagnose: "Corporate Psychopathy".
Zwar seien die Betroffenen, anders als berühmte Menschenfresser in Film oder Historie, kaum körperlich aggressiv. Doch ihre Unberechenbarkeit, die Freude am Schikanieren und ausschließliche Selbstbezogenheit schädigten nicht nur die Mitarbeiter, sondern könnten darüber hinaus ganze Konzerne in den Abgrund treiben. Nach Meinung von Robert Hare, einem der bekanntesten Psychopathologen, mit dem zusammen Babiak demnächst das Buch "Snakes in Suits" herausbringen wird, hätte manch großer Bilanzskandal - wie der bei Enron - vermieden werden können, wenn die oberen Etagen auf "Corporate Psychopathy" abgeklopft worden wären.
Die beiden Experten, die nicht nur die großen Konzerne, sondern auch Behörden wie das FBI beraten, erkennen natürlich: Den mitunter sehr ehrgeizig und intelligent auftretenden Psychopathen kommt es zupass, dass einige ihrer Eigenschaften wie etwa Skrupellosigkeit oder Mangel an Emotionen hier und da auch erwünscht sind. Da sich die Unternehmen damit aber auf die Dauer selbst schaden, haben Babiak und Hare eine 107 Punkte umfassende Checkliste ("B-Scan 360") ausgearbeitet, ein Frühwarnsystem für Anstellungen in gehobenen Positionen ("impulsiv?", "auch unter psychischem Druck völlig cool?" "Frustrationstoleranz?").
Für die Wissenschaftler stecken hinter ihren Erkenntnissen freilich auch Vorteile, ihr Forschungsfeld erweitert sich. Hare sagt: "Könnte ich die Psychopathen nicht im Gefängnis studieren - an der Wall Street würde ich genug von ihnen finden."

  1. Steve_25 27.08.04 14:25

    Ich habe im Radio einen aehnlichen Beitrag ueber die Studie gehoert. Interessant und gleichzeitig erschreckend, oder? Ist dann folgendes eine logische Konsequenz(?): Wer Erfolg haben will, sollte Psychopath werden?!?

    Ich meine das natuerlich nicht ernst. Den Beitrag finde passt sehr gut in die squeaker website. Bin gespannt auf weitere Reaktionen!

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  2. Anonym 30.03.05 11:55

    Juhuuuu!!

    Meine Karriere is gesichert! :)

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