Kirch Insolvenz

Anonym 06.04.02 23:27

Hi @ all!
Mich würden Eure Gedanken zu Kirchs "Pleite" interessieren. Glücksfall für die Demokratie, weil ein extrem mächtiger Medien-Mogul zurechtgestutz wird? Problematisch, da Murdoch in eine ähnliche Richtung tendiert?
Und ferner: Wer trägt am meisten Verantwortung für die jetzt bald Arbeitslosen? Kirch selber, der mit Premiere und Fußballizenzen den Hals nicht voll kriegen konnte? Breuer von der Deutschen Bank, der Kirchs Kreditwürdigkeit öffentlich in Zweifel zog? Die Leute von Springer, die sich bei ihrem Spielchen vielleicht gar nicht bewußt waren, was sie da tun?

  1. cpo... 07.04.02 10:19

    Tja, wem soll man da die Schuld geben.
    An erster Linie Herrn Kirch wohl selbst, der sich mit seiner Pay-TV-Strategie wohl maßlos überschätzt hat und die Deutschen Verbraucher doch nicht abzocken konnte.
    Das hinter der Insolvenz politische Spielchen seitens Stoiber, Schröder, Breuer, Springer, etc... getrieben werden ist sicherlich auch alles andere als korrekt.

    Die Arbeitslosen sind mal wieder das schwächste Glied in der Kette, wie so häufig. Aber für das Mitleid werden sie sich auch nichts kaufen können.

    Zu dem ersten Teil Deiner Aussage möchte ich folgendes sagen. Zum einen beantwortest Du Dir Deine Frage schon selbst. Was bringt es, wenn ein Mogul durch den zweiten abgelöst wird.

    Positiv ist sie sicherlich nicht zu werten, da der Medienstandort Deutschland nicht erst seit den Problemen bei EM-TV und Kinowelt stark in mitleidenschaft gezogen worden ist. Und der Mediensektor gilt nun mal als einer der zukunftsträchtigsten Branchen überhaupt.

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  2. Pin... 07.04.02 15:46

    Ich schließe mich dem an Kirch hat selber Schuld und ist daran gescheiert an der üblichen Selbst überschätzung.
    Ja und der kleine Mann hat die Arschkarte wie immer.

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  3. runaway 07.04.02 20:52

    Kirch scheint ja nur einer in einer ganzen Pleitenreihe zu sein. Ich befürchte den sog. "Dominoeffekt" und eine drastische Ansteigung der Arbeitslosigkeit. Keine guten Aussichten für die Volkswirtschaft. Sich dabei über die Schuldigen Gedanken zu machen, erscheint müßig; shit happens.. die Frage ist, wie das ganze jetzt zu überwinden ist.

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  4. Suesse 07.04.02 21:46

    Gebe dir Recht, run. Pikant wird die Geschichte allerdings, wenn man sich anguckt, dass nach Dornier nun mit Kirch ein weiteres durch die Bayerische Landesbank gepäppeltes Unternehmen den Bach runter geht - ungünstig für den ach so kompetenten Wirtschaftspolitiker Stoiber...

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  5. runaway 07.04.02 23:10

    Tanja, das schreit ja geradezu nach einer ellenlangen Diskussion Schröder vers. Stoiber. *hilfe*

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  6. Suesse 08.04.02 10:50

    Hmmm... oder nach einer über den (Un-)Sinn staatlicher Hilfen für Unternehmen überhaupt... Aber ich will nix gesagt haben!!

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  7. Anonym 07.04.02 21:12

    Kirchs Pleite ist natürlich schlecht für die ganzen Mitarbeiter und auch für die Aktionäre, jedoch sehe ich nach einer Pleite immer die Chance etwas neues aufzubauen und zu etablieren.

    Daher stört mich die Pleite nicht besonders, da eine Pleite ja auch ein Zeichen ist, für zu geringes Potential an Innovation und Flexibilität an der Unternehmensspitze. Der Markt ist in diesem Fall auf jeden Fall vorhanden.

    Die Verantwortung an den vielleicht demächst vielen Arbeitslosen hat irgendwie jeder selber zu tragen, da es eine ewige Beschäftigungsgarantie nicht gibt. Jedoch bietet ein solcher Shock auch die Chance zum Wandel jedes einzelnen AN. Die Frage ist für mich eher, wie sozial ist Arbeitsloßigkeit überhaupt? Als Individium wird man nicht im Arbeitsamt behandelt, sondern eher wie eine Nummer und die Paragraphen des Sozialgesetzbuches sind nur selten auf der Seite des Einzelnen. Zum Beispiel: Menschen unter 25 Jahren müssen jeden zumutbaren Job in ganz Deutschland annehmen. Bei Ablehnung eines solchen Vorschlages aufgrund zu geringer Bezahlung oder zu geringe Karrieaussichten erfolgt ein Sperre von 12 Wochen. Sprich: Rund drei Monate kein Arbeitslosengeld, sondern Sozialhilfe.


    Kurz um. Pleite hin oder her, ist eine Firma unwirtschaftlich so sollte diese nicht am Leben gehalten werden, indem ein Bypass gelegt wird oder alle an den Tropf gehängt werden. Alles was lokrativ ist sollte eigenständig werden und all das was verlustbehaftet ist, sollte beseitigt werden.

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  8. Suesse 08.04.02 11:01

    Bin sehr gespannt, wie sich die Pleite letztlich auf die Fernsehlandschaft auswirken wird.

    Schade sicherlich für Leute, die sich gerne anderen Sport als Fussball oder Formel 1 angucken, denn DSF bedient doch eine ganze Menge solcher "Randsportarten" wie z.B. Handball (*schnüff*). Kirchs Übertragungsrechte daran zählen sicher nicht unbedingt zu den Filetstücken in der Insolvenzmasse.

    An Sendern wie Sat1, Kabel1 oder Pro7 wird sich dagegen eher wenig ändern - wieso sollten Murdoch / Berlusconi an diesen recht gesunden Sendern auch etwas ändern? Um inhaltliche Einflussnahme braucht man sich da sicher keine Sorgen machen - und belangloser und tendenziöser können die Sat1-Nachrichten auch unter Murdoch oder Berlusconi eigentlich gar nicht mehr werden ;-)

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  9. a29... 08.04.02 11:14

    Die Vermarktungsrechte der Ligen sind in dem Zusammenhang ein ganz heißes Eisen. Wenn z.B. die DFL (Deutsche Fußball Liga) ihre Rechte für ein paar Jahre versteigert, hat sie immer das Problem, daß es nur ganz wenige Bieter gibt (3-5), die sich ganz leicht absprechen können. Die einzige Drohung der DFL ist: "Wenn ihr keine Millionen bietet, machen wir unseren eigenen Kanal!". Insofern grenzt es an ein Wunder, daß die Vereine bisher so hohe Fernsehgelder einstreichen konnten. Gibt der Insolvenzverwalter bald die Fernsehrechte an die DFL zurück, muß sie die erneut versteigern und wird voraussichtlich viel weniger dafür geboten kriegen.
    Zum Handball: Die Vereine sind finanziell fein raus, weil ARD/ZDF noch ein paar Jahre die Rechte innehaben (bzw. deren Vermarktungsunternehmen). Die werden z.B. für das "Spiel der Woche" nur an das DSF "verliehen".

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  10. cpo... 09.04.02 17:47

    Was ja leider nicht unbedingt bedeuten muß, daß dadurch mehr Spiele übertragen werden.

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  11. Anonym 08.04.02 18:44

    Also ich freue mich ein bißchen üver die Insolvenz.

    Unternehmen können per Definition und müssen manchmal auch wirklich Pleite gehen. Das Kerngeschäft wird sowieso weitergeführt und dann vieleicht profitabel.

    Für die Mitarbeiter die jetzt arbeitslos werden ist die Situation natürlich Scheiße, die wenigsten werden in der heutigen wirtschaftlichen Situation einen Job finden.

    Die Mitarbeiter, die jedoch weiterbeschäftigt werden, können sich vieleich in absehbarer Zeit wieder über einen sichereren Job freuen (=besser 1000 sichere statt 2000 unsicherer Jobs).

    Ich glaube man kann die Verantwortung keinem einzelnen Zuschieben, wahrscheinlich am ehesten all denen, die dachten der Werbehype von 99/00 der New Economy würde die nächsten 50 Jahre anhalten (Das war doch eigentlich der Grund warum Fußballübertragungslizenzen und das Formel 1-Geschäft so teuer wurde).

    Fazit: Endlich ist nicht mehr nur der deutsche Mittelstand von Insolvenzen bedroht sondern das staatl. unterstützte "TO BIG TO FAIL" ist einfach nur aufgelöst worden

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  12. runaway 09.04.02 21:49

    Das Problem bei Kirch scheint ja zu sein, daß man sich in mehrere Risiken gleichzeitig begeben hat, anstatt sich vielleicht zuerst an einem profitablen Geschäft zu erholen. Wenn man das eine oder andere Interview mit Kirch in Zeitungen ließt, bekommt man den Eindruck, daß er sehr risikofreudig bzw. leichtsinnig ist bzw. war. Die Denkweise "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen." zeigt auch eine gewisse Indifferenz gegenüber den nun Arbeitslosen.

    Ansonsten finde ich, daß die richtigen Antworten für das Scheitern Kirchs bereits in deinen Fragen mitstecken. Breuer und Springer haben ihren part - zwar nicht den entscheidenden - mitgeleistet.

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  13. eve... 11.04.02 16:46

    Hi,

    ich denke, dass die Leute von Springer das Ganze absichtlich inszeniert haben. Es würde mich nicht wundern, wenn sich Springer jetzt einen großen Teil des "Fernsehkuchens" holen wird. Schon alleine, weil diese Löung augenscheinlich von der Politik favorisiert wird. Welche Macht die Banken haben, hat sich schon oft genug gezeigt Thema Mercedes / Borgwart. Weiterhin wäre es für mich keine Überraschung, wenn die Deutsche Bank jetzt von dieser Lösung auch profitieren würde. Vielleicht gehören der Deutschen Bank ja Anteile an Springer.

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  14. cpo... 12.04.02 19:58

    Das das ganze von Springer mit Absicht insziniert worden ist, ist doch kein Geheimnis mehr.
    Die Frage ist nur, ob die Forderungen von Springer jetzt nur noch etwas wert sind und sie sich nicht dabei verspekuliert haben.

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  15. eve... 12.04.02 22:48

    Wieso? Inwiefern, gibt es neue Entwicklungen? Ich habe gehört, dass Springer eventuell selber komplett ins Fernsehgeschäft einsteigen will.

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