Martin Walser: Tod eines Kritikers

Anonym 09.06.02 19:59

Hallo squeaker!

Die Debatte über den neuen Walserroman dürfte wohl jeder von euch mitbekommen haben. Wer das einschlägige Internet ein wenig durchstöbert hat, der dürfte den Roman mitlerweile auch gefunden und gelesen haben.

Was haltet ihr von der Debatte?

Eingerahmt von der Möllemanndebatte, eingeleitet von Walser Rede in der Paulskirche und dem Historikerstreit: Wie sollen wir mit der Vergangenheit umgehen? Was bedeutet euch Political Correctness?

Und noch eine Spur weiter: Patriotismus, Nationalismus, Faschismus, wo liegen die Unterschiede, wo ordnet ihr euch ein?

In der Hoffnung auf eine spannende Diskussion ;-)

Markus

  1. meydo 10.06.02 02:07

    ich finde es ziemlich schade, dass man keine kritik äußern kann, ohne dass die historische keule herausgeholt wird...


    Antworten Melden
    (4.4/5)   6 Votes
  2. Anonym 10.06.02 11:57

    Ich finde schon, daß man heute problemlos Kritik äußern kann. Das es Unsinn ist, dies durch einen Vergleich mit dem dritten Reich zu tun (Karsli) liegt meines Erachtens auf der Hand. Ebenso große Probleme habe ich mit der Form der Kritik an Friedmann, mit dem ich selbst meine größten Probleme habe, wenn man ihn als Ursache für den Antisemitismus hinstellt. Der Jude ist selbst schuld sollte mittlerweile aus den Köpfen verschwunden sein.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   6 Votes
  3. dos... 10.06.02 13:38

    Die Möllemann Debatte wie sie zur Zeit geführt wird finde ich einfach nur peinlich. Sicherlich hat Möllemann nicht den richtigen Ton getroffen, aber es muss nach 52 Jahren seit Kriegsende möglich sein auch die Israelische Regierung zu kritisieren ohen das gleich die "Historische Keule" geschwungen wird. Man sollte nie vergessen was im 3. Reich passiert ist, aber ich habe damit nichts zutun und denke das gerade nach der Entschädigung der NS-Zwangsopfer durch die deutsche Wirtschaft haben wir wohl genug Sühne gezeigt.

    Dosie

    Antworten Melden
    (4.3/5)   6 Votes
  4. runaway 13.06.02 14:09

    Die Entschädigung von Zwangsarbeitern (-opfer??) durch die Errichtung der Initiative "Erinnerung, Verantwortung(!), Zukunft" und die systamische Verfolgung, Deportierung und fabrikmäßige Vernichtung von - in ganz Europa ansässigen - Juden sind zwei wesentlich verschiedene Ereignisse!
    Das erstere kann mit Geld entschädigt werden, wurde es ja auch. Es wäre nur wünschenswert gewesen, daß die Industrie nicht erst auf eine Klage gewartet hätte, und das auch noch fast 50 Jahre.
    Das letztere ist nicht zu entschädigen. Es bleibt in Erinnerung der Menschheit, so wie die Vertreibung der Juden aus Spanien (Anfang 16.Jhrdt), die Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich, die Ausrottung der Indianer in den USA, die Tötung der "Intelligenz" in Kambodscha, etc..
    Es schwingt auch keiner die "historische Keule"!! Wie thielmann zuvor erläutert hat, ist Kritik durchaus erlaubt, aber man muss nicht gleich mit "Nazi-Methoden" kommen! Die waren nämlich um einiges wilder.
    Ohnehin finde ich die Verbildlichung "historische Keule" völlig absurd. Es erinnert an eine Verbildlichung, welche sehr viel Unheil anrichtete, die "Dolchstoßlegende". Zudem fehlt es ihr an sachlicher Grundlage.

    Antworten Melden
    (4.1/5)   4 Votes
  5. runaway 10.06.02 12:45

    Weder von Möllemann, noch von Walser habe ich je etwas gehalten. Sie sind halt wie sie sind. Das beunruhigende ist nur, daß ihnen in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als sie es verdient hätten.

    Hingegen gehören Menschen wie Reich-Ranicki oder der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden Ignatz Bubis, aber auch Paul Spiegel zu meinen persönlichen Respektspersonen.
    Deine Hauptfrage ist jedoch umfassender. Mit einer ausführlichen Beantwortung würde ich mir gerne etwas Zeit lassen.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   5 Votes
  6. Pin... 10.06.02 16:07

    Ja das ist es alles richtig wie falsch und seht ihr selbst ihr Kritisiert oder lobt.
    Ist das nicht das selbe was dort abgeht, der Unterschied ist nur das es mehr oder weniger berühmtheiten sind und das mann und der Meinung bin ich im Glanze der Öffentlichkeit, ein bißchen besser drauf achtet was mann sagt;)
    Da ich aber denke das dies alles eh nur gespielt ist um sich halt in denn vordergrund zu stellen .

    Und dies sei gesagt das was passiert dafür können wir heute nix, aber und so ist es richtig sollten wir immer wieder dran erinnert werden, denn nur so ist es zu vermeiden das die rechten in Europa an die macht kommen(Beispiele nenne ich keinen wir wissen wer gemeint ist;))
    Was mich aber immer mehr erregt ist und das BESTätigt meine Auffassung KaPITAL IST DIE DIKTATUR DER DEMOKRATIE immer mehr .
    Was ist denn noch demokratie, in AMerika sollen alle überwacht werden, hier darf mann sich nicht mehr äußern und sagen was mann denkt, Demokratie ist sehr sehr vage geworden und wir werden immer mehr Manipulliert ohne es zu merken und die smacht mir sorgen;)

    Vor kurzen hat und da bitte ich mich zu entschuldigen eine Organisation, weiß nicht mehr, gewarnt davor das die Menschen rechte und die Demokratie, immer mehr zum wohlker eine Übertiebenen Übeerwachung weichen wird;))

    Antworten Melden
    (4.5/5)   3 Votes
  7. Anonym 11.06.02 14:34

    Interessant! Warum Reich-Ranicki? Ein Mann, der ein Leben lang kritisiert hat, was er selbst nie fertigbrachte?

    Antworten Melden
    (4.1/5)   7 Votes
  8. runaway 11.06.02 21:25

    Schriftstellerei ist eine Gabe, die nicht jeder besitzt (leider nicht); Kritisieren ebenfalls! Reich-Ranicki ist ein guter Leser+Darsteller+Kritiker; selber kein Schriftsteller und schon garnicht eine moralische Autorität über die Literatur. Er ist mehr einer, der so einige der Berühmtheiten seiner Zeit kannte und zu ihren Motiven und Hintergründen aussagen kann. Seine Ansichten kann man somit zur Dokumentation hinzuziehen, muß sich davon nicht zwangsläufig leiten lassen.

    Schriftsteller reden ohnehin ungern über andere Personen im allgemeinen und andere Schriftsteller im besonderen , falls sie überhaupt reden (sie schreiben lieber). Das mag auch der Grund dafür sein, warum Walser über R-R geschrieben hat, anstatt zu reden.

    Reich-Ranicki's Buch "Mein Leben" erzählt viel über ihn. Es verdient m.E. Respekt, daß er nach dem Erlebten (man denke daran, daß er in seinen jungen Jahren nicht Literatur studieren konnte+durfte) sich dennoch für diese eingesetzt hat.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   3 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen