Politik einigt sich auf Frauenquote in großen Unternehmen

Squ... 26.11.14 20:47

Liebe squeaker,

heute hat sich die große Koalition auf eine Frauenquote geeinigt. Bis 2016 ist in großen Unternehmen eine Frauenquote von 30% im Aufsichtsrat pflicht.
Was haltet ihr von dieser Regelung? Glaubt ihr das damit in Zukunft mehr Frauen im Top-Management arbeiten werden? Ist es Zielführend eine Quote nur im Aufsichtsrat und nicht auch im Vorstand der Unternehmen einzuführen?
Oder haltet ihr die Regelung ehr für Diskreminierung gegenübern Männern?

Ich bin gespand auf eure Meinung:)

  1. Squ... 18.12.14 19:05

    Liebe community,

    auf dem Handelsblatt habe ich einen sehr Interessanten Artikel einer Unternehmensgründerin zur Frauenquote gelesen, den ich gerne mit Euch teilen möchte: http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/die-frauenversteherin-ist-das-euer-ernst-seite-all/11136768-all.html

    Viele Grüße

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  2. Squ... 27.11.14 09:49

    Hallo Daniel,

    also bei schlappen 30% würde ich nicht von einer Diskriminierung gegenüber Männern reden, allerdings muss ich zugeben, dass ich auch kein Fan von der Frauenquote bin. Zum einen orientieren sich viele Unternehmen schon an Frauenquoten und setzten damit ihre eigenen Standards, was wahrscheinlich dann innerhalb der jeweiligen Peer-Group verglichen wird. Es entsteht also schon mehr oder weniger selbst-regulierend ein Branchen-Standard.
    Des Weiteren sind wir in der heutigen Marktwirtschaft immer auf den Wettbewerb geprägt. Es geht fast nur noch darum besser, schneller und günstiger zu produzieren als die Konkurrenz (lassen wir in dem Fall mal den Premium-Markt außen vor). Unternehmen sind also schon durch ihre Umwelt gezwungen offene Stellen durch die bestmöglichen Fachkräfte zu ersetzen. Ob das nun eine Frau oder ein Mann ist, kann ich mir als Entscheidungsaspekt daher nicht vorstellen. Früher war es wahrscheinlich so, aber in der heutigen Zeit ist das meiner Ansicht nach nicht mehr tragbar. Daher halte ich die Quote als unnütz und zusätzliche Verbindlichkeit für Unternehmen.

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  3. Anonym 27.11.14 11:37

    Da bin ich voll bei Florian!
    Unternehmen orientieren sich per Definition an profitsteigernden Geschäftspraktiken. Wenn eine Frau besser für die Position z.B. im Aufsichtsrat geeignet ist, dann sird sie den Job bekommen.
    Klar gibt es auch Männervereine, und es gibt auch Jobs die tendenziell eher attraktiver sind für männliche Charakter-Typen aber es muss ja nicht alles auf Einheit getrimmt werden.

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  4. Squeaker 1 27.11.14 15:22

    Wenn die Verteilung dieser Positionen nach Qualifikation und Objektivität ablaufen würden, wäre ich voll bei euch. Ist aber nicht so. Deshalb finde ich es eine gute Maßnahme, um die Denkweise zu ändern und voran zu bringen.

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  5. Squ... 27.11.14 19:34

    Du hast vermutlich recht Anonym2, nach Qualifikation und Objektivität werden gerade Aufsichtsratssitze vermutlich nicht vergeben. Aber ich glaube nicht das eine Quote, dem nicht besonders entgegenwirkt.
    Ich finde die Quote eigentlich Frauen gegenüber sehr unfair. Wenn man sich mal einen Aufsichtratssitzung vorstellt in dem 10 Personen sitzen und 3 davon Frauen sind... und eine Frau mal Kritik äußert (dazu sind Aufsichträte eigentlich da) und die Pläne des Vorstandes nicht einfach "durchwinkt", wird diese Kritik vermutlich nicht sehr ernst genommen. Denn die Frau "sitzt hier eh nur wegen der Quote".
    Meiner Meinung nach sind die Frauen, die auch WIRCKLICH in Führungspositionen wollen, gut und auch clever genug um auch ohne eine Quote in die gewünschte Position zu kommen.

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  6. Squeaker 1 28.11.14 13:02

    Hi Daniel,
    langfristig macht eine Quote nicht viel Sinn und sicherlich wird es hier und da anfangs ähnlich ablaufen, wie du es beschreibst. Aber wenn dadurch die Hemmschwelle, Frauen dafür in Betracht zu ziehen, sinkt, ist das Ziel langfristig erreicht. Das halte ich nicht für unfair, sondern im Gegenteil für fair und eine Chance. Die Frauen, die dafür in Frage kommen, werden sicherlich einiges an Biss, Ehrgeiz und Kompetenz mitbringen, denn ob Frauenquote oder nicht, ein Zuckerschlecken ist eine solche Position sicher nicht. Welche andere Möglichkeit gibt es denn einen Denkanstoß in diese Richtung zu geben, außer eine Frauenquote aufzuzwingen?

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  7. Squ... 28.11.14 21:47

    Hi Anonym 2,

    ich glaube das der Wettbewerb dies von alleine regeln würde bzw. wird. Gerade der Vorstandsbereich braucht kreativität, und dies bringt ein gutes Männer/Frauen Verhältniss sicherlich mit. Jedoch wollten "früher" einfach nicht so viele Frauen Karriere machen, was sich aktuell ja ändert. Aber bis diese Frauen so viel Erfahrung haben um für Top Positionen in Frage zu kommen dauert es natürlich seine Zeit...

    Ich glaube nicht das es schon jetzt bzw. in wenigen Jahren genug qualifizierte Frauen für das operative Top-Management gibt um 30% Quoten zu erfüllen. Dies bestätigen auch einige Headhunter in Gesprächen mit der Wirtschaftswoche. Auch manche Unternehmen die sich eine freiwillige Quote gesetzt haben, düften keine positive Bilanz hierraus ziehen. So haben zum Beispiel die Post sowie die Telekom die Top Managerinnen die sie eingestellt hatten wieder entlassen oder zumindest versetzt. Der Spiegel nutz sowas leider direkt aus und schreibt "Telekom wirft erste Quotenfrau raus" (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/topmanagerin-telekom-wirft-erste-quotenfrau-raus-a-748077.html)... die Frau wird nur auf die Quote reduziert, die wirklichen Gründe, für ihre Entlassungen werden nicht hinterfragt...
    Ich hoffe du hast recht und Wörter wie "Quotenfrau" verschwinden nach einer weile aus den Köpfen der Menschen im Zusammenhang mit Frauen im Top-Management.

    Langfristig bin ich absolut davon überzeugt das wir auf ein Männer/Frauen Verhältniss von cirka 50/50 kommen... ich habe mal an einer Auswahltagung der Konrad Adenauer Stiftung teilgenommen, da waren glaube ich etwas mehr Frauen als Männer und keine der Frau die dort war braucht etwas wie die Frauenqoute um es ins Top-Management zu schaffen:)

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