Römischer Reich Amerikanischer Nation ;-)

Jan... 11.04.02 23:57

"WELTGERICHTSHOF

Start ohne die USA

Mit der Unterschrift des 60. Staates kann der Internationale Strafgerichtshof in Kürze seine Arbeit aufnehmen. Nicht dabei sind die USA, die ein Gesetz vorbereiten, dass der Regierung erlaubt, Amerikaner aus dem Gewahrsam des Tribunals zu befreien - theoretisch bis hin zum Einmarsch in die Niederlande, dem Amtssitz des Gerichts."
Quelle: SPIEGEL ONLINE

Wird langsam USA zu einer Art vom "Römischen Imperium"?

Diese These kann man zum Beispiel dadurch unterstreichen, wenn man sich folgende Fakten anschaut:

* kein Land hat soviele Truppen in fremden Ländern wir USA (natürlich nur zum Schutz von Verbündeten ;-))

* kein Land kümmert sich so wenig um Internationale Vereinbarungen oder Normen, §§ (Verstöße gegen WTO, Int. StrafgerichtsVerfahrenNormen, etc.)

* kein Land kann ohne größere Probleme Kriege in anderen Ländern anfangen oder sie zumindst unterstützen, außer den USA

* et cetera

  1. Pin... 12.04.02 01:07

    Ja die vergangenheit ist immer all gegewertig, es liegt inder Natur des Menschen kriege zuführen.
    Aber nun zum Thema, ja ich geb dir absolut recht das die Amerikaner sich als herrscher Welt sehen, und permament gegen Verfassungen, Normen und gesetze Verstoßen, ohne auch nur die geringste Angst zu haben, die Konsequensen zu tragen.

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  2. rap... 12.04.02 09:03

    Besteht die Gefahr einer Dekadenz der USA ähnlich derer des Römischen Reiches?

    Der Schulbildung und Lebenseinstellung vieler Amerikaner her zu schließen, ist dieser Prozess bereits im Gange.

    Was jedoch dem entgegenwirkt, ist die Einwanderung ausländischer Fachkräfte, die dem Mythos USA verfallen sind.

    Eine Gefahr würde den USA durch Aufkäufe amerikanischer Unternehmen durch ausländische Investoren drohen.

    Dagegen jedoch wurde kürzlich im Kongress der Vorschlag zur Einrichtung einer Behörde unterbreitet, deren einziges Ziel die Prüfung von Unternehmensaufkäufen ist.

    Meiner Meinung nach werden die USA alles versuchen, um ihre Position als einzigste Weltmacht zu behaupten.

    Ein Beispiel hierfür sind auch die enormen "Verteidigungs"ausgaben. Volkswirtschaftlich betrachtet sind dies Ausgaben, die keine direkten Einnahmen zur Folge haben; außer diese Mittel werden benutzt um andere Länder zu kolonialisieren oder deren Bündnistreue zu wahren.

    Was ist eure Meinung dazu?

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  3. Hen... 12.04.02 11:39

    Dekadenz (Kultur, Sitten) ist doch wohl eher ein allgemeines westliches (nur?)Phänomen -- wobei sich immer die Frage nach der Messlatte stellt - andersum betrachtet heisst es dann Freiheit.

    FDI - Unternehmenskäufe im "Ausland" sind ökonomisch nur logisch, wenn es zu einem Prozess wie der Globalisierung kommt - war in den 20er Jahren auch schon mal ein Thema (Opel/GM, Ford in D). Soweit ich weiss war es gerade D, dass es lange ausländische Investoren schwer gemacht in das bankengesteuerte Netzwerk von Firmen "einzudringen". Wir waren da näher an Japan als an den USA - trotz anderslautender Rhetorik.

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach der politischen Ökonomie der story:
    unter "gleichstarken" Partnern ist Spezialisierung und Handel tatsächlich für beide vorteilhaft. Wenn aber der technische Strand/Wissenstand nicht ausgeglichen ist und es womöglich noch economies of scale gibt, dann ist es mit der Berechtigung der neoliberalen Freihandelsrhetorik so eine Sache...
    (so zum Beispiel Friedrich List im letzten Jahrhundert und ganz frisch Joseph Stiglitz mit einer weitreichenden Kritik an neoliberalen Ideen).
    Und dann war da noch ein Artikel von William Graham (im JPE 2000) der argumentiert, dass A. Smiths "invisible hand" den Nutzen für seine politisch-militärische Macht meint den England aus den Handelsaktivitäten seiner Kaufleute ziehen kann. Die Kaufleute denken nur an ihren eigenen Vorteil, aber ihre Aktivitäten nützen der "Nation". Nicht soweit weg von der heutigen Situation?

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  4. Anonym 12.04.02 11:47

    Volkswirtschaftlich sind diese Rüstungsausgaben doch wohl auch als forcierte, expansive Nachfragepolitik zu sehen, denke ich. Zumal der Rüstungsindustrie ja zahlreiche Industrien vor- bzw. nachgelagert sind. Keynes grüßt Donut&Hamburger.

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  5. runaway 12.04.02 14:14

    Dekadenz: Ich würde - wie HenningR schon ausführt - die Dekadenz auch nicht auf die USA beschränken, schon garnicht auf den Westen alleine. Übrigens ein mögliches Forumthema für sich??

    Die Einwanderung ausländischer Fachkräfte: man denke auch an die amerikanischen, wohlsituierten Studenten an Eliteuniversitäten überall auf der Welt und nicht zuletzt an die eigenen Eliteuniversitäten. Fachkräfte haben die USA dadurch auch so schon genug.

    Mythos: ein wichtiger Aspekt! Ein Europäer unserer Zeit würde dem ohne weiteres nicht verfallen, da die Lebensumstände+Karrieremöglichkeiten hier wie drüben mehr oder weniger die gleichen sind. Bei nah-, mittel- und fernasiatischen Staaten sieht das beispielsweise schon anders aus. Da lohnt sich der Gang in die USA. Demnach ist der Mythos des früher liebevoll sog. "American Way of Life" (an für sich fraglich+anmaßend) stellenweise anziehender, fast schon zwanghaft.

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  6. runaway 12.04.02 10:10

    Teilweise haben wir über dieses Thema in anderen Foren am Rande geredet.
    Die Vereinigten Staaten von Amerika sollte man in ihrer eigenen Historie betrachten; und die ist lang. Ein Vergleich mit dem Römischen Reich hinkt, weil es sich um andere Epochen und andere Machtmittel handelt.
    Bevor wir aber jene aufgeführten Punkte als ein Zeichen für ein "Reich"-Streben werten, sollten wir uns auch vergegenwärtigen, daß wir über ein Land reden, wo ununterbrochen (!!) seit mehr als 200 Jahren Demokratie herrscht. Daher ist bislang die USA für meine Begriffe mehr eine Chance für die Menschheit gewesen als eine Gefahr (in Form einer Unterdrückung). Ich will nicht wissen, was die Nazis in Europa und Afrika, die Japaner im pazifischen Raum (man denke nur an Korea) noch alles angerichtet hätten, wenn ihnen nicht die USA entgegengetreten wäre; England und die Sowjetunion hatten den Krieg (vordergründig eine Materialschlacht gewesen) ja so gut wie verloren. Über dubiose Mittel, wie die Bombardierung ziviler Städte läßt sich da widerum streiten.
    Unabhängig von dieser historischen Betrachtungsweise können wir sicherlich über ihre Ziele in Lateinamerika, fernem Osten, nahem Osten, den sog. Kalten Krieg, Zentralasien usw. streiten.

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  7. Suesse 12.04.02 11:12

    Dass das Eingreifen der USA im 2. Weltkrieg richtig so war, sollte wohl ausser Zweifel stehen. Was allerdings danach kam... Betrachtet man die Entwicklung bis zum Afghanistankrieg, so fällt auf, dass die Anlässe für militärische Einsätze seitens der USA zunehmend geringer wurden und z.T. sogar offensichtlich wirtschaftlichen Interessen dienten (Golfkrieg!) Die Völkerrechtslehre tut sich denn auch zunehmend schwerer, solche Angriffe noch mit ihrem Instrumentarium zu rechtfertigen. Dies zeigen etwa die Verrenkungen, die nötig waren, um humanitäre Einsätze (Ex-Jugoslawien) u.ä. für völkerrechtsgemäß zu erklären, aber auch (ganz besonders) jene, die den Krieg gegen Afghanistan rechtfertigen sollen (ohne weiteres ist für mich nach wie vor nicht ersichtlich, wieso der 11.9. der Angriff eines Staates auf die USA gewesen sein soll...).

    Die demokratische Tradition der USA fällt jedenfalls beim Umgang mit anderen Staaten kaum auf - dazu würde auch der Respekt vor anderen souveränen Staaten gehören und damit auch die Einhaltung elementarer Völkerrechtsgrundsätze (z.B. pacta sunt servanda - siehe Kyoto-Protokoll) Dass die übrigen Staaten nun ohne USA den ICC errichten, ist einerseits bezeichnend für die USA, andererseits: warum sollten alle anderen deshalb auf positive Entwicklungen verzichten?

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  8. Hen... 12.04.02 11:49

    Die demokratische Tradition der USA ist sicherlich nicht zu bestreiten. Was die Aussenpolitik angeht muss man bedenken, dass sie vom Widerstreit zwischen Isolationismus (wir beschränken uns nur auf den amreikanischen Kontinent) und einer internationalen Strömung (Völkerbund, UN, Eingreifen WWI + II) gekennzeichnet ist. Dazu kommen dann noch die wirtschaftlichen Interessen (z.B. Öl), und die "Verlockungen", die sich aus der Möglichkeit zur Machtpolitik ergeben.

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  9. Hen... 12.04.02 11:50

    Die demokratische Tradition der USA ist sicherlich nicht zu bestreiten. Was die Aussenpolitik angeht muss man bedenken, dass sie vom Widerstreit zwischen Isolationismus (wir beschränken uns nur auf den amreikanischen Kontinent) und einer internationalen Strömung (Völkerbund, UN, Eingreifen WWI + II) gekennzeichnet ist. Dazu kommen dann noch die wirtschaftlichen Interessen (z.B. Öl), und die "Verlockungen", die sich aus der Möglichkeit zur Machtpolitik ergeben.

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  10. runaway 16.04.02 19:22

    Das Hin- und Herwenden des Völkerrechts ist so eine Sache, bei der man aber nicht nur auf die USA fokusieren kann. Zahlreiche andere Länder schalten da ebenfalls auf taub.
    Und das mit dem "Angriff eines Staates.." ist schon abenteuerlich. Man stelle sich nur vor, daß die Nato analog hierzu die IRA, ETA oder die roten Brigaden bombardiert; auch wenn hier ein verwurzelter Terror vorliegt. Bedenke bitte aber auch, daß die Auslegung von den übrigen Nato-Vertragspartnern angeboten wurde; schon komisch das ganze. Es scheinen auf höchster Ebene nicht immer Juristen zugegen zu sein.
    zu allerletzt: auf positive Entwicklungen soll natürlich nicht verzichtet werden.

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  11. Hen... 17.04.02 14:03

    Ich hab in den letzten Tagen eine interessante Bemerkung in der FAZ zu dem Thema gelesen: Es ging um den Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Den Haag "...souverän ist wer es sich leisten kann nicht beizutreten".
    Starker Tobak und ein Stückchen Wahrheit. In der Tat, wer es sich leisten kann demonstriert damit eine gewisse Freiheit tun zu können was "er" will.

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  12. runaway 18.04.02 20:56

    besides: von der FAZ kann man auch nur schwärmen...meines Erachtens die weltbeste Zeitung derzeit...du könntest dich damit in die Sahara setzen und würdest trotzdem die Welt verstehen...
    eine freidenkerische Presse ist im ureigenen Sinn jeder Gesellschaft; eben das hat auch die USA so stark gemacht..

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