Top Manager am Pranger

Glo... 23.07.02 14:12

"Angesichts der sich häufenden Firmenpleiten und Bilanzskandale wird der Ruf nach Firmen-Transparenz und Strafen für schwarze Schafe lauter. 94 Prozent der Deutschen sind laut einer am Dienstag veröffentlichten Emnid-Umfrage der Ansicht, dass Spitzenmanager Verantwortung übernehmen sollten, wenn sie ihrem Unternehmen wirtschaftlichen Schaden zufügen. 31 Prozent halten es für eine gerechte Strafe, wenn die Manager für schwer wiegende Fehlentscheidungen mit ihrem Privatvermögen haften sollten. 23 Prozent befürworteten die Androhung einer strafrechtlichen Verfolgung. 18 Prozent sprach sich für eine fristlose Entlassung ohne Abfindung aus."
Eure Meinung dazu?

Quelle:http://www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=108702&streamsnr=8

  1. Anonym 23.07.02 15:27

    Interresant sind in diesem Zusammenhang auch die neuen Gesetze (-sentwürfe) im KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) und im TransPug (Transparenz- und Publizitätsgesetz)" die unter anderem folgendes beinhalten:

    - Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zukünftig schriftlich über die Umsetzung der Unternehmensplanung umgehend zu unterrichten sowie Zielabweichungen zu analysieren und zu begründen (so genannte "follow up-Berichterstattung", § 90 ABS. 1 AktG).

    - Der Aufsichtsrat muss zukünftig zwei Sitzungen pro Kalenderhalbjahr abhalten. Bei nicht börsennotierten Gesellschaften kann nach einem Beschluss des Aufsichtsrats eine Sitzung pro Halbjahr ausreichen (§ 110 ABS. 3 AktG).


    Vielleicht können ja so zukünfit Fehlverhalten oder Fehlentscheidungen früher erkannt oder vermieden werden.
    Prinzipiell bin ich dafür, dass Spitzenmanager Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen.

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  2. Anonym 23.07.02 15:36

    "follow-up-Berichterstattung". Steht das so im Gesetzestext? Das ist doch unerträglich. Dieses Deutsch-Englisch-Sprachgemisch.

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  3. runaway 30.07.02 12:37

    genau, dieses Sprachengemisch scheint sich neuerdings auch in der Juristerei durchzusetzen (siehe Corporate Governance; ist zwar kein Gesetz, sondern nur eine Empfehlung des Justizministeriums, die man nicht befolgen muss; aber was spricht dagegen diesen Katalog Verhaltenskodex zu nennen!?)
    In der Wirtschaft ist deutsch-englisch mittlerweile Muttersprache, oder irre ich da?

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  4. meydo 23.07.02 15:38

    schwer zusagen, wäre einerseits natürlich ganz gut die top-manager mit in die haftung zu nehmen. denke jedoch auch, dass diese regelung dazu führen würde, dass die manager nur noch sehr konservative entscheidungen treffen und somit innovative wege und gedanken blockiert werden...

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  5. Anonym 23.07.02 16:00

    Man müsste sie ja gar nicht in Haftung nehmen sondern vielleicht einfach nur keine astronomischen Gehaltsfortzahlungen und/oder Abfindungen mehr zahlen. Das müsste man halt schon vorher vertraglich irgendwie regeln...

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  6. Glo... 23.07.02 17:03

    Nur wird dieser Anspruch schwer in Tat umzusetzen sein, gell?

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  7. Anonym 23.07.02 17:15

    so isses

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  8. dos... 23.07.02 17:27

    Man sollte nicht gerade das privat Vermögen einkasieren, wenn Fehlentscheidungen seitens des Managements getroffen werden. Jedoch halte ich es für angebracht die Manager mehr in die Pflicht zunehmen. Wieso wird ein Manager gefeuert und ist ein paar Tage später wieder in einem anderen Unternehmen in einer Spitzenposition? Weil er soooo gut ist? Mehr transparenz in Unternehmen finde ich wünschenswert, gerade die aktuellen Skandale in USA, bsp. Worldcom schafft nicht gerade vertrauen in ein Marktsegment, welches als Jaobmaschine und Wirtschaftsmotor dient. Wenn ich mir so unseren (QSC AG) Aktienkurs so anschaue da bekomme ich - mit verlaub - das kalte kotzen, klar das die Anleger den neuen Markt scharenweise verlassen. Ich denke das in Deutschland auch genug Skandale vorhanden sind, die bisher nur nicht aufgedeckt wurden.

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  9. Glo... 23.07.02 18:16

    Ohja, da stimme ich Dir zu und ich mal gespannt, wann in D die nächste Bombe platz ;-) Irgendwelche Tips?

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  10. dos... 24.07.02 07:20

    Nö bisher keine Tipps, aber wie heisst es so schön "Kommt Zeit, kommt rat, kommt Attentat". Ich denke es ist nr eine Frage der Zeit, dann haben wir auch so ein schönen Skandal wie in USA ...

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  11. Che... 23.07.02 23:21

    Naja, ich seh das mal so, der Hype vor einigen Jahren hat sowohl berechtig wie auch unberechtigt Kurse in die Hoehe getrieben, nun geht es wieder nach unten - auch wieder sowohl als auch. Natuerlich ist es fuer den jeweiligen Einzelfall Bitter, aber unterm Strich sehe ich das gelassen (und das obwohl meine aktien ebenfalls nix mehr wert sind).
    Aufgrund solcher Entwicklungen ist es auch schwer, ein Verschulden des Managements immer und praezise festzustellen, eine generelle Privathaftung halte ich daher fuer unpraktisch und auch ungerecht. Dennoch sehe ich es genauso, dass man als Manager den Karren vor die Wand faehrt und direkt woanders weitermachen kann, die betroffenen Mitarbeiter koennen dies nicht unbedingt so gut. Noch weniger koennen viele MA vorm 'Sinken' rechtzeitig abspringen, wie es gerade Fuehrungskraefte gerne machen. Daher faende ich einen gewissen Ausgleich gerechtfertigt. Es ist ein Unding, dass man als MA seine Leistung nach oben rechtfertigen muss und von dort aus Worthuelsen und in Krisen immer nur Durchhalteparolen aufgetischt bekommt (natuerlich ist das nicht ueberall so).

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  12. Anonym 24.07.02 12:34

    neben den paar schwarzen schafen, darf man nicht die ganzen guten manager vergessen, die täglich sehr gute arbeit abliefern und ihrem Unternehmen, den anteilseignern und allen die sonst noch dazu gehören zu wohlstand und ansehen verhelfen.

    das mit dem privaten vermögen ist nicht zu realisieren...aber eine interessante überlegung...z.b. könnte ein vorstand einen teil seines gehaltes für eine Versicherung ausgeben...tritt kein schaden auf, erhält der das eingezahlte geld als add-on.
    bei der höhe der abfindungen wird mir auch ein wenig schlecht. aber ein normaler arbeitnehmer mit einem zeitvertrag erhält oft auch einen teil seines gehaltes ausbezahlt, wenn er gehen muss...aber ein wenig mehr transparenz wäre dort wünschenswert. vor allem wenn man überlegt, daß der aufsichtsrat diese entscheidung trifft und alle irgendwie unter einer decke stecken (das ist natürlich eine von mir getroffene wertung!)

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  13. Che... 24.07.02 19:00

    Die Idee ist wirklich interessant, so eine Art Einlage wie eine Kaution oder so. Aber selbst wenn, wuerde die vermutlich so gering sein, dass die eh aus dem aermel geschuettelt werden...

    Tja, ob jeder Aufsichtsrat wirklich seine Funktion wahrnimmt Frage ich mich manchmal auch. Habe mal einen interessanten Artikel gelesen ueber die haeufige Unsitte, wie Vorstandsvorsitzende gerne in den Aufsichtsrat wechseln und dort weiterhin die Faeden in der Hand behalten (weil ja niemand gegen den ehem. Chef aufmucken will).

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  14. Anonym 31.07.02 08:41

    Die Topmanager der größten Pleitefirmen in den USA haben ungeachtet ihrer Fehlschläge extrem viel Geld verdient. Allein die Vorstände und Führungskräfte der 25 größten US-Unternehmen, die in den vergangenen 18 Monaten Insolvenz anmeldeten, nahmen in den Jahren 1999, 2000 und 2001 mindestens 3,3 Mrd. $ an Gehältern, Boni, Aktienoptionen und Aktienverkäufen ein, bevor ihre Unternehmen scheiterten.

    © 2002 Financial Times Deutschland

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  15. Che... 31.07.02 22:56

    Irgendwie erinnert mich das ganze an den Bundestag: Immer heisst es da: Sparen sparen sparen, aber wenn die Diaeten erhoert werden, stimmen alle zu...

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