USA führen Handelskrieg mit Deutschland

dos... 20.02.03 13:49

Hallo Sqeaker,
wie seht ihr die Folgen durch die Haltung Deutschlands oder andere EU-Staaten in der Irak-Frage? Kommt es den USA in den Sinn einen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland oder übrige Europäische Staaten die nicht US Konform agieren anzuzetteln?

Der Thread "Bash the Germans !!!" im Heiseartikel "Musiker verklagen Bertelsmann"
(http://www.heise.de/newsticker/data/WST-20.02.03-001/)
haben mich zu dem etwas reisserischen Titel bewegt.

  1. Jan... 20.02.03 17:11

    Ich will heute etwas provokativ sein *unschuldigguck* und nur darauf hinweisen, dass wir uns schon seit Jahren in einem "Krieg" mit der "einzigen gottgegebenen [dies wird jedem wohl schlagartig bewusst, der die letzte Rede von dem amerikanischen Cäsar an seinen Untertanen vernahm] GroßMacht dieser Welt" befinden.

    Beispiele:

    - SpionageVorwürfe (amerikanische Nachrichtendienste sollen immer wieder deutsche Firmen auspioniert haben; seit Irakkrise, eigentlich seit 21. September hat die deutsche Presse aufgehört darüber zu berichten; seltsam)

    -Handelsbarierren auf Produkte aus Deutschland

    - Klagen gegen angebliche Dumpingpreise oder Monopolvorwürfe

    (für beide als Beispiele: StahlStreit in USA; Klage gegen USA vor dem WTO, die mit einem erfolgreichen Urtei l zugunsten Deutschland zurzeit abgeschlossen worden ist)

    - massive Unterdrückung der Exporte deutscher Firmen in manche Länder (Stichwort: KubaFrage *g*)

    - Vergabe von Aufträgen, vor allem in bestimmten Bereichen (Beispiele: Militär-, Luftfahrtindustrie)

    - Übernahme durch deutsche Firmen in bestimmten Bereichen (z.B. Telekomindustrie)

    - etc.

    Jan

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  2. Hen... 20.02.03 18:03

    tja, wie war das bei tocqueville (1. Hälfte 19. Jhdt)?

    USA, D, und Russland als zukünftige Machtzentren ... dürfte man heute wohl noch China hinzufügen ... und D abziehen??? Europa?

    Interessengegensätze, wie auch Machtgefälle gibt es, die deutsche Aussenpolitik ist im Gegensatz zu früher schlechter geworden. Die Ami-Politikerriege glänzt auch nicht gerade durch Überzeugungskraft oder politisch kluges Verhalten... und die Kritik an den USA ist ja auch nicht neu ... wird nur weniger toleriert.

    Machtpolitik hat in den USA schon früher ne wichtige Rolle gespielt, es galt auch immer das Macht politisch und wirtschaftlich genutzt wird... bis sie dann vielleicht beschnitten wird (Monopolgesetzgebung). Interessant ist auch Clancys Jack-Ryan Reihe - auch da taucht neben viel Krieg ein diktatorischer President auf.

    Im Grunde hilft nur eine sehr abgewogene Politik die klar macht was wir akzeptieren können und was nicht. Setzt aber auch voraus, dass sich D, Europa ihrer "gewachsenen" (welt-)politischen Verantwortung stellt - und da hat schon die Kohl-Regierung zu wenig geleistet, zuviel rumgeeiert. Oder glaubt ihr das man D ernst nimmt solange es wie ein kleines Kind Schutz bei Nato und USA sucht, aber wenig zur Verteidigung der Freiheit - analog zur wehrhaften Demokratie - tut (unabhängig ob das jetzt auf den Irakkonflikt zutrifft oder nicht).

    Im übrigen denke ich, die Bush-Administration hat Angst, ich weiss nur nicht wovor.

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  3. Anonym 22.02.03 18:11

    Folgendes habe ich heute im Fernsehen gesehen...

    eine große Anzahl von Restaurants in den USA haben "french fries" von der Karte genommen oder diese umbenannt!!!

    Im Kongress wurde ein Antrag eingereicht deutsche und französische Produkte mit einem orangen Warnhinweis zu versehen!

    Einige Supermarktketten haben German Chocolate und German Cakes aus ihrem Sortiment genommen (das sind diese ekelhaften dinge, die es in Deutschland nicht gibt und von denen die Amis glauben sie seien authentisch...)

    ich lag auf dem boden..obwohl es kann sehr ernst werden...Adidas und Puma verzeichnen umsatzeinbrüche bei sportschuhen in den USA...

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  4. Valesco 22.02.03 20:45

    man kann ja auch nicht 1:1 d und usa vergleichen. die bevölkerung bekommt die nachrichten im us-tv doch sehr reisserisch aufbereitet vorgesetzt. das ist wie "explosiv" am sendeplatz der "tagesschau". ich war erst anfang des jahres wieder für 5 wochen "drüben" und war mal wieder entsetzt, wie voreingenommen oder evtl. auch gelenkt (??) die medien dort agieren. die us-bevölkerung kann die irak-situation meines erachtens gar nicht einschätzen, da sie durch die medien "verblöded" werden. das könnte durchaus zum problem für deutsche exporteure werden. nur weil man sich über die holländische fussballmannschaft ärgert, hört man doch nicht auf, käse zu essen. beim ami wäre ich mir da nicht so sicher...

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  5. dos... 22.02.03 21:38

    Kann dir nur zustimmen.
    Ich war zwar selber noch nicht in usa, jedoch werde ich das Gefühl nicht los das die Mehrhrheit der Bevölkerung sich zusehrt von den Medien einlullen lässt. Dadurch werden imho solche Taten wie umbenennen der Produkte oder entfernen eines Angebots aus dem Sortiment verstärkt.

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  6. DaH... 22.02.03 22:05

    Deine Aussage kann man nur doppelt unterstreichen.

    So schlecht Saddam sein mag sollte man doch vorher trotzdem mit allen Mitteln friedlich eine Lösung suchen.
    Und so wie die Regierung der Vereinigten Staaten es darstellt ist es einfach nicht (siehe schlappe Beweisführung von Powel!).
    Allein die Idee mit den Blauhelmsoldaten wäre schon mal ein Weg in die richtige Richtung. Und dies ist weißgott nicht die einzige Möglichkeit!

    gruß
    alex
    www.flingnet.de

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  7. Anonym 23.02.03 18:27

    da die usa seit dem 9.11 offiziell sich im krieg befinden werden die nachrichten über den irak krieg, afghanistan etc zensiert..die bevölkerung krieg das vorgesetzt was in line mit der regierung geht...

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  8. runaway 24.02.03 08:49

    "..die bevölkerung krieg das vorgesetzt was in line mit der regierung geht"
    fürchte, das ist in jedem Land mittlerweile gang und gebe..;-(

    seit dem 9.11. steigert sich die amerikanische Hysterie auf einen unsichtbaren - vielleicht sogar fiktiven - Feind...es gibt Leute in Washington, die morgens aufwachen und sich sagen "heute muss ich etwas verändern"...dabei ist mit etwas die "Weltordnung" gemeint; als habe es je eine gegeben!?
    Bush stellt sich die Welt wie (s)eine Ranch vor...paar morgen Land hier kaufen..paar morgen Land da den Indianern abnehmen...etc...

    ich muss sagen, daß ich viel über die Geschichte dieser Welt bislang gelesen habe....aber so durchgedreht war sie noch nie: ungehemmter politischer Machtzuwachs, einhergehend mit ebenfalls ungehemmter wirtschaftlicher Habgier und hochtechnisierter Mittel, denen man sich bedienen kann-orthodox oder unorthodox, legitim oder illegitim sei dahingestellt- deuten nicht unbedingt auf eine rosige Zukunft hin..

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  9. Suesse 25.02.03 14:28

    chapeau, oktay! du hast es mal wieder geschafft, die sache perfekt auf den punkt zu bringen...

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