WARUM?

Nic... 22.06.06 10:06

Hi Leute,
ich bin jetzt schon ne weile hier bei squeaker und mir ist natürlich eines sehr aufgefallen, dass ich mal ansprechen wollte. Es gibt hier fast nur Leute die in Unternehmensberatungen und ähnlichen schnickschnack arbeiten wollen. Also ich möchte das ja nicht schlecht machen, aber habt ihr euch nicht mal Gedanken darüber gemacht, dass in den "richtigen" Unternehmen das wahre Leben abläuft? In Ubs und in der restlichen Sippschaft, kratzt ihr doch nur an der Oberfläche, aber ihr habt doch danach trotzdem keine Ahnung wie der Alltag dort abläuft.

So mal sehen, ob ich ein paar Kommentare bekomme.

Lg Nicki

PS: Ich selbst werde in kürze als Logistikplaner in einem Unternehmen einsteigen. Also haut drauf auf den armen Logistiker:o)

  1. Anonym 22.06.06 10:26

    Hi,

    ein gewisser Schwerpunkt auf Unternehmensberatungen - aber auch Konsumgüter, Banken, Wirtschaftsprüfung und Automobilindustrie haben die squeaker.net-Mitglieder schon. Die Diskussionen sind in der Tat recht UB-lastig.

    Als "an-der-Oberfläche-Kratzer" würde ich mich natürlich freuen, wenn Du uns armen schnickschnack-Menschen ein bisschen Einblick in die Welt der "richtigen" Unternehmen verschaffst. Viele von uns landen ja nach wenigen Jahren der Beraterei auch in der sog. "Industrie".

    Grüße

    Stefan

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  2. Anonym 22.06.06 10:33

    Hi,

    also zuallererst ist mir Deine Aussage zu allgemein... Kollegen von mir sind jetzt seit über 8 Jahren 40 Std. die Woche bei einem Kunden und nur zu monatlichen Team Meetings in unserem Büro. Ich denke schon, dass man da nicht nur an der Oberfläche kratzt. Der andere Punkt ist, dass man als Absolvent in einigen Fachbereichen praktisch ausschließlich in UBs unterkommt, die "richtigen" Unternehmen also ausschließlich Bewerber mit 5+ Jahren Berufserfahrung einstellen. Daher nutzen viele die UBs sicher als Sprungbrett, um ausreichend Erfahrung zu sammeln und dann den Beratungszweig zu verlassen

    Gruß :)

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  3. Sun_girl1 22.06.06 13:00

    Das denke ich auch. Ich will auch gern meinen Einstieg in der Beratung machen, das aber nicht ewig machen (der Job zerfrisst einen ja regelrecht) und dann irgendwo in einem Unternehmen unterzukommen.
    Was mich persönlich an der Beratung ein wenig stört ist das neben dem ewigen Rumgereise (irgendwann macht es denke ich keinen Spaß mehr), dass man Konzepte etc. entwickelt, aber an der Umsetzung ggf. gar nicht beteiligt ist und das Ergebnis gar nicht richtig mitbekommt. Und ich bin jemand, der dann auch gern Dinge umsetzt und bis zum Ende hin begleitet. Das bekommt man wohl eher in einem Unternehmen mit, aber da ist es, wie Leichtturm schon sagte, etwas schwieriger, einzusteigen.

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  4. groucho22 22.06.06 14:47

    Ich würd mir auch schwer tun in der Industrie unterzukommen, weil ich nur Bachelor BWL gemacht hab und eigentlich Diplomsoziologe bin.
    Ich bin aber vielleicht einer der wenigen, die über Beratung als etwas langfristiges nachdenken. Mir wird ziemlich schnell langweilig mit etwas und insofern macht mir Projektarbeit wahrscheinlich mehr Spaß. Aber ich such auch nach einer Beratung, die langfristig Möglichkeiten gibt, Familie und Beruf zu vereinbaren (ich weiß, das ist vielleicht ein Widerspruch in sich). Bis jetzt hab ich eigentlich nur von Booz Allen und von Mercer gehört, bei denen das einigermaßen möglich ist.
    Der Einwand von sun girl, dass man nie wirklich an der Umsetzung beteiligt ist und das Endergebnis nie zu sehen bekommt trifft sicher zu. Andererseits sind die Berater auch immer länger im Unternehmen.

    Ich seh den Einwand, dass hier vornehmlich über UB und IB diskutiert wird ein. Ein paar Tipps hier im Forum in Bezug auf UB kann man aber, glaub ich, doch auch für die Industrie brauchen.

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  5. Nic... 22.06.06 17:49

    Also wow, ich dachte nicht, dass ich so schnell so viele Antworten bekomme:o) sehr schön. Als ich die Beiträge gelesen habe, ist mir eine Frage aufgekommen: Warum geht ihr nicht zuerst in die Industrie bevor ihr in eine Unternehmensberatung geht? Ich kann nämlich schon verstehen, wenn Leute aus der Industrie über die Berater fluchen, die kaum bzw, so gut wie keine Praxiserfahrung haben.

    Das man als Absolvent kaum mehr andere Einstiegsmöglichkeiten hat, ausser in Ubs, halte ich aber jetzt wirklich für ein Gerücht. In meinem Studiengang hat z. B so gut wie jeder ein Job gefunden (ich studiere technische BWL) und zwar in der Industrie. Ich selbst habe auch ein super Job gefunden und mein Notenschitt ist schlechter als 2,5. (Habe halt ein paar Praktika gemacht und war im Ausland, aber das hat bzw. macht ja inzwischen jeder)

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  6. Sun_girl1 22.06.06 19:37

    Du hast Dir die Frage gerade selbst beantwortet, Du studierst technische BWL. Vielleicht ist das ja auch nur mein subjektives Empfinden, aber ich glaube, als "normaler" BWLer mit den verbreiteten Schwerpunkten (Marketing, Controlling, Finanzen) hat man es schon sehr schwer, weil allein schon die Konkurenz sehr groß ist.
    Logistiker haben es da schon leichter, weil das Verhältnis Stellen/Bewerber ein gutes ist.

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  7. dos... 22.06.06 22:09

    Nicki2, kann dir da leider nur recht geben :-(
    Als ich 2001 zu squeaker.net gekommen bin waren die Mitglieder bunter gemischt.
    Vermutlich sind von den Leuts von damals viele zu openBC abgewandert, da meiner Meinung das squeaker.net mehr und mehr zum Tummelplatz von Unternehmesberatern 'verkommt'.

    Es finden in den Foren keine heftigen Diskussionen mehr über allg. Themen, bsp. Politik oder andere aktuelle Themen (derzeit die WM) statt.
    Stattdessen nur noch Assesments oder Unternehmesberater.
    IT'ler habe ich schon lange hier nicht mehr getroffen :-(

    Gruss
    Peter

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  8. Anonym 22.06.06 23:23

    @dosi

    IT'ler ;)

    @Nicki2

    Mit wievielen Beratern hast Du denn schon persönliche Erfahrungen gesammelt? Mir kommt das leider alles wie Hörensagen vor, Du schmeisst alle UBs in einen Topf und kritisierst ohne jegliches Argument.

    Zu meiner persönlichen Situation: habe nach Abschluss des Studiums nach einem Job im Bereich SAP / Business Intelligence gesucht. Ob Du es glaubst oder nicht - außer bei UBs hast Du als Berufseinsteiger da keine Chance. Und ich habe es persönlich auch nicht als Erfüllung gesehen, den Berufseinstig mit un- bzw unterbezahlten Praktika zu beginnen. Über die unqualifizoierte Aussage bzgl. der Praxiserfahrung kann ich auch nur lachen: wir übernehmen als IT Beratung die Konzeption, Implementation, Betrieb und Wartung spezieller Systeme zur Verwaltung von Marktforschungsdaten. Da sind sowohl IT Fachwissen, das in den IT Abteilungen unserer Kunden einfach nicht vorhanden ist, als auch Kenntnisse der Fachabteilung (Marktforschung) gefragt.

    Mich würde ja mal interessieren, worauf Du Deine Aussagen stützt und wie Du Dir den Alltag in einer UB vorstellst!

    Grüße :)

    P.S.: es heißt übrigens "ich habe einEN super Job gefunden", das liest sich ja schrecklich ;)

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  9. Nic... 23.06.06 08:48

    also 1. ich bin Schwabe und kann daher kein deutsch und 2. ich kenne einige Leute die in Ubs arbeiten, daher kann ich die Behauptung ohne schlechtes Gewissen aufstellen. Die überwiegende Mehrheit davon sagen das gleiche.

    Ich bin überrascht, dass ihr in die Ubs geht, weil ihr zum Teil keine Einsteigerjobs in der Industrie findet. Ähm...ich bin sprachlos, da ich soweit ich weiß gerade die Ubs extrem hohe Ansprüche haben und wenn ihr die erfüllt, dann müsstet ihr eigentlich wirklich gar keine Probleme haben auch in der Industrie ein Einsteigerjob zu finden. Ausser ihr erfüllt das typische Klischee eines Berater: totale Theoretiker! Aber das will ich euch mal nicht unterstellen.

    Was mich betrifft, ich habe zwar "technische" BWL studiert, aber ich konkurriere deshalb auch mit Ingenieuren. Ich kenne aber auch einige Menschlein, die normale BWL studiert haben, ein Total Durchschnittlichen Abschluss gemacht haben und trotzdem einen netten Job gefunden haben.

    Ich stelle jetzt einfach mal die Theorie auf, dass die Ansprüche, die Ihr an einen Job stellt, extrem hoch sind. Die sind zum jetztigen Zeitpunkt wohl zum Teil utopisch.

    So ihr könnt mir gerne widersprechen, wenn ich falsch liege. Ich lass mich gerne eines besseren belehren. Nur net unfreundlich werden dabei.

    Grüßle von einer Schwäbin

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  10. Anonym 23.06.06 11:20

    Hi Nicki,

    sorry, ich wollte gar nicht so unfreundlich werden :) bin bei dem Thema inzwischen recht sensibel, da mir ständig, auch im Freundeskreis, diese Klischees über "die" Berater begegnen. Da wird dann sofort als Tatsache angesehen, dass man mind. 60 Std. die Woche arbeitet, stets in einem Rudel von frischen Absolventen auftritt, den ganzen Tag in Meetings oder Telefonkonferenzen sitzt und ansonsten Powerpoint Präsentationen aus einem großen Pool von Vorlagen zusammenklickt. Wenn diese Folien dann fertig sind, präsentiert man dann eine horrende Rechnung und macht sich schnell aus dem Staub, um mit der Umsetzung der erstellten Konzepte nichts zu tun zu haben.

    So ist es aber überhaupt nicht, zumindest nicht, wenn Du von "den" UBs sprichst. Selbst bei den "großen" wie Accenture, Deloitte etc. geht der Trend hin zu einer "ganzheitlichen" Beratung, das heißt inkl. Umsetzung. Das hängt natürlich auch von der jeweiligen Sparte ab - gerade im IT Bereich ist es der Normalfall, dass ein Projekt auch von einer Beratung implementiert und langfristig betreut wird. Das liegt auch daran, dass in viele Unternehmen kräftig outsourcen und Stellen z.B. in der IT Abteilung abbauen, so dass zu wenig Personal und vor allem zu wenig Spezialisten vorhanden sind. Zugleich herrscht in einigen Firmen Einstellungsstop und die Kosten müssen immer transparenter und planbarer werden - also wird immer mehr des Tagesgeschäfts an externe Dienstleister vergeben.

    Ich selbst bin in einer kleinen Beratung beschäftigt, hier treffen die Klischees noch weniger zu. Wir machen für unsere Kunden ausschließlich die praktische Umsetzung ihrer Projekte und betreuen über Jahre hinweg ihre Systeme. Die Berater haben bei den Kunden seit Jahren eigene Büros, Telefonnummern usw. und sind voll in das Tagesgeschäft eingebunden. Von daher finde ich es nicht richtig zu sagen, Berater hätten grundsätzlich nur oberflächliche, theoretische Kenntnisse und wenig Praxiserfahrung.

    Bzgl. des Berufseinstiegs in eine UB musst Du auch bedenken, dass es nicht überall derartig viel Industrie gibt wie im Raum Stuttgart (habe mal ein halbes Jahr beim ;) Daimler Praktikum gemacht und obwohl ich von den vielen produzierenden Unternehmen in dem Raum wusste, so war ich dennoch über die Ausmaße der Industriegebiete usw. erstaunt).

    Ich bin derzeit mit meinem Job super zufrieden, das liegt aber wohl auch daran, dass meine persönlichen Ansprüche nicht unbedingt dem Berater Klischee entsprechen: die Arbeitszeit ist äußerst flexibel, in stressigen Projektphasen arbeite ich zwar auch mal 50 Std. / Woche, dafür werden die geleisteten Überstunden entweder vergütet oder als Freizeitausgleich vergolten. Jetzt ist aufgrund der WM und Urlaubszeit weniger los, da bin ich selten vor 10 Uhr im Büro und komme in der Woche kaum noch auf 35 Std. Das Klima im Unternehmen ist äußerst gut, wir haben wenige Mitarbeiter und seit der Gründung 1984 hat kein einziger das Unternehmen verlassen. Das Gehalt ist okay, wenn auch nicht in den Dimensionen über die hier manchmal geschrieben wird ;), und ich bin zwar regelmäßig bei Kunden vor Ort, die Kunden liegen aber alle in und um Hamburg (wo auch unser Büro ist), so dass die Reisetätigkeit praktisch gleich null ist.

    Jetzt habe ich erst einmal genug geschrieben, so viel sollte es eigentlich gar nicht werden :)

    LG,
    Björn

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  11. Sun_girl1 23.06.06 12:34

    klingt gut, wo kann ich mich Bewerben ?! ;)

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