Anwendungen für Location Based Services (LBS)

Anonym 14.12.01 15:12

Das Internet wird mobil. Doch über die genaue Profil- und Zeitsteuerung hinaus, bieten LBS eine genaue Ortsbestimmung des Anwenders.

Dies bringt neue Services für Nutzer und Werber. Welche Anwendungsgebiete könnt Ihr Euch für LBS vorstellen und welche machen auch wirklich Sinn? Wo stecken die Probleme in der Umsetzung? Welche Gefahren seht Ihr?

Freue mich auf die Diskussion...

  1. ges... 14.12.01 15:46

    Solange Anwendungen, die auf LBS zurückgreifen, kostengünstig sind und für den Nutzer einen echten Mehrwert bieten, bin ich überzeugt, dass diese Technologie eine grosse Zukunft hat.

    Es liegt einfach auf der Hand, das der mobile Nutzer auch standortbezogen kommunizieren und informiert werden will. Man denke im B2C Bereich an lokal gebundene mobile Chats oder sog. M-Groups.

    Interessant wäre sicherlich die rechtliche Komponente. Wie kann ein Nutzer einem Anbieter die Erlaubnis geben, dass dieser in Zukunft eigenständig und ohne wiederholt die Einverständnis einzuholen dessen Position abfragen darf (Generalerlaubnis). Dürfen bspw. Minderjährige eine solche Entscheidung treffen? Wie einfach muss es sein, eine solche Erlaubnis zu widerrufen?

    Was sagen die Juristen dazu?

    Philipp

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  2. Suesse 16.12.01 02:57

    Gut, Philipp, dann fühle ich mich mal angesprochen und versuche, die rechtliche Seite ein wenig zu erhellen...

    Mit der "Generalerlaubnis" liegst du nicht ganz falsch. Die Speicherung, Verarbeitung und Nutzung deiner personenbezogenen Daten - und dazu gehören zB auch dein momentaner Aufenthaltsort in Verbindung mit deiner Handynummer - greift natürlich in dein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ein. Deshalb gibt es im Datenschutzrecht den Grundsatz, dass derjenige, der diese Daten erhebt, nutzt usw. - in unserem Falle also Anbieter von LBS - diese nur verwenden darf, wenn du einwilligst und auch nur zu dem Zweck, zu dem du deine Daten preisgegeben hast, also zur Bereitstellung der von dir gewünschten LBS. Um diese nutzen zu können, wirst du wohl irgendeine Form von Vertrag mit dem Provider abschließen, in der du eben darauf hingewiesen werden mußt - in deiner Zustimmung liegt dann tatsächlich eine "Generalermächtigung", die jedenfalls gilt, solange der entsprechende Vertrag mit dem Provider besteht.

    Grundsätzlich kann man jederzeit Auskunft darüber verlangen, welche Daten gespeichert sind und auch jederzeit deren Löschung verlangen, wenn sie zB entgegen dem vereinbarten Zweck erhoben oder verwendet wurden. Problem dabei ist aber: das muß man erstmal rauskriegen...

    Dass dabei Mißbrauch Tür und Tor weit offen steht, ist (leider) klar - letztlich muß jede(r) selbst entscheiden, ob er/sie dieses Risiko eingehen möchte, weil ihm/ihr die angebotenen Services so wichtig sind - da gebe ich Hanno völlig Recht. Ein prominentes Mißbrauchsbeispiel ist etwa PAYBACK - unter dem Vorwand des Rabatts wurden (werden???) umfangreiche Konsumprofile erstellt (was wurde wann & wo gekauft und wie bezahlt?) Ähnliches ist natürlich auch bei LBS denkbar.

    Ganz interessant vor diesem Hintergrund ist aber auch, dass Daten, die im Rahmen von LBS erhoben wurden, auch für strafrechtliche Ermittlungen nutzbar sind. D.h. über den jeweiligen Provider können Staatsanwaltschaft / Polizei z.B. deinen momentanen Aufenthaltsort ermitteln - und zwar unter der denkbar geringen Voraussetzung, dass der Verdacht irgendeiner (!) Straftat gegen dich besteht. Nach einem neueren Urteil des BGH fallen nämlich unter das Abhören von Mobiltelefonen nicht nur Gespräche, sondern auch die Positionsmeldungen!

    Tanja





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  3. can... 14.12.01 17:03

    LBS-Anwendungen werden dann erfolgreich, wenn der Mehrwert für mich als Nutzer groß genug ist, damit ich bereit bin, diese intimen Daten über mich rauszurücken.

    Beim Newsletter, den ich abboniere, gebe ich meine E-Mail-Adresse an und erwarte im Gegenzug auch nicht viel.

    Wenn ich aber meine Handynummer gebe und meinen Aufenthaltsort, dann reicht der kostenlose Klingelton als Anreiz nicht mehr.

    Wichtig ist auch, dass LBS meine Position sehr genau kennt und nicht nur das Stadtgebiet. Denn gerade bei Push-Diensten akzeptiere ich den Dienst nur dann, wenn er genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

    Erfolgreich werden Dienste wie Sonderangebote für den Laden um die Ecke, Freunde in der Nähe finden, die neue Levis finden, etc.

    LBS darf aber kein Selbstzweck sein (nach dem Motto: so, hier bin ich also), sondern wird erst richtig sexy, wenn man es mit Preisdatenbanken, Terminkalendern von Freunden, Verfügbarkeiten von Produkten, etc. verknüpft. Das wir spannend!

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  4. Anonym 15.12.01 02:47

    Da muß ich Dir recht geben Hanno. Am wichtigsten finde ich jedoch die Intelligenz des Systems. Als "low-level" Lösung hat ein Lebensmittelmarkt um die Ecke ein LBS am Einkaufswagen montiert. Je nachdem wo Du vorbei läufst, bekommst Du mit einem Piepser die Sonderangebote angezeigt. Allerdings ist das ziemlich nervig, da mich weder Damenbinden, noch der Ladyshave interessieren, womit wir wieder bei Deiner Forderung nach persönlichem Zuschnitt sind ;-)

    Ich stelle mir vor von meinem LBS Gerät morgens geweckt zu werden (weil es in meinen Terminkalender geschaut hat), allerdings eine halbe Stunde früher, denn es ist Stau. Die Ausweichroute wurde natürlich auch schon berechnet. Auf dem Weg zum Termin hat es festgestellt, daß durch meine zügige Fahrweise genug Zeit für einen kurzen Zwischenstopp bleibt und zeigt mir den Weg zur nächsten McDonnalds Filiale auf der Strecke....

    Aber das ist noch alles weit weg ;-)

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