Inkubatoren - Misserfolg?

Hen... 03.04.04 19:16

Hallo Allerseits,

habe jetzt verschiedentlich gehört das Inkubatoren als Brutstätte für junge Unternehmen meist gscheitert sind. Gibts da ne verlässliche Quelle? Analysen woran es liegt (wenn es denn stimmt)?

Mit einer hohen Ausafllrate ist wie bei allen (letztenlich experimentellen) Gründungen in neue Märkte schliesslich zu rechnen, warum also die Ansicht dass Inkubatoren zu (vielen, grossen) Erfolgen führen müsse?

  1. heb... 03.04.04 20:56

    im gegenteil. meiner meinung führen solche inkubatoren eher zu misserfolgen. averse selektion hier das stichwort.

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  2. Hen... 04.04.04 17:56

    also nur die schlechten gehen zu inkubator bzw. werden ausgewählt. Wieso? Kommt doch auf die "Selektoren" an. Kannst Du die Logik mal aufdröseln?

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  3. heb... 04.04.04 21:42

    zur selektionsqualität. aus einem kontinuierlichen raum an selektionskriterien, der über Die Zeit hinweg das bestehen oder das scheitern eines unternehmens bestimmt, wendet so ein inkubator gerade mal zu einem oder mehreren (aber endlich vielen) zeitpunkten nur eine diskrete menge an selektionskriterien an. eine ähnliche situation liegt zwar bei einfachen investmententscheidungen wie zb. in aktien auch vor, aber bei unternehmensgründungen ist die anzahl der möglichen umweltzustände um ein vielfaches grösser.

    zur adversen selektion. ja, so ungefäHR, nicht überwiegend aber tendenziell schon, würde ich sagen. gute ideen, starke unternehmenspersönlichkeiten (im sinne der österreichischen schule), usw. haben es ja bisher auch ohne inkubatoren geschafft. durch inkubatoren wird nun aber das motivationsspektrum von unternehmensgründungen um das banale motiv der institutionalisierten ermöglichung einer unternehmensgründung erweitert. durch die grobheit des selektionsrasters und/oder durch gezieltes hinarbeiten auf die oben angesprochenen selektionskriterien, die vermutlich in form eines BEST-practice ansatz öffentlich zugänglich sind, können derartig motiviert aktivierte saure zitronen innerhalb der inkubatorwelt süss werden und so in den genuss des hinausschiebens des scheiterns kommen. aussichtsreiche unternehmensgründer mit guten ideen werden die durch die sauren zitronen hinaufgetriebenen risikoprämien nicht zahlen wollen, und so bleibt den inkubatoren die rolle als sammelbecken an sauren zitronen.

    ha ha ha. hab ich doch glatt einer ganzen industrie die existenzberechtigung abgesprochen.

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  4. Hen... 06.04.04 17:54

    *schmunzel* ich sehe hier spricht ein ökonomisch geschulter kopf mit formulierungskunstfertigkeit.... :D ;)

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  5. Hen... 06.04.04 18:10

    hmm das problem scheint zu sein inwiefern die sauren zitronen schlechter gründungen (kann man das a priori oft genug entscheiden?) die bedingungen für gute gründungen relativ oder gar absolut verschechtern ...

    argument des selektuionsrasters akzeptiere ich prinzipiell, aber wie gesagt das gilt auch für aktien, und selbst konsumgüterkäufe ...

    warum also können inkubatoren, die als nischen für junge und schwache Unternehmen also einen negativen einfluss haben, bzw. ein negativer indikator sein?

    ok es folgt meine logik des antwort-argumentes: gründer die sich als schwachb einschätzen werden tendenziell solche nische suchen ... gute gründer werden auch unter schlchteren bedingungen gründen - nur dafür braucht man nicht unbedingt riskoprämien als ökonmische ursache.

    es reicht wenn man das aj motivation und glauben an die vision der eigen ngründung festmacht ... freie grüpnder stellen sich dem härtern(in welchen dimensionen? faktoren?) umfeld, und wenjn es nicht klappt lerenn sie daraus und steuern um ... während schwächere entweder nicht lerene wollen oder ducrh den inkubator von Erfahrungen die "frühzeitig" ein umsteuern als sainnvoll Z/ notwendig andeuten abgeschirmt werden ... (was widerum nicht heisst, dass sie per se schlechter sein müssen, sondern sich selbst die chance genommen haben zu lernen, und zwar solange es noch was am negativen schicksal ändern konnte)

    wie kommen da jetzt die risikoprämien ins bild bzw hat die mal jemand untersucht?

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  6. heb... 06.04.04 18:31

    zu den risikoprämien. keine ahnung wie inkubatoren entlohnt werden, aber in irgendeiner weise wird wohl folgendes zutreffen.

    inkubatoren sind nichts anderes als portfoliomanager, die ein portfolio aus unternehmensgründungen managen. wie jeder andere portfoliomanager wägen inkubatoren return und risiko gegeneinander ab. wenn jetzt das risiko steigt, sprich wenn lauter zitronen im portfolio sind, dann wird der inkubator einen entsprechend höheren spread bzw. eine höhere prämie verlangen. wenn diese prämie in welcher form auch immer vom unternehmensgründer bezahlt wird, dann hat man hier diesen verstärkten adverse selection effekt.

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  7. heb... 06.04.04 18:40

    meine beiträge sind eigentlich viel zu schade um hier gepostet zu werden, aber was solls, zitiert mich wenigstens richtig, hier der entsprechende bibtex-eintrag:

    @ARTICLE{WW04, AUTHOR="Wumm, W.", TITLE="Inkubatoren - Misserfolg?", Note="www.squeaker.net", YEAR="2004"}

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  8. Hen... 13.04.04 18:58

    über publikation kann man mal reden - bastele da gerade mit freund an einer fragestellung...

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  9. Hen... 13.04.04 18:58

    entlohnung teilweise auch über steuerzahler / subventionen, bzw höhere mieten als in "nur-büro"

    und: beratungsleistungslesitung sollte auch unter ökonomischen gesichtspunkten von gründer entlohnt werden müssen, daher dürfte das return/risikoprofil nicht unbedingt von relevanz sein (eher schon imageeffekte)

    mE hauptproblem in deiner sichtweise: sie sind mglw je nach aufstellung / ausrichtung keine portfoliomanager im eigtl sinn da sie nicht am return partizipieren - es sei denn es werden anteiel oder prozentual gekoppelte entlohnungen vereinbart)

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