Unternehmensberater als Freiberufler?

Mau... 19.06.03 10:07

Hallo Leute,

auch auf die Gefahr hin, dass sich hier nicht gar so viele "rumtreiben" werden, die mir eine wirklich abschließende Antwort auf meine Fragen zum Thema "Unternehmensberater als Freiberufler" geben können, so will ich es dennoch versuchen. Vielleicht berichtet Ihr mir einfach über Eure Erfahrungen in diesem Bereich, soweit Ihr welche gemacht habt.

Das Szenario:
a) bisherige Situation: Wir sind studentische Unternehmensberater und beraten als Gewerbetreibende unterschiedliche Unternehmen. Arbeitszimmer, Auto, Laptop usw. sind momentan für jeden einzelnen von uns Betriebsausgaben. Aus mehreren Gründen wollen wir uns mittelfristig als GbR oder Partnerschaft, langfristig als GmbH aufstellen. (dazu fehlt momentan noch der Kapitalstock :-))

b) Fragen:
Die Rechtsform der Partnerschaft ist für uns vor allem aus (Nicht-)Haftungsgründen interessant. Allerdings haben wir Probleme mit dem Finanzamt, uns den Beruf des Unternehmensberaters, zumal wir noch Studis sind, als Freiberuf anerkennen zu lassen. Das ist eigentlich per Gesetz geregelt ( vgl. §1 II PartGG ) aber das FA scheint da nach Gutdünken zu entscheiden.
Habt Ihr vielleicht schon Erfahrungen im Umgang mit dem FA gesammelt? Weiß jemand wie man die Jungs (und Mädels) beim FA überzeugen kann? (außer mit nem Fläschchen Wein oder Freikarten :-))

Als Alternative zur Partnerschaft käme für uns die Rechtsform der GbR in Frage. Wie verhält es sich hier steuerlich mit dem Betriebsvermögen, wenn ein Gesellschafter der GbR dieses Vermögen einsetzt, um sowohl Projekte der GbR abzuwickeln als auch eigene Projekte allein abzuwickeln?

Greifen hier die Prinzipien der Beitrags-und Konsolidierungstheorie mit entsprechenden Ergänzunsgbilanzen der Gesellschafter (vgl. §§ 179,180 AO)?

Gelten die Gewerbesteuerfreigrenzen einmal für die GbR und (soweit nicht als Freiberufler anerkannt) für jeden einzelnen noch mal extra, wenn er auch allein tätig ist?

Danke schön!

Maurice

  1. tri... 19.06.03 11:37

    Macht Euch bitte nicht ungkücklich, Leute und vergeßt ganz, ganz schnell wieder die GbR... (unbegrenzte persönliche Haftung, falls einer von Euch mal Sch*** baut und/oder Ihr böse verklagt werdet).
    So weit sollte keine Freundschaft gehen...
    Gruss,
    Trigger

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  2. meydo 19.06.03 12:21

    Hallo Maurice,

    ich bin auch in einer JE. Die GbRmbH gibt es de jure nicht. Jedoch besteht die Möglichkeit, eine beschränkung der Haftung in dem beratervertrag aufzunehmen, indem der auftraggeber den Vertrag um diese klausel handschriftlich ergänzt! zb:
    in einem schadensfall beschränkt sich die haftung des beraterteams auf die projketsumme (oä)...

    gruss, meydo

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  3. meydo 19.06.03 12:22

    ps: ohne gewäHR (wg. rechtsberatung und so :))

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  4. Suesse 20.06.03 16:40

    meydo, ich kann mir (aus verschiedenen gründen) nicht vorstellen, dass die von dir vorgeschlagene haftungsbeschränkung vor irgendeinem gericht bestand hätte.

    maurice, in welcher rechtsform agiert ihr denn momentan? m.e. seid ihr sowieso eine gbr, wenn nichts anderes vereinbart + die entsprechenden formvorschriften dafür gewahrt wurden.

    ich würde an eurer stelle am besten wirklich mal zu einem gesellschaftsrechts-Anwalt gehen und mich gründlich beraten lassen.

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  5. TOM... 19.06.03 12:55

    Allgemeines:

    Unternehemensberater sind grundsätzlich Freiberufler. Die Frage, ob jemand in seiner Eigenschaft und Tätigkeit als Unternehmensberater anerkannt wird, ist zu entscheiden anhand des

    a. Bildungsstandes
    b. Tätigkeitsspektrums

    zu a.
    -------
    Als freiberuflicher Unternehemensberater gilt, wer schlüssig belegen kann, dass er den Kenntnisstand eines staatlich geprüften Betriebswirtes

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  6. Mau... 20.06.03 00:54

    Hallo Tom,

    vielen Dank für Deine Antwort. Hat mir wirklich sehr weiter geholfen. :-)

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