"Bei welchen Unternehmen haben Sie sich noch beworben?"

Squ... 21.01.13 11:40

O.g. Frage wurde mir mal bei einem Interview mit einem Deloitte-Office in Asien gestellt. Ich erwarte die selbe Frage bei meinen kommenden Interviews hier in Deutschland.

Wie beantwortet man die Frage am besten?

Ich kann ja einerseits verstehen, dass Unternehmen Bewerber wollen, die sich gezielt bewerben und exakt für dieses Unternehmen arbeiten wollen (und das darlegen können). Andererseits kann doch niemand erwarten, dass ein Bewerber wirklich alles auf eine Karte setzt, statt mehrgleisig zu fahren. Außerdem gibt es doch in vielen Bereichen einfach ein paar Player, die direkt konkurrieren und sich so ähnlich sind, dass man sich bei allen bewirbt. Bspw. bewerben sich doch viele Kandidaten bei allen MBB; ähnlich dürfte es mit den Big 4 Professional Service Firms sein.

Bei o.g. Deloitte-Interview wurde ich, nachdem ich bestätigt hatte, mich auch bei anderen Unternehmen beworben zu haben, explizit gefragt, "Sie haben sich aber nicht auch bei PwC beworben, oder?"

  1. Squeaker 1 22.01.13 01:31

    Die Frage nach Bewerbungen bei anderen Unternehmen stellen wir in Interviews ebenfalls häufig. Hier wird v.a. auf zwei Dinge geachtet:

    1. Wo hat er sich noch beworben? (D.h. wenn du z.B. bei BCG zum Interview antrittst, dann ist das fast schon eine Gewisse Erwartungshaltung, dass man sich auch bei McK und RB beworben hat. Worauf wir achten ist, ob der Kandidat seinen Fokus und sein Interesse auf eine Branche gesetzt hat. Hat man sich ebenfalls als Controller bei Beiersdorf beworben und das kommt raus, dann ist das ein Manko für uns und bedeuted in der Regel, dass der Kandidat nicht wirklich weiß was er möchte)

    2. Zweitens möchten wir mit der Frage aus dem Kandidaten herauskitzeln, ob sie oder er sich zu einem gewissen Grad in der Branche auskennt. Wo liegen die Unterschiede, wo die Kompetenzen der Beratungen und was reizt einen am meisten. Z.B. ist RB bekannt für Restrukturierung, McK für Prozesse und BCG für Strategie - das ist aus Sicht der beratenen Unternehmen. Die nennen sich alle Strategiebutzen, haben aber sehr diversifizierte Kompetenzen. Wir würden erwarten, das man die kennt und etwas damit anfangen kann.

    Fazit: Der Interviewer war nicht besonders gut ausgebildet. So ein Strick wird normalerweise in einer professionellen Firma der Größe nicht gefragt.
    Wichtig ist die Ehrlichkeit. Denn Interviewer sehen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, wenn jmd lügt.
    Lügen zahlt sich nicht aus. Offenheit und Ehrlichkeit währt hier am längsten. Es wird aber natürlich erwartet, dass man eine gute Antwort kommt, wenn die Frage "Warum wir" kommt. Jeder Kandidat der dann sagen kann, "... weil ihr seid xx Monaten auf den Bereich XY ausbaut und mich das interessiert" bekommt Pluspunkte. Es wird erwartet, dass die Leute auf dem neusten Stand sind.

    Ich hoffe das hilft etwas weiter.
    Grüße aus München

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  2. Anonym 22.01.13 00:29

    Unterstellt die Frage kommt von einem kompetenten Interviewer - insoweit widerspreche ich Benjamin - möchte er im Zweifel sehen, wie Du mit der Frage umgehst. Hier hast Du die Möglichkeit Souveränität zu zeigen.

    Mein Tipp:

    1. Die Wahrheit i.S.e. ja oder nein
    2. Nicht zu konkret werden, sondern die anderen klassifizieren: Sind es Wettbewerber, kommen Sie aus einem anderen Bereich o.ä.
    3. Die Gründe dafür nennen: Keine Stelle ist Ideal, jede hat Vor- und Nachteile. Bei einem reizt das eine bei dem anderen etwas anderes. Auch ist die Bewerbung keine Einbahnstraße. Nur weil Du Dich dort beworben hast, heißt es nicht, dass Du auch dort anfängst. Du willst schließlich auch mehr über Deinen zukünftigen Arbeitgeber erfahren, um anschließend (FREI) entscheiden zu können.
    4. Initiative ergreifen: Dafür bist Du heute hier und hast auch einige Fragen mitgebracht (und jetzt bitte kein Standard, sondern tatsächlich etwas auf den konkreten Termin zugeschnittenes - und wenn es auch das Umfeld, die Stadt oder das Land betrifft)

    So zeigst Du Initiative und zeigst Gesprächskompetenz. Ich glaube kaum, dass er dann noch genau wissen, wo Du Dich beworben hast.

    Viel Erfolg!!

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  3. myj... 21.01.13 18:42

    Da hast du einfach nur einen inkompetenten Interviewer erwischt, wenn er dir einen Strick aus Bewerbungen bei Wettbewerbern stricken würde. Zu erzählen, dass du dich explizit nur bei dem gerade interviewendem Unternehmen beworben hättest, nimmt dir in der Regel sowieso niemand ab. Und selbst wenn, dann würde dir Naivität vorgeworfen werden. Es ist auch möglich, dass dies in manchen Interviews als Stressfrage gefragt wird. Du solltest in diesem Moment genau darlegen können, was diese Firma im Vergleich mit seinen Wettbewerbern ausmacht, was für dich einen Plupunkt darstellt UND warum du gerade in diesem Umfeld einen Beitrag leisten kannst.

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  4. Gnarls 21.01.13 17:15

    Gerade bei MBB ist es vollkommen normal, die anderen Bewerbungen anzugeben. So habe ich es zumindestens mitbekommen. Das ist den Unternehmen ja auch vollkommen klar. Wenn einer die Vorraussetzungen grundsätzlich mitbringt, wird er sich ja selten nur bei Boston bewerben.

    Von daher würde ich das relativ offen ansprechen und, falls das Unternehmen Deine Prio ist, auch diesen Fakt ansprechen.

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