Markteintritt in Nigeria

Anonym 02.11.00 05:39

Ein Hightech Unternehmen plant den Eintritt in den Nigerianischen Markt. Wie beurteilen Sie seine Möglichkeiten?

  1. Anonym 06.11.00 17:15

    Positiv zu beurteilen ist der potentiell große Markt, die Einwohnerzeahl liegt meines Wissens bei über 100 Millionen.Doch muss beachtet werden, dass die Kaufkraft der einzelnenBürger nicht sonderlich groß ist, im Normalfall nicht ausreichend,um High-Tech-Produkte zu erwerben. Darüber hinaus sind einige Gebiete des Landes in der Hand sogenannter "Warlords",d.h. es ist nur ein Teilbereich des Landes relativ einfach zugänglich. Aus dem Vorhandensein dieser Kriegsherren lässt sich darüber hinaus ablesen, dass die politische Situation labilist, was einem Markteinstieg nicht gerade förderlich ist. Die vor-handene Infrastruktur ist nur in und um Lagos passabel, in weiten Teilen des Landes aber praktisch nicht vorhanden. Dazu kommt, dass Nigeria ein halbdiktatorischer Staat mit korrupterVerwaltung ist, was "besondere Aufwendungen" in einer Art verlangen würde, die ihr euch sicher selbst ausmalen könnt.Fazit: In anderen Gegenden läßt sich mehr und leichter Geld verdienen. Bevor man High-Tech verkaufen kann, muss erst eine gewisse wirtschaftliche Basis geschaffen sein, auf der manaufbauen kann. Zudem darf nicht das Risiko bestehen, durch eine Revolution oder einen Wechsel des Diktators einen Totalverlust zu erleiden.Die Erfolgsaussichten sind meines Erachtens eher mäßig.

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  2. tho... 27.11.00 11:08

    Bevor du dich zu einer solchen Beurteilung hinreissen lässt, solltest du doch erst mal die Optionen prüfen, die das Unternehmen hat, in diesen Markt einzutreten. Da reicht die Palette von eigener Niederlassung oder gar Fabrikation bis hin zu freien Handelsvertretern. Dann muss man sich die Marktchancen ansehen und danach erst die Kosten - auch im " worst case" Totalverlust - den möglichen Erträgen gegenüberstellen. Erst jetzt kannst du entscheiden, ob es sich lohnt, das Risiko einzugehen, bzw. bei welcher Variante das Risiko am geringsten ist.
    Du scheinst dich ja im Lande gut auszukennen, aber es ist doch so, dass auch in Entwicklungsländern oft eine sehr zahlungskräftige Elite existiert, die gerne auch HighTec-Produkte kauf. Jetzt kommt es auf das genaue Produkt an, ob sich das Potential lohnt.

    Auf jeden Fall sollte man sich vor vorschnellen Urteilen hüten wie der Teufel vor dem Weihwasser - und zwar gerade im AC! Denn dort kommt es überhaupt nicht darauf an, die richtige Empfehlung zu geben, sondern darauf, gründlich zu analysieren und schlüssig zu argumentieren. Das Vorgehen ist entscheidend, das Ergebnis ziemlich egal - Achtung: ändert sich nach dem Berufseinstieg, es sei denn bei einem Consultant :-) .

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  3. runaway 29.01.01 08:02

    Markt ist Markt; Chancen, etwas herauszuholen, wird es bestimmt geben. Also sollte, wie Thomas das auch gut geschildert hat, gut analysiert werden, wieviel man in welcher Option investieren kann, um noch Gewinne zu erzielen.
    Sicherlich darf die Gefahr von "Revolutionen" oder "Konterrevolutionen" nicht ausser Acht gelassen werden, aber es gilt halt immer der Grundsatz, daß nur der gewinnt, der auch riskiert.
    Zudem darf man nicht verkennen, dass Nigeria im Gesamtschau des Kontinents politisch noch recht stabil ist.
    Sie hat internationale Erfolge im Leistungssport vorzuweisen. Das zeugt von dem Willen, international mithalten zu wollen. Demnach kann sie auch Erfolge in der Wirtschaft erzielen. Daher finde ich einen Eintritt in den Nigerianischen Markt sehr sinnvoll, gerade eben auch für das Hightech-Unternehmen. In Ländern wie Nigeria entwickelt sich die Nachfrage nach High-Tech-Produkten von heute auf morgen; also wieso nicht darauf vorbereitet sein!?

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  4. Anonym 29.01.01 18:14

    Der Schluß vom Leitungssport auf die Wirtschaft ist amüsant.
    (Rat mal, welcher deutsche Staat im Verhältnis die größeren
    Erfolge im Leistungssport aufwies. Kleiner Tip: Die Kurzform fing nicht mit B an)
    Erfolge im Leistungsport sind Ersatz für wirtschaftliches Wohlergehen, sie sorgen kurzfristig für positive Emotionen.
    Abgesehen davon kenne ich kein Entwicklungslandland, in dem sich die nachfrage nach Hightechgeräten von heute auf morgen
    entwickelt hätte. Ich kenne überhaupt kein Entwicklungsland, in dem eine nenneswerte Nachfrage nach Hightechgeräten vorhanden sein sollte.

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  5. runaway 29.01.01 18:40

    oh mann, jetzt hast Du es mir aber gegeben....

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  6. mba... 07.05.02 19:17

    "Ich kenne überhaupt kein Entwicklungsland, in dem eine nenneswerte Nachfrage nach Hightechgeräten vorhanden sein sollte."

    Offensichtlich hast Du Dein Wissen zu dem Thema nachbarschaftlich ueber den Gartenzaun aufgeschnappt - die Nachfrage nach (gewoehnlichen) Hightechgeraeten ist sicherlich in den meisten Drittwelt-Laendern sehr wohl vorhanden - wirf doch einmal einen Blick in die Huetten der meist vorhandenen Slums: das erste was Dir auffallen wird sind zumindest ein Fernseher, oft ein Videorec. oder gar ein Satelitenreceiver dazu. Nigeria hatte 1997 uebrigends euin BSP von 33,5 Mrd $... Im uebrigen kann ich Thomas nur zu seiner ausgewogenen, ueberlegten und realistischen Ansicht gratulieren.

    Erst denken, dann informieren, dann sprechen :)

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  7. Anonym 21.08.02 12:15

    Ein interessanter aspekt wären auch mögliche Modifikationen am Produkt selber, so ist der Markt für Radios oder Billigfernseher sicherlich auch in Entwicklungsländern nicht zu unterschätzen, allerdings kann es dort ein anderes Stromnetz usw geben.

    Oft werden Autobatterien verwendet die einmal die Woche in der Stadt aufgeladen wwerden und dann unter der Woche im entlegenen Slum Licht und Elektrizität liefern. So werden plötzlich Faktoren wie Stromverbrauch eines Radios zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen.

    Auch die Möglichkeit strategischer Allianzen mit dort etablierten Multinationalen Konzernen (Shell,...) sollte berücksichtigt werden.

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  8. Phaidros 07.02.04 18:37

    Die Möglichkeiten werden (wie überall) entscheidend davon abhängen, mit welchen Produkten oder Leistungen das Unternehmen welche Kunden anspricht, ob es auf diesem Markt konkurrenzfähig ist, und ob diese Kunden wirtschaftlich halwegs "gesunden" Branchen angehören. Auch in Nigeria gibt es prosperierende Industrie, wie z.B. - weithin bekannt - die Förderung von Erdöl. Natürlich wird es spezifische lokale Schwierigkeiten oder kulturelle Konfliktpotentiale geben. Die HR Kollegen ;-) sind da gefordert, die richtigen Menschen für die Arbeit vor Ort zu finden.

    Also würde ich sagen, dass ein gut geplanter Markteintritt durchaus von großem Erfolg gekrönt sein kann - ein halbherziger oder schlecht vorbereiteter aber mit Sicherheit scheitern wird.

    Die Frage scheint mir ein wenig darauf abzuzielen, ob der oder die Kandidat(in) aus einer provokant mageren Frage wohlgesetzte Antworten zu setzen imstande ist... sweet nothing...? ;.)

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