Arbeitsbedingungen wiss. Mitarbeiter

bor... 01.01.09 22:50

Hi!
Wie steht es mit den Arbeitsbedingungen als wiss. Mitarbeiter an Uni-Lehstühlen? Konkret: Hab eine Ausschreibung gefunden, bei der eine halbe Stelle angeboten wird. Darin steht allerdings nicht, ob von den ca. 20h/Woche vertraglich welche für die Arbeit an der Dissertation genutzt werden dürfen oder ob die gesamte Zeit für Lehrstuhlarbeit drauf geht. Ist das immer unterschiedlich oder hat man bei solchen Verträgen generell Anspruch darauf, einen Teil der Arbeitszeit für die Diss zu verwenden? Worauf sollte man sonst bei Stellen als wiss. Mitarbeiter achten, um seine Diss. in angemessener Zeit fertig zu stellen und evtl. darüber hinaus interessante Einblicke zu gewinnen.
Vielen Dank!
borachero

  1. Mid... 07.01.10 16:15

    Leider gibst du nicht an, wo und welcher
    Fachbereich. Aber mal ganz allgemein:

    Innerhalb deiner Arbeitszeit darfst du
    natürlich nicht an deiner Dissertation
    arbeiten. Solche Arbeitsverträge gibt es
    nicht. Oft steht aber dabei, dass du
    NEBEN dieser Zeit, also in den anderen
    20-60h pro Woche, an der Anfertigung
    einer Dissertation arbeiten darfst (ohne,
    dass du diese Tätigkeit anmelden
    müsstest).

    Ich kann von meiner Promotion (Physik)
    kurz und knapp über meine angestellten
    Kollegen sagen (ich selbst hatte
    Vollstipendium):
    - die 20h pro Woche sind 'nett', realistisch
    gehen knapp 40h+ die Woche für
    Lehrstuhlarbeit drauf.
    - es hängt stark vom Prof. ab wie sehr du
    eingeplant wirst.
    - keiner meiner angestellten Kollegen
    schaffte es (wenn überhaupt) unter vier
    Jahren.
    - bist du schlecht, wirst du nach 2 Jahren
    nicht verlängert, oder als Messknecht
    gehalten.
    - Einen Anspruch auf den Dr. hast du
    nicht.

    Einige Tipps:
    - mach keine Promotion wegen des Titels.
    Weder lohnt es sich finanziell, noch ist
    der außerhalb der akademischen Karriere
    nützlich. Da ist es sinnvoller extern zu
    Promovieren, z.B. bei McKinsey und Co.
    - rede mit den zukünftigen Kollegen. Es
    hängt wirklich sehr stark vom Prof. und
    der Uni. ab.
    - Inbesondere in Naturwissenschaften
    braucht man oft nur Messknecht
    (Thema: interessanter Einblick), also klär
    was deine Aufgabe ist.

    Ach ja: ohne Interesse am Thema wirst
    du (zumindest in der Physik) nie
    erfolgreich Promovieren. Und zur
    Promotion gehört auch Eigeninitiative.
    Nicht dein Prof. promoviert, sondern du.

    Ob du deine Diss in der vorgegeben Zeit
    schaffst hängt viel von dir und ein wenig
    vom Glück ab. Wie gesagt ich hatte
    Vollstipendium, trotzdem hatte ich ne 60-
    80h Woche (Zeit 2.5 Jahre). Es kann
    immer etwas schief gehen...

    Und vergiss Sachen wie: "...generell
    Anspruch darauf...". Du kannst deinen
    "Anspruch" bei deinem Prof, der ja das
    OK geben muss, gerne einmal anmelden.
    Viel Spass ;)

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