Nach Promotion Vollzeit- oder EMBA

TheCurious 01.04.14 13:29

Hallo,

ich würde mir gerne mal ein paar Meinungen zu dem Thema einholen.

Kurz zu mir:
Ich bin ein Ingenieur und wenn alles planmäßig klappt, werde ich meine Promotion mit ca. 31 beenden. Ich hätte dann Studium und Promotion in 10 Jahren durchgezogen. Ich habe mir eine ganze Weile große Sorgen gemacht, da ich beim Promotionsende die „magische 30ger-Grenze“ überschritten haben werde. Da ich jetzt aber jede Menge Kollegen gesehen habe, die bei Promotionsende deutlich älter waren und sehr gut in die Industrie gewechselt sind, hat sich das alles stark relativiert (an alle Betroffenen = keine Panik machen lassen!).

Jetzt aber zurück zum Thema. Ich liebäugel ebenfalls mit einem MBA und bin mir ziemlich sicher, dass ich in irgendeiner Form im Laufe meines Beruflebens auch einen machen werde. Jetzt habe ich aber festgestellt, dass eine anspruchsvolle Fortbildung und ein Vollzeitjob unglaublich schwer unter einen Hut zu bringen sind. Dass so ein Unterfangen schwer ist, war natürlich mir auch vorher schon klar, aunterschätzt habe ich es aber trotzdem.

Wenn man einen „9to5-Job“ hat, ist das sicher machbar. Aber in der Realität sind es doch eher 10h am Tag und wenn die Tätigkeit dann auch anspruchsvoll ist, ist man danach einfach platt! Für eine überschaubare Zeit, kann man evtl. auch die Zusatzbelastung aushalten, aber so ein EMBA dauert schließlich 2 Jahre (was ich nicht mehr als überschaubar ansehe).

Als den weitaus kritischeren Faktor sehe ich aber die Variabilität der Arbeitsbelastung an. Aus Ingenieurssicht, gibt es im Laufe eines Projektes sicherlich Phasen, in denen bei gutem Zeitmanagement und entsprechender Motivation eine Fortbildung gut meistern kann. Aber es gibt auch immer wieder Phasen wo man mal Wochen/Monate am Stück eher 60h+ die Woche arbeitet und nebenbei, außer den Haushalt am Laufen halten, gar nichts mehr hinbekommt. Und genau diese eingeschränkte planbarkeit sehe ich als den größten Stolperstein an.

Daher erwäge ich nach der Promotion den MBA „in einem Rutsch“ durchzuziehen und dann mit 32 mich voll und ganz auf meinen Job konzentrieren zu können. Wie gesgat, andere wechseln mit 33+ und ohne MBA in die Wirtschaft und bekommen trotzdem top Positionen mit entsprechendem Gehalt.

  1. MontanaFFM 29.05.14 11:00

    Hi,
    ich habe zwar weder einen MBA, noch einen Doktortitel, gebe Dir aber trotzdem auch gerne Feedback von dem was ich bisher in meinem (Arbeits-)Umfeld so mitbekommen habe (u.a. von Promovierten / MBAs).

    Natürlich bezeugt Dir jeder Abschluss, dass du eine weitere Qualifikation erworben hast etc. aber ernsthaft - für welchen Job ist denn ein Dr. und ein MBA (zumindest hineichend) erforderlich? Normalerweise trifft man doch die Entscheidung: Promotion oder MBA, oder sehe ich das falsch? Denn mit einer Promotion entwickelt man sich i.d.R. in ein Spezialfeld hinein während der MBA eher dazu dient, allgemeine Management-Skills (tendenziell eher als Generalist) aufzubauen, um Personen auf das Upper Management vorzubereiten.

    Diplom, Promotion und MBA (und dann auch noch nacheinander) könnte auch definitiv negativ wirken à la: "eine Person, die sich vor dem Eintritt in das Berufsleben drücken will" (Stickwort Titel-Sammler). Was sind denn genau die Gründe, die dich denken lassen, dass du "in irgendeiner Form im Laufe deines Beruflebens auch einen (MBA) machen wirst". Hast du ein klares Ziel, wo du beruflich hinwillst?

    Ansonsten schließe ich mich auch den anderen beiden Kommentaren an: MBA macht am meisten Sinn, wenn Berufserfahrung vorhanden ist (wird, soweit ich weiss, auch von den meisten MBA-Programmen gefordert).

    Ich empfehle Dir, die Sache mit dem MBA nicht zu überstürzen und Dir das Konzept genau zu überlegen. Ein Berufseinstieg wäre möglicherweise sinnvoller. Falls du es später in der Karriere durchziehen willst, könntest du dieses Thema auch schon in Bewerbungsgesprächen thematisieren. Einige Unternehmen stehen der MBA-Weiterbildung sehr offen entgegen und würden dich ggf. für die Zeit freistellen oder den MBA sogar (zum Teil) bezahlen.

    Beste Grüße

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  2. Squeaker 1 26.05.14 22:11

    Die praktische Relevanz eines MBA wird oft überschätzt. Viele BS werben bei den EMBA auch mit dem Hauptvorteil der Netzwerk-Erweiterung. Zudem macht ein EMBA auch erst Sinn, wenn man in der Industrie schon eine gewisse Position hat und die mit neuen Bekannten noch ausbauen kann.
    Imho - wie mein Vorkommentator schon gesagt hat - ist Berufserfahrung wesentlich mehr wert.

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  3. Squ... 12.05.14 14:52

    Mit Promotion bist du unter den Ingenieuren sowieso schon ein Theoretiker, der von den realen Anforderungen der Arbeitswelt keine Ahnung hat. Diese Vorbehalte baust du mit einem MBA nur weiter auf.

    Ich wüsste jetzt nicht so viele Jobs, für die man unbedingt einen Dr.-Ing mit MBA benötigt, und wo es nicht ein Master als Wirtschaftsingenieur auch tun würde. Insbesondere unter der Maßgabe, dass man entweder einen Absolventen von der Uni einstellt, der auch nicht so viel Gehalt fordern wird, oder einen 33jährigen Wirtschaftsingenieur mit 8 Jahren Berufserfahrung.

    ABER: Jobs für die ein Ingenieur mit MBA gerne genommen wird, die fallen mir schon ein. Und das sind ggf andere Tätigkeite als für Dipl.-Ing mit Doktortitel.

    Fazit: Mit MBA kannst du andere Jobs haben als als reiner Techniker. Wenn dich diese Jobs mehr reizen, dann nimm den MBA mit und such dir eine solche Stelle. Sei aber darauf gefasst, dass diese Dreifachqualifikation nicht höher geschätzt wird, als deine bisherige Doppelqualifikation oder die Doppelquali Ingenieur mit MBA eines evtl späteren Konkurrenten.

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