Promotion nach zwei Jahren I-Banking

Ban... 06.01.05 17:09

Nabend allerseits,

ich habe ca 2.5 Jahre Investmentbanking hinter mir, und mich entschieden einen Doktor zu machen. Gibt es Erfahrungsberichte wie der Auswahlprozess an den Privat-Unis (WHU, HHL, EBS) abläuft, ob die Programme empfehlenswert sind, oder ob die Unis sozusagen die Gebühren die sie nehmen gegen einen Doktor eintauschen?

Besten Dank im Voraus!

  1. trc... 06.01.05 21:44

    interessanter Nickname mit zwei Bedeutungen.

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  2. Anonym 07.01.05 13:58

    Ich habe mich das schon einmal gefragt, was jemanden dazu treibt, an einer der oben genannten Unis promovieren zu wollen. Ein forschungsstarkes Umfeld (mit allem was dazu gehört) wirst Du dort in den seltensten Fällen finden... ein Dokorandenprogramm ist ja keine einfache Fortführung eines Studiums (wie z.B. ein Master), sondern soll an eigene Forschungsprojekte heranführen.

    Viele Grüße

    Daniel

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  3. trc... 07.01.05 20:34

    Was ist denn eigentlich dein Ziel? Willst du wirklich in die Forschung, oder willst du die Promotion als Sprungbrett bzw. Zwischenlösung verwenden?

    Aus welchem Investment Banking Bereich kommst du denn? Soll deine Promotion etwas damit zu tun haben?

    Was möchtest du generell nach der Promotion machen?

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  4. Ban... 10.01.05 18:22

    In die Forschung (Lehrstuhl) will ich mit Sicherheit nicht. Was ich mir perspektivisch vorstellen könnte (40+), wäre eine Tätigkeit an einer FH, sozusagen nebenberuflich aus reinem Spaß an der Freud. Im Prinzip will ich umsteigen in einen "normalen" Corporate oder ins Corporate Finance Consulting. Nun lässt sich lange und trefflich diskutieren ob man direkt wechseln soll. Ich habe mich zu 90% für den Doktor entschieden. Insofern ist der reine Forschungsaspekt für mich sekundär. Ich Frage mich sowieso wieviel Prozent der Doktoranden das im Sinn haben. Von denen die ich kenne vielleicht jeder Fünfte.

    Da die Frage kam: Ich war im M&A und die Promotion sollte sich in diesem Bereich bewegen (Valuation, Corporate Strategy, Business Development).

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  5. Anonym 10.01.05 19:06

    naja... der Sinn einer Promotion ist ja schon die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Warum willst Du promovieren, wenn Du schon im Vorfeld ausschliessen kannst, einmal wissenschaftlich tätig zu sein? Ich kann ja verstehen, dass es durchaus passieren kann, dass man während seiner Promotion zu diesem Ergebnis kommen kann... aber schon im Vorfeld?
    Man macht ja seinen Doktor nicht mal nebenbei in 1 Jahr und Du musst Dir bewußt sein, dass Du Dich 2-3 Jahr damit beschäftigen und auch selber forschen musst.

    Wenn Du lediglich Dein Wissen weiter ausbauen möchtest, würde ich Dir zu einem guten Master-Programm in diesem Bereich raten. Im Bereich IB bringt einem ein Doktor wohl auch nicht all zu viele Vorteile bis gar keine (Du bist älter, hättest in der Zeit schon aufsteigen können etc.); das wurde mir jedenfalls auf einer Recruitingveranstaltung in diesem Bereich gesagt.

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  6. Ban... 10.01.05 23:25

    Ich denke der Sinn einer Promotion ist bei den meisten die Sprungbrettfunktion. Soviele Wissenschaftler wie promovieren, werden auch gar nicht gebraucht.

    Gibt es auch Meinungen zu meiner Kernfrage nach Erfahrungswerten/Einschätzungen der genannten Uni's? Promovieren dort die ganzen Consultants, die nach zwei Jahren Ihren Doktor machen?

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  7. Anonym 11.01.05 10:07

    so verschieden sind halt manche Ansichten...

    Zu Deiner Kernfrage: ich würde einfach mal ein paar Doktoranden an den in Frage kommenden Lehrstühlen Anschreiben. Neben den organisatorischen Fragen kannst Du dann auch gleich nach Umfeld etc. Fragen. Viel Erfolg und viele Grüße,

    Daniel

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  8. Bassky 11.01.05 12:16

    Hallo!
    Ich schließe mich meinem "Vorschreiber" an. Ich würde auch die Doktoranden Anschreiben. Relevante Kontaktdaten von einigen findest Du (zumindest bei der HHL) auf der Website inklusive eines kurzen Lebenslaufes. So kannst Du recherchieren, wie die CVs so aussehen.

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  9. Ban... 11.01.05 13:37

    Diese Methode hat doch zwei entscheidende Nachteile. Erstens bleibt die Frage, ob ich ehrliche Antworten erhalte. Zweitens bekomme ich keine Meinung von Doktoranden die ihre Diss beendet haben.

    Sollte jemand daher Ansichten aus erster oder zweiter Hand haben, bin ich für Postings weiterhin dankbar.

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  10. trc... 12.01.05 00:27

    Die Idee mit einem Dr. dann später FH Professor zu werden und nebenbei ein bisschen Beratertätigkeit zu machen ist nicht neu. Ich kenne zufällig auch einen Fall wo jemand aus dem M&A heraus direkt an die FH gewechselt hat. Er war damals aber schon VP. Gehaltstechnisch machst du damit wenn du aus dem M&A kommst deutliche Einbußen. Das wird dir aber natürlich durch andere Sachen versüßt.

    Die Dr. Arbeit ist meines Erachtens nicht mehr das was sie früher einmal war. Wenn du in der Bibliothek die ein oder andere liest wirst du festellen das das teilweise einfach längere Diplomarbeiten sind. Den eigentliche Gedanke des selbstständigen Forschens tragen nurnoch wenige Dissertationen in sich. Es kommt halt immer mehr zu einer Inflation der akademischen Titel.

    Zu den von dir aufgeführten Hochschulen: Ich habe mal mit einem Doktorant der EBS gesprochen. Das Model lief so: 1J spielst du den Assi, 1J hast zu Zeit für deine Arbeit. Während du Assi bist kannst du schon Research machen aber halt noch wenig schreiben.

    Finde ich von daher fair, da es somit ein klar abgegrenzter Zeitraum ist und sich deine Aufenthaltsdauer am Lehrstuhl nicht durch deine Koffertragaktivitäten unvorhergesehen verlängern kann.

    Da fällt mir ein ich kenne noch jemanden bei den Big4 im M&A der momentan nebenberuflich promoviert. Das ist dort wahrscheinlich einfacher zu handhaben. Und ein Wechsel von IB zu Big4 wäre ja durchaus möglich, wenn auch mit drastischen Einkommenseinbußen verbunden. Den nächsten Wechsel könntest du ja dann in die Beratung machen mit deinen dann vorhandenen Dr. Titel.

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  11. Anonym 12.01.05 10:52

    Also erst einmal möchte ich mich bei BankerinFFM entschuldigen, dass ich sein Topic ein wenig missbrauche...

    Die besagten Hochschulen haben sich ja auf die Wirtschaftswissenschaften spezialisiert. Gerade in der BWL sind die Dissertationen in der Regel umfangreicher und mit viel Recherche etc. verbunden. Eine Dissertation von z.B. 40-50 Seiten, wie es in der Mathematik bei einer genialen Idee schon mal vorkommen kann, wird man in der BWL kaum/nicht finden. Von daher ist es klar, dass im Durchschnitt Dissertationen von geringerer Qualität rauskommen, wenn nach dem Modell der EBS (1J+1J) gearbeitet wird.
    Da sich die oben genannten Unis bzw. ihre Studenten ja auch gerne als Elite bezeichnen, noch eine kurze Anmerkung zu ihren "Kollegen" aus den Staaten: Die Unis dort achten sehr auf die Qualität der Dissertationen und des PhD-Programms im Allgemeinen. Du wirst dort kaum jemanden finden, der unter 3-4 Jahren fertig wird - nicht weil die Studenten dort dümmer sind, sondern weil man diese Zeit halt braucht. (Btw: diese Unis sind Eliteunis, weil sie auch sehr stark in der Forschung sind, zahlreiche Nobelpreisträger beherbergen und damit exzellente Leute anziehen)
    Ich finde diesen Trend der Verwässerung sehr erschreckend... vielleicht sollte man -wie z.B. in GB üblich- die Uni hinter den Titel schreiben müssen; dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und jeder sieht, wer "mal schnell" nur den Titel in 1-2 Jahren haben wollte und wer wirklich etwas dafür geleistet hat.

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  12. Tas... 16.10.05 17:26

    Hallo,

    wo die ganzen Consultants promovieren wüsste ich auch gerne, schließlich brauchen die idR auch nur 1-2 Jahre!

    Warum wird man immer verteufelt, wenn man den Titel nur aus Karrieregründen will? Es ist halt leider inzwischen einfach so, dass man ohne Dr. nicht so wahnsinnig viel machen kann (zumindest UB) und UBs es bei BWLern nicht so gerne sehen, wenn sie einen MBA machen (so wurde es mir zumindest beim Interview gesagt). Also bleibt nur die Promotion und die möglichst schnell, am besten in 1-1,5 Jahren. Das es schwer ist, in dieser Zeit etwas nobelpreisverdächtiges nieder zu schreiben, ist klar und das wollen ja die meisten auch nicht!

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