Wieso immer Promotion O D E R MBA?

cjb... 16.10.02 08:51

In der letzten Zeit häufen sich die Artikel zum Thema MBA nicht nur in der Fach-, sondern erreichen auch immer mehr die Laienpresse. Dabei drehen sich die Berichte meist um die Fragen der Business School Auswahl, der Berufschancen, der richten Wahl, der Zielgruppe und dem Vergleich USA/Deutschland. Ein Aspekt, der mich im besonderen interessiert, bleibt allerdings stetig außen vor: Welchen Stellenwert haben Junior MBA Programme im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausbildung?

In den USA ist der Junior MBA als Aufbau zum Bachelor ja unserem deutschen universitären Diplom gleichzusetzen. Wer danach eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sattelt den PhD oben drauf. In Deutschland scheint dieser Weg jedoch völlig abweging. Wie sonst könnte man fehlende Hinweise dazu werten? Es gibt Artikel, die MBA und Doktortitel gegenüberstellen. Wieso nicht beides besitzen?

Ich beabsichtige, genau diesen Weg zu gehen. Nach meinem Studium an einer Berufsakademie, dessen Abschluss nur als Bachelor gewertet wird, möchte nun den MBA machen und mich anschließend der Promotion widmen. Da ich in einem wissenschaftlichen Zweig der freien Wirtschaft arbeite, habe ich bereits die Weichen in diese Richtung stellen können. Lieder konnte mir bisher aber niemand eine realistische Einschätzung dieses Weges geben.

Ich hoffe, hier jemanden zu erreichen, die oder der mir einen kurzen Kommentar hierzu geben kann. Damit wäre mir sehr geholfen.

Vielen Dank!

  1. Hen... 16.10.02 14:25

    Ich hab auch mal so einen Artikel auf sqn geschrieben. Die Logik liegt darin, dass nach Uni-Diplom MBA und Diss teuer werden durch Opportunitätskosten und ggfs Studiengebühren.

    Aus Sicht einer wissenschaftl. Karriere ist der MBA eher eine "digression" - Umweg. Diejenigen die eine US-BWL Dr. DBA anstreben, machen üblicherweise einen Master in einem anderen Gebiet (Psychologie, Soziologie).

    Für jemanden der einen PhD in sen Naturwissenschaften anstrebt aber unternehmerisch tätig werden will, macht ein MBA natürlich wesentlich mehr Sinn.

    Um welche Industrie/Branche geht es? Und wiue schaut es mit der Anerkennung deiner BA in den USA aus?

    Antworten Melden
    (4.1/5)   4 Votes
  2. rap... 16.10.02 14:38

    Hallo Stephan,

    ich denke da dieses Thema sicherlich noch für mehrere Leute interessant ist, sollte ich diesen Brief offen schreiben...

    Ich würde gerne internationale BWL studieren und das am Liebsten an einer Berufsakademie oder Fachhochschule da ich eher praktisch veranlagt bin.
    Da die Bewerbung für die BA bereits im Vorjahr erfolgen muss habe ich mich in den letzten Wochen / Monaten intensiv mit den Chancen und Möglichkeiten der BAs beschäftigt ohne dabei von irgendwelchen Lagern übermäßig beeinflusst zu werden.

    ... Seit gestern denke ich, dass die BA wohl doch nicht das richtige für mich ist und da sind wir auch schon bei deinem Thema: Das Problem, wie ich es sehe ist die internationale Anerkennung. Da ich später sehr gerne im Ausland tätig sein würde - auch nicht unbedingt bei dem Betrieb wo ich gelernt habe.

    Wenn ich mich dann im Ausland Bewerben würde - wo der BA-Abschluss ja weitestgehend unbekannt ist, hätte ich aus dieser Sicht her schon schlechtere Karten. Aber Moment: Es gibt ja noch den Gratis- Bachelor dazu!
    Das war auch lange Zeit ein Argument an das ich mich heftete. Ich habe mich gestern dann mit jemand unterhalten der in London studiert hat und er hat mich ein bisschen vorsichtig gestimmt denn: der Bachelor von der offenen Uni mag vielleicht für kleinere Unternehmen ausreichend sein, wird aber von den größeren Unternehmen, wo ich gerne arbeiten würde, nur belächelt. Wenn man dazu noch den Vergleich mit seinen Mitbewerbern sucht, dann muss man wohl oder übel zu geben, dass man als BA-Student - effektiv - nur 1,5 Jahre studiert hat.

    Die Vorteile der BA sind jedoch der direkte Einstieg in die Praxis und die große Chance einer späteren Übernahme (beim selben Unternehmen). Man ist meist jünger als vergleichbare Uni-Absolventen und hat bereits Erfahrungen im Umgang in einem Unternehmen - sicherlich ein plus.

    Je höher man jedoch die Karriereleiter klettert, desto weniger relevanter ist jedoch der Titel. Viele Firmen wollen das vielleicht nicht direkt zugeben, schaut man sich jedoch ihre Hirarchie an, so fällt auf das ab einem bestimmten Ebene ein Unidiplom (und später) ein Doktortitel unerlässlich sind. Später wird niemand mehr so direkt danach Fragen, ob du während deines Studiums bereits Erfahrungen in einem Unternehmen hattest, vielmehr wird gefragt werden wie lange du studiert hast - oder anders ausgedrückt: wie tief dein Studium ging und welche Lerninhalte (tiefgreifend) vermittelt wurden.

    Um an eine (renomiertere) MBA Schule zu gehen bedarf es wahrscheinlich mehr als 1,5 Jahre Studium und ich bin mir nicht sicher, ob du (ohne Zusatzstudium) an der Uni direkt einen Doktortitel machen kannst.


    Noch etwas zum amerikanischen System. Ich unterhielt mich vor kurzem mit einem US-Professor an der UT-Austin der Marketingkenntnisse an MBA Studenten vermittelt. Ich fragte ihn auch über Promotion und ähnlichem. Hier seine Einschätzung, die ich auch von anderen Leuten BESTätigt bekam:

    In den USA ist der Dr. (PHD) ein rein akademischer Grad. Er kann im Berufsleben (wie mir erzählt wurde) sogar leicht hinderlich sein. Wenn man an die Uni als Professor will, sollte man sein PHD machen.

    Wenn man in der Wirtschaft Karriere machen will, so ist hier der MBA der richtige Abschluss. MBA ist dabei nicht gleich MBA. Die späteren Chancen hinsichtlich Tätigkeit und Verdienst richten sich nach der Universität (und deren Ruf) an der man seinen MBA gemacht hat...

    Ich bin für Kritik aller Art offen und freue mich auch auf Gegenargumente.

    Gruß, raphael

    Antworten Melden
    (4.5/5)   6 Votes
  3. meydo 16.10.02 21:22

    hey spender,

    wieso machst du erst deinen MBA und dann deine diss? würde es anders herum versuchen. man sollte allerdings berücksichtigen, dass man nicht erst mit 32 fertig ist...

    das mit der diss wird wahrscheinlich ziemlich schwierig, da dein bachelor nicht wirklich als diplom zu sehen ist und es für dich daher nicht ganz leicht sein wird, zur Promotion zugelassen zu werden (außer du kennst einen prof der dich da unterstützt)

    gruss, meydo

    Antworten Melden
    (4.5/5)   5 Votes
  4. stephan19 17.10.02 18:10

    Hallo,

    der Vergleich Dr-Titel versus MBA hinkt in der Tat.
    Als deutscher BWL-Student einer halbwegs guten Uni ist ein MBA fachlich absolut nicht notwendig. Hinweis darauf ist vor allem, dass mir kaum ein Student bekannt ist, der in seinem Austauschsemester in einem MBA-Programm irgendwas schlechteres als A- erlangt hat - und das ohne große Anstrengungen.
    Natüürlich bringt der MBA für Lebenslauf und Netzwerke etwas, da man mit Harvard oder Stanford im Lebenslauf sicher mehr anfangen kann, als mit den Namen Uni Hamburgm Berlin o-ä.. Zudem sollte man bedenken, dass ein MBA inkl. Lebenshaltungskosten mal eben 100.000 US-Dollar kostet und eine Studie der Harvard-Uni vor Kurzem erst nachgewiesen hat, dass diese Investitionen sich nicht unbedingt auszahlen.

    Wie gesagt, wenn ich kein BWL Studium in Deutschland habe, bringt der MBA auch fachlich was.

    Der Dr.-Titel hingegen, den kann man idR. in BWL sowieso nur als BWLer machen. Und die notwendigen Qualifikationen und Fähigkeiten hierzu sind diametral verschieden zu denen, die im MBA Programm benötigt werden.

    Meine Meinung in kurz (als jemand, der sowohl in den USA ein Semester in einem MBA-Programm war, als auch derzeit promoviert): Der Dr.Titel ist, inbesondere in Deutschland für die Visitenkarte wichtig, der MBA ist was fürs Leben, da man viele Methodenkenntnisse erlangt und Freundschaften schliessen kann.

    Gruß
    Stephan

    Antworten Melden
    (4.2/5)   7 Votes
  5. MBA_05 02.07.05 03:05

    Sorry, dein Eintrag ist schon etwas aelter, aber ich habe leider eine komplett andere Meinung ueber MBA: MBA bringt fachlich sehr wohl was, selbst wenn man einer guten Uni in Deutschland BWL studiert hat. Und warum? Ganz einfach: er bringt dich unter Zeitdruck ans limit und man muss sich mehr Fachwissen in kuerzer Zeit aneignen um einigermassen mitzukommen. Desweiteren Frage ich mich, was du mit der Aussage meinst:'der in seinem Austauschsemester in einem MBA_Programm irgendwas schlechteres als A- erlant hat- und das ohne grosse Anstrengungen. ' Also ich weiss ja nicht, von welchen MBA-Programmen du sprichst, aber diese Aussage ist wirklich absoluter Nonsens. fuer rueckfragen und kritik stehe ich gerne zur Verfuegung. gruss

    Antworten Melden
    (4/5)   3 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen