1. Staatsexamen und dann - Ideen?

Lars79 28.04.04 18:18

Hallo Sqeakers,

seid Monaten "plagt" mich neben der Vorbereitung aus 1. Staatsexamen/Jura die Frage, wie es danach weitergehen soll.

Ich bin mittlerweile 24 und werde mit schon 25 Jahren erst meinen Abschluss machen (verzögert da länger Bundeswehr incl. Kosovo Einsatz, und letztes Semester noch 4monatiges Praktikum in USA Legal Department/Contracts).

Wie es danach weiter gehen soll, darüber bin ich mir noch völlig unklar.
Klar ist nur, dass mein Weg, wie eigentlich von vornherein geplant, mehr in Richtung Management und International Business gehen soll. Dh de facto lohnt sich das 2. Examen direkt für mich nicht, da der Rechtsanwalts"weg" für mich persönlich nicht die interessantere Variante ist.

Als mgl. weiteren Weg, gibt es im Prinzip folgende Optionen:

1. ich mache auch das 2. Examen noch und versuche nebenbei, den universitären Diplom Abschluss BWL für Juristen an Fernuni Hagen zu bewältigen,

2. ich konzentriere mich nach meinem 1. Examen (Abschluss in NRW zum Dipl. Jurist) auf ein Zweitstudium mit Fachrichtung BWL --- Nachteil: würde nochmal 3 1/2 - 4 Jahre dauern ...dann mittlerweile schon bald 30 (zu alt?)

3. man versucht auf postgradualem Weg an Zusatzqualifikationen zu kommen - zB LLM im International Busines Law oder MBA (MBA überhaupt ratsam für Juris?) ... Vorteil: man könnte vor Beginn evtl. noch ein zweites Praktikum anstreben (zB würde mich China, Osteuropa oder der arabische Raum interessieren auch wegen den ausgeprägten wirtschaftl. Perspektiven)

Von vielen, insbesondere Anwälten hörte ich, dass Variante 1 wohl die sinnvollste wäre, da ein Jurastudium ohne 2. Examen nicht viel wert wäre ... stand vielleicht jemand von Euch auch schon vor ähnlicher Entscheidung.


PS Und bitte nicht den leidigen Hinweis, ich hätte sollen gleich Wirtschaftsrecht/FH studieren. Im Nachhinein, wäre es vielleicht eine bessere Variante gewesen aber abwarten.

Vielen Dank für Anregungen und Erfahrungen!

Lars

  1. Lars79 28.04.04 18:20

    nach nochmaligen Durchlesen, muß ich mich direkt für die Ausdrucksweise entschuldigen...klingt ja furchtbar ;)

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  2. mac... 28.04.04 18:31

    Entschuldige Dich bitte auch mal fuer Deine Rechtschreibung: "seid" ;-)))

    Wie dem auch sei: Ich denke, die besagten Kollegen haben recht, wenn sie Dir zum zweiten Staatsexamen raten. Das "gehoert" zum Jurastudium dazu, wie es mir scheint.
    Um daraufhin dennoch im Business taetig zu werden, brauchst Du Dir nur einen MBA zuzulegen. Dafuer ist er ja da - damit Studenten mit NON-Business Hintergrund eine kompakte Zusatzausbildung geniessen koennen.

    Bei McKinsey, Roland Berger und Co. gibt es genug Juristen, die es eben so gemacht haben - und es scheint funktioniert zu haben.
    Es ist ja nicht so, dass die Wirtschaft undurchschaubar ist. Jeder Gesellschaftswissenschaftler hatte am Rande mit Oekonomie zu tun (Juristen ueber das Gesellschaftsrecht, z.B.), so dass ein BWL-Diplom zuviel des Guten waere.

    Also: Viel Erfolg!

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  3. Lars79 28.04.04 18:43

    hilfe Du hast Recht "seit!" (da gibt es noch mehr Fehler im Text-bitte unbeachtet lassen ;) ).

    Im Prinzip hat mich ein Artikel in einer älteren Juracon zum Nachdenken gebracht, wo eben der Weg ohne 2. Examen als lohnenswerte Alternative für Diejenigen erwähnt wurde, die ihr künftiges Ziel eher in der Wirtschaft sehen.

    Auf jeden Fall Danke!

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  4. meydo 28.04.04 19:35

    was hältst du davon; llm in den staaten machen, danach die state-bar nehmen und sich den rechtsanwaltstitel in deutschland anerkennen lassen... so hast du ein llm, auslandserfahrung und bist Rechtsanwalt. kenne einen derartigen fall - und der gute ist mit anfang 30 partner bei fbd geworden...

    gruss
    meydo

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  5. Lars79 28.04.04 19:55

    jep die Anregung habe ich auch schon durchgespielt. War Thema in einem der letzten Jura-magz "Über Sinn und Unsinn des New Yorker Bar Exam". Sicherlich eine sehr reizvolle Überlegung.

    Danke!

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  6. Jan... 28.04.04 21:37

    Tja, dann sollte der Gute gleich das Geld für BVerfG sparen. In diesem Jahr wurde wieder einmal "BESTätigt", dass ein "Jurist", der in Deutschland als Anwalt auftreten will und auch diesen Titel haben will, schon eine der 2. Staatsexamen vergleichbare Ausbildung haben muss. In dem entschiedenen Fall ging es um einen Deutschen, der seine RA Zulassung in USA erworben hat. Er darf lediglich auf seinen erworbenen Titel hinweisen und in Deutschland kann er auch nicht vor Gerichten auftreten. ;)

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  7. Jan... 28.04.04 21:48

    Du scheinst Dich überall auszukennen. ;)

    Was ist eigentlich ein

    GESELLSCHAFTSWISSENSCHAFTLER? ;)

    Heil dir, Than von Cawdor!

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  8. mac... 28.04.04 22:50

    Gesellschaftswissenschaften (Untergruppe der Geisteswissenschaften) = Sozialwissenschaften = auf Englisch Social Sciences = u.a. Politikwissenschaft, BWL, VWL, Soziologie etc.

    There's no art to find the mind's construction in the face.

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  9. Jan... 29.04.04 08:25

    Und nun die Verknüpfung zwischen dem Thema des Forums, Juristen, Gesellschaftswissenschaftler und Consulter. ;)

    Sehr gewagt das ganze! ;)

    Heil dir, .......; der einst König seyn wird!

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  10. mac... 29.04.04 09:39

    Jan,

    ist Jura keine Gesellschafts-/Sozialwissenschaft? Und die Sozialwissenschaftler in der Beratung haben zumindest einen marginalen oekonomischen Hintergrund, von dem sie in ihrem BEruf auch profitieren koennen.

    Verstehe Dich gerade nicht...

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  11. Jan... 29.04.04 20:42

    Bezweifle, dass die gewöhnliche Definition von Gesellschaftswissenschaftler

    a) auf Juristen

    b) Unternehmensberater passt.

    Außerdem handelt es sich dabei eher um Praktiker als "Wissenschaftler". ;)

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  12. mac... 29.04.04 21:15

    Jan, bitte wahrnehmen:
    Ich meinte, es gaebe viele Sozialwissenschaftler in der Beratung: BWLer, VWLer, Juristen und Co.

    Dass wir alle keine Wissenschaft betreiben, wissen wir doch.

    Lang lebe das schnelle Studium.

    Auf die Kurzlebigkeit und sonstige Oberflaechlichkeiten ;-)

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  13. Jan... 28.04.04 22:00

    A. zunächst solltest Du Dir mehr damit beschäftigen, was du wirklich willst ;)

    B. danach, die wünsche und ziele mit der objektiv sinnvollster lösung verbinden *lach*

    SO EINFACH ;)

    so wäre
    z.B. im Falle, dass Du wirklich in das "reine" Management gehen willst, ein 2. Staatsexamen sinnvoll

    für die guten MBA´s braucht man zwischen 2-3 Jahren Praxis
    RRef. wäre Deine Praxis
    außerdem hast du erst dann Deine "Ausbildung" abgeschlossen

    und so weiter .... ;)

    P.S. Bedenkt man Deine Hinweise auf Deinen Lebenslauf, so zeigt es auch, dass der Herr schon sehr vielseitig ist bzw. sein kann

    Die Ideen mit den Praktika in Ausland würde ich unbedingt durchziehen

    Vorschlag: z.B. in der Zeit zwischen schriftlichen und mündlichen Teil?

    = effektive Zeitplanung ;)

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  14. Lars79 29.04.04 08:02

    Zitat: "so wäre
    z.B. im Falle, dass Du wirklich in das "reine" Management gehen willst, ein 2. Staatsexamen sinnvoll"

    Warum? Die zum Großteil im Referendariat erworbenen Kenntnisse sind Prozeßkenntnisse, inwieweit ist da ein 2. Examen von der Wissenseite sinnvoll - nur wegen der teilweisen Erfahrung?

    @ all
    Danke für sinnvolle Antworten

    @ Hebamme
    ja ich hab viele solche Hefte, ja ich war bei Mutti Mittag essen ...und Du? Schlecht geträumt?

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  15. Jan... 29.04.04 08:15

    1. Wenn Du sonst mit Deinem 1. Staatsexamen Praxis erlangen willst, wie willst Du es machen?

    2. HAhahaha; der Herr hat wohl keine Ahnung vom RRef. Wer hat ihm so etwas gesagt: "Die zum Großteil im Referendariat erworbenen Kenntnisse sind Prozeßkenntnisse"?

    Quatsch, hängt von Dir ab:

    Zivilrecht kannst Du ans LG gehen, dort Kammer für Handelssachen, d.h. Bezug zu Wirtschaftsrecht und worüber sich Unternehmen streiten

    Strafrecht: Staatsanwaltschaft; Abteilung für Wirtschaftsstrafrecht; Bilanzenlesen um vertstehen zu können, ob Insolvenzverschleppung vorlag oder nicht; und und und und

    Anwaltsstation: Teilnahme an einer Due Diligence, sehr witchtig für Management

    Wahlstation: Unternehmen selbst

    Wo Du da Dein Prozessrecht sammeln wirst ist mir schleierhaft und wo Du sonst in der kurzen Zeit, so viele vielschichtige Betrachtungen der Wirtschaft von vielen Seiten kriegen kannst, auch. ;)

    Oder geht der Herr davon aus, dass man mit seinem 1. Staatsexamen gleich in einem Unternehmen arbeiten kann? *GGG*

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  16. Anonym 29.04.04 08:46

    Hi Lars!

    Ausgehend davon, dass Du eine Karriere im Management und nicht in einem rein juristischen Umfeld anstrebst, wuerde ich dir Folgendes raten:

    - moeglichst viele Referendariatsstationen mit wirtschaftlichen/wirtschaftsrechtlichen Bezug absolvieren

    - leg eine Referendariatsstation in einem der Laender ab, die dich interessieren

    - studiere nicht neben dem Referendariat BWL an der FU Hagen(Referendariat und eine adequate Examensvorbereitung werden dich schon genug auslasten)

    - auf jeden Fall das 2. juristische Staatsexamen ablegen (Diplom-Juristen werden von Personalern immer mit Misstrauen betrachtet, da sie den Abschluss nicht einschaetzen koennen)

    - nach dem 2. Staatsexamen in die Wirtschaft gehen: Gute Branchen fuer Juristen sind meiner Meinung nach Wirtschaftspruefung/Steuerberatung, Consulting, Banking, Versicherung, Medien, Finanz-/Personalabteilung in der Industrie

    - nach 3 Jahren Berufserfahung MBA (aus Altersueberlegungen vielleicht eher ein-jaehrigers MBA Programm, wie INSEAD oder die meisten anderen europaeischen)

    Danach sollten sich dir eigentlich viele Karrieremoeglichkeiten im Bereich Bereich International Business/Management offenstehen.

    Natuerlich fuehren viele Wege nach Rom. Welcher fuer dich der beste oder geeigneteste ist muss du letztlich selbst herausfinden.

    Viel Glueck dabei wuenscht dir
    Patrick

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  17. Lars79 29.04.04 09:35

    Danke für die Antworten!

    "Der Herr hat wohl keine Ahnung vom RRef. Wer hat ihm so etwas gesagt: "Die zum Großteil im Referendariat erworbenen Kenntnisse sind Prozeßkenntnisse"?"

    Um ehrlich zu sein, hatte sich mein Wissen übers Referendariat bis jetzt wirklich mehr aufs Hören-Sagen beschränkt. Zumeist kam dann die Antworten, daß die Stationen zumeist im Prozeßrecht aufgehen. Auch habe ich nicht gewußt, daß man die Wahlstation auch in einem Unternehmen ableisten kann. In jedem Fall Danke! Werd mich wohl mal ein bischen näher mit dem Referendariat und den Möglichkeiten beschäftigen müssen.

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