Alter, Lehrstuhlwechsel und laengere Promotion - zu alt und zu akademisch?

Passe 20.12.13 17:00

Hallo,

ich habe mich bisher erfolglos bei den bekannten UBs beworben. Leider bekam ich nur Absagen. Ein Kollege der nun in 3 Jahren seinen Doktor bei uns macht und von MCK kommt sagte mir, dass

- ein lange Promotion mit Lehrstuhlwechsel
- ein zu akademischer Lebenslauf
- Alter mit 33 alt

ein echtes Problem ist. Er sagte, dass der Lebenslauf mit Spitzennoten ins Raster fallen muss, sonst wird es bei der Vielzahl an Bewerbungen sehr schwierig. Der Inhalt der 6 Forschungsprojekte und warum man den Lehrstuhl wechselte interessiert niemanden - hauptsache schnell und mindestens magna cum laude.

Ist dies wirklich so, oder ist im Moment einfach der Einstieg so schwer?

Kollegen am anderen Lehrstuhl waren nur 1 Jahr schneller fertig, aber mit nur der Haelfte der Projekte.

Tja, ich muss daran arbeiten mich viel besser zu verkaufen.

Herzliche Gruesse

  1. L4le 21.12.13 00:08

    Deine Erfahrungen klingen wirklich sehr beunruhigend.

    Kommt es wirklich nur auf die Noten und die Zeit an?
    Das würde mich als baldigen Berufsanfänger auch sehr interessieren.

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  2. Passe 21.12.13 11:58

    Ich weiß es wirklich nicht. Also der Prozess ist sehr undurchsichtig warum man nun abgelehnt wurde. Ich kann es mir eben denken, bin mir aber nicht sicher.

    Ein Kollege am anderen Lehrstuhl, der bei MCK 2 Jahre arbeitete und nun seine Doktorarbeit schreibt, erklärte mir als er meinen Lebenslauf sah, daß die internationalen Wissenschaftskonferenzen, Stipendien und daß man statt 3 nun 6 Projekte abgeschlossen hat niemanden interessieren. Die Personalverantwortlichen die die Lebensläufe als erstes sehen haben eigentlich nie selbst eine Doktorarbeit geschrieben und können damit auch garnichts anfangen. Den Unterschied zwischen einer in 2-3 Jahren schnell geschriebenen Monographie zu einem Thema und einer kumulierten Dissertation mit mehreren Themen und Projekten kennen die in der BWL nicht. Ebenso stoßen die schlechteren Noten in den Promotionskursen negativ auf, denn ein "Abrutschen" von 1,2 im Master auf 1,7 im Promotionsstudium ist eben keine konstante Spitzenleistung. Zugegeben, MCK ist dabei etwas extrem. Daß die Noten im Promotionsstudium auch weit schlechter sind als im Master- und Bachelorstudium wissen die Personalmitarbeiter auch nicht.

    Die Kollegen vom Marketinglehrstuhl die auch 4,5-5 Jahre brauchten und nur 3 Projkete, bzw. Paper, geschrieben haben erwähnten ihre Wissenschaftskonferenzen garnicht, sondern stellten den Doktor als weiterführende Aufbauqualifikation dar in ein oder zwei Zeilen. Die Noten aus dem Promotionsstudium haben sie auch nicht erwähnt.

    Im Anschreiben muss man wirklich für die Beratung brennen, warum man eben zur Beratung will und nicht in der WIssenschaft bleiben möchte. Ebenso sind die Metafertigkeiten, die man während der Promotion erlernte, wesentlich wichtiger als der Inhalt selbst. Dazu zählen das eigentständige Arbeiten, die Zielstrebigkeit, die analytischen Fähigkeiten, etc..

    Der direkte Inhalt der Doktorarbeit ist wirklich zweitrangig, weil es für die Praxis eh "zu theoretisch" ist und weit weg. Man muss dies eben sehr gut verkaufen können im Anschreiben und Lebenslauf, was mir zugegeben überhauptnicht gelungen ist.

    Interessant scheinen wohl eher die praxisorientierten Fallstudien und Abschlussarbeiten zu sein die man betreut hat. Dies signalisiert, daß man weiterhin den Bezug zur Praxis hat.

    Fazit: Zügig und geradlinig ohne Lehrstuhlwechsel mit mindestens "magna cum laude" sowie einem Bezug zur Praxis promovieren. Dies dann entsprechend geschickt im Anschreiben und Lebenslauf verkaufen und die Metafähigkeiten der Promotion hervorheben, warum diese so sinnvoll für die Bertung sind in die man aus den genannten Gründen umbedingt möchte.

    Hätte ich dies vor 3 Wochen gewußt hätte ich mein Anschreiben und meinen Lebenslauf ganz anders gestaltet.

    Herzliche Grüße

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  3. Passe 21.12.13 11:58

    Aber nicht entmutigen lassen. Es wäre sinnvoll mal einen Profi der die Spielregeln kennt die Bewerbungsunterlagen genau überprüfen zu lassen.

    Herzliche Grüße

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  4. Passe 23.12.13 13:15

    Danke, das stimmt. Ein wissenschaftlicher Lebenslauf der die Forschungsleistung betont kommt wohl nicht so gut an. Leider habe ich mich schon bei allen 6 Beratungen beworben und 5 Absagen bekommen. Auch scheinen die grossen Beratungen im Moment eher Finanzfachleute mir Berufserfahrung zu suchen. MCK hat Ausschreibungen auf seiner Webseite.

    Herzliche Gruesse

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