Bain & Company oder Roland Berger

Bert123 03.05.08 17:32

Hallo zusammen,

ich habe Angebote von Roland Berger sowie Bain & Company. Da mir die Unternehmen vom "Personal Fit" etwa gleich erscheinen ist eine Entscheidung schwierig.

Gibt es irgendwelche Punkte an die ich denken sollte? Irgendwelche Vorschläge?

Von der Reputation und der Größe sind die Unternehmen ja ähnlich...

Grüße

Bert

  1. fre... 03.05.08 19:58

    Die Reputation würde ich nur für D gelten lassen. Bain ist DEUTLICH internationaler aufgestellt und damit weltweit bekannt.

    Weitere Punkte, an die Du denken solltest:
    -Projektportfolio
    -Frühe Spezialisierung

    Antworten Melden
    (4/5)   3 Votes
  2. londoncalling 04.05.08 02:28

    also Bain hat weltweit sicher die weitaus bessere reputation. schau dir einfach mal das Ranking vom Manager Magazin an:

    http://www.manager-magazin.de/Unternehmen/beratertest/0,2828,296166,00.html

    auch was die arbeitsatmosphäre angeht ist Bain, was ich von bekannten mitbekommen konnte, vorzuziehen. zumal Bain von allen Beratungen derzeit am stärksten wächst und daher viel raum nach oben ist...

    um's vorweg zu nehmen, ich arbeite weder bei Bain noch bei rb. hatte allerdings vor kurzem das vergnügen auch dort interviews zu haben.

    lg

    Antworten Melden
    (4.3/5)   6 Votes
  3. fatman 04.05.08 10:58

    Bain gehört weltweit zu den Top3 Managementberatungen und ist je nach Region immer unter den Top5. Deutschland ist im Grunde genommen eine der wenigen Ausnahmen, wo Bain erst sehr spät in den Markt eingetreten ist.

    RB ist im deutschsprachigen Raum Top3. Allerdings gehören sie bereits europaweit gesehen noch nicht mal mehr zum Kreis der Top5. Weltweit ist RB nicht einmal im Kreis der Top10 Managementberatungen.

    Von den ganzen Rankings abgesehen, würde ich insbesondere auf Unternehmenskultur (da bestehen rießige Unterschiede zwischen Bain/ RB) und geförderte/ mögliche Weiterbildungsmöglichkeiten schauen (auch da sind die Unterschiede beachtlich, insbesondere wenn dein Ziel eine der US Top Business Schools ist).

    Antworten Melden
    (4.4/5)   5 Votes
  4. Bert123 04.05.08 11:08

    Hi!
    Erst mal vielen Dank für die ganzen Tipps!

    Wie unterscheiden sich denn die Unternehmenskulturen von RB und Bain?

    Antworten Melden
    (4.1/5)   6 Votes
  5. Anonym 04.05.08 11:51

    Ich denke, einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Bain & Company und RBSC ist die unterschiedliche Herkunft der beiden Beratungshäuser. Bain ist eine US-amerikanische Strategieberatung, und die USA sind bis heute ihr größter Einzelmarkt. Weltweit gehört Bain zweifelsfrei nach McK und BCG zu den Top 3 Managementberatungen. RBSC hingegen ist die einzige ernstzunehmende globale Managementberatung deutschen Ursprungs.

    In Deutschland ist RBSC stärker als Bain (Nr. 2 nach McK), in Europa liegt Bain jedoch sicherlich vor RBSC (etwa Italien Nr. 1).
    Deine Aussage, RBSC gehöre in Europa nicht zu den Top 5 musst Du allerdings belegen, afaik ist RBSC nach McK, BCG, Bain und BAH durchaus die Nr. 5 in Europa (vor allem durch die starke Präsenz in DACH, Süd- und Osteuropa)!

    Bain hat weltweit 38 Offices in 25 Ländern (siehe Bain Website), RBSC hat 36 Offices, ebenfalls in 25 Ländern (siehe RBSC Website, inkl. neues Office in Casablanca).

    Insofern sind beide Beratungen ähnlich international aufgestellt, haben allerdings sicherlich unterschiedliche regionale Foki.

    Bain ist in Europa, Nordamerika und Asien etwa gelich stark vertreten, RBSC hat seinen Fokus hingegen klar auf Europa und Asien.

    Kernproblem von RBSC dürfte sein, dass sie in den USA nach wie vor nur sehr schwach vertreten sind (nur 3 Offices in USA) und dass sie in Schlüsselmärkten wie Indien, Südkorea sowie Südostasien bisher nicht mit eigenen Offices vertreten sind.

    Bains Problem ist vor allem die relativ schwache Stellung in Deutschland.

    Allerdings wachsen sowohl Bain als auch RBSC sowohl in Deutschland als auch international sehr stark, siehe http://www.manager-magazin.de/unternehm en/beratertest/0,2828,296166,00.html sowie die jeweiligen Unternehmenswebsites.

    Ich würde RBSC weltweit durchaus zu den Top 10 Managementberatungen zählen (nach McK, BCG, Bain, ATK, BAH und Mercer), objektive Aussagen hierzu sind jedoch schwierig, da es keine globalen Rankings hierzu gibt, und alle Vault-Rankings sind grundsätzlich immer mit sehr starkem US-Bias versehen.

    Vor allem stellt sich auch die Frage: Was heißt "Top"? Bezieht man sich auf Umsatz, Image, Mitarbeiter, Anzahl Offices etc.?

    Wie gesagt - ich würde RBSC weltweit etwa an 7. Stelle sehen, noch vor Firmen wie ADL, Monitor und kleineren US-Firmen, und zwar sowohl im Hinblick auf Umsatz (weltweit 600 Millionen EUR), Mitarbeiter (2000), als auch Anzahl Offices (36). Das Image von RBSC ist in Europa und Teilen Asiens zweifelsfrei besser als in USA.

    Man muss allerdings auch sagen, dass der Beratermarkt in den USA durchaus sehr verschieden etwa vom deutschen Beratermarkt ist, und zwar sowohl was Branchen-Profitabiliät als auch Marktstruktur betrifft.

    Wie man hier:
    http://www.manager-magazin.de/Unternehmen/beratertest/0,2828,494193,00.html sehen kann, haben die großen Beratungsunternehmen aus Sicht der Kunden ganz verschiedene Stärken und Schwächen, sodass jeder individuell entscheiden sollte, welches Beratungshaus im Hinblick auf Kompetenzen und Expertise am besten passen könnte (wobei dies natürlich nur ein Faktor ist).

    Hier vielleicht noch ein paar Daten zum Thema Markenstärke und Reputation:
    http://www.hoeselbarth-lay-index.com/html/hli2007.html

    Zitat:
    "Aufgrund des stärksten Markenwachstums in Höhe von rund 44 Prozent im Vergleich zur letzten Befragung vor zwei Jahren gelang Roland Berger Strategy Consultants der Sprung in den Kreis der Top-brands, den sog. „Tier1-Beratungen“. Aus dem Führungs-Duo ist innerhalb von weniger als fünf Jahren ein Führungs-Trio geworden."

    Noch ein Wort zur Unternehmenskultur: Ich habe sowohl bei Bain als auch bei RBSC Praktika absolviert und denke, dass sich die Unternehmenskulturen nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Beide Unternehmen legen sehr viel Wert auf "Entrepreneurship", d.h. eigenverantwortliches, kundennahes und unternehmerisches Denken und Handeln. Außerdem legen beide Beratungen sehr viel Wert auf Personalentwicklung durch Schulungen und Trainings (Bain etwas mehr, RBSC etwas weniger). Schließlich hatte ich den Eindruck, dass bei Bain nach Feierabend noch mehr gemeinsam unternommen wird als bei RBSC (man geht nicht nur gemeinsam einen trinken, sondern unternimmt auch daüber hinaus noch viel, vor allem bei den Associates).

    Ich finde es allerdings grundsätzlich bedenklich, Unternehmenskulturen zu bewerten, zumal wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Weder RBSC noch Bain können sich "negative" Elemente in ihren Kulturen erlauben, da sie sonst schnell vor einem massiven Recruitingproblem ständen.

    Vielmehr denke ich, dass man die kleinen, aber feinen Unterschiede im Hinblick auf die Unternehmenskultur im Rahmen der Recruitinggespräche / Praktika bei den Unternehmensberatungen, die einen interessierten, selbst ausfindig machen sollte.

    Oder man ruft einfach mal bei ein paar Leuten von RBSC und Bain an und lässt sich die Besonderheiten der jeweiligen Kulturen mal aus deren Sicht schildern. Kann bei einer Jobeinstiegsentscheidung sicherlich nicht schaden!

    Just my 5 cents

    Antworten Melden
    (4.63/5)   4 Votes
  6. fatman 04.05.08 14:24

    Naja, dein Beitrag scheint mir jetzt eher ein Pitch für RB zu sein. Aber warum auch nicht.

    Europaweit fehlt RB sicherlich die starke Präsenz in Frankreich und insbesondere UK. Top5 Europa ist sicherlich irgendwie zu verargumentieren, aber auch nur dann wenn man Osteuropa entsprechend stärker gewichten wollte. Ansonsten eher Platz 7.

    Weltweit ist RB nicht Top10. Und nur ganz nebenbei, wer in den USA als größten Beratungsmarkt nicht entsprechend platziert ist, hat da auch nichts verloren. Das ist zwar schade aus deutscher Sicht, aber sicherlich nicht wegzudiskutieren.

    Ob das jetzt bei der Entscheidung wirklich eine Rolle spielt, wage ich auch zu bezweifeln. Für Deutschland sind beide Adressen absolut klasse.

    Antworten Melden
    (4.1/5)   7 Votes
  7. KingSlim 04.05.08 20:28

    Ich kann nicht viel zu den bereits genannten Stärken und Schwächen der Unternehmen hinzufügen.
    Aber - wo willst Du denn arbeiten? Ich persönlich finde es gerade sehr attraktiv, dass RB ein gerade in Deutschland und Europa sehr starkes Unternehmen ist. Nur wenn Du unbedingt auf Projekten in US arbeiten willst, wäre es vielleicht nicht das Richtige für Dich.
    Des Weiteren bedienen alle alles, aber es gibt ja schon Branchenfoki: So ist Bain ja stark im Private Equity, während RB und McK beispielsweise u.a. stark im Öffentlichen Sektor tätig sind. BCG wiederum berät ausschließlich die Privatwirtschaft, und OliverWyman ist konzentriert auf Finanzdienstleister, Automotives und Maschinenbauer. Wenngleich Du Dich jetzt noch nicht spezialisieren musst, wäre ein Blick auf die starken Kompetenzzentren der Unternehmen vielleicht ratsam.

    Antworten Melden
    (4.1/5)   3 Votes
  8. londoncalling 04.05.08 22:26

    Die Atmosphäre hat dir ja anscheinend bei beiden Beratungen ganz gut gefallen, was ich gut nachvollziehen kann - ich hab da zwischen den großen UBs auch keine markanten Unterschiede feststellen können.

    Demnach mach einfach für dich fest, in welche Richtung du dich weiter entwickeln willst. Strebst du z.B. einen MBA in den USA an? Dann kann dir Bain sicher mehr Türen öffnen als RB.

    RB ist für mich eine ausgezeichnete Adresse als "Restrukturierer", Bain dafür sicher besser in klassischer Wachststumsstratgie und PE.

    Schlussendlich solltest du dich jedoch einfach nach deinem "Bauch" richten ;-)

    Antworten Melden
    (4.5/5)   5 Votes
  9. homofaber 05.05.08 15:45

    zwei Anmerkungen noch dazu

    Bei Berger legt Du Dich im Regelfall von Anfang an auf eine Industrie oder Funktion fest - wenn Du schon weißt wo du hinwillst vielleicht nicht schlecht, wenn Du eher Generalist werden willst ist evtl. Bain besser.

    Es gibt eigentlich nur eine Beratung die wirklich weltweit gut aufgestallt ist und das ist McK, alle anderen haben ihre regionalen Schwerpunkte, wobei Berger als einzige größere aus Europe halt hier stark und in den USA schwach ist. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Weltweit nicht unter den Top 10 sind. Klar ist, dass auch BCG, Bain, MOW und BAH nach Umsatz und Mitarbeiterzahl größer sind (wobei bei MOW und BAH die Zurechnung etwas schwierig ist). ATK ist wohl etwa genauso groß wie Berger (Umsatz etwa 900 m USD), aber was mir sonst noch so einfällt (ADL, Monitor, OC&C, L.E.K., Marakon, Towers Perrin) dürfte kleiner sein. Es sei denn natürlich man zählt auch die Accentures dieser Welt mit, aber das ist m.E. ein anderes Marktsegment.

    Antworten Melden
    (4/5)   5 Votes
  10. jojobrain84 06.05.08 00:01

    Absolute Zustimmung - auch ich denke, dass RBSC im Hinblick auf Größe (Umsatz und Mitarbeiterzahl) definitiv unter den Top 10 weltweit ist. Wer etwas gegenteiliges behauptet sollte doch einmal die Unternehmen nennen, die angeblich nach McK, BCG, Bain, BAH, OW und eventuell noch ATK, jedoch vor RBSC kommen würden! ADL, Monitor etc. sind alle deutlich kleiner. Und ATK wächst bei weitem nicht so stark wie RBSC, außerdem stimme ich zu, dass ATK und RBSC in etwa gleich groß sein müssten.

    Ich würde RBSC demzufolge entweder auf Platz 7 oder 8 weltweit sehen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Reputation oder sonstige "weiche" Kompetenzfaktoren - die sind ohnehin sehr subjektiv. Ich will hier außerdem keine Lanze für RBSC brechen, doch man sollte schon bei den Fakten bleiben.

    Und noch etwas: Traditionell haben sich Berufseinsteiger bei RBSC in der Tat von Beginn an auf ein Competence Center festgelegt. Dies kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Allerdings ist seit 1. Sept. 2007 auch ein generalistischer Einstieg bei RBSC möglich, in dessen Rahmen man zunächst für zwei Jahre CC-unabhängig eingesetzt wird. D.h. RBSC ist hier flexibler geworden, kommuniziert diese neue Option allerdings nicht besonders wirkungsvoll im Recruiting-Markt. Davon abgesehen dürfte auch eine frühe Spezialisierung nicht bedeuten, dass man nur noch eine Art von Funktion / Branche abdeckt, vielmehr sind doch immer verschiedene CCs / Experten in ein Projekt involviert und außerdem führen Projekt- / Staffing-Anforderungen früher oder später dazu, dass man neue Branchen und Funktionen kennen lernt.

    Sollte man also alles nicht so eng sehen.

    Abschließend noch ein paar Worte zum Entwicklungspotenzial bei RBSC: Die Firma hat allein dieses Jahr drei neue Büros eröffnet (Istanbul, Casablanca, Chicago); für die nahe Zukunft sind weitere Büroeröffnungen in Indien und Südkorea geplant, sodass RBSC im Hinblick auf die Anzahl an internationalen Offices zumindest mit Bain gleichziehen, wenn nicht sogar überholen wird.

    Darüber hinaus hat RBSC sehr gute Kontakte zu Top-Business Schools in Europa (insbesondere INSEAD, LBS, ESADE, RSM), wo viele RBSCler ihre MBAs erwerben. In den USA sieht es gleichwohl weniger gut aus - hier erfolgt erneut der Hinweis auf die vergleichsweise schwache US-Präsenz.

    Nicht zuletzt kann man wohl sagen, dass RBSC sich mit der Übernahme der Führung durch Burkhard Schwenker in 2003 grundlegend verändert hat. RBSC investiert zunehmend in die Entwicklung von Thought Leadership, hat sein Recruiting professionalisiert und expandiert wie gesagt sehr stark in Süd(ost)europa, im Nahen Osten sowie in Asien.

    Damit will ich nur noch mal ein paar Fakten liefern, nach wie vor muss jeder selbst schauen, wie ihm die jeweiligen Unternehmenskulturen gefallen...

    Antworten Melden
    (4.4/5)   3 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen