Bewertung eines Restaurants

mar... 28.02.08 17:30

mit welcher Methode bewertet man am besten ein Restaurant?

Umsatz ist ca. 50.000 EUR pro Monat.

Jemand eine Idee??

  1. woo... 28.02.08 19:00

    Ebit multiple zum Beispiel...
    http://pages.stern.nyu.edu/~adamodar/New_Home_Page/datafile/vebitda.html

    da sind ein paar ballpark figures zu den verschiedenen industrien zu finden

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  2. Joh... 29.02.08 10:20

    Das Problem bei der Bewertung eines Restaurants ist, dass eine Cash-Flow-basierte Bewertung im Grunde nur bei Restaurant-Ketten wie BurgerKing, Starbucks oder Subway funktioniert.

    Warum? Die DCF-WACC-Methode z.B. zinst die unlevered free cash flows einer Unternehmung mit dem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) ab. Dieser kann beispielsweise mit dem CAPM-Modell geschätzt werden. Problem dabei: CAPM geht von einem perfekt diversifizierten Investor aus, der daher kein unsystematisches/idiosynkratisches Risiko trägt. Dies ist bei Restaurant-Ketten vielleicht der Fall, bei einem "normalen" Restaurant jedoch regelmäßig nicht.

    Im Gegenteil: Oftmals hängt die Existenz des Betreibers am Erfolg des Restaurants. Daher ist unbedingt das höhere Risiko einzupreisen.

    Problem hierbei: Höhe unbekannt :(
    die Höhe der Risikoprämie kann beispielsweise abhängen von:
    - der Kapitalausstattung des Betreibers (wieviel hat er übrig, wenn er in die Pleite geht),
    - von seiner Risikoeinstellung (risikoavers, -neutral oder -freudig) oder
    - von seinem Kapitaleinsatz (Fremd- vs. Eigenkapitalfinanzierung).

    Der "methodisch richtige" Weg wäre mE eine Szenario-Analyse: alle möglichen Szenarien diskret aufzeigen, sie anschließend bewerten (Unternehmenswert mit bspw. DDM ausrechnen) und abschließend mit Wahrscheinlichkeiten versehen. Das gewichtete Mittel der Unternehmenswerte ergibt den Unternehmenswert zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Problem hierbei: Ist zwar vielleicht methodisch richtig, aber im Grunde "Kaffeesatzleserei".

    Fazit: Es gibt keine mir bekannte methodisch richtige und gleichzeitig pragmatische Lösung für Dein Problem. Der Ausweg ist also die Anwendung verschiedener Bewertungsmethoden. Dadurch ergibt sich ein "Korridor", in dem der Wert des Restaurants liegt. Die Werte sollte man kritisch untersuchen und unrealistische Extremwerte ausschließen. Der Korridor wird somit kleiner. Am Ende wird aber sicher immer noch ein großer Spielraum bleiben und es obliegt Deinem Urteilsvermögen, welchen Du für richtig hälst (bzw. Deinem Verhandlungsgeschick, wenn Du Käufer oder Verkäufer bist).

    DCF-WACC kann hier eventuell als Höchstwert dienen, denn es ist davon auszugehen, dass bi einem Restaurant unsystematisches Risiko auftritt und eingepreist werden muss (Höhere Risikoprämie -- Höheres WACC -- niedrigerer Wert).

    Als "sanity check" kann außerdem eine multiple-Bewertung dienen, die das Probem der unterschiedlichen Kapitralkosten vollständig umgeht (s.o.) Problem hierbei ist die Vergleichbarkeit der Restaurants (Lage, Kundschaft, Freundlichkeit des Services, etc.), aber das ist bei multiples immer so. Außerdem hängt der Unternehmenswert stark von der gewählten Ergebnisgröße ab (Umsatz, EBITDA, EBIT, Jahresüberschuss oder Cash Flow, oder ...). Faustregel hier: Je weiter unten in der GuV, desto genauer. Allerdings auch stärker abhängig von der "Manipulation" der Werte seitens des Rechnungslegungssystems und des Besitzers.

    Hoffe das hat geholfen.

    Viele Grüße,
    Johannes

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