Direkteinstieg oder als 'Subcontractor' in der Lieblingsnische?

Anonym 05.10.06 11:48

Hej,
mich würde mal Eure Meinung zu folgendem 'positivem Problem' interessieren, vor dem ich gerade stehe:

ich habe mich während meines Studiums mit Studien- und Abschlußarbeiten, Veröffentlichungen, klein wenig Berufserfahrung nebenher und Netzwerk ziemlich auf einen Schwerpunktbereich eingeschossen, der zwar 'mal was werden könnte', es aber doch eigentlich noch nicht wirklich ist. Wenn ich sage 'Wirtschaftsethik', wißt Ihr, wovon ich spreche...

Nun sehe ich, bei aller Begeisterung für die Thematik und allem Idealismus, natürlich auch realistischerweise so einige kritische Aspekte bei einem Jobeinstieg in dieser Branche. Angefangen bei der Professionalität, Seriösität und wissenschaftlichen Integrität mancher Anbieter, über die (zumindest aktuell) nicht besonders rosigen finanziellen Perspektiven, schlechte Reputation (mal ehrlich, bislang ist das Thema nur Sonntagsreden-tauglich, wird auch am Kapitalmarkt nicht wirklich ernst genommen) bis hin zur Frage, wie sich das langfristig entwickeln wird. Klar, es ist mehr als noch vor zehn Jahren und nimmt grds an Bedeutung zu, aber 'so richtig' wird es da doch wohl nie abgehen, oder etwa doch? Auf der positiven Seite kann ich mir durchaus vorstellen, dass es für eine wirtschaftsethische Beratung doch eigtl einen Markt geben müsste und auch zunehmend gibt, also Konzeption und Implementierung von Tools, die Unternehmensrisiken minieren, sowie gewisse Unternehmensvorteile maximieren können, und die Praxis zeigt das auch ein wenig. Es gibt erste Agenturen, die mehrere DAX30 Unternehmen beraten in dieser Hinsicht...

Ganz konkret hätte ich nun die Möglichkeit, an den Studienabschluß noch eine Diss. in diesem Bereich dranzuhängen und 'nebenher' als Subcontractor für Berater zu arbeiten. Soviel zu Option 1...

Option 2 ist eine kleine, ansatzweise internationale Beratung im Bereich kundenorientertes Change-Management, CRM usw., die mir ein Angebot gemacht haben, inkl. möglicher Diss im dritten Jahr bei Rückstufung auf 60 oder 40% oder so. Finanziell ok, machen grds. einen sympathischen Eindruck, in einzelnen Branchen wohl auch nicht schlecht positioniert, aber auch nicht absolut top nodge. Es wäre halt der übliche Berater-Job mit allen Vor- und Nachteilen, ließe sich sicherlich einigermaßen gut ertragen, aber es ist auch nicht die Herzensangelegenheit.

Demnächst muß ich mich wohl entscheiden, die Frist läuft aus... ich tendiere i.A. dazu, wohl die 'konservative' Variante der Beratung zu wählen, und dann - nach zwei, drei Jahren Berufserfahrung - zu schauen, inwieweit sich dies mit meinem eigtl. Schwerpunktthema verbinden läßt. Vielleicht sehe ich aber auch nur den Wald vor lauter Bäumen nicht... Wie seht ihr das?

hab auch schon versucht, mir mal die wesentlichen Fragen dabei zu stellen, doch so wirklich erfolgreich bin ich dabei nicht gewesen:
- wie riskant ist der freiberufliche Einstieg in einer solchen Nische? Wie entwickelt sich bei sowas mein Marktwert, falls es in der Branche eben nicht abgeht wie Schmitzs Katze und man was mit aufbauen kann? 'Abfallprodukt' wäre halt die Diss., aber was kommt dann? bei den großen Beratern komme ich auch später nicht unter (hat jetzt schon nicht geklappt, bin denen quantitativ zu schlecht gewesen in Abi und Studium), und die sonstigen joboptionen sind dann wohl mehr oder minder dieselben wie jetzt. vielleicht kommt anfang nächste woche noch ein oder zwei weitere angebote dazu, aber das soll jetzt nicht thema sein hier. mich beschäftigen vor allem die beiden oben genannten optionen... bin gespannt auf euer feedback...

merci!

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