Erster Monat unbezahlt?

Anonym 04.04.02 19:06

Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch bei einer sich in Gründung befindlichen Firma. Es geht um's Web-Design. Die potenziellen Arbeitgeber sind alles so wohl noch selber Stundenten. Das Anforderungsprofil entspricht ziemlich genau meinen Fähigkeiten.
Etwas vom Hocker gefallen bin ich, als es um die Gehaltsvorstellungen und den Arbeitseinstieg (es geht um eine Stelle als studentischer Mitarbeiter.) ging. Mir wurde doch glatt gesagt, daß der erste Monat als unbezahltes Praktikum laufen soll, da sie schlechte Erfahrungen gemacht hätten.
Nun bin ich seit knapp vier Jahren in der Branche tätig, habe mehrere aussagekräfitge Referenzen mit z.T. knapp 10.000 Besuchern pro Monat, ein exzellentes Arbeitszeugnis eines mitelständischen Unternehmens, wo mein Ex-Chef wahrscheinlich länger Arbeitszeugnisse ausstellt, als mein potentieller Arbeitgeber lesen kann, und meine Programmier-Fähigkeiten sind alle online zu bewundern.
Ist das nun normal oder eine unverschämte Methode, den ersten Monat Gehalt einzusparen? Habt Ihr da Erfahrungen? Auf eine (bezahlte) Probezeit würde ich mich ja ohne weiteres Einlassen, aber ein Monat für lau geldwerte Arbeit bringen?

  1. Che... 04.04.02 19:34

    Moin,
    vorab: um Probezeit kommst du wohl in den seltensten Faellen vorbei, daran waer aber auch nichts auszusetzen.
    Was die da versuchen ist natuerlich als sehr suspekt zu sehen, aber die versuchens erstmal, gibt garantiert genuegend Leute, die sowas auch noch unterschreiben. Wahrscheinlich ist es im Web-Design aehnlich wie in der normalen Werbe-Branche, dass hier ueberdurchschnittlic ausgebeutet wird, aber wenn deine Referenzen ueberzeugen wuerd ich darauf nicht eingehen.
    Love it, change it or leave it

    PS: Mir wollte man mal einen neuen Arbeitsvertrag vorsetzen, bei dem Ueber-,Mehr-,Samstags-,Sonntags- und Nachtarbeit mit dem Bruttlohn abgegolten sind - denen hab ich erstmal ein entsprechendes Schreiben meines Anwalts ueber die Unzulaessigkeit vorgelegt (Einschraenkung: in Fuehrungspositionen und bei entsprechendem Gehalt ist sowas ueblich) - ERGO: Wir versuchens erstmal, wenn jemand sowas unterschreibt: Geld gespart

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  2. Anonym 04.04.02 19:46

    was war denn deine gehaltsvorstellung? interessiere mich was man in anderen Jobs so verdienen und erlangen kann.

    man muß das für und wider gegeneinander abwiegen. wenn die leute dich haben wollen kann man sicher darüber reden. und wenn es nur auf einen monat ankommt, dann sind die leute selber doof, wenn sie eine so gute kraft wie dich nicht haben wollen!

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  3. Anonym 04.04.02 20:41

    Hi,

    gute Frage. Bin selber Chef eines Start-Ups (squeaker.net, hehe) und kann das nachvollziehen.

    Alle Lorbeeren in deinem Zeugnis zum Trotz, kann ich verstehen, wie man sich als junger (unerfahrener) Chef fühlt, wenn man neue Leute einstellt. In etablierten Unternehmen gibt es HR-Profis die Deine Qualifikation besser einschätzen können und daher diesen "Risikoabzug" nicht brauchen.

    Dennoch denke ich, dass gute Arbeit ihr Geld wert ist und ich würde auch niemanden einen Monat umsonst anbieten.

    Meine Lösung: Schlage den Jungs vor, dass sie dich nochmal genau unter die Lupe nehmen sollen, damit sie ihre Entscheidung dich einzustellen in guter Zuversicht treffen können. Nutze die Gelegenheit, deine potentiellen Arbeitgeber selber nochmal genau unter die Lupe zu nehmen (studieren die noch? dann kann das mit der Ernsthaftigkeit nicht so weit her sein...)

    Alternative: Wenn ihr euch dennoch auf den "Praktikums-Monat" einigen solltet, dann sollten die dir auf jeden Fall das Gehalt rückwirkend bezahlen, wenn sie dich behalten. Wenn Du wirklich gut bist und ins Team passt, hast du ja so nichts verloren.

    Würde mich interessieren, wie es weitergeht. Halte uns auf dem Laufenden.

    Stefan

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  4. Suesse 04.04.02 21:16

    Ich kann es schon nachvollziehen, dass die Jungs sich in ihrer vermutlich etwas engen finanziellen Situation erstmal irgendwie absichern möchten, dass sie sich da keine Niete einfangen.

    Stefans Alternativvorschlag verringert meinen Abzock-Eindruck aber nicht wirklich. Wenn es blöd läuft, hast du damit am Ende doch einen Monat für lau gearbeitet und stehst ohne Job da.

    Deshalb noch ein weiterer Alternativvorschlag (den ich aus anderen Startups kenne):
    Die ersten paar Monate für weniger Stundenlohn arbeiten (wie lang das ist, hängt denke ich davon ab, wie langfristig du dort bleiben möchtest). Im Vertrag sollte dann aber genau festgelegt werden, ab dem wievielten Monat es wieviel mehr gibt. Damit sollte eigentlich den Sicherheitsbedürfnissen beider Seiten ganz gut gedient sein.

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  5. cpo... 04.04.02 21:29

    Also ich würde auch sagen, daß Du auf einer Vergütung bestehen solltest. Vielleicht kannst Du ja Dich bereit erklären, die ersten zwei Monate für weniger zu arbeiten oder einen Teil Deines Geldes einfrieren zu lassen. Dieses würdest Du dann bekommen, wenn Deine Leistung o.k. war.

    Eine zweite Möglichkeit ist, daß Gehalt an zwei, drei fest definierte Ziele zu knüpfen. Hierbei hätten die Gründer die Gewissheit nur bei entsprechender Leistung zahlen zu müssen und Du weißt, daß Du für Deine Leistung entsprechend Geld bekommst.

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  6. TOM... 04.04.02 21:13

    Hai Kai,
    auch meiner einer wandelt unter den Gründern und versteht das unflauschige Gefühl, wenn irgendwer bezahlt werden muss.

    Doch Leistung wird bezahlt! Ein Praktikum als Check, ob jemand neben der fachlichen Kompetenz die er mitbringt, auch ins Team passt ist ein sinniger Weg für Unternehmer, die sehr jung sind UND finaziell über ein sehr geringes Polster verfügen. Gleichwohl gehört das Praktikum als solches definitiv - wenn auch geringer - Vergütet!

    Ob ein solcher Weg für Dich in Frage kommt, solltest Du von zwei Dingen abhängig machen, ob Du prinzipiell dazu Willens und in der Lage wärst, und wie die finanzielle Situation des Unternehmens Deiner Einschätzung nach ausschaut. Ist diese D.E. nach sehr unsicher, solltet Ihr vielleicht ein projketbudgetiertes Freelancingmodell in Erwägung ziehen...

    Ein Alternativmodell, wäre eine Beteiligung an der Firma, wie es für Start-ups nicht unüblich ist.

    Gruß
    TOM

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  7. Anonym 06.04.02 23:03

    Hi Tom
    1) Das Wortspiel ist uuuuuuuuuuuralt ;-)
    2) Ich hab mich, s.u., dafür entschieden, denen erstmal was im Rahmen eines Werkvertrages anzubieten. Nach der Gesetzesreform hat man da, wenn man freiberuflich arbeitet, mittlerweile auch ein sehr viel besseres Standing. (Durchgriffshaftung!) Wenn's gut läuft, kann man immer noch weiter sehen. Generell tendiere ich da aber auch eher Richtung Freelancing. Von Beteiligung halte persönlich gar nichts, dafür hab' ich mich zu oft in www.dotcomtod.de reingeklickt. ;o)

    Beste Grüße,

    Kai

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  8. juni_1 04.04.02 23:06

    Hi.....
    es scheint mir, als ob Du eigentlich schon genügend aufm Kasten hast! Wenn es so ist, dann ist die Lösung simpel: Sag denen, was Du von der Idee hältst...wenn die wissen, dass Du bisher gute Arbeit geleistet hast und Dich unbedingt haben wollen, gehen sie auch auf Deine Bedingungen ein!.....ich würde einfack das Risiko eingehen!... Was hast Du zu verlieren? Nichts, ausser vielleicht miesen Arbeitgebern...In der Branche wird der Abzokk-Versuch oft als erste Variante angewandt, weil sich immer ein Dummer finden lässt.....heisst aber nicht dass sie bei wirklich guten Typen ihre Meinung nicht ändern!
    Ich würde das eindeutig nicht machen...und mich weiss der Geier vielleicht völlig umsonst (.....denn dann kommt der nächste dumme Ersatzmann für den nächsten Monat, usw.......klever, klever.....soo spart man jahrelang Kohle...) abquälen! Wenn Deine Referenzen stimmen findest Du garantiert schnell was besseres!!!!! :-)

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  9. runaway 04.04.02 23:49

    Tja, seien wir mal ehrlich. Die Jungs (gemeint sind deine potentiellen studentischen Arbeitgeber) haben ihre Vorstellung vom Arbeitsverhältnis dargestellt. Damit muß man leben. Du mußt ja nicht darauf eingehen. Ich würde es auch nicht machen. Was ist, wenn sie nach dem einem Monat sagen "Das war doch nicht das Wahre!". Arbeitskraft verschwenden kann man auch anders.
    Eine Möglichkeit BESTünde darin, den Job anzunehmen und im Nachhinein beim Arbeitsgericht aus "faktischem Arbeitsverhältnis" heraus den Arbeitgeber auf Leistung des Arbeitslohnes zu verklagen. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Art der Absprache gegen § 242 BGB (Treu und Glauben) verstößt. Muß aber nachlesen oder Tanja Fragen (ist bequemer).

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  10. futurefunds 05.04.02 01:58

    eigentlich wurde schon alles gesagt, meine meinung ist, dass es nicht legitim ,oder besser fair ist solch ein art angebot zu unterbreiten und ich würde dir aufjeden fall davon abraten. andererseits muss man sagen, dass es in Berlin z.z. nicht so gut mit dem jobmarkt (für it-ler) steht wie es einmal war. Pixelpark und id sowie all die anderen agenturen und auch viele startups entlassen bis dato immer noch leute und es kann sein, dass es dann garnicht so einfach wird einen job zu finden bzw. aus der anderen sicht gesehen, das Unternehmen wird problemlos jemand anderes "dummes" finden der das macht.... haben die schon eine website? mich würde wirlich mal interessieren was das für ein startup ist dass derart mitarbeiter unfreundlich agiert.
    thomas

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  11. Glo... 05.04.02 09:49

    Also wenn Du ein gutes Gefühl bei der Sache, dann mach es doch einfach, denn diese Ausreden wie kein Geld einen Monat lang oder dann wirst Du wieder gefeuert, sind doch etwas vage in meinen Augen! Wenn Dir neben Deinem Kopf auch Dein Bauch sagt - go for it - dann mach es doch einfach, denn das sollte der Reiz an der Sache sein. Bist Du hingegen Risiko avers, dann berufe Dich auf Deine Zeugnis und gehe einfach nicht in die Start up Szene!

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  12. juni_1 06.04.02 19:20

    UND????

    Wie sieht´s aus? Wofür hast Du Dich jetzt entschieden?

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  13. Anonym 06.04.02 22:58

    Nicht, daß du neugierig bist... ;-)
    Spaß beiseite: Auf einen Monat unbezahlt laß ich mich ganz gewiß _nicht_ ein. Was ich denen allenfalls anbieten werde, ist ein Werkvertrag: Ich mach' für die ein Projekt zu ende, wenn's ihnen gefällt, können sie es mir abkaufen, wenn nicht, gehen beide Seiten leer aus. Aber das werd' ich mir auch noch gründlich überlegen. Mein Gesamteindruck jetzt mit ein wenig Abstand ist keinesfalls positiv von der Angelegenheit. Mal abwarten.
    @ Rest: Danke für Eure Stellungnahmen.

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  14. juni_1 09.04.02 09:55

    gut!...dann viel Glück und berichte mal zwischendurch wie es dabei läuft...

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