Familie als bad-skill????

tropinon 16.10.04 12:05

Warum ist in diesem Lande, was eine erschreckende Geburtenrate aufweist, die Verantwortlichkeit gegenüber einer Familie mit zwei Kindern ein Kriterium, was leider Gottes zur Ablehnung von Bewerbungen führt.
Inzwischen habe ich es selbst erlebt, dass man mit familiärer Bindung nicht dem "Bewerberideal" eines Topunternehmen (McK, BCG, Siemens, Bayer u.v.m) genügt. Ich persönlich denke mir meinen Teil zu solchen Bemerkungen im Vorstellungsgespräch, halte es aber für sehr bedauerlich, dass Unternehmen heute so denken. Glücklicherweise gibt es viele andere Staaten, in denen das ganz anders gesehen wird.
Was denkt denn die squeaker-Gemeinde dazu?????

  1. futurefunds 17.10.04 00:11

    hi,
    auch wenn es wissenschaftlich erwiesen ist, das ein Erfolgsfaktor von Managern bzw. allgemein MAs in Führungspositionen eine intaktes Privat bzw. Eheleben ist, so traurig und wahr denke ich ist es, dass in einigen Positionen Familie wirklich ein KO Kriterium ist. Und vielleicht auch nicht ohne Grund! Aus meine Freundeskreis kann ich nur BESTätigen, wenn man Kinder hat ist das 1. etwas wunderschönes und damit nimmt auch 2. der STellenwert einer Karriere und Rücksicht auf Verluste dramatisch ab.

    (Ganz nebenbei bemerkt, eigene Kinder, eine glückliche Beziehung ist im Gegensatz zu Karriere wirklich unkäuflich und (aus meiner Sicht) wesentlich mehr Wert bzw. macht auf die Dauer wesentlich glücklicher. Für viele Singles ist diese ARbeitswut nicht als eine Flucht aus dem einsamen und tristen privatleben.)

    Würden U-Beratung überhaupt existieren, ohne Karrieregeile MAs, die sich 6 Tage die Woche 14 Stunden lang um die Probleme der Clienten kümmern? Wohl kaum.
    DAs sind zwei Welten die da aufeinander prallen. Familienvater und so ein Job passt eben nicht zusammen. Derartige überzogene Leistung wird aber inzwischen auch in immer unattraktiveren Positionen gefordert, was eine ganz andere Sache ist.

    Jedenfalls wäre mir das an deiner Stelle egal, denn erstens hast du eine Familie und zweiten, wenn du wirklich so gut bist wie du denkst (McK, BCG), dann hast du sicherlich genügend Ideen wie du deine Energie auch andersweitig wertschöpfend investieren kannst. Ich sage nur Unternehmsngründung;-) Mit ein paar guten Ideen verdienst du damit wesentlich mehr als McK Berater, kannst trotzdem dein Familienlen sehr gut arrangieren und du bist dein eigener Boss (spreche aus Erfahrung, Beratung ist zwar cool, aber sein eigener "Boss" zu sein noch wesentlich besser;-)

    viele Grüße
    tom

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  2. mar... 18.10.04 12:02

    Hi!
    Diese Frage beschäftigt mich auch.... zumal ich auch noch dazu Frau und Mutter bin, die voll berufstätig sein möchte und will. Aber ich denke, Deutschland ist in Umbruch. Es wird sich einiges ändern und die Einstellung gegenüber Familie und Kinder auch. Deutschland hat keine andere Alternative in die Zukunft zu gehen. Schließlich kriegen gerade Akademikerinnen keine Kinder und diese, die Kinder haben, sind lt. Umfragen zufriedener. Ich bin auch der Meinung, dass Familie eher motiviert, Karriere zu machen als stoppt. Aber es ist nun mal so, dass die "deutsche Denke" Familien- und Kinder-(extrem) unfreundlich ist! Armes Deutschland! Ich persönlich habe für mich entschieden: Augen zu (bzw. auf) und DURCH! Wenn man an sich, seine Ziele und seine Fähigkeiten glaubt, wird man Berufsleben und Familie (ohne Reihenfolge gesehen) unter einem Hund bringen und dazu erfolgreich! Also Mut, Willen und Konsequenz! Und nicht aufgeben! ;-)

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  3. mar... 18.10.04 12:04

    .. ich meinte natürlich unter einem HUT bringen ...

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  4. lena6 18.10.04 14:26

    normalerweise sollte wortklauberei ja unterlassen werden, aber diesmal ist es wert und unterhaltsam, freud heranzuziehen. maria. erzähl uns mal mehr von deinem umfeld, deiner familie, von deinen kinder, haustieren usw.

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  5. Mankind 18.10.04 20:22

    Bei mir hegt sich der Eindruck von einem
    Trend zum Job-Nomadentum, von Projekt
    zu Projekt, von Kunden zu Kunde, über alle
    Zeitzonen hinweg, die ganze
    Wertschöpfungskette rauf und runter. Ich
    finde eine solche Entwicklung sehr schlimm,
    da Familie und Kinder bei sowas das
    Nachsehen haben. Eine Familie bietet
    Rückhalt und sowas ist nur von Vorteil im
    Beruf. Ich habe auch mehrfach gehört,
    dass mittelständische Unternehmen sehr
    auf das persönliche Umfeld von Bewerbern
    achten, insofern ist Familie doch eine
    "Schlüsselqualifikation".

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  6. Anonym 19.10.04 15:28

    ich seh das auch genau umgekehrt. wenn ich keine verpflichtungen hab, keine familie, keine kinder dann kündige ich doch viel eher und hau den hut drauf wenn was passt oder ich mich mal dort oder da hin entwicklen will.

    meine kollegen mit familie daheim überlegen sich das alles dreimal und sind viel loyaler.

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  7. tropinon 20.10.04 22:42

    Das sind ja schon einige Meinungen, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ich möchte meine Meinung und Erfahrung aber auch nochmals posten!!!
    Mit der Gründung einer Familie (wie auch immer das zustande kommen mag) muss man in kürzester Zeit lernen, diese neue und zugegeben recht ungewohnte Situation gut zu managen. Auf einmal gibt es da nicht nur sich selbst, sondern noch ein paar andere, für die man Verantwortung übernehmen muss. Wenn man noch mitten im Studium steckt bedeutet das zumeist, dass man sich um andere Geldquellen als das BAFÖG zu kümmern hat. Da kommen die ersten Konflikte mit Ämtern und Behörden aus denen man mit der Zeit recht viel lernt. Auch das "typische" Studentenleben ist dann vorbei. Ist das Geld mal knapp (Kinder kosten mehr als man denkt und auch eine angemessene Wohnung ist in D. nicht billig), so muss man halt auch mal zwei oder drei Jobs neben dem Studium bewältigen.
    Die erste Entspannung gibt es dann nach Abschluss des Diploms. Mit einem guten Stipendium, welches die familiäre Situation in der Höhe der Bezüge berücksichtigt kann man schon ganz gut leben (Ein kleiner Tip: Die DFG vergibt solche Stipendien ;-)) ). Dann sollte man jedoch daran arbeiten, den gewünschten Abschluss in kürzester Zeit zu bekommen.
    Naja, bislang hat das zumindest bei mir so funktioniert. Meine Frau hat mir den Rücken zu Hause frei gehalten und so habe ich meine Diss in Chemie mit jungen 27 Jahren in der Tasche. Auf der anderen Seite muss ich für mich ganz klar eingestehen, dass ich nicht Die Zeit für meine Kurzen finde, wie es vielleicht ein Mensch mit einer 40h Woche kann. Darüber muss man sich bevor man solche Entscheidungen trifft einfach im Klaren sein.
    Insofern gehen mir Kritiken gegenüber meiner persönlichen und vor allem privaten Entscheidung inzwischen am Allerwertetsten vorbei. Aus meinem Aufenthalt in den Staaten weiß ich, dass diese Dinge dort aus einem ganz anderen Licht gesehen und beurteilt werden. Aber wie schon so oft in der Vergangenheit brauchen Denkweisen recht lange bis sie hierher kommen.
    Kurz und knapp zusammengefasst: Man verpasst während des Studiums nichts, wenn man eine Familie mit sich bringt. Vielmehr lernt man einiges an Verantwortung, Weitsichtigkeit und vor allem Leistungsfähigkeit bzw. -bereitschaft hinzu. Aber die Denk- und Sichtweise gegenüber "alltäglichen" Dingen ändert sich gewaltig. Man lernt schon mal einen recht unebenen Weg zu gehen.

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