Frage zur Interpretation von Absageschreiben

Anonym 10.01.02 12:41

Hallo zusammen,
ich habe die erste Absage auf eine Bewerbung auf eine konkrete Position erhalten und habe Schwierigkeiten das Schreiben zu deuten. Ab dem zweiten Absatz steht folgendes:
"Da uns Ihre Bewerbung jedoch grundsätzlich sehr interessiert, werden wir - Ihr Einverständnis voraussetzend - Ihre Unterlagen bei uns behalten
und unaufgefordert mit Ihnen Kontakt aufnehmen, sobald eine für Sie in
Frage kommende Position in unserem Unternehmen zu besetzen ist.
Sollten Sie sich zwischenzeiltich für eine andere Stelle entschieden
haben, bitten wir um eine kurze Nachricht."

Wie ist das zu verstehen? Ist das womöglich ein Standardsatz um sich das Porto zu sparen? Da es meine erste Absage ist, würde mich schon die ein oder andere Einschätzung von Euch interessieren...

Grüsse!

  1. TOM... 10.01.02 13:35

    Meine Erfahrung stützt cpost.

    Bei Desinteressse gibt es drei typische Reaktionen:

    a) keine Reaktion

    b) Absage mit Rücksendung der Unterlagen

    c) "Aus Gründen der Protoersparnis senden wir Ihre Bewerbungsunterlagen nicht zurück. Wir werden diese zentral entsorgen."

    Da Unternehmen gehalten sind persönliche Unterlagen von abgelehnten Bewerbern nicht in ihre Akten wandern zu lassen, wurde Dein Einverständnis gefordert. Keine Reaktion wird als stillschweigendes Einverständnis gewertet.
    Eine schriftliche BESTätigung dieses Vorgehens ist also nicht erforderlich, wäre aber eine "nette" und erfolgversprechende Geste. Wie wär's mit einem Anruf bei betreffendem Sachbearbeiter/betreffender Sachbearbeiterin. Das bringt neben einigen Infos auch Deinen Namen fester ins Gedächtnis! ;-)

    Dennoch gilt: Fleißig weiter Bewerben!

    Gruß
    TOM

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  2. Anonym 10.01.02 14:51

    Hey Unbekannter bist du der erfolgreiche Consultant aus dem anderen Forum???????
    Es ist eher untyppisch wenn man hier ohne Namen steht!!!

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  3. pat... 11.01.02 16:31

    Hallo nochmal & besten Dank für die Antworten!

    Es war mein erster Beitrag und ich bin davon ausgegangen, dass der Name automatisch erscheinen wird... komisch, tat's nicht. Ich hab aber einen ;)

    Grüße,
    Patrick

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  4. Jan... 10.01.02 15:02

    A.) Ich schließen mich der Meinung von cpost und TOM an. Und die Idee mit Telefon (TOM) würde ich unbedingt nutzen. Sie ist auch dann nützlich, wenn man eine Absage erhalten hat und man entweder aus der Erklärung nicht schlau wird oder man eigentlich alle Voraussetungen erfüllt hat, aber dennoch abgesagt bekommen hat. Auch diese Infos kann man für spätere Bewerbungen sehr gut nutzen. :-)

    B.) Nun zu TOM. Du beschreibst typische Reaktionnen. Mich interessiert Punkt c).

    a) Einmal finde ich es persönlich eine Unverschämtheit.

    b) Juristisch finde ich es sehr, sehr problematisch. Die Bewerbungsunterlagen sind Eigentum des Bewerbers. Eine Firma ist verpflichtet, die Unterlagen sorgfältig aufzubewahren und diskret zu behandeln. Kommt kein Anstellungsverhältnis zu Stande, MÜSSEN die Unterlagen an den Bewerber retourniert werden. Außnahme, wenn man sich auf eine Anzeige bewirbt und dort explizit darauf hingewiesen wird, dass

    aa) "Mit dem Ausfüllen des Antrages verpflichten Sie sich auch zur Abholung Ihrer Bewerbungsmappen."

    bb) "Spätere Rückgabe der
    Bewerbungsunterlagen
    erfolgt nur, falls ein
    ausreichend frankierter
    Briefumschlag beigefügt
    wird."

    cc) etc.

    Grüße

    Jan

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  5. Glo... 10.01.02 15:37

    Seid wann dürfen denn Unternehmen die Bewerbungsunterlagen "zentral entsorgen" und somit nicht wieder zurückschicken???

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  6. cpo... 10.01.02 16:41

    Das mit dem Nachtelefonieren ist wirklich eine sehr gute Idee. Dadurch habe ich bei einem Praktikum eine Absage auch schon mal in eine Zusage umwandeln können.

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  7. TOM... 10.01.02 23:18

    Hallo GLobal Player

    Der Trend Bewerbungsunterlagen nicht zurückzusenden kam Anfang der 90er Jahre auf. So wurden zuweilen Absagen mit eben jenem Text an die Bewerber gesandt.
    Nun wäre mir kein Fall bekannt, in dem ein Bewerber die Rückgabe seiner Unterlagen eingeklagt hätte. ;-)

    Nach geltendem Recht, sind Arbeitgeber in der Tat verpflichtet Unterlagen im Falle der Ablehnung zurückzusenden und sämtliche darüber hinaus ausgefüllten Personalbögen und im Rahmen von psychologischen und sonstigen Tests erhobenen Daten über den Bewerber zu vernichten.

    Gleichwohl, wie wir zur Entsorgungspraxis stehen: sie kommt vor!

    Gruß
    TOM

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  8. Anonym 11.01.02 12:15

    Was ich aus der Ausblindung noch weiss ist das Unternehmen verpflichtet die Unterlagen an den Bewerber zurueck zu senden, auch wenn kein Rueckumschlag beigefuegt worden ist (habe ich noch nie erlebt und noch nie etwas von gehoert!)

    Es ist mir zweimal bei einer Praktikumsbewerbung so passiert, dass mit mitgeteilt worden ist, ich sei ein interessanter Kandidat, jedoch sei zur Zeit keine geeignete Stelle frei. Nach 6 Monaten bekam ich ohne Nachricht meine Unterlagen zurueck. Ist eine doof Masche. Koennen hoffen, dass sie es bei Dir ernst meinen!

    Aber immer weiter Bewerben! Die Unternehmen muessen Dich wollen! (Ist meine Einstellung mit der ich recht gut fahre! sicher bis ich mal auf die Schnauze falle, aber so ist das Leben!)

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  9. Suesse 11.01.02 22:21

    Tom, es wäre auch ziemlich sinnlos, die Unterlagen einzuklagen, wenn sie schon vernichtet wurden ;-) Wieder mal so ein Fall von Recht haben & es nutzt leider nichts...

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  10. Jan... 12.01.02 01:07

    hälst Du von Schadensersatz? ;-)
    Irgendwie "sollte" man auch das richtige Verhalten auch "erzwingen".

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  11. Suesse 12.01.02 13:45

    Hast natürlich recht mit dem Schadensersatzanspruch. Glaubst du denn, es stört die Firmen, die Unterlagen in großem Stil vernichten, wenn sie einem einzelnen Bewerber mal 20 Euro überweisen müssen? Bin da eher illusionslos...

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  12. TOM... 14.01.02 13:30

    ..einzelner Bürger? Lasst uns eine Initiative daraus machen - wäre doch auch auch ein tolles Wahlkampfthema "Freiheit für die Bewerbungsunterlagen!" - und wenn wir keinen Erfolg haben, können wir uns immer noch schmieren lassen... ;-)

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  13. Suesse 14.01.02 15:26

    ... wow, das klingt ja geradezu revolutionär ;-) Na denn los, Leute - bei welchem schwarzen Schaf Bewerben wir uns kollektiv, um den Laden dann mit Klagen zu überziehen? ;-)))

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  14. Jan... 14.01.02 22:16

    Wir müssen es geschickter machen, werte Kollegin! ;-)

    Gemeinsam gründen wir einen Virtuellen-Verein und gemeinsam suchen wir die Schwarzen-Schafe. Da bewirbt sich nur eine Person von uns. Nun wird die Firma verklagt. Vielleicht kriegen wir nur 20 EURO Entschädigung.

    Nun bewirbt sich ein andere Person unserer Initiative. Wieder wird die Firma verklagt. Zufällig entdecken wir, dass die Firma dies schon öfters getan hat, siehe auch ein Urteil (was für ein Glück ;-)). Diesmal wird die Firma zu 20.000 EURO Strafe verklagt.

    Ich überlege mir gerade, was wäre wenn man eine Amerikanerin involviert und diese Bewerben lässt. Vielleicht können wir dann die Firma in USA verklagen (Auslandsbezug! :-)), die Amerikanerin wird sicher bleibende Schäden davon getragen haben (seelische Grausamkeit etc.) und schwupst erhalten wir 200 Millionen USA DOLLAR :-). Natürlich kommt es zu Revision und wir erhalten nur 2 Mio. :-)))

    Und die teilen wir gerecht und leben glücklich ..... (bitte selbst ausfühlen)

    ;-)

    Ich bin dabei!!!!! :-)

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  15. meydo 31.05.02 11:40

    absage ist absage, die einen verstehen es nur die absage lieber zu übermitteln....

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  16. Cla... 30.07.06 20:09

    mal ehrlich: würde irgend jemand von euch die zurückgesandten unterlagen noch ein weiteres mal erneut verschicken? mir wäre es echt egal, ob ich die unterlagen erhalte, sobald ich sicher gehen könnte, dass meine sachen dann auch wirklich nach datenschutzrechtlichen vorgaben "entsorgt" werden.

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  17. cpo... 10.01.02 12:53

    Hallo unbekannt !

    Grundsätzlich ist diese Begründung der Absage eher positiv zu sehen. In der Regel verschicken die Firmen bei einer tatsächlichen Absage die kompletten Unterlagen "zu ihrer Entlastung" zurück und behalten sie nicht im Unternehmen.

    Also scheint Dein Profil zur Firma zu passen und zur Zeit ist einfach nur keine Stelle frei.

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