Große vs. kleine UBs

cra... 10.07.09 12:22

Servus,

bin 30/promoviert/Physiker/top Noten/internationaler CV & würde gerne in einer der großen UBs anfangen. Soweit ich das beurteilen kann, sieht die Lage momentan allerdings schlecht aus. Freunde von mir werden entlassen, bzw nicht eingestellt, Bewerberzahlen sind sehr hoch. Ich selbst war bei zwei der großen UBs (Booz und BCG) und es hat jeweils in der 2. runde nicht geklappt. Da ich nun ein Angebot von einer kleinen UB ab sept. habe (ca. 60 Mann) und Mein Vertrag an der Uni ausläuft, meine Fragen:

* inwieweit verbaue ich mir durch den Einstieg bei der kleinen UB chancen mich später bei größeren zu Bewerben? (thema: von klein zu groß) Geht das überhaupt?
* wenn das möglich ist, was wäre ein geeigneter Zeitraum nach dem ich mich von der kleinen UB wegbewerben könnte (1 jahr, 2 jahre?), so dass es nicht schlecht auf dem CV aussieht?
* ist es jetzt noch sinnvoll sich auch bei den anderen top UBs (McK, Bain, RB) zu Bewerben, oder "verschieße" ich dabei mein pulver für später?

Beste Grüße und Danke

  1. tam... 10.07.09 12:49

    Eine Frage an Dich:
    Was willst Du als promovierter Physiker mit Top Noten bei ner UB? Man könnte doch meinen Du solltest Dich mit sinnvolleren und v.a. gehaltvolleren Dingen beschäftigen als Folien malen und dampfplaudern...?
    Die Frage ist ernst gemeint, würde mich wirklich interessieren...!

    Antworten Melden
    (4.2/5)   5 Votes
  2. Arn... 10.07.09 18:05

    Welche anderen Möglichkeiten hat man denn als promovierter Physiker, mit einem ähnlich hohen Gehalt wie bei UBs einzusteigen? In der Industrie werden Ingenieure gegenüber Physikern oft bevorzugt und den Doktortitel kriegen Physiker dort auch nicht vergütet...

    An den Fragesteller:
    An deiner Stelle würde ich mich direkt noch bei allen anderen großen UBs Bewerben, bei denen du lieber anfangen würdest, als bei der kleinen Beratung, von der du bereits ein Angebot hast. Du verschießt dadurch kein Pulver für später. Bei einer Absage, die nicht am CV sondern an der momentanen Einstellungssituation liegt, kannst du dich wieder Bewerben, sobald es bergauf geht und musst nicht die üblichen ca. 2 Jahre warten. Warum vielleicht ein paar jahre bei deiner Zweitwahl arbeiten, wenn du es nicht mal bei deiner Erstwahl versucht hast?

    Antworten Melden
    (4.4/5)   5 Votes
  3. pml22 10.07.09 19:42

    Bewirb dich zumindest noch bei McK. Da hätte ich auch direkt deine besten Chancen gesehen, da die Berater dort mit Abstand diejenigen sind, die man als am wissenschaftlichsten einstufen würde. Ich habe dort selbst mit einem Physiker zusammengearbeitet und 80% machen im Leave einen Dr. im deutschen Büro, was meiner Einschätzung und nach persönlichen Gesprächen deutlich über den anderen Beratungen liegt, da dort der MBA öfter gewählt wird.

    Kleine Beratung und Wechsel wäre bei mir nur Plan B, da du es schwer hast später zu wechseln, da du dann eigentlich als Projektmanager einsteigen müsstest und das ist schwer und auch schon seltener, da dir die firmenspezifischen Kenntnisse fehlen und auch das interne Netzwerk. Zudem wirst du irgendwann viel zu alt zum wechseln. Die meisten sind ja mit Mitte dreißig Partner bei McK.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   6 Votes
  4. cra... 14.07.09 09:54

    Ja, die Frage ist sicher berechtigt. Inhaltlich ist die Arbeit bei der kleinen UB sich auch spannender und gehaltvoller. Allerdings hast du bei den großen UBs viel eher die Chance "Tuchfühlung" zur deutschen Wirtschaftselite zu haben, da die Projekte sehr weit oben angesiedelt sind. Es sind leider nicht immer die, die sinnvolle, gehaltvolle Arbeit leisten, die später weit kommen, sondern diejenigen die ordentlich Politik betreiben (auch hier an der Uni zB). Wo kannst du damit besser anfangen, als bei einer der großen UBs?

    Antworten Melden
    (4.1/5)   3 Votes
  5. homofaber 15.07.09 14:53

    Wieso glaubtst Du, dass kleine UB spannendere und gehaltvollere Projekte haben. Nach meiner Erfahrung geben Unternehmen die wirklich wichtigen Aufträge eher an die großen UB, während sich die kleineren (und meist billigeren) mit den B-Themen abgeben müssen. Das gilt allerdings nicht für stark spezialisierte wie SKP oder Stern Stewart, die machen sicherlich innerhalb ihres Spezialgebietes ganz spannende Sachen.

    Antworten Melden
    (4.3/5)   7 Votes
  6. cra... 17.07.09 14:20

    Ja, sicher es kommt auch darauf an, um welche "kleine" Beratung es da genau geht. Es gibt viel unter McK und BCG, die nur B-Projekte kriegen. Das ist mies. Allerdings sind viele kleine Beratungen sehr speziell aufgestellt und arbeiten an konkreten Aufgaben. Die großen sind doch nur stark im Bereich Strategie, wo niemand genau weiß wie es zu laufen hat und man eben schön dampfplaudern kann, s.o. Die Projekte werden dann auch nur in richtigen guten Zeiten gestartet, wenn der Vorstand viel Geld für Strategie hat (von Restrukturierung mal abgesehen).

    Antworten Melden
    (4/5)   3 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen