Großes vs. kleines Beratungsunternehmen

PsychoTherapist 14.02.08 02:48

Hallo,

Natürlich will jeder in ein großes Beratungsunternehmen alla McKinsey, Accenture, Bearing Point,... Ich grundsätzlich auch! Ich habe mich zur "Probe" bei einem rel. kleinen Beratungsunternehmen (40 Mitarbeiter) beworben (Berufseinstieg), welches sich in der IT Beratung auf Versicherungen spezialisiert hat, und ihr Anbebot auf Banken ausdehnen möchte. Sie bieten ein 6-Monatiges Einstiegs-(Trainee)programm mit guter Bezahlung. Was also zunächst für mich nur ein Probedurchlauf für ein größeres Unternehmen sein sollte, hat mein schlussendlich mein Interesse geweckt. Es scheint ein aufstrebendes Unternehmen zu sein, und es würde mich interessieren was gegen eine Karriere in so einem Unternehmen im Vergleich zu einem namhafteren Unternehmen alla Accenture sprechen könnte? Bzw. welche Vorteile könnten kleinere Beratungshäuser für Berufseinsteiger bieten?

  1. glitz 14.02.08 03:51

    kann jetzt natürlich über deine wunschfirma nix sagen, für größere spricht aber generell
    - größere bekanntheit (= leichterer exit später)
    - meist bessere bezahlung
    - besseres schulungsangebot
    - größere projekte mit größerer verantwortung (für deinen Arbeitgeber generell, für dich am anfang wahrsch. erstmal irrelevant)
    - du kannst eher auf projekte mit leuten, mit denen du auskommst (bei nur 40 MA den "arschlöchern" aus dem weg zu gehen, könnte schwieriger werden)

    und es wäre einfacher, von groß nach klein zu wechseln als umgekehrt, falls dir nach 1 bis 2 jahren auffällt, dass es doch nicht so toll ist.
    dafür hast du bei den großen oft schlechtere arbeitszeiten, beim kunden und anderen bereits einen "ruf" (kann zB bei mck freundschaften gefährden ;)) und tlw. sehr wenig zu sagen, bist ja bei mehreren hundert/tausend nur ein unbedeutend kleines licht, bei 40 leuten ein wertvoller einsteiger!

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  2. ali... 14.02.08 09:01

    und es wäre einfacher, von groß nach klein zu wechseln als umgekehrt,...

    kann ich BESTätigen: Kollege will von SKP weg zu den BIG4 (Konkret zu BCG) und der erstkontakt kam überhaupt nur durch perönliche Beziehungen zustande...einfach Bewerbung = nur Absagen.

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  3. homofaber 14.02.08 11:36

    Solange Du Bearing Point und McKinsey in einen Top wirfst solltest Du Dich erst mal etwas besser über den Beratungsmarkt informieren - die beiden Unternehmen haben so gut wie gar nichts miteinander zu tun und während McK tatsächlich bei vielen Absolventen weit oben auf der Liste der Wunscharbeitgeber steht gibt es wohl kaum jemand der primär zu Bearing Point will.
    Unter Big 4 versteht man übrigens die vier großen WPs (PwC, E&Y, KPMG, Deloitte) und das hat mit BCG wiederum nichts zu tun. Die größten strategischen UBs werden manchmal unter MBBB zusammengefasst (McK, BCG, Bain, BAH), aber das gilt in Deutschland eigentlich nicht so richtig.

    Aber um deine Frage auch noch zu beantworten. Grundsätzlich ist eine "große" Strategieberatung (eben diese MBBB, Berger, ATK, MOW) einer kleinen Beratung vorzuziehen - Gründe:
    Besserer Name und dadurch besser Auf- und Ausstiegsmöglichkeiten, im Regelfall mehr Geld, bessere Trainings, breiteres Spektrum an Themen, internationaler, im Schnitt bessere Leute, ...
    Bei kleinen UBs hängst Du sehr stark von wenigen Personen (im Regelfall Gründer) ab - wenn Du mit denen gut auskommst ist es gut, wenn nicht kommst Du in dem Laden wohl nicht weiter. Auch die Geschäftsentwicklung ist weniger vorhersehbar (McK wird in einem Jahr weder 30% wachsen noch 30% einbrechen).
    Eine kleine Strategie-Bude (oder netter boutique) mag aber immer noch interessanter sein als eine große IT-Beratung (Accenture, Bearing Point, IBM, T-Systems, ...), das hängt aber natürlich auch, was Du machen willst.
    Wechseln kannst Du in der Tat einfacher von groß zu klein.

    Gäbe es längere Arbeitszeiten bei großen kann ja nur zwei Gründe haben: entweder die kleinen sind effizienter oder sie zeigen weniger Einsatz für ihre Kunden

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  4. glitz 14.02.08 12:30

    "oder sie zeigen weniger Einsatz für ihre Kunden"

    Bei einigen kann man das so sagen, aber das ist nicht unbedingt als Faulheit zu werten. Vielmehr habe ich erlebt, dass Botiquen damit werben, humanere Arbeitszeiten zu haben, um für Einsteiger attraktiver zu sein als die großen UB. (Das hängt dann natürlich auch mit den Tagessätzen zusammen, viele könnten einfach nicht mehr nehmen, als sie nehmen, weil sonst die Klienten dankend ablehnen würde. Damit ist natürlich das Gehalt geringer, und dann würden sich natürlch auch potentielle Einsteiger Fragen, warum sie trotzdem 80h arbeiten sollten...)

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  5. homofaber 14.02.08 14:26

    @ glitz
    weniger Geld für weniger Arbeit und weniger Ergebnis für den Kunden, der dann dafür weniger bezahlt - ich hätte es jetzt nicht als Faulheit bezeichnet (faul im engeren Sinne ist wohl kein Berater), aber es ist halt weniger Einsatz

    Für manche mag das ein interessantes Modell sein, aber es ist halt eher zweite Liga

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  6. Anonym 14.02.08 12:35

    Vielen Dank für die raschen Antworten. Diese haben mir schon mal sehr geholfen! Ich habe bei dieser Gelegenheit weitere Fragen:

    Also ich habe mir eine IT-Beratung vorgestellt, da ich davon ausgehe, dass mein Studium (Wirtschaftsingenieurwesen Informatik) hier am besten zur Geltung kommt und dementsprechend am ehesten meinem Interesse entspricht. Daher folgende Frage:

    "Eine kleine Strategie-Bude (oder netter boutique) mag aber immer noch interessanter sein als eine große IT-Beratung (Accenture, Bearing Point, IBM, T-Systems, ...), "

    Gründe hierfür?

    Weiters:

    Ich bin an folgenden IT Beratungen interessiert:
    Accenture, SAP (Bereich Consulting), Altran, Deloitte, IBM, T-Systems.

    Spricht irgendwas gegen diese Unternehmen bzw. welche sind besonders zu empfehlen? Welche namhaften Unternehmen (IT-Consulting) gäbe es noch? Was spricht bsp. gegen Bearing Point?

    Ich bin für jede Hilfe/Meinung dankbar!


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  7. glitz 14.02.08 12:56

    Mal mein Senf dazu:
    Accenture: Haben einen sehr guten Ruf, machen viele große Projekte und sind sehr vielseitig aufgestellt.
    SAP: Kenne mich da nicht so aus, aber wahrscheinlich wird man ausschließlich bei SAP-Projekten beraten?
    IBM: Würde ich ähnlich bewerten wie Accenture, wobei hier noch weniger Non-IT-Projekte vorkommen.
    Altran: Wusste nicht, dass die auch IT machen...
    Zu Deloitte kann ich nichts sagen, aber die passen in die Liste nicht so ganz, glaube ich.
    T-Systems: Sind nochmal technischer als IBM, außerdem hört man, dass dort der "Telekom-Mief" noch allgegenwärtig ist.
    BearingPoint: Kenne jemanden, der dort Praktikant war - der hat kein gutes Haar an denen gelassen. Hat auch sonst nicht den großartigsten Ruf.

    Andere Unternehmen wirst du zB auf luenendonk.de finden.

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  8. homofaber 14.02.08 14:19

    ich hatte ja geschrieben "das hängt aber natürlich auch, was Du machen willst"
    Nach meiner Erfahrung finden viele (mich eingeschlossen) Strategieberatung interessanter als IT-Beratung. Wenn man dann bei den großen nicht genommen wird, ist es aus meiner Sicht interessanter zu einer Boutique zu gehen, als sich von Accenture etc. einreden zu lassen die würden Strategieberatung machen. Wenn Du aber eh IT-Beratung machen willst bist du natürlich bei den von Dir genannten Unternehmen schon richtig (ich kann Dir da nicht richtig weiterhelfen - in der Branche kenn ich mich nicht richtig aus). Gegen Bearing Point (ich habs grad an anderer Stelle geschrieben) spricht aus meiner Sicht die Tatsache, dass die seit Jahr und Tag Verluste machen.

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  9. PsychoTherapist 14.02.08 14:33

    Danke vielmals für die Auskünfte!

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