Handschrift

Anj... 06.11.01 23:34

Ist es eigentlich noch üblich, dass Handschriftproben vor der Einstellung genommen werden? Ich glaube, ich habe mal gelesen, dass das in Frankreich (war's Frankreich???) noch üblich ist. Wisst ihr was darüber? Was haltet ihr davon?

  1. Anj... 06.11.01 23:39

    Und jetzt direkt mal meine eigenen Gedanken dazu:
    Ich bin davon überzeugt, dass Handschriften etwas aussagen k ö n n e n. Ich weiß lediglich nicht, ob ihre Aussagekraft soweit reicht, dass man an ihr pros oder cons für einen Bewerber ablesen kann.
    Mir persönlich ergeht es oft so, dass ich - von Komilitonen zum Beispiel - das Gekritzel oder die Kalligraphie ;-) von anderen sehe und auf Anhieb denke: "Ja, sympathische Schrift." oder "Oh Gott, wie krakelt der denn." Ob man da auch "wissenschaftliche" Schlüsse ziehen kann?

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  2. Glo... 13.11.01 11:29

    Sicherlich hast Du mit der Aussage recht, daß Handschriften etwas aussagen! Nicht ohne Grund wurden auch langezeit in Deutschland die Anschreiben per Hand eingefordert, die sich dann akribisch von einem Vernatwortlichen aus dem Unternehmen angeschaut und analysiert wurden. Ich würde allerdings nichts soweit gehen, daß sich aus diesem Zusammenhang ein pro und con Auflistung für die Bewerber ergibt. Sind heute im Zeitalter des Rechners nicht ohnehin andere Qualitäten gefragt als die Handschrift? Ich ertappe mich oft am Ende der Woche dabei, daß ich eigentlich gar nicht mehr richtig (schön) schreiben kann. Wie ist Deine Erfahrung?

    Bezüglich Deiner Komilitonen kann ich Dir dahingehend zustimmen, daß ich auch das ein oder andere Mal gedacht habe, "Oh Gott, wie schreibt der denn" - doch ob ich dann gleich auf Sympathie oder Antipathie gegangen bin ...

    Ich denke Dein Wort der Wissenschaft bedarf hier einer genaueren Erklärung, Anja. Denn eine Wissenschaft ist das Deuten und Interpretieren von Handschriften!

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  3. TOM... 23.11.01 01:39

    Heute ist die Handschriftprobe bei einer Bewerbung die Ausnahme. Noch relativ beliebt - so weit ich weiß - in der Schweiz.

    Wenn Sie gefordert wird, dann zumeist in Form eines handschriftlich erstellten Lebenslaufes. Dieser wird dann zur Erstellung eines Graphologischen Gutachtens herangezogen. Wer mit der Erstellung eines solchen Gutachtens nicht einverstanden ist, muss dies im Anschreiben deutlich machen, andernfalls duldet er es stillschweigend (Arbeits-Gericht , München AZ 26Ca1674/75 und BAG 2 AZR 228/80)

    Die Handschriftdeutung lässt sich bis zu BALDI (1622) zurückverfolgen. Weiterbetrieben von LAVATER, erhielt sie 1875 von MICHON den Namen „Graphologie“. Die Gedanken des deutschen Philosophen L. KLAGES („Handschrift und Charakter“, 1917) und PULVERs Raumsymbolik (1930) beherrschen die neuere Ausdruckskunde bis heute.

    Die Schrift wird nach zahlreichen Gesichtspunkten, wie Vielfalt und Abstand der Wörter, Schriftstärke, Schriftgröße, Lockerheit, Rhythmus, Schwingung, Zerrissenheit, etc. bewertet und interpretiert. Hervorstechende Merkmalen der Schrift werden dann bestimmte Charaktereigenschaften zugewiesen.

    Graphologen beanspruchen aus der Schrift u.a. Aussagen über Arbeitsqualität, -struktur und –wille über die persönliche Stabilität, Intelligenz und eventuelle Führungsunfähigkeit durch Störungen des Persönlichkeitsbildes oder neurotische Züge machen zu können.

    Da heute die Handschritft dank Computertastatur immer weniger aussagefähig wird, nehem selbst Anhänger der - in Grenzen recht obskuren- Graphologie heute Abstand von dem Aussagewert der Schriftdeutung.

    Aber ganz gleich wie Du schreibst, schreib sauber, leserlich und nicht zu klein!

    Wenn Du den Verdacht hast, ein halbseidener Graphologe könnte Deine Schriftprobe verunglimpfen und Sie Deinem künftigen Arbeitgeber in schlechtem Licht erscheinen lassen, so solltest Du einen eigenen Gutachter bemühen (ca. 200,- DM) und seine Beurteilung mitschicken.

    Hier ein kleiner Einblick in das Interpretationsschema der Graphologen:

    Die Schrift.... ..Folgerung: Der Mensch ist..
    ...ist bogig = förmlich, verschlossen, zurückhaltend
    ...ist kurvig = gemütsbetont, verbindlich
    ...ist unverbunden = asozial, unsicher
    ...ist verschnörkelt = schwärmerisch, unsachlich
    ...hat weite Oberlängen = heftig, lebhaft
    ...hat weite Unterlängen = materialistisch, unbeweglich
    ...hat Winkel = verstandesbetont, willensstark

    Auskunft über anerkannte Graphologen in Deiner Umgebung gibt die Sektion Graphologie im Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. in Bonn.

    Adresse:
    Berufsverband Deutscher Psychologen e.V.
    BundesGesch.St.
    Heilsbachstr. 22
    53123 Bonn
    Fon: 0228-98731-0

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  4. Jan... 10.12.01 11:37

    In Frankreich ist nach wie vor üblich, dass die Handschrift überprüft wird.

    Ich selbst halte nicht so viel davon. Eigentlich gar nichts. Es ist wäre für mich eher so etwas wie ein Horoskop. Neugierig es zu lesen, bei schönen Nachrichten würde ich mich freuen, bei schlechten es für Unsinn halten. ;-)

    Grund dafür ist die Tatsache, dass ich selbst mehrere verschiedene Arten zu schreiben kenne.
    Bei bestimmten Buchstaben, je nach Stellung im Wort habe ich ungefäHR drei verschiedene Arten wie ich es schreibe. Es hängt von meiner Stimmung, also von einem Momentum wie ich es schreibe.
    Außerdem auch davon ab, welche Schreibmittel ich benutzen tue. Genau so ist es mit meiner Unterschrift. Je nach Lust und Laune ist sie anders, manchmal aber benutze ich wiederum ganz bewusst eine Form, die nicht ganz von der Lust und Launer abhängt, sondern eher, weil die (Ziel)Person eine bestimmte Bedeutung hat und diese Form hier und nur für diese Person von mir als schön empfunden wird.

    Es sind somit sehr viele subjektive und objektive Faktoren, die meine Schrift beeinflussen und wie soll der Bearbeiter es wissen. Es wäre, wie ein Sekundenausschnitt aus einem 24h-Film, wo der Beobachter nicht wissen kann, ob das Lachen, der Ärger nur ein Spiel, Ernst ist und vor allem die Ursachen nicht kennt.

    Ein verzerrtes, unwahres etwas würde entstehen.

    Grüße

    Jan

    P.S. Ob meine Art zu schrieben dafür spricht, dass ich schizophren bzw. kreativ bin? ;-)

    Naja, vielleicht brauchen wir dann auch für Psychologen einfach auch eine Ausbildung in der Graphologie und alle Menschen können dann in einer glücklichen, schönen, neuen Welt leben?
    Wer weiss? ;-)

    P.P.S.

    Und wir sollten auch nicht vergessen, dass man seine Schrift weiterentwickeln kann, wie jede andere Fähigkeit.
    So kenne ich eine Person, die seine "eigene Schrift" hatte, dann eine "technische Schrift" (heisst es überhaupt so?) gelernt hat und nun zwei Schriften kennt. Eine für Privatleben und eine andere für offizielle Schreiben.

    Und vergessen wir nicht die verschiedene kulturelle Einflüsse. Schon in Europa haben wir eine grossen Unterschied, je nach Nationalität wird einen aufgezwungen ein Buchstabe in einer bestimmten Art zu schreiben.

    Nehmen wir nun als nächsten Beispiel: Japaner und Araber. Die Unterschiede sind immens. Teilweise werde sie aber davon abhängen in welchem Stadium der Entwicklung der neuer Sprache sich die Leute befinden und von wem sie die Sprache "kopieren".

    Und so weiter ..... :-)

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  5. meydo 31.05.02 11:41

    die Lufthansa verlangt handgeschrieben texte bei der (piloten)Bewerbung....

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  6. meydo 31.05.02 11:42

    weiß nicht so recht was ich davon halten soll... denke allerdings, dass es nicht aussagekräftig genug ist, um über eine einstellung bzw. absage zu entscheiden.

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