How to be a successful Personaler

Anonym 22.03.02 18:24

Ein sehr unerfreuliches Ereignis (*) ist Anlass meiner ersten, umfangreichen Forumseröffnung: Gestern habe ich mein nun schon drittes Praktikum absagen müssen. Der Grund war wieder die Personalabteilung, deren Verhalten mir eine Zusage unmöglich gemacht hat.

Da der Bewerbungsprozess nichts anderes als ein gegen-(zwei-)seitiges Kennenlernen ist, sind beide Seiten - also Bewerber und Personaler - gut beraten, sich im besten Lichte darzustellen. Dem Bewerber sind dafür zahlreiche Ratschlaggeber zur Seite gestellt, der Personaler muss hingegen unberaten sein Unternehmen bzw. dessen Kultur präsentieren. Höchste Zeit also auch diesen Menschen ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben. Ohne Umschweife sei folgendes vorgeschlagen:

1. Kommunizieren Sie niemals Ihren Stress am Telefon (oder sonst wo). Mit dem direkten oder indirekten Betonen Ihres Stresses stellen Sie Ihren Stress über den Stress des Bewerbers.
2. Kein genervtes Auf-die-Mailboxreden, falls der Rückruf nicht sofort erfolgt. Die anderen Beschaffungsabteilungen in Ihrem Unternehmen machen das bei den Zulieferern, die Ihrem Unternehmen die übrigen Betriebsmitteln verkaufen ja wohl auch nicht. Der Grundsatz des Absatzmarktes "Der Kunde ist König" soll auch auf den Beschaffungsmarkt umgelegt werden: "Der Bewerber ist König".
3. Die Empfangsräumlichkeiten ansprechend, stilvoll und ruhig teuer gestalten. Sehr wichtig ist das Empfangspersonal. Sehr gutes Aussehen, sehr gutes Benehmen aber doch eine gewisse
Arroganz und Mehrsprachigkeit sind erwünscht. Bei einer Einstellung sind das immerhin jene
Menschen, die man morgens als erstes zu sehen bekommt. Für jene, die morgens ein klein wenig unausgeglichen sind, ein wichtiger Entscheidungsfaktor.
4. Zu den Getränke beim Bewerbungsgespräch: Kaffee, Mineralwasser und Erfrischungsgetränke sind gut, aber allein nicht ausreichend. Sahne ist ein Plus, genauso wie frisch gepresste Fruchtsäfte. Also ruhig mal die Ärmel hochkrempeln und Orangen auspressen vor dem Bewerbungsgespräch.
5. Zur Kleidung habe ich mich schon mal an anderer Stelle hier im Forum ausgelassen. Bitte dort nachlesen.
6. Überlegen Sie sich vor Ihrem Gespräch, welche Fragen Sie stellen möchten. Stellen Sie schlaue Fragen, die dem Bewerber den Eindruck geben, dass Sie vorbereitet in das Gespräch gehen. Lernen Sie dazu den Lebenslauf des Bewerbers auswendig. Verzichten Sie auf Standardfragen wie 'Welche sind Ihre drei Stärken und Schwächen?', 'Wieso gerade dieses Unternehmen?' oder gar 'Was wissen Sie über dieses Unternehmen?'. Der Bewerber stellt auch nicht Fragen der Art 'Wieso gerade ich?' oder 'Was wissen Sie sonst noch über mich?'.
7. Erscheinen Sie pünktlich zum Bewerbungsgespräch.
8. Bei bereits absolvierten Praktika: Wenn kleine Präsente zu Feiertagen, dann bitte einem gewissen Level entsprechende. Bei der späteren Unternehmenswahl bekommt natürlich jenes Unternehmen den Vorzug, dass einem den Schokokalender zu Weihnachten geschickt hat und auch an den Geburtstag mit einer flüssigen Aufmerksamkeit gedacht hat. Das Unternehmen mit dem lausigen Bildchen-Weihnachtskalender hat dann das Nachsehen.

Diese Liste ist natürlich noch sehr unvollständig und wird von mir bei vorhandener Lust und Laune erweitert.

(*) Eigentlich hätte ich wegen meiner skandalöse Sternverleihung auch ein Forum eröffnen sollen.

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