Lücke im Lebenslauf / Recruitingmessen

Eum... 05.05.01 17:25

Hoffe es kann mir jemand helfen... Ich bin im Sommer mit meinem Studium fertig (BWL) und so langsam muss ich anfangen mich zu Bewerben. In meinem Lebenslauf sieht man jedoch, dass ich vor meinem Studium ein Jahr als Taxifahrer gearbeitet habe und außerdem eine zeitlang mit dem Rucksack auf Reisen war. Ich bin mir sicher das die Firmen bei denen ich mich Bewerben will, das nicht so gerne sehen würden. Wer hat ähnliche Erfahrungen mit „Lücken“ im Lebenslauf und wie sollte man damit umgehen?
Kann mir außerdem jemand Tipps zu Recruitingmessen geben? War jemand schon mal auf einer solchen und wenn ja, lohnt es sich? Lieben Gruß von Eumel

  1. wavewoman 06.05.01 11:28

    Das kommt natürlich ein bißchen auf die Firmen an. Wo willst Du Dich denn Bewerben? Ich denke, daß es kein Problem ist, wenn man eine Zeit vor dem Studium mit Jobs wie Taxifahren verbracht hat (wer hat das nicht?). Und Deine Reisen kannst Du auch als großes Plus sehen.
    Ich habe in meinem Lebenslauf eine recht große "Lücke" von vier Jahren, in denen ich auf Reisen war. Meine Erfahrung bisher ist, daß es ganz klar einige Firmen gibt, für die das das sofortige aus bedeutet. Andere Firmen finden diesen Abschnitt jedoch sehr interessant und wissen die dabei gemachten Erfahrungen zu schätzen. Es kommt dabei denke ich darauf an, wie man diese Zeit "verkauft". Du hast doch sicherlich während dieser Zeit einzigartige und wichtige Erfahrungen gemacht, die auch für einen späteren Arbeitgeber interessant sein können - Stichwort Softskills.
    Nach meinen bisherigen Erfahrungen kommt es immer weniger auf einen glattgestrickten Lebenslauf an, sondern vielmehr auf persönliche Ausstrahlung und darauf, etwas Besonderes gemacht zu haben. Natürlich sollten bei einem "kurvenreichen" Lebenslauf die Studienleistungen stimmen. Aber sonst sehe ich hier kein großes Problem.
    Viele Grüße
    Susanne

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  2. wavewoman 06.05.01 11:32

    Was ich noch vergessen habe: Auf keinen Fall solltest Du versuchen, Deinen Lebenslauf zu beschönigen. Steh zu dem, was Du in den "Lückenzeiten" gemacht hast, gerade das könnte vielleicht auch das Zünglein an der Waage sein, was Dich im Vergleich mit anderen Bewerbern interessant macht.

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  3. wavewoman 06.05.01 11:38

    Ach ja, noch was (bin wohl heute ein wenig unkonzentriert ;-) ). Ich habe Die Zeit, in der ich auf Reisen war, zu einer sogenannten "Dritten Seite" im Lebenslauf ausgearbeitet, auf der ich darstelle, warum ich mich dazu entschlossen habe und was ich dabei gelernt habe. So machst Du aus einem vermeintlichen Nachteil vielleicht einen großen Vorteil.
    So, das wars jetzt glaube ich. Viel Glück bei den Bewerbungen!

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  4. Anj... 06.05.01 18:48

    Da kann ich mich wavewoman nur anschließen. Ich denke auch, dass es nur darauf ankommt, wie man verkauft, was man während der "Lücke" gemacht hat. Du hattest doch sicherlich Gründe, wieso Du ein Jahr lang Taxifahrer warst, oder? Du musstest Dich orientieren, Du hast sicher Deine Menschenkenntnis als Taxifahrer verbessern können *g*, Du wolltest einfach Geld verdienen und Deine freie Zeit in diesem Jahr anderen Dingen widmen (Sport, PC-Kurse, sonst. Fortbildungen, etc.). Klingt auf den ersten Blick alles nicht nach zielstrebigem Karriereverfolgen. Doch Du willst doch sicherlich auch nicht in einer Firma arbeiten, die die Erfahrungen, die Du während der "Lücke" gemacht hast, nicht schätzt, oder? Also mein Tipp: Selbstbewusst mit der "Lücke" umgehen, zeigen, dass das eine bewusste Entscheidung war und einfach ehrlich sein. Wie heißt's so schön? Lügen haben kurze Beine. Good luck, Anja

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  5. Anonym 07.05.01 15:42

    Ich schließe mich auch den anderen Vorschreibern an. Wenn du nicht zu der Reise ganz direkt stehen willst, nenn sie doch Sprachreise...das kommt auch immer gut an....

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  6. tho... 09.05.01 15:32

    Ja genau, auch ich stimme den Vorrednern zu. Steh zu dem, was du gemacht hast. ! Blos keine Entschuldigungen oder Rechtfertigungen! Es hat dir Spass gemacht, du hattest eine gute Zeit, hast viel gelernt ... und dich dann entschlossen, doch noch zu studieren. Du würdest es genau so wieder machen, denn die Erfahrungen haben Dich mit geprägt. Du kennst die Freiheit, hast deine Selbstverwirklichungsphase hinter dir, und weißt was du jetzt willst: Eine Tätigkeit, die ...
    Eine solche "Lücke" im Lebenslauf ist eher ein positives Merkmal.

    Viel Glück!

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  7. Anonym 10.05.01 15:21

    Naja, es gibt Lücken die weniger positiv sind, auch wenn man diese als selbstverwirklichungsphase deklariert...ich denke so an
    von 01.99 bis 12.01 in Köln-Ossendorf...

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  8. oro... 24.05.01 18:50

    das lückenthema ist ja ausführlich diskutiert worden....
    deswegen ein paar gedanken zu den Recruitingmessen. ich finde diese veranstaltungen prinzipiell ganz gut, da man einen ersten eindruck davon bekommt, wie die Firma mit ihrem personal umgeht. die "optik" kann aber auch täuschen, da bei diesen messen meistens nur "unbeholfene" Personaler rumtigern, die dann auch eventuell ein first-round-Interview mit dir führen. da kommen dann Fragen wie, wo sind deine schwächen/stärken, welches ereignis hat dich am meisten geprägt, warum hast du diese fächerkombi gewählt etc....

    auf diese Fragen kann man sich ex-ante eigentlich gut vorbereiten, aber der wert dieser messen ist für mich persönlich ein ganz anderer gewesen. ich war auf der characters und auf dem absolventenkongress. der absolventenkongress in Köln ist mittlerweile eine massenveranstaltung geworden, wo ein kandidat kaum seine persönlichen vorzüGE zur geltung bringen kann. es finden nur oberflächliche gespräche statt, zu denen man auch über eine online- bzw. hardcopy-Bewerbung hätte gelangen können. auf der characters in münchen wurden hauptsächlich leute mit einer it-affinität recruitet, was auch sehr interessant war, da die veranstaltung längst nicht so gross, und deswegen viel persönlicher war.

    was auf jeden fall wichtig ist, ist eine gute Vorbereitung. wenn du auf eine solche messe gehst, kopiere dir alle bewerbungsunterlagen, so oft, wie die firmen, die du ansprechen möchtest. ferner ist ein gepflegtes auftreten bestimmt nicht von nachteil.

    im günstigsten falle ersparst du dir das Anschreiben und kommst bei positiven durchlauf ins second-round-Interview. aber vorsicht, nicht zuviel erwarten, da deine ansprüche sich meistens nicht mit den anforderungsprofilen der firmen decken. man verspricht dir alles und hält das wenigste ein....

    am besten alles oben gesagte nicht ganz zu herzen nehmen, eigene Erfahrungen machen und vor allem lernen, zu welcher Firma du nicht hinmöchtest und wie du an deiner selbstdarstellung pfeilen kannst. das taxifahren, als realisierung nach dem traum der selbstständigkeit und die rucksackreise als jemand der das abenteuer und die herausforderung im (berufs-)leben sucht.

    würde mich mal interessieren, wo du letztendlich gelandet bist.
    oliver

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  9. oro... 24.05.01 18:50

    das lückenthema ist ja ausführlich diskutiert worden....
    deswegen ein paar gedanken zu den Recruitingmessen. ich finde diese veranstaltungen prinzipiell ganz gut, da man einen ersten eindruck davon bekommt, wie die Firma mit ihrem personal umgeht. die "optik" kann aber auch täuschen, da bei diesen messen meistens nur "unbeholfene" Personaler rumtigern, die dann auch eventuell ein first-round-Interview mit dir führen. da kommen dann Fragen wie, wo sind deine schwächen/stärken, welches ereignis hat dich am meisten geprägt, warum hast du diese fächerkombi gewählt etc....

    auf diese Fragen kann man sich ex-ante eigentlich gut vorbereiten, aber der wert dieser messen ist für mich persönlich ein ganz anderer gewesen. ich war auf der characters und auf dem absolventenkongress. der absolventenkongress in Köln ist mittlerweile eine massenveranstaltung geworden, wo ein kandidat kaum seine persönlichen vorzüGE zur geltung bringen kann. es finden nur oberflächliche gespräche statt, zu denen man auch über eine online- bzw. hardcopy-Bewerbung hätte gelangen können. auf der characters in münchen wurden hauptsächlich leute mit einer it-affinität recruitet, was auch sehr interessant war, da die veranstaltung längst nicht so gross, und deswegen viel persönlicher war.

    was auf jeden fall wichtig ist, ist eine gute Vorbereitung. wenn du auf eine solche messe gehst, kopiere dir alle bewerbungsunterlagen, so oft, wie die firmen, die du ansprechen möchtest. ferner ist ein gepflegtes auftreten bestimmt nicht von nachteil.

    im günstigsten falle ersparst du dir das Anschreiben und kommst bei positiven durchlauf ins second-round-Interview. aber vorsicht, nicht zuviel erwarten, da deine ansprüche sich meistens nicht mit den anforderungsprofilen der firmen decken. man verspricht dir alles und hält das wenigste ein....

    am besten alles oben gesagte nicht ganz zu herzen nehmen, eigene Erfahrungen machen und vor allem lernen, zu welcher Firma du nicht hinmöchtest und wie du an deiner selbstdarstellung pfeilen kannst. das taxifahren, als realisierung nach dem traum der selbstständigkeit und die rucksackreise als jemand der das abenteuer und die herausforderung im (berufs-)leben sucht.

    würde mich mal interessieren, wo du letztendlich gelandet bist.
    oliver

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  10. Passe 13.12.13 18:48

    Hallo,

    solch eine Luecke von 8 Monaten habe ich auch. Ich musste den Lehrstuhl wechseln waehrend meiner Promotion und hielt mich mit Gespartem und einem Hiwijob ueber Wasser. Das ich nicht aufgab und mich um eine Anschlussfinanzierung kuemmerte spreche ich direkt im Anschreiben an. Bisher habe ich von 2 Top-UBs dennoch Absagen bekommen. Es ist einfach traurig dass man wegen sowas eine Luecke hat die einem Chancen verbaut.

    Wie wuerdet ihr dies beschreiben?

    Herzliche Gruesse

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